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„Eine Million gegen Rechts!“ – Eine Aktion gegen den Rechtsruck und für eine Zukunft der Jugendzentren


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Heinz Ratz, nimmermüder Frontmann der Ska-meets-Punk-meets-Polka-meets-Walzer-meets-Rock-Band Strom & Wasser, hat bereits seit seiner Jugendzeit eine stark ausgeprägte Ader. Das lässt sich nicht nur aus seinen Texten heraus lesen, sondern auch aus dem Handeln des mittlerweile 50-jährigen „Punks by heart“.

Das neuste Bespiel: Die ambitionierte Aktion „Eine Million gegen Rechts!„, mit der sich der vielseitige Indie-Musiker – übrigens nebst anderen „Alt-Linken“ wie Konstantin Wecker – nicht nur gegen Verblödung, Angstschürer und den bundesdeutschen Rechtsruck, sondern auch für den Erhalt von soziokulturellen Zentren und Jugendhäusern stark macht.

Unterstützenswert? Absolut. Aber lassen wir Heinz Ratz am Besten selbst zu Wort kommen:

„Seit über 30 Jahren bin ich nun, wie Tausende andere Musiker und Bands auch, auf den Bühnen der Soziokulturellen Zentren und selbstverwalteten Jugendhäuser unterwegs. Orte der Weltoffenheit, basisdemokratisch, tolerant, jung und fernab vom Mainstream auch immer bereit, ein Zuhause für diejenigen zu sein, die es sonst schwer haben in der Gesellschaft. Diese Orte sind bedroht und brauchen unsere Unterstützung.

Wer meint, es sei utopisch, die Summe von 1 Million zusammenzukriegen – klar, kann natürlich sein! Warum wir es trotzdem versuchen?

» Die AfD hat in einer Spendenaktion 2,1 Millionen Euro in kürzester Zeit sammeln können.

» Ein Leopard-2 Panzer kostet etwa 3 Millionen Euro.

» 100 Meter Autobahn kostet im Schnitt 1 Million Euro.

» Mit einer Staffel „DSDS“ verdient Dieter Bohlen rund 1 Million Euro.

Das Problem: Von der sogenannten Identitären Bewegung werden mittlerweile Ferienfreizeiten angeboten, die garantiert ‚ausländerfrei, frei von Gender-Diskussionen und patriotisch‘ sind. Geleitet von ausgebildeten Sozialpädagoginnen und -Pädagogen. Studien belegen, dass viele Studenten mit rechter Gesinnung in Erziehungsberufe streben. Gleichzeitig entstehen überall neue rechte Jugendzentren. Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg lassen sich schon heute recht gut prognostizieren und man muss das Schlimmste befürchten. (In der sächsischen Schweiz z.B. hat die AfD laut Umfrage zur Zeit 40%, die NPD kommt mit 7% noch obendrauf.) Das bedeutet, diese Parteien werden höchstwahrscheinlich in alle kommunalen Kulturgremien rein kommen, Kultur- und Bildungsentscheidungen treffen und auf jeden Fall alles tun, die ohnehin angeschlagenen Soziokulturellen Zentren und selbstverwalteten Jugenhäuser zu schließen oder umzugestalten.

Das wird wiederum dazu führen:

» dass Alternative Kultur nicht mehr angeboten werden kann,

» dass weltoffene Künstler keine Auftrittmöglichkeiten finden,

» dass der kulturelle Underground verödet und

» dass Jugendliche, vor allem solche, die aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen, nur noch von rechten Einrichtungen ‚abgeholt‘ werden und dort auch ein entsprechendes weltanschauliches Zuhause finden. Ich denke, das ist eine Entwicklung, der wir mit allen unseren Möglichkeiten entgegentreten sollten.

Unser Plan: 100 Konzerte in 100 Städten.

» Neben der abendlichen Konzerteinnahmen bitten wir auch Unternehmen, Gewerkschaften, Parteien, Kirchen, Banken und die Stadt selbst um Unterstützung.

» Die Unterstützung kann anonym erfolgen. Gerne veröffentlichen wir aber auch, wer uns hilft.

» Die gesammelten Gelder sollen den Jugendzentren und Kultureinrichtungen zugute kommen, damit die evtl. ihre Häuser kaufen können, Sicherheiten gegen Kündigungen haben oder mit den Geldern entsprechende Anwaltskosten, Werbung für Überlebensaktionen, wichtige Kulturprogramme, notwendige Sanierungen usw. tragen können.

Die Aktion: Eine Million gegen Rechts.

Bis 31. Dezember 2019 soll sich die Aktion hinziehen. Ich denke, das muss vorbereitend geschehen und nicht erst nach der Wahl, denn dann bleibt keine Zeit mehr. Unser Ziel: Eine Million Euro für gefährdete selbstverwaltete Jugenzentren oder soziokulturelle Einrichtungen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen zu erwirtschaften, um damit ihr Überleben zu sichern.

In der Hoffnung auf eure Unterstützung, grüße ich euch, Euer Heinz“

 

 

Rock and Roll.

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„Im Rausch des Terrors“ – Wie Möchtegern-Meinungsmacher mit Tragödien umgehen


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Eine ebenso interessante wie berechtigte Frage: Was passiert eigentlich in Deutschlands Parteibüros, wenn *hust* „der Terror die Nation erschüttert“?

Die Stunde der Rechtspopulisten schlägt stets nach Terroranschlägen und so fällt es – mit massig Sarkasmus im Gepäck – kaum schwer zu vermuten, dass nach jedem Anschlag bei ganz bestimmten Parteien die Korken knallen. Hat man früher noch brav Ermittlungsergebnisse abgewartet, werden heutzutage via Twitter und Co. bereits Sekunden nach der Tat naseweise Ermittlungsergebnisse vorgeschlagen. Die einen mögen all das „Leichenfledderei“ nennen, die andern „Instinkt-Politik“. Am Ende ist beides verdammter Bullshit, an den man sich wohl ebenso gewöhnen muss wie das weise Zwischen-den-Zeilen-lesen.

Zu gerne wüsste man daher, was in den Partei-Büros von AfD und Konsorten direkt nach einem Anschlag los ist. Die satirisch veranlagten Damen und Herren des „Bohemian Browser Balletts“ haben da so eine Vermutung (mit überraschendem Ausgang)…

 

 

Rock and Roll.

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