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Moment! Aufnahme.


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Foto: via Twitter

 

Donald Trump mag einer der ganz wenigen Personen auf diesem Erdball sein, die es verdient haben, dass man sie aus vollem Herzen und aus tausenden von Gründen verachtet, und ihnen eine fiese Geschlechtskrankheit an die potentiell mickrigen Fortpflanzungsorgane wünscht (oder gar Schlimmeres). Und seine Frau Melania mag entweder tatsächlich so einfach gestrickt sein, wie manch einer es ihr tagein, tagaus nachsagt – oder schlicht schlecht beraten. In jedem Fall war ihre medienwirksame 39-Dollar-Parka-Aktion vor wenigen Tagen vor allem zweierlei: fernab von witzig oder gewieft und grundsätzlich verdammt Panne. Machste nix.

Umso schöner, dass wieder einmal Bands wie Pearl Jam Gesicht und Flagge zeigen. Oder in diesem Fall der Anhang von Frontmann Eddie Vedder, bei einem kürzlichen Konzert der Band in Mailand. Lieblingsmenschen par excellence. Machste ebenfalls nix.

Mehr Informationen zu obigem Bild gibt es hier (auf Deutsch) sowie hier (auf Englisch).

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Adam Angst – „Alexa“


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Adam Angst, anno 2015 mit ihrem selbstbetiteltem Debütwerk Lieferanten von ANEWFRIENDs „Album des Jahres„, sind – endlich, endlich! – zurück: Mit der drückenden neuen Single „Alexa“ kündigt die fünfköpfige Punkrock-Band um Frontmann Felix Schönfuss (of Escapado and Frau Potz fame) ihr überfälliges zweites Album „Neintology“ an.

Damit ist zumindest auch eines klar: Es ist das erste Mal, dass Schönfuss ein zweites Album für die gleiche Band geschrieben hat. Seinen Vorgängerbands Frau Potz und Escapado hielt der um kaum eine markige Textzeile verlegene Lauthals lediglich für eine gemeinsame Platte die Mikrofonstange…

906ea675-AA2Im wuchtigen Vorboten „Alexa“, benannt nach dem Voice Service eines megalomanischen Internetversandhauses, stellt der Sänger und Hauptsongschreiber von Adam Angst  sowohl sich selbst, jedoch vor allem dem Hörer die berechtigte Frage: Smart Home, Smart Devices, Smart People? Zum Musikvideo, entstanden in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, sagt die Band: „Die Geschichte von ‚Alexa‘ spielt in einer nahen Zukunft, in der das Prinzip ‚Bequemlichkeit durch Technik‘ ein neues Ausmaß erreicht hat. Neuartige Devices interagieren mit uns, nehmen uns jegliche Aufgaben ab und sind aus keinem Haushalt mehr wegzudenken. Doch in dieser Geschichte werden wir vom eigenen Fortschritt überholt: Die Computer entwickeln ein Eigenleben, vernetzen sich unerreichbar und beginnen zunächst, ihre Schöpfer mithilfe der gesammelten Daten psychologisch gegeneinander auszuspielen. Schließlich übernimmt ‚Alexa‘ auch die Kontrolle über die weltweite Energieversorgung sowie über elektronisch gesteuerte Militärwaffen.“ – Quasi einer der Hauptgedanken von „Fight Club“, übertragen in den gewohnt rotzigen (und lediglich an der Oberfläche amüsanten) Deutschpunk von Adam Angst. Da weiß man sofort, was man in der deutschsprachigen Musikszene in den letzten drei Jahren so oft vermisst hat…

Neintology“ erscheint am 28. September 2018 bei den Herr- und Damenschaften vom feinen Grand Hotel van Cleef und wurde von Beau Burchell gemischt (u.a. The Bronx, Moose Blood). Freude? Geht längst steil…

 

 

Rock and Roll.

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Gleichberechtigung vs. Gerechtigkeit – und die Macht des Bildes


Im Internet nichts Neues. Bilder haben noch immer die beinahe uneingeschränkte Macht, ihre Betrachter zu sensibilisieren, zu emotionalisieren – und so das Meinungsbild des Betrachtenden geschickt in die eine oder andere Richtung lenken zu können. Ein kleiner, fieser Enkeltrick, den Machthaber, Politiker, religiöse Führer, die „ach so bösen Medien“ (eure „Lügenkresse“ könnt ihr denn mal schön selbst mampfen) oder neuerdings auch diese selbstberufenen „Influencer“ seit eh und je anwenden, um dir ihre Meinung zu bilden…

Ich möchte das Thema auch keineswegs weitschweifend ausbauen, sondern euch das Ganze einfach einmal anhand eines Beispiels versinnbildlichen.

