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Morrissey 2019 – was man erwarten darf


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(gefunden bei Facebook)

 

Wer’s genau nimmt, für den würde diese kurze Beschreibung bereits ausreichen – mehr muss man im Grunde nicht (mehr) über Steven Patrick Morrissey, der kürzlich seinen 60. Erdengeburtstag beging, wissen (oder, als Mehr-oder-minder-Fan, verdammt am geistigen Gesundheitszustand von „Moz“ zweifeln). Der Mann ist einfach fernab jedes Spleens mindestens hochgradig unsympathisch – und das nicht erst seit gestern.

Seine Ex-Band The Smiths und Alben wie ebenjenes „The Queen Is Dead“ (mit millionenfach flanellweich durchlittenen Klassikern wie „Bigmouth Strikes Again“ oder „There Is A Light That Never Goes Out“) sind aber natürlich auch knapp 33 Lenze nach Veröffentlichung über jeden Weltschmerz-Zweifel erhaben…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Frittenbude – „Die Dunkelheit darf niemals siegen“ (feat. Jörkk Mechenbier)


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Foto: Facebook

Hat jemand eine Familienpackung handgerösteter Backpfeifen bestellt? Denn für eine Lieferung haben sich, schenkt man dem Frittenbude-Song „Die Dunkelheit darf niemals siegen“ Glauben, so Einige beworben. Etwa all die sexy Sexisten und swaggy-identitären Antisemiten, all die misogynen Vollidioten, all die privilegierten Bio-Company-Wichser, all die Höhlenkacker auf La Gomera, all die weißen Zahnärzte mit St.-Pauli-Hoodies, all vermeintlich trendsettenden Red-Bull-Trinker und AfD-Wähler, alle, die irgendwas mit Medien machen, aber nichts mehr dagegen, selbst die seit eh und je begabungslose Charlotte Roche…

Eigentlich bewegt mich ja kaum etwas schneller dazu, einen fixen Skip zum nächsten Künstler zu machen, als der Electropop der drei Wahl-Berliner von Frittenbude, die den Indie-Punker zwar noch im gebürtig bajuwarischen Herzen tragen mögen, den Popper-Schalk aber meist sehr nach ähnlich nervtötenden Bands wie den „Remmidemmi“-Deichkindern lugen lassen. Nee, nicht meins – normalerweise. Wäre da nicht das Refrain-Feature von Jörkk Mechenbier. Denn wer bitteschön könnte einem gepflegt-distinguierte Misanthropie musikalisch besser verkaufen als der Love-A-Frontkeifer? Eben, da gibt’s nicht viele:

„Schau meiner Toleranz weiter beim Verbluten zu
Und sie blutet, sie blutet, sie blutet
Mache auf Kopf kaputt, ihr macht auf weiter so
Einfach weiter so, einfach weiter so
Wenn alles dunkel wird
Steigt niemals ohne Axt ins Boot
Niemals ohne, niemals ohne
Weil Rudern gar nichts bringt
Wenn die Idioten kommen
Die Idioten!

Die Dunkelheit darf niemals siegen!
Da die die schweigen, immer schwiegen
Die Dunkelheit darf niemals siegen!
Erst nach dem Krieg kommt wieder Frieden!
Die Dunkelheit darf niemals siegen!
Bis man beginnt den Hass zu lieben
Die Dunkelheit darf niemals siegen!
Doch nach dem Krieg kommt wieder Krieg“

Und obwohl Vieles an „Die Dunkelheit darf niemals siegen“ (wer Inspirationen bei Tocotronic sieht, darf sie gern behalten) ebenso plakativ sein mag, wie all die scheinheiligen Idioten, die sich das bereits im vergangenen Oktober veröffentlichte Stück vom neuen Frittenbude-Album „Rote Sonne“ da zur Punk-by-heart-Brust nimmt, so ist der Zorn, der sich bewusst mit in die bunte Keilerei mit einmischt, umso echter. Aus Gründen.

Frittenbude liefern dazu – wie so oft mit geschmeidigen Loops und medium hart böllernden Beats im Hipster-Gepäck – ihren Teil des Soundtracks zur heraufdämmernden Katastrophe, zum Tanz auf dem Vulkan – ein fein gezüngelter Zeitgeist-Kommentar, zu dem einmal mehr vor allem die getroffenen Hunde bellen werden…

 

 

Apropos Jörkk Mechenbier: Der umtriebige Hamburger Musiker hat mit Love A nicht nur eine der besten und wortgewandtesten Punk-Kapellen der Bundesrepublik am Start, sondern mit den kürzlich hier vorgestellten Trixsi eine neue Band sowie mit – wann zur Hölle schläft der Mann denn mal? – freilich Schreng Schreng & La La auch noch sein Akustik-Punk-Duo, welches am 29. März seine neue EP „Alles muss brennen“ veröffentlichen wird. Mit „Mit dem Rücken zur Nacht“ lässt sich hier bereits ein erster Song hören. Und der fällt – gerade für einen notorischen Keifer wie Jörkk Mechenbier – überraschen besinnlich aus…

 

Rock and Roll.

