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Song des Tages: Cable Ties – „Sandcastles“


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Foto: Lisa Businovski

Systemkritik kann – zumindest in weiten Teilen der (westlichen) Welt – gerade heutzutage auf die unterschiedlichsten Arten ausgelebt werden. Stichwort #MeToo, Stichwort „Fridays for Future„.  Im Musikalischen kann sie im Falle von populären Künstlerinnen wie Lizzo oder Janelle Monáe mit empowernden Tänzen den oftmals sexistischen, mit allerlei Machismen überladenen R’n’B revolutionieren, sie kann wie bei den britischen Post-Punkern IDLES lautstark auf den positiven Umgang miteinander pochen, sie kann aber auch stinksauer herausgebrüllt werden (nicht, dass das vor allem letztgenanntere ab und an nicht täten). Freilich, ein absolutes Novum ist all das kaum, da weiß der Musikkundige etwa die Punk-Urväter von Iggy Pop und seinen Stooges in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern oder die kantig den Sozialismus predigenden Crossover-Größen Rage Against The Machine (welche ihre jüngsten Reunions ganz janusköpfig vom schnöden Mammon abhängig machen) und deren jüngste Nachkommen Fever 333 oder Nova Twins aufzuzählen, kurz bevor der Monolog in den „klassischen Punk“ und dessen Riot-Grrrl-Abzweig weiterfährt. Dass sich bei systematischer Benachteiligung ganze Berge von Aggressionen auftürmen, zweifelt wohl niemand an. All diese Emotionen nun herauszulassen, wird aber erneut nur den ohnehin schon Priviligiertesten der Gesellschaft vergönnt sein – wer tagein, tagaus buckeln muss, hat weder Energie noch Muße fürs Kreative… Marginalisierte Gruppen sollten sich hingegen bestmöglich im Zaum halten, damit sie im Optimalfall irgendeine gottverdammte Quote erfüllen können. Cable Ties lassen sich davon erst gar nicht beirren und poltern voller Inbrunst gegen Patriarchat, Kolonialismus und sexuelle Gewalt an. Die größte Kraft des Trios aus dem australischen Melbourne liegt jedoch woanders: Wilde Aggression und tagmüde Depression laufen in den Songs von Jenny McKechnie (Gesang, Gitarre), Shauna Boyle (Schlagzeug) und Nick Brown (Bass) im Zickzack, nehmen selten den direkten Weg. Pop? Ginge irgendwie anders… Ein Statement, das man erst einmal abkönnen muss.

art-8997_cable-ties-far-enoughAber keine Angst vor zerdachter Musik: Die acht Songs von „Far Enough“, dem in dieser Woche erscheinenden zweiten Album der drei Aussie-Post-Punk-Rock’n’Roller, setzt durchaus auf prägnante, eindringliche Riffs, die unaufhaltsam vorantreiben. Auf der Suche nach Transzendenz durch hypnotische Wiederholung entwickelt das Album dabei eine unermüdliche Intensität. Die feurig-coole Hymne „Tell Them Where To Go“ erlangte bereits vor zwei Jahren Popularität, auch da sie in einer Episode der Netflix-Serie „13 Reasons Why“ zu hören war und vom Guardian daraufhin als „an irresistible call to arms“ beschrieben wurde.

Apropos „Ruf zu den Waffen“: Während des gesamten Albums wird rechtschaffener Zorn mit Verwirrung und Selbstzensur gespickt. Songs wie „Self-Made Man“, „Anger’s Not Enough“ oder der sich langsam entfaltende Opener „Hope“ untersuchen den Berührungspunkt zwischen Aktivismus und Fatalismus, Aufschwung und Aussichtslosigkeit, entscheiden sich jedoch letztlich für die Hoffnung. Dabei halten Cable Ties während der gesamten knappen Dreiviertelstunde die Waage zwischen Kampf und Spannungsbogen – gar nicht mal so selbstverständlich, wenn die Band dreiminütige Punk-Brenner zu glühend-hypnotischen Feminismus-Hymnen, die im Geiste der Buzzcocks nicht selten an der Sieben-Minuten-Marke kratzen (auf dem 2017er Debüt waren’s sogar ab und an neun Minuten), ausdehnt. Dabei mischen Cable Ties rhythmisch pulsierenden, knorrigen Post Punk der Güteklasse The Fall oder Wire mit tightem Garage Rock. Jenny McKechnie bündelt ihre Probleme in Songs, die nicht selten tief nachhallen und oft zurückgehaltenen Gefühlen eine Stimme geben. Shauna Boyle und Nick Brown liefern den Rhythmus, der im Primitivismus der Stooges verankert scheint und den Grundstein für McKechnies Gitarren-Feuerwerke und Gesangseinlagen legt. Durch ihre Musik verwandeln die drei Band-Buddies ihre Ängste in Schlachtrufe, welche – ganz ähnlich wie anno dazumal Riot-Grrrl-Genre-Heldinnen wie die Slits oder Le Tigre – auch schonmal die Hörmuscheln strapazieren dürfen. Gut also, dass das Trio im Zweifel noch so knackige Indie-Hits wie den Riot-Grrrl-meets-Post-Punk-Brecher “Sandcastles” oder das wummernde “Tell Them Where To Go” in petto hat.

