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„Maxdonna“ – Fotograf Vincent Flouret macht seinen Hund Max zu Madonna


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Der Pariser Mode-Fotograf Vincent Flouret hat es beruflich mit jeder Menge bekannten Künstlern, Stars und Celebrities zu tun. Ähnlich wie seine prominente Kundschaft, setzt der französische Profi-Knipser jedoch auch liebend gern seinen Hund Max in Szene. Im Rahmen seines Projektes „Maxdonna“ verwandelt er seinen vierbeinigen Freund in Madonna und stellt Szenen berühmter und bekannter Musikvideos oder Album-Cover aus der bereits vier Jahrzehnte langen Karriere der Pop-Queen nach.

Doch das Ganze dient nicht nur als reiner Popkultur-Spaß: So wurden Prints aus diesem erfolgreichen Austellungs-Projekt von Flouret außerdem zu Gunsten von Madonnas Charity-Stiftung Raising Malawi veräußert…

 

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(via Bored Panda)

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(Foto: Victor Habchy)

 

Zugegeben: Das „Burning Man Festival„, welches jährlich irgendwo im staubig-heißen Nirgendwo des Black Rock Desert im US-Bundesstaat Nevada stattfindet, ist eine Welt für sich und mit seiner einzigartigen Kulisse, den vielen weirden Besuchern und veritablen Freaks’n’Geeks wohl mit keinem anderen Festival der Welt zu vergleichen. Die, die das Glück hatten, bereits da gewesen zu sein, erzählen nicht selten von Tagen, die sie scheinbar in einer anderen, höchst eigenen Welt verbracht haben. Von etwas, was ihnen im Rückblick wie ein seltsamer Traum erscheint (wenn sie sich denn noch an Einzelheiten erinnern können).

Umso besser, dass der Pariser Fotograf Victor Habchy für alle Daheimgebliebenen einige Momente des „Burning Man“ in tollen Bildern eingefangen hat – zu sehen bei den Kollegen von bordpanda.com

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tom Klose – „You’re The Voice“


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Jeder geht anders mit tragischen, weltumspannenden Ereignissen um, und für nicht jeden haben sie freilich die gleiche Tragweite.

Und natürlich darf auch jeder seine ganz eigene Meinung, seine ganz eigene Sicht der Dinge haben, und seine ganz eigenen Schlüsse aus all dem, was sich da am vergangenen Freitag (es war ein 13., ausgerechnet) ereignet hat, ziehen. Fakt ist und bleibt jedoch: mehr als 100 Menschen haben auf ebenso plötzliche wie sinnlose Weise ihr Leben verloren. Und auch wenn anderswo auf der Welt – und das unter freilich weitaus weniger privilegierten Verhältnissen – tagtäglich weitaus mehr Menschen sterben (was unseren Medien oftmals nicht mehr als eine kleine Randnotiz wert ist), so bleibt es doch eines: ein Akt, der zeigt, wie feige und zu allem bereit Menschen sein können, denen das Leben des Gegenübers gerade soviel wert ist wie eine Kugel im Kopf. Menschen, die einfach nur eines wollen: die Welt brennen zu sehen. Gleichzeitig mahnen die Anschläge – ganz egal, von wem und wieso sie verübt wurden – uns, dass auch wir gut behüteten Industrienationenbürger in unserem scheinbaren Wolkenkuckucksheim von einer Sekunde auf die nächste verwundbar sind. Uns wird keine Regierung helfen, keine Kriege, Drohgebärden und Armeen – wir müssen umdenken. Alle von uns. Ansonsten ist das Boot, in dem wir alle sitzen, – pardon my French – ganz gehörig im Arsch.

Doch zurück zur Musik…

Denn dass sich bei einem Anschlag, der sich mehr oder minder direkt auch  (erneut, nach Charlie Hebdo) gegen Kulturschaffende richtete, auch vermehrt Musiker zu Wort melden, verwundert kaum. Kann man sich noch unbeschadet auf die Straße, in ein Konzert und/oder auf eine Konzertbühne trauen? Angst ist natürlich nie eine Lösung, ist sie doch gleichzeitig die schärfste Waffe der Mächtigen, der Skrupellosen. Und doch tragen viele Künstler dieser Tage ihre Zweifel, Trauer, Anteilnahme und Gedanken ebenso offen zur Schau wie so mancher Otto Normal. Oder wie es Tom Klose, deutscher Indie-Singer/Songwriter, dessen im Übrigen feines Debüt „From Weeds To Woods“ im vergangenen April erschien, heute via Facebook zum Andruck brachte:

