Schlagwort-Archive: Politik

Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

Weil Menschen sich zwar andere Masken aufsetzen können, jedoch scheinbar nie ändern werden. Weil der ebenso tragische wie sinnlose Tod von George Floyd beileibe nicht der erste seiner Art, und wohl leider auch nicht der letzte sein wird – aller noch so optimistischen Hoffnung zum Trotz. Homo homini lupus est.

Und falls einer von euch ach so auf- und abgeklärten Westeuropäern vorschnell Reden über Weißkutten und lodernde Kreuze tragende, Trump wählende, minderbemittelte US-Rednecks schwingen mag, so möchte ich nur an den kaum weniger traurigen Fall von Oury Jalloh hierzulande erinnern (um nur ein Beispiel zu nennen). Und wem das noch immer nicht reicht, der darf sich gern ein paar vor Hass und Beschränktheit nur so triefende Polit-Sabbeleien von Individuen wie Gauland, Von Storch, Seidel oder dem Anti-Alternative-Vorzeige-Faschisten Höcke antun… Wohl bekomm’s, wohl bleibe es im Halse stecken.

 

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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Martin Luther King Jr., 1929-1968, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages #2: Dott – „Like A Girl“


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Im Mai 2018 sprach sich das irische Volk per Referendum für eine Legalisierung der Abtreibung aus – ein großartiger Schritt in die richtige Richtung, der wohl auch längst überfällig war. Nur wenige Wochen später, im Juni, veröffentlichten Dott ihr zweites Album „Heart Swell“. Was das eine mit dem anderen verbindet? Nun, wohl nicht ganz zufällig handelt ein Großteil der Stücke darauf von Selbstbestimmung, von Emanzipation und Toleranz…

a2789084416_16Auch musikalisch macht der Nachfolger zum 2013er Debütwerk „Swoon“ seinem Namen alle Ehre: Von Anfang bis Ende bringt er die Herzchen aller Garage-Pop-Freunde zum Hüpfen, zum Jubilieren. Von Brooklyn Vegan als „Indie-Rock der frühen Sechziger und frühen Neunzigerjahre“ beschrieben, durchweht das zwölf Songs starke Album der Band aus dem irischen Galway ein schillernder Hauch von Optimismus und Adrenalin.

Die herrlich fröhlich drauflos rockende Single „Bleached Blonde“ eröffnet die Platte, und ist gleich der (erste) perfekte Soundtrack für alle Riot Grrrls, die auf Sonne, Surfen und Imbrunst-Mitsing-Refrains stehen. Wer schon einmal versucht hat, auf einem Bügelbrett (wer das Video gesehen hat, der wird’s verstehen) oder in einem Surf-Camp surfen zu lernen, wird den von Sängerin und Gitarristin Anna besungenen K(r)ampf beim Wellenreiten verstehen.

Politischer Aktivismus und Garage-Pop prallen denn beim zweiten Song „Like A Girl“ ausgesprochen hymnisch aufeinander. Das Indie-Quartett veröffentlichte das Stück zwar bereits vor der Abstimmung in Irland zur Aufhebung des 8. Zusatzartikels am 25. Mai, aber mit dem Wissen, dass die Mehrheit der irischen Bevölkerung mit „Yes!“ stimmte, erklingt der Dreiminüter mit noch größerer Intensität. Der Song selbst kann mit einem Gastauftritt von Sadie Dupuis (Speedy Ortiz) an der Gitarre aufwarten, das dazugehörige Musikvideo beweist durch Auftritte von Mitgliedern von Galway Pro Choice, Galway Parents for Choice und Galway Roller Derby ordentlich Frauenpower.

a1505770910_16„Not Sorry“ liefert ausreichend carefree-Potential fernab aller Entschuldigungen und Ausreden, während die unruhig-flotten Basslinien und Gitarrenriffs von „Floating Arrows“ für allerhand zuckende Tanzschuhe und hüpfende Köpfe sorgen. „Swim“ malt musikalische Bilder des Sich-Verlierens am Meer, und Annas klarer Gesang strahlt so hell wie die warme Sonne, die sie hier besingt. Das titelgebende „Heart Swell“ ist eine wunderbare Ode an die Liebe, ein Klang gewordenes Kopfrauschen, das Hörerherzen mit Genugtuung zu erfüllen vermag. Besser noch: Das Stück fließt perfekt in das sanft tönende „Self-Help“ hinüber, das vor Sensibilität nur so schimmert. „I try to live my life without forgetting anyone“, singt Anna, und wenn sie weiterhin Lieder wie dieses schreibt, dürfte wenig Gefahr bestehen, dass Dott dieses Schicksal (des Vergessens) ereilt. „How Do I Feel?“ ist darauf ein weiterer freudiger Blumenstrauß voll schwungvoller Gitarren und feel-good lyrics, bevor der geneigte Hörer dazu angehalten wird, sich gegen jene „Doppelmoral“ zu stellen, der Frauen bei „You Don’t Have To“ (zu) oft ausgesetzt sind. Die Zeitrechnung der Unabhängigkeit wird auf „18“ ausgerufen, das fast schon mühelos in den vorletzten Song „Do Ya?“ übergeht. Das wunderschöne „Wedding Song„, in welchem es um gleichgeschlechtliche Ehen geht, schließt die Platte mit romantischen, versöhnlichen Tönen ab. Hoffnung schwingt ebenso das Pendel wie ein wenig Melancholie – vielleicht, weil auch Anna insgeheim daran zweifelt, dass dieses Thema aus den Diskussionen verschwinden und endlich zur Normalität wird? Denn fernab aller traditionellen Rollenmodelle, aller grauen Denkweisen und Erwartungen, sollte das Einzige, was wirklich zählt, wenn zwei Menschen erwägen, den Rest ihres Lebens miteinander zu verbringen, doch sein: die Liebe. Wussten schon John, Paul, George und Ringo.

