Schlagwort-Archive: Oscar

Cuteness overload – Pixars Oscar-prämierter Kurzfilm „Piper“


a86cd8d6255aa7a76cdd80783cd4a0a7

„Toy Story“, „Monster AG“, „Das große Krabbeln“, „Oben“, „WALL·E“, „Cars“, freilich „Findet Nemo“ und dessen neuste Fortsetzung „Findet Dorie“ – Pixar, welches sich seit 2006 offiziell „Disney-Pixar“ schimpft, ist seit den Neunzigern weltweit bekannt für gute Trickfilmunterhaltung (und das nicht nur für Kinder!) sowie die ausgeprägte Liebe zum Detail.

In „Piper„, jüngst prämiert mit dem Oscar für den „besten animierten Kurzfilm“, übertreffen sich die Filmemacher aus Emeryville, Kalifornien wohl noch einmal selbst. Manch eine(r) wird nach dem Anschauen gar auf eine Langversion des Kurzfilms hoffen…

Piper„, erdacht und umgesetzt vom kanadischen Pixar-Kreativling Alan Barillaro, ist die verdammt süße Geschichte eines hungrigen Strandläufer-Kükens, das sich seiner größten Angst stellen muss, um nicht zu verhungern: dem gefährlichen und unbekannten Meer. Denn nur in der kalten Gischt findet der junge Vogel die Muscheln, die ihm seine Mutter nicht mehr bringen will.

Piper soll auf eigenen Beinen stehen, lernen sich selbst zu versorgen. Den kleinen Vogel stellt das vor eine riesige Herausforderung, die er nur mit einem Freund meistern kann. „Dies ist eine Anekdote darüber, die eigenen Ängste zu besiegen“, erklärte Alan Barillaro gegenüber „USA Today„.

Der sechsminütige Film, welcher zuerst als Kino-Kurzfilm vor „Findet Dorie“ lief, sei eine Metapher für das Aufwachsen in einer Welt, die so groß und einschüchternd wirken könne. Die Inspiration zu der Geschichte sei ihm am Strand von Nord-Kalifornien gekommen: „Die Vögel am Ufer wirkten immer so verängstigt von den Wellen. Das war der Anstoß für die Idee.“

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

And the Oscar goes to…


Endlich, endlich! Nach jahrelangem Warten, x-fachen Nominierungen (die erste liegt ganze 22 Jahre zurück) und immer zwanghafter erscheinenden Bemühungen hat Leonardo Wilhelm DiCaprio nun endlich seinen Goldjungen als „Bester Hauptdarsteller“ für seine Rolle als Trapper Hugh Glass in Alejandro G. Iñárritus epochalem Western-Naturepos „The Revenant – Der Rückkehrer„! Der Zuschauer denkt sich da nur ein laut geseufztes „Puh!“, denn es wäre kaum auszudenken gewesen, was DiCaprio nach dieser Tour-de-Force-Darstelllung noch bereit wäre, auf Zelluloid auf sich zu nehmen, um den ersehnten Oscar doch noch zu bekommen, hätte es – nach unausgezeichnete Nominierungen für Hauptrollen in „Aviator“, „Blood Diamond“ oder „The Wolf Of Wall Street“ zuvor, nach Jahren, in denen der heute 41-Jährige immer so nah dran war, und am Ende doch nur mit den „kleinen Oscars“, den Golden Globes, abgespeist wurde – auch 2016 nicht geklappt… Hat es aber – endlich, endlich! Die Sache ist durch, next! Puh…

giphy

(gefunden bei Facebook)

Einen kleinen Seitenhieb auf all seine Kritiker und die Academy konnte sich der Charaktermime, bei dem anno „Titanic“ 1997 noch kaum an eine derartige Schauspielkarriere mit manischen Darstellungen in Filmen wie „Catch Me If You Can“, „Shutter Island“, „Departed – Unter Feinden“, „Aviator“, „Inception“, „Der große Gatsby“, „The Wolf Of Wall Street“ oder „Django Unchained“ und jetzt eben „The Revenant“ zu denken war, anscheinend jedoch nicht verkneifen, siehe unteres Bild. Macht ihn nicht eben unsympathischer. Und vielleicht, vielleicht sind ein Westfale namens Udo Wölflehner und des Schauspielers deutsche Oma nicht ganz unschuldig an DiCaprios wohl schon jung gewachsenem Ehrgeiz…

10400355_1050796061628211_3452747448972212414_n

 