„Everyone has different ways to react to devastating events. Some through their profile picture, some through their facebook status, some through music.“

Klose selbst nahm sich zur eigenen Verarbeitung der Ereignisse von Paris, deren Tragweite sich noch längst nicht abschätzen lässt, den beinahe dreißig Jahre alten Achtziger-Jahre-Schmonzettenklassiker „You’re The Voice“ des australischen Sängers John Farnham vor und verwandelt es in eine geradezu kämpferisch ehrliche Akustikgitarrennummer – „We’re not gonna sit in silence / We’re not gonna live with fear“.

 

 

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Benjamin Clementine – At Least For Now (2015)

bc_by_akatre_t1000-erschienen bei Caroline/Barclay/Universal-

Echt jetzt? Wollen die einen etwa für dumm verkaufen? Mittelloser Junge aus *hust* „schwierigen Umständen“, der sich bereits seit Kindestagen – und das nicht nur seiner Hautfarbe wegen – als beflissener, belesener Außenseiter fühlt, flieht erst – von verheißungsvollen Versprechungen und vom Fernweh getrieben – aus dem Zig-Millionen-Einwohner-Molloch der englischen Hauptstadt und nach Paris, von dem er einst so viel las, sich so viel versprach. Dort führt er ein Vagabunden-, ein Herumtreiberdasein, schläft unter Brücken und dem freien Himmel, spielt seine Lieder in Metrostationen und wird dann und dort – endlich – von einem findigen Musikmanager erhört, der ihn alsgleich mit einem Plattenvertrag ausstattet… Was sich liest wie die größte, sich immer und immer wieder wiederkäuende Klischee-Räuberpistole des Pressesprechs, ist
so wohl tatsächlich die (bisherige) Lebensgeschichte von Benjamin Clementine.

Bilder: Micky Clement / Promo

Bilder: Micky Clement / Promo

Der heute 26-Jährige wurde 1988 als fünftes Kind einer ghanaischen Einwandererfamilie im Südlondoner Stadtbezirk Crystal Palace geboren. Einen Großteil seiner Kindheit, die wohl tatsächlich keine einfache war, verbrachte er bei seiner Großmutter in Edmonton im Norden der englischen Hauptstadt. Clementine wurde unter anderem wegen seiner Hautfarbe schikaniert und von seinen Mitschülern gemieden, ja: gemobbt, was er mit häufigem Schulschwänzen beantwortete. Er flüchtete sich in die Welt der Literatur, der Kunst und Musik, befasste sich unter anderem mit den Dichtungen von William Blake und der Bibel und bereicherte damit seinen Wortschatz.

Nachdem Clementine sein Studium der Rechtswissenschaften an die Wand gefahren und sich mit seinem damaligen Mitbewohner verkracht hatte, brach er seine Zelte in London ab. Er flüchtete nach Paris, wo er mehrere Jahre als Obdachloser lebte und unter Brücken schlief, bis er seinen Lebensunterhalt als Straßenkünstler (er spielte etwa in der Pariser Métro Songs auf der Gitarre) sowie als Pianist in Bars und Hotels bestreiten und sich eine Unterkunft in einem Wohnheim im Pariser Künstlerviertel Montmartre leisten konnte. Benjamin begann, eigene Songs zu schreiben und vorzutragen und wurde von einem A&R-Manager entdeckt, der ihn förderte und mit Kontakten versorgte. Die waren es denn auch, die ihm im Jahr 2012 einen Auftritt beim „Festival de Cannes“ ermöglichten, wo er Lionel Bensemoun, einen französischen Medienmogul, kennenlernte. Der war von Benjamin derart begeistert, dass er ihm prompt einen Vertrag beim renommierten französischen Label Barclay Records besorgte. Nach zwei kleineren Ausrufezeichen, die Clementine 2013 und 2014 mit EP-Veröffentlichungen setzten konnte, erscheint nun sein Debütalbum „At Least For Now„. Um eines vorweg zu nehmen: es ist kein Werk zum Nebenbeihören.

