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Song des Tages: Snow Patrol – „What If This Is All The Love You Ever Get?“


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Ja, die letzten Jahre mögen keine einfachen gewesen sein für Gary Lightbody: ein Burn-out, gefolgt von einer Schreibblockade, Depressionen, einem Alkohol-Problem, schlußendlich ein Zusammenbruch (mehr dazu erfährt man etwa in diesem aktuellen Interview). Eventuell hatte der Frontmann des nordirisch-schottischen Indie-Poprock-Fünfers Snow Patrol in der Zeit davor mit immerhin fünf Alben in zehn Jahren mit seiner Stammband (welche freilich jeweils auch betourt werden wollen) sowie Songwriter-Credits für keine Geringeren als zum Beispiel Ed Sheeran und Taylor Swift einfach den sprichwörtlichen kreativen Bogen überspannt. Eventuell klingen daher auf dem neuen, heute erschienenen Snow-Patrol-Werk „Wildness„, dem ersten seit dem reichlich mediokren „Fallen Empires“ von 2011, trotzige Durchhalteparolen wie „Don’t give in – don’t you dare quit so easy“ an.

Sieben Jahre Wartezeit also. Und? Hat man Snow Patrol vermisst?

105608Nun… nicht wirklich. Und das neue Album bestätigt dies noch einmal. Wie schon auf den letzten Langspielern zirpen immer wieder Synthies, pluckern und wummern sich durch einen guten Teil der zehn neuen Stücke. Zwar sind diese nicht mehr ganz so aufdringlich wie noch auf dem 2011er Vorgänger ins Klangbild integriert, an herrlich rockige Album-Großtaten wie „Final Straw“ (2003) oder „Eyes Open“ (2005), auf denen das Quintett grandios-leichtfüßig einen Bogen von Herzhymnen im Indie-Club („Run„) zu Schmuse-Melodien für Stadionmillionen („Chasing Cars„) spannte, reichen Snow Patrol 2018 jedoch kaum heran. Und was an den neuen Stücken so „wild“ sein soll, weiß wohl nur die Band selbst…

Dass Gary Lightbody nichtsdestotrotz – schwere Zeiten hin, Schreibblockaden her – noch immer ein begnadeter Songwriter ist, der es vortrefflich versteht, mit einfachsten Mitteln direkt ins Herz zu reichen, beweist das Stück „What If This Is All The Love You Ever Get?“. (S)ein einsames Piano, seine mit dem gewohnten zarten (jedoch merklich in Mitleidenschaft gezogenen) Schmelz belegte Stimme, erstaunlich direkte Textzeilen über die Liebe – mehr braucht der 41-jährige gebürtig nordirische Musiker, der im Musikvideo zum Song mit seinem Klavier auf einem Floß mutterseelenallein auf offener See schippert, im Grunde nicht. Und hat damit – das durchschnittliche Album dazu sei ihm gestattet – bereits jetzt eines der tollsten Stücke des Musikjahres geliefert…

 

 

„Woah woah, what if this is all the love you ever get?
Woah woah, you’d do a couple things so differently, I bet
Woah woah, what if this is all the love I ever know
Woah woah, I’d say the words that were so hard to say: don’t go

So you’ve fallen in love
So you’ve fallen apart

What if it hurts like hell
Then it’ll hurt like hell
Come on over, come on over here
I’m in the ruins too
I know the wreckage so well
Come on over, come on over here

Woah woah, what if this is all the love you ever get?
Woah woah, you’d not worry so much about counting your regrets
Woah woah, what if this is all the love I’m ever shown
Woah woah, I’d not be so scared to run into the unknown

So you’ve fallen in love
So you’ve fallen apart

What if it hurts like hell
Then it’ll hurt like hell
Come on over, come on over here
I’m in the ruins too
I know the wreckage so well
Come on over, come on over here

What if this is all the love you ever get?
What if this is all the love you ever get?
What if this is all the love you ever get?“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages #2: Foo Fighters – „Run“


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Dave Grohl? Klar, Spitzentyp (längst bekannt), der auf meiner imaginären Buddies-Liste einen der vorderen Plätze belegt. Andererseits kann ich freilich auch gut nachvollziehen, wenn man seine Sympathieattacken ebenso wenig ab kann wie die Musik seiner mittlerweile fast ein Vierteljahrhundert gemeinsam rockenden Hautband, den Foo Fighters. Musik ist eben, vor allem: Geschmacksache.

Eines jedoch kann man dem Grohl nicht absprechen: Arbeitseifer und massig Talent auf vielen Ebenen. Denn so ist 48-Jährige, dessen Karriere einst in den seligen Neunzigern als Nirvana-Schlagmacher („Nevermind“! „Smells Like Teen Spirit“! Grunge! Musikgeschichte!) begann, nicht nur antreibender Gitarrero-Frontmann der Foos, sondern nimmt in den letzten Jahren auch immer lieber und öfter auf dem Regiestuhl Platz – etwa für die großartigen Musikdokumentationen „Sound City“ oder „Sonic Highways„. Und logischerweise besorgte der dauerbeschäftigte Vollblutmusiker (der eben auch selbst immer Fan geblieben ist) auch die dazugehörigen Soundtracks, zu „Sonic Highways“ gleich mit den Foo Fighters selbst. Dazu wieder eine Welttournee (bei der sich Grohl, das Bühnenmonster, im Juni 2015 bei einem Bühnensturz im schwedischen Göteborg ein Bein brach – und die Show trotzdem zu Ende brachte). Und danach? Auszeit? War angedacht, doch vorher kamen die Foos im November 2015 noch mit der kostenlos ins Netz gestellten EP „Saint Cecilia“ ums Eck.

Dass die mittlerweile sechsköpfige Band – allen Witzen, Auszeit-Versprechungen und Nebenaktivitäten ihrer Mitglieder zum Trotz – nie länger die Beine still halten kann, war noch nie überraschend. Der Song, mit dem sich Dave Grohl und Co. vor ein paar Tagen zurückmelden, jedoch schon ein wenig.

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So tarnt sich „Run“ in der ersten Strophe als gefällige Powerballade (davon gab’s ja auf dem bisher letzten Album, „Sonic Highways“, schon ein paar), um im Refrain zum wohl lautesten Stück Musik zu werden, das die Foo Fighters seit „Wasting Light“ (2011) aufgenommen haben. Shouts von Grohl? Derb ungeschliffen in die Saiten rockende Chords, die in den Moshpit einladen? Sind gern genommen.

Auch das dazugehörige Musikvideo – die sind ja bei den Foos bereits seit den Anfangstagen beinahe durchgehend Highlights mit Alleinstellungsmerkmal – zeigt die Band einmal mehr als selbstironische Verkleidungskünstler: In der Kapelle eines Altersheims spielen sie als absolut rüstige weiße Greise auf, die mit „Run“ den Rest der Bewohner zu Unruhen anstiften, welche in eine wilde Prügelei und schließlich in eine große (letzte?) Party inklusive Choreografie münden. Regie beim Video führte – man ahnt es – Dave Grohl.

Und das Beste: Wie die Band, welche in den kommenden Tagen in Europa auf Tournee sein wird, in dieser Woche bekannt gab, wird „Run“ am 15. September 2017 Verstärkung erhalten, ist der Song schließlich Teil des neuen, neunten Foo-Fighters-Studioalbums „Concrete And Gold„. Man darf gespannt sein. Stillhalten war eben nie Dave Grohls Sache…

 

 

Rock and Roll.

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