Til_It_Happens_to_You_by_Lady_GagaApropos 88. Oscar-Preisverleihung: Wenn ihr mich fragt (oder auch andere), dann ist die Auszeichnung von Sam Smiths Bond-Song „Writing’s On The Wall“ als *hust* „Bester Filmsong“ (für das Titelstück zum letzten Daniel-Craig-Bond „Spectre“) der größte öffentliche Preisverscherbelungswitz seit dem vorzeitigen Friedensnobelpreis für Barack Obama. Wie ich bereits an anderer Stelle angemerkt habe, taugen Smiths pathetisch dröge viereinhalb Säuselminuten nicht mal als erstklassiger Bond-Song – gerade nach Adeles tollem „Skyfall„. Das Traurigste an dieser offensichtlich geschmacksneutralen kollektiven Fehlentscheidung ist, dass mit Lady Gagas tollem wie sinnhaftem Beitrag „Til It Happens To You“ (als Titelstück der Dokumentation „The Hunting Ground„, die sich mit den viel zu hohen Vergewaltigungsraten an US-Colleges und Universitäten beschäftigt) ein Beitrag zur Auswahl stand, mit dem die Academy ein Zeichen hätte setzen können – immerhin stand ebendiese wegen ihrer Nichtnominierung farbiger Künstler in diesem Jahre ohnehin bereits in der Kritik (und wurde obendrein von Oscar-Moderator Chris Rock aufs Korn genommen)… Man muss noch nicht einmal soweit gehen, Sam Smiths und Lady Gagas künstlerisches Potential gegeneinander aufzuwiegen (auf der einen Seite der erfolgreiche 23-jährige britische Schwulstpomadenballadenlieferant, auf der anderen das New Yorker zwar nicht immer unanstrengende, dafür jedoch höchst vielfältige New Yorker Gesamtkunstwerk der Stefani Joanne Angelina Germanotta, die erst in der Verkleidung der „Gaga“ zu Gehör und Größe fand, und sich unlängst sogar erfolgreich im Schauspielfach beweisen konnte). Nein, man muss sich einfach nur die jeweiligen Oscar-Livedarbietungen beider Künstler anschauen – Sam Smith vs. Lady Gaga, eingeschlafene Füsse vs. Gänsehaut zu aktuellem Hintergrund. Setzen, sechs – liebe Academy!

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Finde den Oscar – Star Wars Edition


Trotz der Tatsache, dass sich „Star Wars: The Force Awakens“ seit dem Filmstart im Dezember vergangenen Jahres zum bisher dritterfolgreichsten Zelluloidstreifen der Geschichte aufgeschwungen hat, wird der siebente Teil der „Star Wars“-Reihe in den wichtigen Kategorien wie „Bester Film“, „Bester Hauptdarsteller“ etc. der in dieser Nacht stattfindenden 88. Oscar-Verleihung leer ausgehen.

Trotzdem passt vor allem ein Charakter des „Star Wars“-Universums perfekt, um unter ihm und seinen blechernen Kollegen den kleinen, begehrten Oscar-Goldmann zu verstecken: der Android C-3PO. (Dem treuen Leser wird außerdem nicht entgangen sein, dass es im Januar bereits eine „Star Wars Edition“ des beliebten Rätselspiels „Finde den Panda“ gab.) Na denn: Möge die Macht beim Suchen mit euch sein!

 

oscarmain

(via mentalfloss.com)

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,

Moment! Aufnahme.


Foto: PLASTIC JESUS

Foto: PLASTIC JESUS

Wenn in wenigen Stunden im Dolby Theater (auch und noch immer bekannt unter seinem alten Namen: dem „Kodak Theater“) am Hollywood Boulevard in Los Angeles zum nunmehr 87. Mal die wohl gewichtigsten Goldmänner der Filmwelt vergeben werden, wird sich wieder Einiges an schauspielernder und kunstschaffender Prominenz auf dem blitzblanksten roten Teppich in der Stadt der Engel einfinden, um um die Wette zu lächeln.

