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Das musikalische Shuffle-Roulette…


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(gefunden bei Facebook)

 

Nichts für schwache Nerven: die musikalische Shuffle-Variante im Russisches-Roulette-Modus – jetzt auch als Spotify-Playlist. I want to play a game…

 

Rock and Roll.

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Mein Senf: Copy Kills Music. Oder: Lass mal, Horst.


© dpa

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Ein neuer Teil aus ANEWFRIENDs beliebter Reihe „Was Politiker privat hören“ (oder vielmehr: was der Parteiduktus davon übrig ließ):

Im Zuge der letztjährigen US-Präsidentschaftwahlen war hier ja bereits von den veröffentlichten – und somit auch konturlos angepassten – iPod-Playlists von Barack Obama oder seinem Amtsvorgänger George W. Bush die virtuelle Rede. Nun hat es sich CSU-Chefgrinser Horst Seehofer nicht nehmen lassen, es der einstigen US-Lichtgestalt gleich zu tun und ebenfalls einen Soundtrack zum bayrischen Wahljahr 2013 auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Ihr ahnt es wohl bereits: nicht nur in Punkto „Facebook-Likes“ (Obama: 34,9 Millionen, Seehofer: 17.400), auch unter „Coolness“-Gesichtspunkten hinkt der Ingolstädter gehörig hinter dem sichtlich ergrauten „Yes We Can“-Messias hinterher. Und, mal ehrlich: wer würde auch freiwillig eines seiner Stücke für den Wahlkampf eines außerhalb des bayrischen Freistaates mit abwinkender Handbewegung mindestens milde belächelten Politikers hergeben? Ja, nicht einmal die „Sportis“, pardon, die Sportfreunde Stiller, welche sich spätestens seit ihrer im Zuge der 2006 über die Bundesrepublik hereingebrochenen „Klinsimania“-Hymne “ ’54, ’74, ’90…“ für nichts mehr zu schade sein dürften, findet man nicht unter den zwölf – höchstwahrscheinlich nicht von Seehofer selbst – handerlesenen Stücken. Stattdessen: den Stones-Standard „Start Me Up“ (Keith, wie kannst du nur?!?), „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ (Eine Weichspülpowerballade als potentielle Drohgebärde? Ernsthaft?), die Vereinshymne des FC Hollywood von der Säbener Straße, „When I’m Sixty-Four“ von den Beatles (Seehofer wird im Juli – welch‘ Wunder – 64. Bei aller plakativer Passgenauigkeit dürften dem Kompilator jedoch folgende Zeilen des Songs entfallen sein: „Will you still need me? Will you still feed me?“ – Zu beidem: Nein, Horst.) oder – im Wahlmonat September – „Say It Loud – I’m Black And I’m Proud“ (!) von James Brown (!!). Die zwölf Stücke sind so plakativ und ironiefrei wie die Musikauswahl einer Folge von „Bauer sucht Frau“. Die Gewitztheit erschlägt den tumben Hörer hier höchstens mit dem kalkwandgrauen Vorschlaghammer. Wo Obama auch 2012 ein ganzes Heer von krediblen Musikern von Springsteen bis Arcade Fire (eine kanadische Band!) um sich versammeln konnte, reicht es bei Seehofer seit Jahren im Idealfall höchstens für den nichts ahnenden Blasmusikverein auf dem nächstgelegenen Schützenfest. Oder hier: für Bruno Mars – der wohl nicht einmal weiß, wer dieser Horst Seehofer überhaupt ist (und gegen Obamas „Buddy“ Jay-Z auch reichlich abstinken würde!). Am treffendsten fasst es wohl dann – beabsichtigterweise? – die deutsche Übersetzung des abschließenden Dezember-Stückes von AgnethaBennyBjörnAnni-Frid zusammen: „Ich bin nicht Besonderes, ein bisschen ein Langweiler…“ Wohl wahr. Danke für die Musik, Horst. Aber jemand, der wohl bis vor Kurzem einen iPod mit einem Eierbecher verwechselt hätte, muss nicht kurz vor der gedanklichen Abfahrt ins Altersheim noch versuchen, im „digitalen Zeitalter“ mitzumischen…

 

Hier Playlist für alle, die sich und ihren Liebsten ein akustisches Guantanamo-Foltercamp für Zuhause basteln möchten:

-Seehofers Soundtrack für 2013-

Januar: Start Me Up (The Rolling Stones)

Februar: You’ll Never Walk Alone (tausendfach gecoverter Stadionklassiker von 1945)

März: Nothing’s Gonna Stop Us Now (Starship)

April: Stern des Südens (Vereinshymne des FC Bayern München)

Mai: Count On Me (Bruno Mars)

Juni: Nobody Does It Better (Carly Simon)

Juli: When I’m Sixty-Four (The Beatles)