Alles in allem ist Anna, Laura, Evan und Donal mit „Heart Swell“ ein gekonnt zwischen Garage-Pop, Pop-Punk, fuzzy Grunge oder Lo-Fi Dream-Pop wechselndes, durchaus melodienseliges Sonnenscheinchen-Album gelungen, auf dem US-Nineties-Alternative Rock á la Throwing Muses oder Veruca Salt ebenso anklingt wie Referenzen an Bands wie Bully, Broadcast oder The Breeders. Maritime Motive dienen als Inspirationsquelle, während Dott ihr Herz in diesen Songs über Schmerz, Stolz, Akzeptanz und die persönlichen Auswirkungen von politischen Entscheidungen freimütig auf der Zunge spazieren führen. Wer also noch auf der Suche nach einem Soundtrack für die diesjährigen Sommermonate ist, der sollte hier durchaus ein, zwei Öhrchen riskieren…

 

 

„Dumb shrug, sick grin
You’re born into this world as a boy or a thing
‚Calm down, joking.‘
Have you ever been asked why you’re not smiling?

Bet they thought they were really in luck
What they didn’t expect when push came to shove
No fuss, not afraid to play rough
Gotta ask yourself if you’re strong enough
Like a girl

Your choice, stay mean
Are you looking for a pass or a life less ordinary?
Make noise. Yaas kween.
No ifs, no buts, no guts, no glory

Bet they thought they were really in luck
What they didn’t expect when push came to shove
No fuss, not afraid to play rough
Gotta ask yourself if you’re strong enough
Like a girl

Does it seem so hysterical?
Running straight up walls
Doesn’t seem so impossible 
Hurl yourself at the world
Like a girl“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Simon & Jan – „Lass es regnen“


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Foto: Promo / Michael J. Rüttger

Das Duo Simon & Jan, das sind Simon Eickhoff, Jahrgang 1980, und Jan Traphan, Jahrgang 1981, zwei Oldenburger, die sich 2001 zu Beginn ihres Musik-Lehramtsstudiums kennengelernt haben. Schnell merkten die beiden, dass sie sowohl im musikalischen wie auch humoristischen Sinne ganz ähnlich tickten, und begannen, in ihren auf Akustik-Gitarren vorgetragenen Songs sanfte, melodiöse Melodien mit oft recht zynischem Textgut über Persönliches, Politisches und Gesellschaftliches zu kombinieren. Anfangs traten Simon & Jan mit Götz Widmann und den Monsters of Liedermaching auf. Seit 2013 und ihrem ersten abendfüllenden, „Der letzte Schrei“ betitelten Programm tourt das Liedermacher-meets-Kabarett-Duo mit Akustik-Gitarren, Gesang und satirischen Texten solo und war seitdem bereits in so einigen bekannten Humor-TV-Shows wie bei Nightwash, im Quatsch Comedy Live Club oder in der Anstalt zu sehen.

Dass Eickhoff und Traphan die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland mit durchaus wachen Augen betrachten, bewiesen die beiden einmal mehr im vergangenen Jahr mit dem Stück „Hat sich nicht bewährt“, welches sie auf ihrer Homepage mit den knappen Worten „Die AfD – einfach erklärt“ präsentierten. Sowohl der Song als auch das dazugehörige Musikvideo stellen eine im Grunde einfache Frage: Warum wiederholen manche Deutsche immer wieder Verhaltensweisen, die sich mit ein bisschen historischem Wissen eigentlich verbieten würden? Vordergründig launig und locker dargebracht, im Kern aber zweifelsfrei sehr ernst zu nehmen.