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Klassiker des Tages: Jarvis Cocker – „Running The World“


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Es gibt ja gerade im Zuge von „Cool Britannia“ (Sie wissen schon, in den Neunzigern, als alle Welt neidisch und mit dicken Backen auf Großbritannien mit seinem ach so feschem Premierminister Tony Blair und seiner nie zu versiegen scheinenden Welle cooler neuer Bands blickte) so einige Namen, die längst in der Versenkung verschwunden sind. Und der große Rest? Oasis sind längst im Bruderzwist aufgelöst. The Verve sind mehrfach an Richard Ashcrofts spleenigem Ego verzweifelt, ja: zerbrochen. Blur haben sich mittlerweile mit Ach und Krach wieder zusammen gerauft, deren Frontmann Damon Albarn macht jedoch lieber mit anderen kreativen Cash Cows wie den Gorillaz oder The Good, The Bad & The Queen die Musikwelt unsicher. Und die Spice Girls… ach, lassen wir das – die Neunziger, ihnen (und uns!) sei’s vergeben.

Auch Pulp sind, bis auf ein kurzes Intermezzo zwischen 2011 und 2013, längst Britpop-Musikgeschichte. Und auch die Songs der Band aus dem englischen Sheffield haben zwar ein klein wenig musikhistorische Patina angesetzt, dürfen jedoch gut und gern auch heute noch als durchaus moderne Klassiker gelten (nicht, dass das auf das ein oder andere Stück von Oasis, The Verve oder Blur nicht auch gelten würde). Ich meine: „Disco 2000„! „Common People„! „Help The Aged„! „This Is Hardcore„! „Bad Cover Version„! (Wer’s nicht glauben mag, dem sei die zur Band-Ruhigstellung 2002 veröffentlichte Best Of „Hits“ ans Hörerherz gelegt, die eben genau das in betörender Zahl enthält.)

51vroux6ffl._sy355_All das wäre jedoch kaum möglich gewesen ohne Jarvis Cocker, seines Zeichens Herz, Hirn und charismatisches Brillengesicht hinter Pulp. Schon in den Neunzigern mutete er wie der spleenige Onkel an, der sich irgendwo durch den Familienstammbaum gemogelt zu haben schien, nun bei jeder noch so kleinen Familienfeier auftaucht, irgendwann abends verlässlich die sittsame Partygesellschaft mit hinlänglich schmutzigen Fäustchenlachern sprengt – und dann kaum zum Gehen zu bewegen ist. Irgendwie creepy, irgendwie sophisticated – und doch, und wenn auch nur in einem weit entfernten Paralleluniversum: cool. Dass ebenjener Jarvis Cocker kurz nach der Pulp’schen Kreativpause mit „Jarvis“ (2006) und „Further Complications“ (2009, arschcool von Steve Albini produziert) zwei durchaus tolle Solo-Alben veröffentlichte (und erst 2017 mit einem gemeinsamen Werk mit Kammerpop-Pianist Chilly Gonzales wieder von sich hören ließ), gerät meines Erachtens viel zu oft in Vergessenheit, beweist Cocker doch vor allem mit „Running The World“, der ersten Single von „Jarvis“, die dann – Hoho, der spleenige Onkel hat’s wieder getan! – auf dem dazugehörigen Album als Hidden Track versteckt wurde, dass manche seiner Botschaften auch über zwölf Jahre später nichts an Aktualität eingebüsst haben: „Cunts are still running the world…“

 

Den Song gibt’s hier im passenden fan-made Musikvideo…

 

…sowie als offizielles Lyric Video:

 

Rock and Roll.

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Ein twitteraktueller Cartoon von Sarah Burrini…


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(gefunden bei Twitter / Sarah Burrini)

 

Klar, etwas plump, und – ob nun provokativ bewusst oder nicht – mit etwas Einseitigkeit an Bord. Wer ergänzen mag: Antidemokraten raus. Extremisten raus. Fanatiker raus. Gegen Hass, gegen Spaltung – und für ein Mehr an konstruktivem Dialog… ♥️

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Patton Peter Oswalt, *1969, US-amerikanischer Komiker und Schauspieler)

 

Rock and Roll.

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