Und zum eingangs angeschnittenen Thema „Systemkritik ausleben“: Die Band setzt sich folgerichtig seit ihrer Gründung im Jahr 2015 für eine integrative feministische und politische Sichtweise ein und nutzt, wie bereits erwähnt, ihre Songs, um geschlechtsspezifische Gewalt, Kolonialismus und sexuelle Übergriffe zu thematisieren. Die Bandmitglieder veranstalten Benefizshows, DIY-Festivals, riefen unlängst zum Spenden für die Bekämpfung der australischen Buschbrände auf und engagieren sich ehrenamtlich bei Girls Rock!, einer Non-Profit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, weibliche, transsexuelle und non-binäre Jugendliche in der Musik zu stärken. 🤘

 

„Hope is a really important theme on the album. In the past, I thought I could change things. I thought I pointed out how messed up everything is, then people would see a clear path to fixing these problems. By the time I started writing this album, I had lost this hope. But it’s about the importance of getting hope back, even when you can see no logical reason to have it. Without hope, anger becomes despair or bitterness.“ (Jenny McKechnie)

 

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: The Howl & The Hum


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Im Jahr 2020 scheint es mehr Möglichkeiten als je zuvor zu geben, schnell – und quasi über Nacht – bekannt zu werden. Heutige Pop-Stars von Justin Bieber bis hin zu Billie Eilish werden via YouTube, Soundcloud oder Instagram geboren; Musiker können bestenfalls jegliche Landesgrenzen und Sprachbarrieren außer Acht lassen und ganze Anhängerschaften um sich scharen, ohne jemals eine Konzertbühne betreten oder je eine Note außerhalb ihres Schlafzimmers gespielt zu haben. Doch obwohl die Schönheit der Chancen zwischen all den Bits and Bytes digital strahlen mag, geht ihnen dabei doch der romantische Charme davon ab, seine Jugend damit zu verbringen, sich unter Gleichgesinnten juvenilen Seelen die Kehlen heiser zu singen und die Finger wund zu spielen…

Davon weiß auch Sam Griffiths das ein oder andere Liedchen zu singen. Der junge Engländer, der optisch im ersten Moment wie eine Art bleicher Hipster-Nerd wirken mag, jedoch zweifelsohne mit einer mächtigen Stimme, deren Pathos etliche (Jung)Frauenherzen zum Schmelzen bringen kann, gesegnet ist, verbrachte Jahre in der künstlerisch umtriebigen Open-Mic-Szene von York, und entdeckte, dass es genau Erfahrungen wie diese sind, die einen wirklich formen. Nach seinem Umzug in die Stadt im Norden Englands entwickelte Griffiths eine Faszination für die „Open Mic & Poetry Nights“, welche Künstler mit ausgeprägter romantisch-popkultureller Ader wohl am ehesten mit einer seltsamen Version von Bob Dylans Greenwich Village in den Sechzigerjahren (nur eben verlagert nach Yorkshire) vergleichen würden. Und während  dieser Open-Mic-Nights traf Sam Griffiths Bassist Bradley Blackwell, Schlagzeuger Jack Williams und Gitarrist Conor Hirons. The Howl & The Hum waren geboren.

