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Sunday Listen: Spaceman Spiff – live beim Autumn Leaves Festival 2017


Spaceman Spiff

Foto: Wikipedia

Satte drei Jahre liegt das letzte Spaceman Spiff-Album „Endlich Nichts“ nun schon zurück. Und dass man die Hoffnungen auf ein neues Werk nicht zu hoch hängen sollte, erwähnte ich an anderer Stelle bereits vor ein paar Monaten

Trotzdem war Hannes Wittmer, seines Zeichens Kopf, Hirn, Herz und Stimme hinter dem nach einer Comic-Figur benannten Liedermacher-Pseudonym, freilich auch in der letzten Zeit nicht untätig und spielte etwa mit Cellistin Clara Jochum einige Spaceman Spiff-Shows.

Eine davon, das Gastspiel beim diesjährigen Autumn Leaves Festival im österreichischen Graz, hat Niko Springstein für einen Blog auf (digitalem) Tonband gebannt (sic!) und kürzlich in bester Soundboard-Qualität zum Download verfügbar gemacht. Merci dafür auch noch einmal von ANEWFRIEND, welcher den Konzertmitschnitt hiermit allen Freunden der gepflegten deutschsprachigen Singer/Songwriter-Unterhaltungskunst ans Hörerherz legt…

Edith (28.12.2017): Der Spaceman hat den Download zunächst auf Niko Springsteins Blog entfernen lassen, ihn jedoch mittlerweile selbst auf der eigenen Seite zum kostenfreien Download bereit gestellt… Dann eben so.

 

Setlist:
01 Strassen
02 Egal
03 Intro
04 Hier Und Der Wahnsinn
05 Irgendwo Ist Immer Woanders
06 Milchglas
07 Wände
08 Intro
09 Oh Bartleby
10 Intro
11 Teesatz
12 Han Solo
13 Intro
14 Photonenkanonen
15 Vorwärts Ist Keine Richtung
16 Encore
17 Nichtgeschwindigkeit

 

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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Heute wäre Johann Hölzel aka Falco 60 Lenze alt geworden, hätte sich der Popstar um des Ruhmes Willen, für den weder Österreich noch die große weite Welt Platz genug schienen, anno 1998 nicht bei einem Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik ins Jenseits befördert (dass bei der Obduktion ein Blutalkoholwert von 1,5 ‰ und große Mengen an Kokain sowie Tetrahydrocannabinol – also THC – nachgewiesen wurden, füttert nur noch die tragische Legende vom Wiener Lebemann). Verschwörerische Stimmen sagen ja, der Gute liege heute mit Elvis, dem Lennon-John, dem Cobain-Kurt, dem Marley-Bob und 2Pac irgendwo Cocktails schlürfend in der Sonne und ließe es sich’s – offiziell tot, daher in Ruhe gelassen – gut gehen…

Wo immer du auch bist, Herr Kommissar – rock mal den Amadeus für uns. Und grüß Jeanny.

 

 

Rock and Roll.

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Christoph Waltz macht Handy-Werbung – und überzeugt endlich wieder


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Klar, es ist nicht das erste Mal, dass ein Hersteller von Unterhaltungselektronik Hollywood-Schauspieler anheuert, um die Verkäufe seiner Smartphones anzukurbeln. So hat HTC im Jahr 2013 „Ironman“ Robert Downey Jr. damit beauftragt, für seine Handy-Flaggschiffe Werbung zu machen. Aktuell sieht man Scarlett Johansson und Henry Cavill für Huawei und das Smartphone Huawei P9 auf Plakaten und im Fernsehen. Elektronik-Riese Samsung hat sich jetzt Hollywoods derzeitigen Lieblings-Ösi Christoph Waltz geschnappt, damit er Werbung für das Galaxy Note7 macht.

In dem Spot nimmt Waltz verschiedene US-amerikanische Stereotypen auf die Schippe, die immer und überall auf ihre Handys starren – und dabei immer beschäftigt sind oder zumindest so tun. Der Hollywood-Schauspieler schlüpft hierfür in verschiedene Rollen, darunter auch die einer Hausfrau auf dem Hometrainer, welche zwar ihr Baby um den Bauch geschnallt hat, es jedoch trotzdem noch schafft, aufs Smartphone zu starren.