Und in manchen Augenblicken wird der ein oder andere im Saal wohl diejenigen Kollegen in ihren Reihen vermissen, die in den vergangenen Monaten all dem Ruhm und Druck – oder eben „nur“ der eigenen fragilen Künstlerpersönlichkeit, Mutmaßungen sind da müßig – der vermeintlichen „Traumfabrik“ zum Opfer gefallen sind – Robin Williams oder Philip Seymour Hoffman etwa. Ersterer war jahrelang alkoholabhängig und – seinem komödiantischen Talent zum Trotz – schwer depressiv, zweiterer starb vor gut einem Jahr an einer Heroinüberdosis. Und ganz sicher wird es einige besinnliche Sekunden geben, an denen ausgegraute Bilder der Verstorbenen über die Leinwände flimmern, während manch einer eine (Krokodils)Träne verdrückt, bevor die Jubelparade weiterzieht. There’s no business like show business, but the show must go on…

Nur zu treffend ist da jene Statue, die verdutzte Besucher vor wenigen Tagen vor dem Hollywood-Stern von vom „King“ Elvis Presley, unweit des Chinese Theatres, vorfanden. Sie zeigt den gebückten „Oscar“, der sich, freilich mit Kreditkarte und Schnupfröhrchen ausgestattet, soeben eine Linie Koks durch vergoldete Näschen zieht – auf dem Sockel steht „Hollywood’s Best Party“. Der Künstler  zur Kunst nennt sich „Plastic Jesus“ und tritt als Street Artist bereits seit einiger Zeit in Los Angeles in Erscheinung. So hatte er kurz nach dem Tod Seymour Hoffmans bereits eine ganz ähnliche, zweieinhalb Meter große „Oscar“-Installation am „Hollywood Walk Of Fame“ aufgestellt, welche eine Herionnadel im Arm stecken hatte. Der Fotograf Nick Stern, der mit dem Street-Art-Künstler „Plastic Jesus“ zusammen arbeitet, gibt zu Protokoll: „Die Arbeit macht darauf aufmerksam, dass Hollywood ein unterdrücktes Problem mit Drogen hat, das Hunderte von Menschen in der Show-Industrie beeinträchtigt und so lange ignoriert werden wird, bis eine wirklich wichtige Berühmtheit stirbt.“.

Doch es würde mich, da halb Hollywood kaum etwas wichtiger ist als das eigene Saubermann-Imagefassade und man daher keine Sekunde dem ungeprobten Zufall überlassen möchte, kaum wundern, wenn zur heutigen „Oscar“-Nacht all diese ebenso grandiose wie nachdenkliche Kunst wieder verschwunden ist. The show must go on.

Mehr Infos gibt’s hier oder hier.

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,

Der tragische Clown verlässt die Bühne – Robin Williams ist tot.


R. Williams

„Mrs. Doubtfire“, „Der Club der toten Dichter“, „Good Morning, Vietnam“,“Der König der Fischer“, „Hook“, „Jumanji“, „Patch Adams“, „One Hour Photo“, „Good Will Hunting“… die Liste an Filmen, die mir bei diesem Mann in den Sinn kommen, sie ist lang – sehr, sehr lang – und ließe sich mit ein wenig Recherche und dem Kramen in den Ritzen der eigenen Erinnerungswindungen noch nahezu beliebig verlängern. Gottverdammt, ich bin im Grunde mit den Filmen von Robin Williams groß geworden! Seit ich denken kann, war da dieser Schauspieler mit dem tragisch-komischen Funkeln in den Augen, dem Schalk im Mundwinkel, so als wollte er im nächsten Moment zu einer seiner so süffisant ironischen Zeilen wie der aus „Club der toten Dichter“ ansetzen: „Das Mark aus dem Leben zu saugen heißt nicht, am Knochen zu ersticken“.

rw star

Dass man beim Lachen oft genug das Weinen mit in Kauf nehmen muss, zeigte Williams sowohl bei vielen seiner Leinwanderfolgen (zur Schande der Oscar-Jury bekam er lediglich 1998 für seine Rolle in „Good Will Hunting“ den Goldmann als bester Nebendarsteller) als auch auf Theater- und Stand-Up-Comedy-Bühnen und in TV-Studios (zuletzt in der nach nur einer Staffel abgesetzten US-Serie „The Crazy Ones“). Schaute man ihm beim Spielen zu, so hatte man nicht selten das Gefühl, das Leben in all seinen Formen und Farben – angefangen vom Schönen und Reinen bis hin zum Dreck der Niederungen – würde sich darin spiegeln. Er war wohl das, was man gemeinhin als „Schauspieler der alten Schule“ bezeichnen würde. Einer, der nie zur Egomanie oder der platten Überhöhung vieler seiner Schauspielkollegen neigte. Einer, der die Leinwandpartner stützte, trug und stets strahlen ließ, ohne sie im falschen Licht zu überstrahlen. Doch wie nicht wenige seiner kreativen Kollegen wohnte auch Robin Williams quasi Tür an Tür mit seinen inneren Dämonen, war seit Mitte der Achtziger trockener Alkoholiker. Aus diesem Thema machte er ebenso wenig einen Hehl wie aus seinem Rückfall im Jahr 2006, dem umgehenden Entzug und den Kampf mit Depressionen – er sprach offen, frei und ehrlich darüber, er war Mensch und Manns genug, Schwächen zuzulassen.