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Das wird schon mit dem Eröffnungsstück „Winston Churchill’s Boy“ allzu deutlich. „Nobody knows what’s on this boy’s mind / Nobody knows what he’s been picturing“ – zunächst einzig und allein von (s)einem Piano begleitet, erzählt er die Geschichte von Randolph Churchill, dem einzigen Sohn des großen Staatsmannes, einem Dandy, Trinker, Reporter – und tatsächlich später auch Abgeordneten. Den Schatten des Übervaters wurde er dennoch nie los, und so ist der Song auch eine Fabel, die von allen Söhnen mit starken Vätern handelt: „Don’t you ever judge Winston boy“. In den ersten fünfeinhalb Minuten des Albums nimmt Clementine bereits Vieles vorweg, was in den kommenden zehn Stücken noch kommen wird: die stets unstete Struktur seiner Stücke, die Brüche aufweisen, die der junge Künstler gekonnt mit unerwarteten Stimm- oder Tempowechsel füllt. Hier eilen ihm Streicher zu Hilfe, da huscht ein sacht angeschlagenes Schlagzeug vorbei. Die Mitte, das Zentrum bilden immer Benjamin Clementine und sein Piano. Und wie! Er erzählt bedächtig und staatstragend, er barmt und fleht („Then I Heard A Bachelor’s Cry“), er frohlockt („London“), er greint, er windet sich von den höchsten stimmlichen Höhen hinab in abgrundtiefe Tiefen (und das alles innerhalb weniger Augenblicke – zu hören in „Adios“), er rührt mit Ehrlichkeit, Direktheit und einer Menge Tremolo nicht selten mitten im Herz.

Vor allem die beiden Fixpunkte Paris und London sind auf den Stücken von „At Least For Now“, das Clementine gemeinsam mit dem Produzenten Jonathan Quarmby (u.a. Ziggy Marley, Pretenders, Eagle-Eye Cherry, Sugababes) in der englischen Hauptstadt aufnahm, kaum zu überhören, winden sich doch Größen wie Léo Ferré, Nina Simone, Edith Piaf, Leonard Cohen und Jaques Brel, aber auch Erik Satie, Nick Drake oder Jeff Buckley aus jeder Pore der gut 50 Minuten – kein Wunder, dass sich vor allem die französischen Hörer mit Jubelarien überschlagen. Chanson steht gleichberechtigt neben Jazz, Blues, Gospel, Soul, Kammermusik, Singer/Songwritertum, Neo-Klassik und Neuer Musik, ja sogar einen Spritzer nervöser Dubstep (man höre „Condolence“!) huscht durch die Songs. Benjamin Clementine baut darum seine Erzählungen auf, die mal autobiografische („London“, „Cornerstone“, „Adios“), mal historische („Winston Churchill’s Boy“), mal rein fiktive Ursprünge haben. Und er ist ein ebenso fesselnder Erzähler wie Sänger! Seine Biografie, seine Begabung, seine nicht selten unorthodoxe Herangehensweise an Songwriting und Vortrag lassen an große Künstler der letzten Jahrzehnte denken, wie Rufus Wainwright (ohne den Schwulst) oder Patrick Wolf (in seinen schönsten, berührendsten Momenten), vor allem jedoch an einen: Antony Hegarty. Denn ebenso wie das androgyne Frontwesen von Antony & The Johnsons, dieser scheue Pausbackenpummel mit der Jahrhundertstimme, schafft Benjamin Clementine etwas, was auch tausend Orchester mit Pomp und allerlei Tamtam nicht auszugleichen wissen: er berührt allein schon durch seine Stimme, ohne dass es in diesem Minuten allzu mehr bedarf. Der Abgang in „Gone“ ist ein stiller, ist ein einfach fulminanter: „But it all doesn’t matter anymore / It doesn’t matter / All because I’m here now“.

Freilich werden sie in unseren schnelllebigen schönen neuen Zeiten, in denen Taylor Swifts Outfit bei ter x-ten Preisverleihung mehr Aufmerksamkeit zukommt als ihren Songs (ein zufälliges Beispiel, natürlich), dem Zweimeterschlacks kaum die roten Teppiche ausrollen. Viel zu sehr sind Clementines Songs in einer Zeit verhaftet, in der Qualität alles war, Quantität etwas, dass Schellack nur überfordert hätte. Und obwohl seine Stücke bereits ein kumuliertes Raunen durch den (digitalen) Blätterwald geblasen haben, tastet sich „At Least For Now“ zunächst mit einigen Top-20-Plazierungen (etwa in – natürlich – Frankreich, den Niederladen oder Belgien) an größere Meriten heran. Die große Bühne, die schweren Samtvorhänge, die feine Abendgarderobe – all das hätten seine Songs, die so sehr im Gestern und Heute, in den englischen Nebelschwaden von Edgar Allen Poe wie den flamboyanten Sonnenstrahlen eines Serge Gainsbourg verhaftet sind, sicherlich verdient. Andererseits hätte man die Erzählungen des jungen Mannes, der obendrein aussieht wie Nina Simones geheim gehaltener Sohn, auch gern noch ein wenig ganz für sich – und wenn auch nur für einige intime Augenblicke mehr. Ganz allein für sich – als Geheimtipp, den man guten Freunden beim Weintrinken ans Herz legt. Damit auch sie berührt werden…