August: The Heat Is On (Glenn Frey)

September: Say It Loud – I’m Black And I’m Proud (James Brown)

Oktober: Wir lieben Bayern

November: Don’t Stop Thinking About Tomorrow (Fleetwood Mac)

Dezember: Thank You For The Music (ABBA)

 

(Das alles ist natürlich und bitte höchst satirisch aufzufassen! Der Autor dieser Zeilen stammt selbst aus einem traditionell CDU-regierten Freistaat und ist auch weit von irgendwelchen JuSo- oder Sponti-Idealen entfernt. Allerdings möchte er bei jedem verzweifelten Versuch, den bayrischen Ministerpräsidenten in Gesichtspunkten der kulturellen oder politischen Relevanz auf eine Stufe mit weltpolitischen Größen wie Obama, welcher vom Autor übrigens auch kritisch betrachtet wird, zu hieven, dem betreffenden Imageberater am liebsten an die Gurgel springen und/oder diesen für dessen Ideenlosigkeit an seiner Armani-Krawatte am Laternenmast vor der CSU-Parteizentrale aufhängen. Ihr merkt es wohl: das Thema veranlasst den Autor zur Flucht in überspitzte Gewaltfantasien…)

 

Rock and Roll.

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„You’ve got to mix it up“ – Neues vom „iPod One“


Wenn an der US-amerikanischen Ostküste Stürme toben, Kältewellen über’s Land wehen und der Storm ausfällt hat man – entsprechend gefüllter Akkuladezustand vorausgesetzt – doch mal wieder Zeit, die Playlists des eigenen iPods zu durchstöbern…

Und wo wir gerade bei diesem Thema wären – und der Wahlkampf um’s Weiße Haus in die „heiße Phase“ geht: Was hat eigentlich der amtierende US-Präsident auf seinem portablen Musikabspielgerät? Nun, am Montag gab Barack Obama im Rahmen eines Interviews mit dem in Cincinnati beheimateten Radiosender WIZF, welcher sich übrigens vor allem auf HipHop und R&B spezialisiert hat, genau darüber Auskunft: „Ich habe einen ziemlich guten Mix drauf. Ich habe Old School-Sachen wie Stevie Wonder, James Brown, ich habe die Rolling Stones, Bob Dylan. Und dann habe ich alles von Jay-Z über Eminem bis hin zu den Fugees.“ Und da auch hier möglichst Wähler aller Altersklassen angesprochen werden sollten – im US-Wahlkampf gibt wohl keiner der Bewerber ‚ungebrieft‘ einen Kommentar ab – fügte er noch hinzu: „Ich habe auch Jazz drauf: John Coltrane, Miles Davis, Gil Scott-Heron. Man muss es je nach Gemütslage mischen.“ Ach nee, ist klar, Herr Präsident…

Doch bei aller Allgemeingültigkeit der Auskunft über seine momentanen musikalischen Vorlieben (welches sich übrigens in den letzten zwei Jahren nicht wesentlich verändert haben, wie man hier vergleichen kann) bleibt offen, wieso der 51-jährige ausgerechnet Gil Scott-Heron unter „Jazz“ verbucht (einem unkundigen Berater sei Dank?) und warum ausgerechnet Bruce „The Boss“ Springsteen, US-amerikanisches Heiligtum, Held der Arbeiterklasse und einer seiner prominentesten Fürsprecher, in dieser Aufzählung fehlt… Die gerade in den USA überaus beliebte Sparte des Country überlässt er da gern jemand anderem…

Der – zum Glück! – ehemalige US-Präsident George W. Bush hatte übrigens, insofern man den Aussagen von Mark McKinnon, seinem damaligen Biking-Partner und Medien-Chefstrategen, Glauben schenken darf, Titel wie The Knacks „My Sharona“, Joni Mitchells Version von „Baby, I Don’t Care“, „The House Is Rockin'“ von Stevie Ray Vaughan und „Brown Eyed Girl“ von Van Morrsion auf dem „iPod One“, welchen er von seinen Töchtern geschenkt bekam (hatte da jemand Angst, dass Daddy sonst auf der Strecke bleibt?). Und dass auch ein Song wie  John Fogertys „Centerfield“ in der Playlist vertreten ist (Fogerty war Teil der pro-demokaratischen Konzertreihe „Vote For Change„), verleitete Joe Levy von der US-Ausgabe des „Rolling Stone“, welcher diese Liste veröffentlichte, gar zu dem Kommentar, der Präsident möge (auch) Künstler, die ihn nicht mögen. Welch‘ Erkenntnis! Andernfalls wäre „Dubyas“ Titelsammlung relativ kurz und einseitig ausgefallen…

 

Aber lassen wir doch George Walker Bush selbst über diesen „pretty high tech stuff“ zu Wort kommen:

 

Rock and Roll.

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