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Moment! Aufnahme.


Foto: PLASTIC JESUS

Foto: PLASTIC JESUS

Wenn in wenigen Stunden im Dolby Theater (auch und noch immer bekannt unter seinem alten Namen: dem „Kodak Theater“) am Hollywood Boulevard in Los Angeles zum nunmehr 87. Mal die wohl gewichtigsten Goldmänner der Filmwelt vergeben werden, wird sich wieder Einiges an schauspielernder und kunstschaffender Prominenz auf dem blitzblanksten roten Teppich in der Stadt der Engel einfinden, um um die Wette zu lächeln.

Und in manchen Augenblicken wird der ein oder andere im Saal wohl diejenigen Kollegen in ihren Reihen vermissen, die in den vergangenen Monaten all dem Ruhm und Druck – oder eben „nur“ der eigenen fragilen Künstlerpersönlichkeit, Mutmaßungen sind da müßig – der vermeintlichen „Traumfabrik“ zum Opfer gefallen sind – Robin Williams oder Philip Seymour Hoffman etwa. Ersterer war jahrelang alkoholabhängig und – seinem komödiantischen Talent zum Trotz – schwer depressiv, zweiterer starb vor gut einem Jahr an einer Heroinüberdosis. Und ganz sicher wird es einige besinnliche Sekunden geben, an denen ausgegraute Bilder der Verstorbenen über die Leinwände flimmern, während manch einer eine (Krokodils)Träne verdrückt, bevor die Jubelparade weiterzieht. There’s no business like show business, but the show must go on…

Nur zu treffend ist da jene Statue, die verdutzte Besucher vor wenigen Tagen vor dem Hollywood-Stern von vom „King“ Elvis Presley, unweit des Chinese Theatres, vorfanden. Sie zeigt den gebückten „Oscar“, der sich, freilich mit Kreditkarte und Schnupfröhrchen ausgestattet, soeben eine Linie Koks durch vergoldete Näschen zieht – auf dem Sockel steht „Hollywood’s Best Party“. Der Künstler  zur Kunst nennt sich „Plastic Jesus“ und tritt als Street Artist bereits seit einiger Zeit in Los Angeles in Erscheinung. So hatte er kurz nach dem Tod Seymour Hoffmans bereits eine ganz ähnliche, zweieinhalb Meter große „Oscar“-Installation am „Hollywood Walk Of Fame“ aufgestellt, welche eine Herionnadel im Arm stecken hatte. Der Fotograf Nick Stern, der mit dem Street-Art-Künstler „Plastic Jesus“ zusammen arbeitet, gibt zu Protokoll: „Die Arbeit macht darauf aufmerksam, dass Hollywood ein unterdrücktes Problem mit Drogen hat, das Hunderte von Menschen in der Show-Industrie beeinträchtigt und so lange ignoriert werden wird, bis eine wirklich wichtige Berühmtheit stirbt.“.

Doch es würde mich, da halb Hollywood kaum etwas wichtiger ist als das eigene Saubermann-Imagefassade und man daher keine Sekunde dem ungeprobten Zufall überlassen möchte, kaum wundern, wenn zur heutigen „Oscar“-Nacht all diese ebenso grandiose wie nachdenkliche Kunst wieder verschwunden ist. The show must go on.

Mehr Infos gibt’s hier oder hier.

 

 

Rock and Roll.

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