unnamedAlle vier hatten schon vorher reichlich Erfahrungen in lokalen Bands gesammelt, sich in Bars, Pubs und Jugendzentren die Finger blutig gespielt – und wohl auch die Allerwertesten während vieler Meilen in klapprigen Vans ausreichend wund gesessen. Kaum verwunderlich also, dass Griffiths, Blackwell, Williams und Hirons sehr genau wissen, was den Kern eines gut geschriebenen Songs ausmacht, und eine gesunde Sicht bezüglich des Platzes, den Gitarrenmusik in der heutigen Kultur einnimmt, besitzen. Ihre Inspirationen reichen über Genres hinweg von Leonard Cohen und Phoebe Bridgers bis hin zu Lizzo oder Kendrick Lamar, während sie aufgrund ihrer Songs (die Debüt-EP „Godmanchester Chinese Bridge erschien 2017) bereits mit Szene-Größen wie Massive Attack, Radiohead oder Alt-J verglichen wurden.

Dass der Erfolg auch in den heutigen digital-schnelllebigen Zeiten kaum ohne Unterstützung von außen möglich ist, weiß natürlich auch das Newcomer-Quartett. Umso besser, dass etwa BBC Radio 1-Moderator Huw Stephens, der die Band für seine Bühne beim letztjährigen SXSW auswählte und etwa die Single „Hall Of Fame“ in seiner Radio-Show vorstellte, schnell einen Narren an Griffiths und Co. gefressen hatte. Mittlerweile haben The Howl & The Hum, die im Studio eher ihre dunkle, elektronisch-poppig-verspielte Seite à la Alt-J ausleben, während auf Bühnenbrettern oftmals die weitaus faszinierendere Janusköpfigkeit zwischen melancholisch-reduzierter Introspektion und Indierock-meets-Postpunk-Ausbruch zum Vorschein kommt (und sie klanglich in die Nähe zu Bands wie Daughter rückt), einen Plattenvertrag unterschrieben, das Langspiel-Debüt „Human Contact“ ist für den 29. Mai angekündigt. Und wer sich via YouTube und Co. einmal durch das bislang veröffentlichte Material des englischen Newcomer-Vierers hört, dem wird schnell klar, dass dieses Album vielleicht, vielleicht eines der Highlights des Musikjahres werden könnte…

 

 

Einer der bislang schönsten Songs von The Howl & The Hum (über die es hier ein weiteres Porträt zu lesen gibt), der alle Qualitäten der UK-Senkrechtstarter in gerade einmal dreieinhalb Minuten auf den tönenden Punkt bringt, ist „Godmanchester Chinese Bridge„, seines Zeichens Titelstück der 2017er Debüt-EP. 

 

Kaum verwunderlich, dass das Stück auch in seiner Live-Session-Variante keineswegs an Glanz verliert (ohnehin scheint die Band, wie bereits erwähnt, gerade außerhalb des sterilen Studio-Ambientes noch einmal an Intensität zuzulegen)…

 

„Back when you weren’t successful
Back when you were interesting
Back when we were in the same boat
Making waves
Back in my head now
You’ve made yourself very hard to forget now
Do you remember that bridge in the midlands
They pulled apart, just to see how it stood?
But now you’re something big in the city
So cruel to say
But it’s such a pity
So cruel to say
But I hope you lose your way
Back when we were inseparable
Back when you were a reckless one
Back when we’d get lost to get lost
Do you remember that mess?
Now I return to Godmanchester
Back to the bridge
And I see it still standing there
I’m still that lost kid
Wrapping his head around forever
But now you’re something big in the city
So cruel to say
But its such a pity
So cruel to say
But I hope you lose your way
And if you’re lost, I will be waiting
And if you’re lost, I will be waiting
And if you’re lost, I will be waiting
And if you’re lost, I will be waiting
Waiting on Godmanchester Chinese Bridge…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Die Arbeit – „Könige im Nichts“


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Ein zackiger, Breakbeat-artiger Unterbau, dazu flirrende, verhallte Gitarren, ein pulsierender Basslauf und eindringlicher, deutschsprachiger Sprechgesang der Güteklasse Dirk von Lowtzow – Die Arbeit haben all diese Elemente einer guten New-Wave-/Post-Punk-Platte in ihrem Song „Könige im Nichts“ vereint. Fans von Die Nerven, Karies oder Messer oder vergleichbaren internationalen Acts wie Preoccupations, Moaning oder den frühen (!) Editors dürften jedenfalls Gefallen an der 2018 gegründeten Dresdner Band finden.