Umso trauriger ist es, dass nun nach Philip Seymour Hoffman ein weiterer der ganz großen Zelluloidmimen (und das sei ausdrücklich nicht als Floskel zu verstehen!) seinen letzten Knicks vollzogen hat. Man kann die Schwere der Zeilen, die seine Frau Susan Schneider, mit der er 2011 in dritter Ehe verheiratet war, in einem Statement an die Welt richtete, lediglich erahnen: „Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und besten Freund verloren, und die Welt einen ihrer beliebtesten Schauspieler und liebenswürdigsten Menschen. Mein Herz ist völlig gebrochen. Ich hoffe, in den Erinnerungen wird nicht sein Tod vorherrschen, sondern die unzähligen Momente des Spaßes und des Lachens, die er Millionen gab.“. Nicht nur ich dürfte dem Schauspieler mit dem gütigen Lächeln viele tolle Filmerinnerungen zu verdanken haben. Und dafür bin ich ihm sehr, sehr dankbar…

Am 11. August 2014 entschied Robin Williams im Alter von 63 Jahren, dass nun die Zeit für seinen letzten Auftritt gekommen sei. Ob in diesem Moment die Sonne schien? Ob es regnete? Oder gar beides? Dieses regenbogenfarbene Zwinkern wäre nur allzu passend gewesen…

 

EDIT: Hier der gelungene Nachruf von „Rolling Stone“-Autor Arne Willander…

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Video- und Songneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Conor Oberst – Hundreds Of Ways

conor oberst

Glaubt man dem eigenen (digitalen) Plattenschrank, so war es in letzter Zeit ruhig um Conor Oberst. Dabei war das einstige „Wunderkind des Folk“ keinesfalls untätig, immerhin hat Oberst neben seiner seit mehr als 15 Jahren betriebenen Stammband Bright Eyes auch Soloaktivitäten oder die Alt. Country-„Supergroup“ Monsters Of Folk, zu welcher auch My Morning Jacket-Frontmann Jim James, Singer/Songwriter M. Ward oder Langzeitproduzentenkumpel Mike Mogis zählen, fest im Auge. Zudem reaktivierte er im vergangenen Jahr seine Post-Hardcore-Indierocker Desaparecidos, um mit ihnen ein paar – freilich politisch höchst relevante – Singles zu veröffentlichen und karitative Konzerte zu spielen.

Nun jedoch soll es wieder Zeit für ein neues Soloalbum sein. „Upside Down Mountain“, der Nachfolger zum 2008 erschienenen selbstbetitelten Plattenalleingang, wird am 20. Mai via Nonesuch Records veröffentlicht, wurde vom auf archaisch große Folk-Traditionen spezialisierten Musikerbuddy Jonathan Wilson produziert und wird wohl den ein oder anderen Gastauftritt, wie den des schwedischen Folk-Schwesternpaares First Aid Kit, die sich damit wohl bei Oberst für dessen Gastspiel auf ihrem zwei Jahre zurückliegenden Album „The Lion’s Roar“ revanchieren, bereithalten. Schon jetzt gibt es mit „Hundreds Of Ways“ einen ersten Vorgeschmack aufs kommende Conor Oberst-Werk, und der weist mit seinen ebenso introspektiven wie melancholischen und weitsichtigen Textzeilen, seiner country’esken Stimmung und Obersts markanter Stimme durchaus Dylan’sche Qualitäten auf…

„What a thing to be a witness to the sunshine / What a dream to just be walking on the ground / What a time to live among the ash and remnants of our love / That came before and I’m still looking for that now…“

 

 

 