Für Christoph Waltz, der zuletzt in Filmen wie „Spectre“, „Big Eyes“, „Horrible Bosses 2“ und „The Legend Of Tarzan“ entweder enttäuscht, negativ aufgefallen ist oder auch gar nicht im Gedächtnis blieb (man könnte es wohl „überspielt“ nennen), gehört wohl ausgerechnet dieser Werbeclip zu einem der Highlights seiner Karriere, denn seit „Inglourious Basterds“ aus dem Jahr 2009 war Waltz, der auf der Leinwand zwar meist auf „böse Rollen“ abonniert ist, jedoch ein unglaubliches Gespür fürs Komische besitzt, vor der Kamera nicht mehr so überzeugend wie hier. Dass dafür ausgerechnet erst Samsung an seine Tür klopfen musste, spielte kaum eine Rolle. Unterhaltsam ist der Clip nämlich allemal.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Wanda – „Bologna“


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So leicht springe ich ja nun wirklich nicht auf irgendwelche „Trendzüge“ auf, in deren ständig wechselnden Abteilen uns mal wieder ein ach so auf Kulturtrends getrimmter pfiffiger Musikjournalist die neuste „heiße Band“ kredenzen will, die künftig noch „gaaaanz steil“ gehen werde… In diesem Fall mache ich – mit ein, zwei Abstrichen auf Albumlänge – aber gern mit.

„In diesem Fall“ bezieht sich denn auf Österreichs neusten Popexport – und damit ist explizit nicht die letztjährige Eurovision Song-Chanson-Gewinnerin Conchita Wurst, diese um Gleichberechtigung kämpfende Pop-Dragqueen mit Vollbart und großer Stimme, gemeint. Vielmehr habe ich seit vielen Wochen einen derben Ohrwurm – und das ausgerechnet durch ein Stück, das mit einigem Schmäh, toller Melodie und unnachahmlicher Wiener Mundart überzeugt: „Bologna“ von Wanda.

AmoreWan… wer? Zugegeben: Wem Künstler wie Falco, der ja – tot oder nicht – irgendwie immer ins Spiel kommt, sobald es um Musik aus Österreich geht, sowieso schon immer spinnefeind waren, der darf und wird auch an der 2012 von Sänger und Frontmann Marco Michael Wanda und vier Kumpels Manuel Christoph Poppe (Gitarre und Backgroundgesang), Christian Hummer (Keyboard, Piano und Backgroundgesang), Ray Weber (Bass und Backgroundgesang) und Lukas Hasitschka (Schlagzeug) ins Leben gerufene Wiener Band Wanda einen weiten Bogen machen. Für alle anderen haben die fünf im vergangenen Oktober mit ihrem Debütwerk „Amore“ wohl einen der feinsten Einstiege in die Musikwelt hingelegt, der mit zwölf Song irgendwo zwischen – jawohl! – Falcos Gespür für schmissigen Pop, Rainhard Fendrichs Achtziger-Mundarthits, Melodien, die in einem Paralleluniversum auch von einer Wiener Variante der Beatles stammen könnten (oder eben von einer Italo-Disco-Truppe) sowie einer Messerspitze Rock’n’Roll-Lifestyle nach Machart der österreichischen Hauptstadtmetropole überzeugen. Ob man das Ganze nun flugs „Austropop“ oder „Alpen-Rock’n’Roll“ tauft, ist im Grunde egal. Am Ende des Tages stehen da mit Wanda fünf selig grinsende Kerle auf der Bühne, die sich selbst am meisten über ihren Erfolg, der das Debütalbum bislang bis in die Top 20 der heimischen Ösis-Charts spülte, freuen, und aktuell gemeinsam mit anderen Künstlern und Bands wie Bilderbuch, Ja,Panik oder Der Nino aus Wien die Speerspitze einer Generation jünger österreichischer Musikschaffender bilden, die beweisen, dass der Alpenstaat längst mehr zu bieten hat als Mozart, Wintersportler oder blindblöden Jörg Haider-Wiedergängern. Frisches Popblut etwa, dem die Nähe zum windschiefen Chanson ebenso unpeinlich vor der Brust vor sich herträgt wie das eben noch vorgetragene Mundart-Liedgut. Romantisch, modern und von Neonlichtern beleuchtet? Alles geht, nichts muss. Und selbst für die, so einer derartige Menge an Wiener Schmäh auf Albumlänge einfach zu viel finden, sind doch immer noch ein, zwei Ohrwürmer dabei…