Man nehme folgende Illustration, gegen deren Kernaussage – Was zur Hölle bedeuten denn Begrifflichkeiten wie „Gleichberechtigung“ oder „Gerechtigkeit“ und wie schaut’s denn in der „Realität“ aus? – kaum etwas zu sagen ist. Und trotzdem kann man auch hier Meinung gewieft bilden. Etwa anhand von – zugegebenermaßen ausbaufähigen -Photoshop-Fähigkeiten, die die „Realität“ alsdann mit „Der Reiche baut sich einen gemütlichen Stuhl und sagt der Mittelklasse, sie solle sich um die Ärmeren kümmern“ beschreibt.

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(via)

Joa, kann man so machen.

Wer jedoch die Google-Bildersuche für nur ein, zwei mehr Freizeitminuten bemüht, der stößt schnell aufs Originalbild.

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(via)

Dessen Illustration der „Realität“ kommt zwar – auch ohne dogmatisch festgezimmerten Untertext – beinahe aufs selbe Urteil, lässt dem Ganzen mit dem vierten Bild der „Liberation“ („Befreiung“), in der der Zaun fallen und allen eine faire Chance zuteil werden darf, noch einen positiven Schluss folgen…

Was will uns der pappnasige Autor also sagen? Im Grunde nur, dass man nicht jedem Bild, jedem Foto und jedem fix zusammen geschusterten Facebook- oder Twitter-Post ad hoc seinen vollsten Glauben schenken sollte. Lieber noch einmal Googlen, sich parallel informieren, hinterfragen. Nicht mit rotäugig-starrer Paranoia, jedoch mit gesundem Menschenverstand. Denn gut informiert lebt sich’s gleich viel leichter…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Enno Bunger – „Wo bleiben die Beschwerden?“ (live am Klavier)


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Fremdenhass, brennende Flüchtlingsheime und mal offen gelebter, mal latent schwelender Rassismus – eigentlich keine allzu typischen Themen für deutsche Pop- oder Rock-Songs. Well… Eigentlich. Nebst Bands wie den Ärzten, den Toten Hosen, Adam Angst oder den Donots hat auch Enno Bunger 2015 einen Song über Fremdenfeindlichkeit geschrieben, welcher verdammt nochmal gehört gehört…

In dem Stück „Wo bleiben die Beschwerden?“ fragt der Hamburger Liedermacher, ob „unser Mitgefühl etwa in einem Flüchtlingsheim verbrannt“ ist und sendet eine klare Botschaft: „Es gibt nur einen Weg: Widerlegen, widersetzen, widerstehen“.

51DC9rdhBFL._SY355_Der Musiker, 1986 im ostfriesischen Leer geboren, veröffentlichte 2015 sein aktuelles Album „Flüssiges Glück“, welches dem drei Jahre zurück erschienenen (und noch immer tollen) Trennungswerk „Wir sind vorbei“ nachfolgte, und sendete vor allem mit ebenjenem Song ein starkes musikalisches, jedoch auch bewusst politisches Statement. „Wer etwas verändern will, muss bei sich selbst anfangen“, schrieb Bunger auf seiner Facebook-Seite zu dem Stück und dem dazugehörigen Musikvideo. Musikalisch ist der Titel – wie der ein oder andere Song des dritten Albums auch – stark von elektronischen Klängen geprägt. Textlich setzt er sich mit Themen wie PEGIDA, dem NSU-Prozess, Oury Jalloh, mit Fällen rechter und rassistischer Gewalt in Deutschland oder der gezielten bundesdeutschen Verblödung auseinander. Harter Stoff für seine ruhige und poppige Indiemusik, die in Bungers Fall allerdings schon immer nachdenklich und mit vielen melancholischen Untertönen versehen war. Warum er das macht? Weil Deutschland in seinen Augen ein Rassismusproblem hat. An dem traurigen Fakt, dass Dummheit keinerlei Verfallsdatum besitzt, hat sich seit 1993, als Die Ärzte mit „Schrei nach Liebe“ einen lautstarken „Arschloch!“-Aufschrei durch das damals erst unlängst wiedervereinte Deutschland hallen ließen, auch heute herzlich wenig geändert. Bunger selbst habe nie gedacht, dass er einmal so politisch werde, aber er konnte einfach nicht anders. „Obwohl ich kein Hemdenträger bin, ist mir der Kragen geplatzt“, so der heute 31-Jährige. Also prangert er in „Wo bleiben die Beschwerden?“ deutlich das passives Verhalten und die Ignoranz im Zusammenhang mit Fremdenfeindlichkeit an. Im Refrain heißt es: „Wo bleiben die Beschwerden? Warum lassen wir das zu? Wir können was dafür, wenn wir nichts dagegen tun.“