Sich selbst ordnen Maik Wieden, Uwe Hauptvogel, Benjamin Rottluff und Marius Jurtz irgendwo zwischen „Diskurspop“ und „Postpunk“ ein. Oder eben etwas ausführlicher auf Facebook:

„Reduzierte Gitarren, Beats auf den Punkt, deutscher Text aus Poesie und Propaganda fügt sich ohne großes Brimborium zusammen zu einer erfreulichen Monotonie a la ‚Deutsch Amerikanische Freundschaft‘, ‚Joy Divison‘ und ‚Tocotronic‘. Ein oszillierendes Erweckungserlebnis irgendwo zwischen Aufbauen und Abreißen.“

Dem durchaus ansprechenden Vorab-Track des am 21. Februar via Undressed Records erscheinenden Debütalbums „Material“ haben Die Arbeit kürzlich auch ein Musikvideo spendiert, das einen angehenden Astronauten durch alte Industriehallen begleitet, bis er es zum Mond schafft – ansprechend und ästhetisch inszeniert zum treibenden Charakter der Musik.

 

 

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Rock and Roll.

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Song des Tages: City At Dark – „One By One“


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Die Schwarz-Weiß-Motivik in der Kunst mag einerseits als Ursprung von Vielem gelten, andererseits fasziniert sie Menschen auf der ganzen Welt schon seit eh und je – und so auch heute noch. Sei es in modernen Filmen wie „Sin City“ und dem unlängst angelaufenen „The Lighthouse“, in der Fotografie mit Künstlern wie Henri Cartier-Bresson und Ansel Adams – oder eben in der Musik. Mit City At Dark scharrt nun eine weitere Band, der sich derartige Motiviken zueigen macht, mit den Hufen…

R-14431522-1574409995-4369Das in Berlin ansässige Duo, bestehend aus der Wiener Künstlerin Laura Landergott (Ja, Panik) und dem aus Tel Aviv stammende Gitarristen Yair Karelia (Mystical Communication Service), das sich, als sie 2017 ihre erste EP „Hunt Like Lions“ veröffentlichten, noch RÁN nannte, präsentiert mit seinem selbstbetitelten Debütalbum ein atmosphärisches und stellenweise experimentelles Werk, welches von Laszivität und düsterem Art-Pop durchzogen ist. Bewusst träumerische und entschleunigt arrangierte Beats verstärken die Ästhetik, die das Artwork mit sich bringt. Produziert wurde „City At Dark“ von Dirk Feistel, der unter anderem bereits mit Black Rebel Motorcycle Club zusammenarbeitete.

Die zehn Songs, die ihre Inspiration aus dem mysteriösen und abgründigen Nachtleben Berlins beziehen, eint eine einnehmende Tiefe, die nicht nur sehr artsy-fartsy künstlerisch daher kommt, sondern mit seinen Versatzstücken aus Psychedelic, Indie, Dark Wave und ein wenig Post Punk auch irgendwie einzigartig tönt. City At Dark sind ein weiteres Beispiel dafür, wie faszinierend und anziehend die nächtliche urbane Düsterkeit sein kann. Sinnlicher Pop-Noir mit konsequenter Schwarz-Weiß-Ästhetik, der aus treibenden Beats, pochenden Bässen und knarzenden Gitarren einen sogartigen Klangteppich bildet, auf dem sich der (im besten Sinne) einlullende Gesang von Laura Landergott ausbreitet – stellenweise lässt einen diese sinistre Melange an sinnverwandte Bands wie The Kills oder July Talk denken. Und wenn dann noch, wie im tollen „One By One“, eine sympathisch offenkundige Foo-Fighters-Hommage dazukommt, hört man gern etwas näher hin…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Cultdreams – „We Never Rest“


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Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Seafoam“ vor zwei Jahren hat sich im Leben von Lucinda Livingstone und Conor Dawson einiges getan. Allem voran, dass die gemeinsame Band nun nicht mehr Kamikaze Girls, sondern Cultdreams heißt. Aber auch die politisch wie gesellschaftlich schwierige Situation in ihrer englischen Heimat bewog sie dazu, mit dem im August erschienenen Nachfolge-Langspieler „Things That Hurt“ neue Wege zu gehen.