 

In eine zeitgeistig ganz ähnliche Kerbe schlägt auch das neuste Stück „Lass es regnen“, in dem Simon & Jan die deutsche (in Kleinen) sowie industrienationale (im Großen) Haltung zum Thema Flüchtlingspolitik anprangern – zwar poetisch und balladesk, jedoch mit durchaus deutlichen Worten und ein wenig unguter Gänsehaut…

 

„Oh meine Kanzlerin, wie blass
Schwebt über dir noch dieser Satz:  ‚Wir schaffen das!‘
Wie die Mutter zu dem Kind, obwohl sie weiß, dass es nicht stimmt

Oh mein Minister, wie ich mich schäme
Sagt Migration sei die Mutter der Probleme
Wie kann man uns’rer Vielfalt nur so einfältig begegnen?

Herr, lass es regnen

Im Parlament ist der Gau schon längst gelandet
Bitter, wie Vernunft hier nur versandet
Wer lässt hier eigentlich nur Facharbeiter rein?

Die Dritte Welt presst ihr Gesicht an uns’re Scheibe
Menschen in Not suchen bei uns eine Bleibe
Jetzt fangen wir hier an, im Glashaus Fenster zu vernageln

Herr, lass es hageln

Oh mein Europa, Gott bewahre
Zählt man die Leichen an den Grenzen all die Jahre
Ein Massengrab – wer soll uns das denn noch verzeih’n?

Herr, lass es schnei’n“

 

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Rock and Roll.

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Song des Tages: Stanley Odd – „It’s All Gone To Fuck“


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Der Wahlerfolg von Boris Johnsons konservativen Tories bei den britischen Parlamentswahlen vor zwei Tagen mag kein allzu prächtiges Ergebnis für internationale Demokratie (und ganz sicher keines für die Verbesserung sozialen Verhältnisse im Vereinigten Königreich) sein. Oder wie „Spiegel“-Redakteur Jörg Schindler sehr treffend in (s)einem Kommentar schrieb: „Die eigentlichen Verlierer sind Anstand, Aufrichtigkeit und Integrität.“ Vermutlich hatte ein Großteil der Briten einfach genug vom nun schon jahrelangen Brexit-Chaos dies- wie jenseits des Ärmelkanals, und hat nun den populistischen Blondschopf, ehemaligen Bürgermeister von London sowie Außenminister im britischen Kabinett, der im Juli die reichlich glücklose Theresa May im Amt des Premierministers beerbte, mit einer fast schon beängstigend großen Machtfülle ausgestattet. Wieso sollten die politischen Aussichten auch anderswo rosiger aussehen als bei uns mit den rechtskonservativen Spaltungshasspredigern der AfD oder in den US of A, wo ein dummdreister Reality-Show-Geschäftsmann seit nunmehr fast drei Jahren vom Weißen Haus aus die Geschicke seines Landes bestimmt… Dark times ahead? Hellyeah!

Gut denkbar also, dass die Schotten die britische Parlamentswahl als erneuten Anreiz sehen werden, ein weiteres Referendum hin zur Unabhängigkeit von London und vom United Kingdom anzustreben – das letzte im Jahr 2014 fiel ja bereits recht knapp aus.

Damals, vor vier Jahren, gab es einige schottische Bands und Künstler, die sich im Zuge ebenjener Bevölkerungsabstimmung politisch stark machten (etwa bei Konzertreihen wie „A Night for Scotland“). Neben international erfolgreichen Indierock-Bands wie Franz Ferdinand oder Frightened Rabbit, den Glasgower Postrock-Paten Mogwai, der Folk-Ikone Eddi Reader oder der Schauspielerin und Comedian Elaine C Smith zählten dazu auch Stanley Odd.

418459115095-500Für das seit nunmehr zehn Jahren bestehende, vielköpfige Alternative-HipHop-Kollektiv mit Mitgliedern aus Schottland, Norwegen oder Deutschland zählen politisches Engagement und eine klare Meinungskante ebenso zu den einenden Grundpfeilern wie ihr musikalisches Konstrukt aus Live-Instrumenten, Beats, Gesang und den Rhymes von Frontmann Solareye (aka. Dave Hook) im breitesten Edinburghian Scot-Akzent. Wer also mit alledem kein (Verständnis)Problem habe sollte, dem sei etwa die tolle Gänsehautnummer „Son I Voted Yes„, anno 2014 auf dem bisher letzten, fünften Longplayer „A Thing Brand New“ erschienen, welches sich thematisch Schottlands jüngstem Unabhängigkeitsreferendum widmet, ans HipHop-affine Hörerherz gelegt. Oder eben, aus gegebenem aktuellen Anlass, das 2016, eine Woche, nachdem die Bevölkerung des UK für den Brexit stimmte, veröffentlichte „It’s All Gone To Fuck“. *micdrop*

 

“It is amazing to see the country at its most politicised and engaged in generations. The number of people inspired by the debate and the possibilities for positive change that an independent Scotland offers is something that should be celebrated. This referendum is a chance to look at new models and ask questions of how our political system operates; to address issues of poverty and social inequality; and to recognise the importance of public services like the Post Office and the NHS.“

(Dave „Solareye“ Hook zum schottischen 2014er Unabhängigkeitsreferendum)

 

 

Rock and Roll.

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