Da passt auch und vor allem die Single „Bologna“, in welcher Marco Michael Wanda vom Liebesglück (s)einer entfernten Tante im italienischen Bologna berichtet und sein explizit sexuelles Verlangen nach (s)einer halbitalienischen Cousine lauthals in die warme Sommernacht hinaus singt. Ob all das nun am Ende des Poptages wahr ist oder doch nur – nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ – frei erfunden – wen interessiert’s! Schöner als in den dreieinhalb Minuten von „Bologna“ hat der Ruf nach Sommer, Sonne, Sonnenschein und lauschigen Mondscheinnächten lang nicht geklungen – eine feine Prise Trash, zu der auch passt, dass Wanda und die beiden befreundeten Filmemacher Wolfgang Seehofer und Florian Senekowitsch das dazugehörige Musikvideo zu „Bologna“ in ebendieser Stadt im Norden des Stiefelstaates für spottbillige 600 Euro produziert haben – eben das, was die Tickets für Hin- und Rückfahrt gekostet haben… Darauf einen Schnaps, und dann alle: „Amore!“

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„Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine schlafen
Obwohl ich gerne würde, aber ich trau mich nicht
Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine reden
Obwohl ich gerne würde, aber ich trau mich nicht

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht
Amore, meine Stadt
Tante Ceccarelli hat einmal in Bologna Amore gehabt
Bologna, meine Stadt

Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine reden
Obwohl ich gerne würde, aber wir trauen uns nicht
Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine tanzen
Obwohl ich gerne würde, aber sie traut sich nicht

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht
Amore, meine Stadt
Tante Ceccarelli hat einmal in Bologna Amore gehabt
Und eins merk dir genau:

Wenn jemand fragt wohin du gehst
Sag: „Nach Bologna!“
Wenn jemand fragt wofür du stehst
Sag: „Für Amore, Amore!“

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht
Amore, meine Stadt
Tante Ceccarelli hat einmal in Bologna Amore gehabt!
Bologna, meine Stadt

Bologna, meine Stadt…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Olympique – „Face Down The Earth“


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Na, den Valentinstag gut überstanden? Falls ihr den „Tag der Liebenden“ – und vor allem die Nacht – in trauter Zweisamkeit verbracht habt, dann könnte es bei euch – bestenfalls, freilich – so ausgeschaut haben wie im so ganz und gar nicht jugendfreien Musikvideo zum Olympique-Song „Face Down The Earth“ – minus filmische Ästhetik, minus stylisches Schwarz-weiß, natürlich…

Das Stück selbst stammt vom im vergangenen November veröffentlichten Debütalbum „Crystal Palace“ des Salzburger Trios, bestehend aus Fabian Woschnagg, Leo C. Scheichenost und Nino Ebner – drei Schulfreunden, die sich schon eine gefühlte Ewigkeit kennen und ihr Hobby mit ihrem Debüt auf eine neue, deutlich professionellere Ebene heben. Apropos „professionell“: So braucht sich der Erstling von Olympique trotz der Herkunft aus Österreich, einem nicht eben für Indierock gerühmten Land, das jedoch aktuell und mit so einigen Bands wie Wanda, Ja. Panik, Bilderbuch und Konsorten (auch wenn die freilich auf Deutsch und mit deutlichem Wiener Schmäh-Einschlag sinnsprechen mögen) eine wahre Renaissance abseits von Falco erfährt, wahrlich nicht verstecken – dafür spielen die 13 Songs von „Crystal Palace“ (mehr Infos zur Band und zum Albumtitel finden sich in diesem Artikel, während man hier eine knappe Track-by-Track-Review lesen kann) zu sehr auf internationalem Niveau.  Dabei sollte man sich von der tollen, süchtig machenden Albumabschlussnummer „Face Down The Earth“ keineswegs täuschen lassen, denn Olympique sind keineswegs eine reine „Balladen-Band“. Mal lugen – wenn man schon Vergleichsbands herbei zitieren mag – die älteren Muse ums Eck (etwa bei der ersten Album-Single „The Reason I Came„), mal stehen die Kings Of Leon klanglich ein klein wenig Pate. Dass die Songs organisch, reduziert und ehrlich daher kommen, jedoch auch pulsieren und in ihrer Zeit verloren dramatisch ein- und ausatmen und sich auch ein gutes Stück Poplastigkeit (oder eben: Eingängigkeit) bewahren, ist erfreulich. Dennoch sticht – zumindest für mich – vor allem „Face Down The Earth“ hervor. Und das nicht (nur) wegen seines höchst elegant geratenen Koitus-Musikvideos, welches im Übrigen Teil einer ganze acht Kurzfilme umfassenden Musikvideoreihe zum Album sein soll, die „Crystal Palace“ in bewegten Bildern umrahmen. Ach, unsere lieben Ösis und ihre Kunstansprüche…

 

 

Rock and Roll.

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