a2840046055_16Ihre DIY-Harcore- und Postpunk-Wurzeln im hallverhangenem Unterholz Brightons sind unüberhörbar – auch wenn Conor Dawson mittlerweile in Belgien lebt. Visuell gehen die singende Gitarristin und der Schlagzeuger diesen Weg mit Martyna Wisniewska, die unter anderem im Musikvideo zur Underdog-Hymne „We Never Rest“ die Atmosphäre zum Ausdruck bringt. Zur gesanglichen Verstärkung holten sich Cultdreams für den Song Katie Dvorak und David F. Bello (The World is a Beautiful Place & I Am No Longer Afraid to Die) an Bord. Apropos Underdog: schon mit dem sehr intim-introvertierten Album-Opener „Born An Underdog, Still Living One“ und seinem wunderschönen emotionalen Spannungsbogen ist die Stoßrichtung der Platte sofort vorgegeben. „Things That Hurt“ ist ein Album für und über all jene gesellschaftlichen Gruppen, die heute beinahe täglich als Primärziele alter weißer Populisten herhalten müssen. Die zweite Auskopplung „Not My Generation“ bringt all die angestaute Wut über so viele Missstände lautstark auf den Punkt:

„Put myself into the light
Become an advocate for one thing
Get ignored for all the rest
After years of aggravation
In a scene where women are shamed
Victims are blamed
And older white men reign over minorities
Whilst we’re all made their property
We see men ignore misogyny
As if it’s not their problem to act upon their sisters
When they get touched inappropriately
Everyone ignores me unless I’m on a stage talking
Because they put me on a pedestal
And pretend I’m just performing“

Seien es LGBTQ, psychisch kranke Menschen – Sängerin Lucinda Livingstone schreibt aus eigener Erfahrung – oder die Unterdrückten des „Besser! Effizienter! Mehr!“-Konsumdrucks, Cultdreams erzählt persönliche Geschichten als Stimme für alle, die in der Masse der Gesellschaft oft als anders oder schwach gelten. Im Fahrtwind ganz ähnlicher Bands wie Petrol Girls oder Apologies I Have None ist „Things That Hurt“ mit seiner bewusst rohen Produktion, unter der sich allerhand schroffe Liedperlen verstecken, eine mahnende, unbequeme „Political Uncorrectness“-Plakette für die Indie-Kultur. Nur geben sich Cultdreams dabei eben nicht mehr martialisch, wie es ihr früherer Bandname suggerierte, sondern reflektieren öffentliche Entwicklungen mehr im Inneren – und schenken der Musikszene so zehn neue widerhakende Hymnen für ein starkes Streben nach Selbständigkeit und Autonomie. Venceremos.

 

 

„Take my meds on time, don’t smoke too many cigarettes
Dress appropriately for the binary I’m meant to have
Get a job, behind a desk, pay my dues and be oppressed
Be forgiven, be forgotten, burn it out until the end
We never rest

Just don’t worry
Keep on going (We never rest)
Everything is fine

I’ll line up with all the rest
Pretend it’s the best I’ve ever had
Say yes to love outside closed doors ‚cause it doesn’t have to be suppressed
We are the means and you are the end
We are the ones with better sense
Be forgiven, be forgotten, burn it out and make amends
We never rest

Just don’t worry
Keep on going (We never rest)
Everything is fine
(We never rest)
Just don’t worry
Keep on going (We never rest)
Everything is fine“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Church Girls – „Close To Me“


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Foto: Neil McCarty Photography

Church Girls, eine dreiköpfige Indierock-/Postpunk-Band aus dem US-amerikanischen Philadelphia, PA, hat sich den The-Cure-Evergreen „Close To Me“ vorgenommen. Und obwohl sich Mariel Beaumont (Gesang, Gitarre), Joseph Wright (Gitarre, Bass) und Michael Liska (Schlagzeug) stilistisch gar nicht mal soooo weit weg von der Robert-Smith’schen Dunkelpop-Komposition, welche im Original vom 1985 erschienenen Album „The Head On The Door“ stammt, bewegen, fügt das Trio, welches erst im September mit der „Home EP“ neue Songs in die Musikwelt entließ, dem Ganzen die ein oder andere schmissig-interessante Get-Up-Kids-Nuance hinzu… Gefällt.

 

Die Coverversion gibts via YouTube…

 

…oder Soundcloud im Stream:

 

Rock and Roll.

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