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Hier gibt’s die Musikvideos zu „Cornerstone“, „Nemesis“ und „Condolence“…

 

…sowie zwei ausführliche Live Sessions von und mit Benjamin Clementine:

 

Und wer ein wenig mehr über den 26-jährigen Vollblut-Musiker erfahren möchte, dem sei dieses Portrait des deutschen „Rolling Stone“ ans Herz gelegt…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Erevan Tusk – „Growing“


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Spätestens seit dem Serienerfolg „The Walking Dead„, dessen vor wenigen Tagen – zumindest in den USA und den internationalen Pay-TV-Kanälen – zu Ende gegangene fulminante fünfte Staffel (mal wieder) sämtliche Rekorde eingestellt, gesprengt und neu aufgestellt hat, sind die Zombies das, was die wohlgeformten Rettungsschwimmer von Malibu in den Neunzigern waren: Publikumsmagnete. (Okay, zugegeben: So ein Untoter hat doch ungleich weniger Sex-Appeal als unser aller ewig Silikonblondchen Pamela Anderson…)

Fan der Epedemie-Überlebenden um „The Walking Dead“-Serienhauptfigur Rick Grimes scheint auch der aus Paris stammende Indiepop-Fünfer Erevan Tusk zu sein. Oder zumindest Judas, der Regisseur des Musikvideos zu „Growing„, dem Titelstück der aktuellen EP der Band. Wem auch immer die Idee zum Musikvideo in den Sinn gekommen ist, er (oder sie) scheint Sympathien fürs untote Seelenheil zu hegen. Denn anders als in der Erfolgsserie, in der Folge für Folge ganze Heerscharen toll kostümierter Zombies ihr (Rest)Leben lassen müssen, darf im Slow-Motion-Video zu „Growing“ ein dezent gruselig dreinblickendes Mädchen einem übergewichtigen Ringer durch Wald, Wiese und Strand hinterher hetzen – freilich aus purer Lust am Blut. Nachher gibt’s dann ein geradezu idyllisches Picknick in Familie… Auf surreale, künstlerische Weise toll anzuschauen für all jene, die ein wenig Sinn fürs abseitig Humorige mitbringen können (oder in der Vergangenheit den Musikvideo-Großtaten von Spike Jonze etwas abgewinnen konnten).

 

 

Rock and Roll.

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Ich darf zitieren? – Ein Kommentar der Journalistin Johanna Maria Knothe zum Charlie Hebdo-Anschlag


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Wenn eine(r) etwas sagt oder schreibt und man beim Lesen denkt „Fuck, du sprichst mir sowas von aus der Seele!“, dann ist es auch mal gut, die Klappe zu halten, dem- oder derjenigen das Wort zu überlassen und einfach nur zu zitieren.

Das hat sich wohl auch der gute Gisbert zu Knyphausen gedacht, als er gestern auf seinem Facebook-Account einen Beitrag der Journalistin Johanna Maria Knothe in Gänze zitiert – und ANEWFRIEND kommt nach dem Lesen nicht umhin, sich Gilbert anzuschließen und Jeden und Jede unter euch surfenden Leseratten noch einmal dazu aufzurufen, zumindest ab und an und intensiv über das eigene Denken und Handeln nachzudenken – und dann die Schlüsse zu ziehen, mit denen man sich selbst am besten fühlt. Glaubt’s mir, die Welt hat genau das nötig. Und durch die kommt niemand allein, sondern nur wir alle zusammen…

 