Und Enno Bunger ging mit gutem Bespiel voran: Die Einnahmen aus diesem Song spendet(e) er an die Organisationen „Amadeu Antonio Stiftung“ und „Pro Asyl„. Zur Nachahmung empfohlen, Denken strengstens erlaubt…

 

 

Noch eindringlicher als die Albumversion gerät die Piano-Variante des Stücks, welche 2016 Teil der (digital veröffentlichten) Akustik-EP „Herzen auf links“ war:

 

„Feuerwerksraketen, Steine, Splitter, Fensterglas
Drinnen hat man Todesangst, draußen hat man Spaß
Schieben alle Schuld auf die, die sowieso schon nichts mehr haben
Außer den Bildern aus der Hölle und den nie heilenden Narben
Oury Jalloh war ein Zauberer – laut Polizeibericht
Vollführte im Verborgenen sein größtes Meisterstück
Hat mit Händen und mit Füßen, fixiert an Grund und Wand
Sich auf feuerfester Matte in Schutzhaft selbst verbrannt
Wie man von Einzelfällen sprechen kann? Ich werd‘ es nie verstehen
Es gibt Menschen, die das wollen, die das alles gerne sehen
Tief in ihren Herzen heben sie die rechte Hand
Zünden Krisenherde, hoffen auf den Flächenbrand

Wo bleiben die Beschwerden? Warum lassen wir das zu?
Wir können was dafür, wenn wir nichts dagegen tun
Wo bleiben die Beschwerden? Wo führt das alles hin?
Warum tun wir so, als wären wir blind?
Wir schweigen ins Verderben, wenn wir tun, als ob nichts wär‘
Wir können was dafür, wenn wir uns nicht dagegen wehren
Wo bleiben die Beschwerden? Es gibt nur einen Weg:
Widerlegen, widersetzen, widerstehen

Die Tochter eine Gauners, eines Hehlers, eines Dealers
Sie konnte es kaum glauben – nach seinem Tod war sie so vieles
Doch nur weil er nicht von hier war, zahlte er mit seinem Leben
Hingerichtet mit neun Schüssen, nur einer ging daneben
Staatsbeamte schreddern Akten, die Wahrheit schön verborgen
So bitter der Geschmack, wenn man dann liest von ‚Dönermorden‘
Jedes Opfer wird entwürdigt, jeder Mord wird eine Farce
Wo man nicht sucht, will man nichts finden, bringt Familien um den Schlaf
Nur in Nebensätzen liest man dann vom großen Zeugensterben
Was sind hier jetzt Fakten und was haarsträubende Märchen?

Unter Druckerschwärze, Heuchelei und dreisten Falschaussagen
Wird die Würde unterdrückt, abgeschrieben und begraben

Wo bleiben die Beschwerden? Warum lassen wir das zu?
Wir können was dafür, wenn wir nichts dagegen tun
Wo bleiben die Beschwerden? Wo führt das alles hin?
Warum tun wir so, als wären wir blind?
Wir schweigen ins Verderben, wenn wir tun, als ob nichts wär‘
Wir können was dafür, wenn wir uns nicht dagegen wehren
Wo bleiben die Beschwerden? Es gibt nur einen Weg:
Widerlegen, widersetzen, widerstehen

Und irgendwo hinter der Glotze endet unser Tellerrand
Und wir richten ohne Glatze ähnlich großen Schaden an
Nein, es sind nicht die paar Nazis, es ist unsere Ignoranz
Lieber BILD, GNTM und Dschungelcamp am Bratwurststand
Als wär‘ es nicht in unserer Mitte, sondern nur am rechten Rand
Machen wir weiter unsere Witze über Gutmenschen im Land
Vergessene Geschichte wiederholt sich irgendwann
Ist unser Mitgefühl etwa in einem Flüchtlingsheim verbrannt?

Wo bleiben die Beschwerden? Warum lassen wir das zu?
Wir können was dafür, wenn wir nichts dagegen tun
Wo bleiben die Beschwerden? Wo führt das alles hin?
Warum tun wir so, als wären wir blind?
Wir schweigen ins Verderben, wenn wir tun, als ob nichts wär‘
Wir können was dafür, wenn wir uns nicht dagegen wehren
Wo bleiben die Beschwerden? Es gibt nur einen Weg:
Widerlegen, widersetzen, widerstehen…“

 

Rock and Roll.

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