„Hallo!
Die Journalistin Johanna Maria Knothe hat für die Ereignisse der letzten Tage Worte gefunden, die mir aus der Seele sprechen (siehe unten).
MEIN kleines Hippieherz freut sich über Aussagen wie diese hier: ‚Die beschämenden, unendlich traurigen Ereignisse von Paris können wir nur als Anlass nehmen, wieder mehr Verantwortung und Freude am WIR zu entwickeln.‘
Ich möchte hinzufügen:
Dem deprimierenden Hass und der Mordlust des Menschen, der Gier und dem Eigensinn, der Angst und der Feindseligkeit vor den uns Fremden und dem dummen Reflex, seine Frustrationen und Wut an den noch schwächeren und hilfloseren auszulassen, ist doch am Besten mit mehr Positivität, Gemeinschaftssinn, Engagement und
(Nächsten-)Liebe entgegenzutreten.
Der Welt ist nicht geholfen, wenn man sich durch den menschlichen Wahnsinn deprimieren und verbittern lässt.
Oder?
Liebe Grüße.
Gisbert.

‚Was für ein Tag!
Die Bilder aus Paris und der ganzen Welt haben mich sehr bewegt.
Über anderthalb Millionen Menschen, darunter über 50 Staatschefs und Repräsentanten, Muslime, Juden und Christen friedlich auf der Straße. Dazu die Solidaritätsbekundungen in Frankreich, Europa, rund um den Erdball, auch aus der arabischen Welt!
Mein kleines Hippieherz weiß gar nicht wohin mit sich. Und das Hirn dazu hat sich Gedanken gemacht.
Es ist schon erstaunlich, wie anders man Nachrichten über Terrorakte wahrnimmt, wenn Sie nicht am – gefühlt – anderen Ende der Welt stattfinden, sondern mehr oder weniger in der eigenen Mitte. Die wunderbare Anteilnahme die Frankreich heute erfahren hat, wird die einem Land wie zum Beispiel Nigeria oder Syrien je zuteil werden? So tief erschütternd die Ereignisse waren und so beeindruckend stolz und geeint die Franzosen heute darauf reagiert haben, es zeigt doch in was für einer Wattebauschwelt wir Mitteleuropäer bisher gelebt haben. In unserer kleinen Friedensenklave. Selbst Madrid, London, Toulouse, Oslo, Utoya, ect. konnten unserem Sicherheitsgefühl nur kurz etwas anhaben.
Es wurde darüber diskutiert, wer alles Charlie ’sein‘ darf.
Welche Personen, Medien und Gruppierungen die Solidaritätswelle nur reiten, um die Emotionen zum eigenen Vorteil zu nutzen.
In der Tat, schwer vorzustellen, dass beispielsweise die Organisatoren und Aktivisten der PEGIDA-Bewegung ein linkspolitisches Satire-Magazin wie Charlie Hebdo für lesens- oder schützenswert gehalten hätten noch vor ein paar Tagen… nunja, anderes Thema.
Auch die französische Öffentlichkeit stand sicher nicht so geschlossen hinter der zuletzt eher auflagenschwachen Zeitschrift und deren Inhalten.
Und doch waren so viele da. Wissend, dass die Charlie Hebdo-Redakteure nicht stellvertretend für eine der Weltreligionen ermordet wurden. Sondern, dass sie Opfer unseres Verständnisses von Freiheit wurden.
Die Tatsache, dass die Extremisten Franzosen waren, macht die Situation besonders hart – und NOCH weniger nachvollziehbar.
Diese drei jungen Männer gehörten zur Gesellschaft und wurden von ihr irgendwann verloren. Diese Gesellschaft, das sind in Frankreich, genauso wie bei uns, wohl oder übel immer WIR alle. WIR Bürger, WIR Journalisten, WIR Politiker.
In Frankreich gestalten sich die sozialen Gefüge noch einmal etwas anders als bei uns. Aber dass die Kacke auch in Deutschland ordentlich am dampfen ist, sehen wir beispielsweise jeden Montag in Dresden. Die Ängste dieser Menschen sind ja nicht ausgedacht, die sind ernst zu nehmen, anzupacken und im Zweifel: aufzuklären. Unbedingt!
Die beschämenden, unendlich traurigen Ereignisse von Paris können wir nur als Anlass nehmen, wieder mehr Verantwortung und Freude am WIR zu entwickeln. Demokratie ist verdammt anstrengend und zerbrechlich. Deshalb müssen wir unbedingt im Dialog bleiben!
Auch mit Volltrotteln und Verirrten. ‚ Johanna Maria Knothe“

 

Rock and Roll.

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