The Notwist – Kong 

the notwist

Wesentlich weniger Geduld müssen alle Freunde der deutschen Elektronik-Frickel-Indierocker The Notwist aufbringen, immerhin erscheint deren neues Album „Close To The Glass“ bereits in wenigen Tagen. Bevor Platte Nummer sieben ab dem 21. Februar in Gänze in die Regale wandert, stellt die international geschätzte Band aus dem beschaulichen oberbayrischen Weilheim, deren Album in den USA vom feinen Indie-Label Sub Pop Records vertrieben wird, mit „Kong“ einen der heimlichen Hits auf „Close To The Glass“ vor und schickt das Stück samt einem Animationsvideo von Regisseur Yu Sato ins Rennen. Das macht auch durchaus Sinn, erzählt der Song doch die Geschichte eines Superhelden namens „Kong“, der eine Familie aus dem Ausnahmezustand rettet und auf ein autobiografisches Erlebnis von Notwist-Sänger Markus Achter anspielt, der als Kind viele Comics las und sich während eines regnerischen Tages in Weilheim – als Hochwasser die Stadt bedrohte – vorstellte, dass ein Superheld kommen und ihn und seine Familie aus den bedrohlichen Fluten retten würde…

 

(Wer den Song als Live-Version hören mag, der kann sich hier einen Mitschnitt von „Kong“, den die Band während eines Konzerts in Düsseldorf im Kotober 2012 zum Besten gab, ansehen…)

 

 

Marcus Wiebusch – Konfetti

marcuswiebusch_andreashornoff_600.png?w=600&h=333

Das hat aber gedauert, Herr Wiebusch! Immerhin ein Jahr Zeit hat sich der hauptberufliche Kettcar-Bandchef und (zu einem Drittel) Labeleigentümer des geschätzten Grand Hotel van Cleef nach der Veröffentlichung seines Drei-Song-Solo-EP „Hinfort ! Feindliche Macht“ gelassen, um mit dem längst versprochenen Soloalbum in die Pötte zu kommen. Dass nun sowohl das Cover als auch die Tracklist und ein Veröffentlichungsdatum (der 18. April) vom Marcus Wiebusch-Debüt „Konfetti“ stehen, ist umso erfreulicher. Und falls auch nur ein Teil der elf Stücke so großartig gerät wie „Nur einmal rächen“, im vergangenen Jahr bereits Bestandteil der EP, nun freilich auch auf dem Debüt vertreten und außerdem eine meiner persönlichen Lieblingssongs 2013, dann steht uns ein wahrlich famoses Album von einem der sympathischsten und gewieftesten bundesdeutschen Musik-Lyriker ins Haus…

„Wenn ich abends einschlafe oder morgens aufwache / Ein gutes, cooles Leben wird die beste Rache / Eure Welt programmieren, meine leichteste Sache / Ein gutes, cooles Leben ist die beste Rache….“

 

 

 

Brody Dalle – Meet The Foetus / Oh The Joy

brodydalle_promo_fkp.jpg?w=600&h=304

Rückblick 2003: Marcus Wiebuschs Hauptband Kettcar hatte damals unlängst ihr vielgelobtes und seitdem – sowohl in Punkto „Referenzwerk“ als auch als „Meilenstein“ – oft zitiertes Debütalbum „Du und wieviel von deinen Freunden“ in Label-Eigenregie in die Plattenregale gebracht, und auch aus den US of A vernahm man ein gewaltiges Brausen und Grollen. „All my friends are murder / Hey, all my bones no marrows in / All these fiends want teenage meat / All my friends are murderers“ zischte die damals 24-jährige Brody Dalle in „Drain The Blood„, der Leadsingle des dritten Albums „Coral Fang“ ihrer damaligen Band The Distillers, höchst pissed’n’angry in Mikro. Auch heute noch verursachen der Song und seine zehn Albumkumpane energetische Punkrock-Fallstricke in den Magengruben all jener, denen das Album in bester Rancid-Tradition (mit Tim Amstrong, dem Frontmann der kalifornischen Punktocker, war Dalle übrigens bis 2003 für ganze sechs Jahre verheiratet) damals in die Karten der adoleszenten Wirren spielte. Dann jedoch machten die Distillers unvermittelt Schluss, Dalle bandelte mit Queens Of The Stone Age-Mastermind Josh Homme an, heiratete ihn 2007 und zog sich als zweifache Mutter weitestgehend aus dem Musikgeschäft zurück – Windeln und Fläschchen statt Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Und obwohl der erneute Versuch der gebürtigen Australierin, im Jahr 2009 mit dem selbstbetitelten Debüt ihrer neuen Band Spinnerette an die alte Klasse anzuknüpfen, eher Alternative Rock-mäßig mau ausfiel, beweist etwa Caspers Textreferenz im Song „230409“ („Du warst nie Brody Dalle / Und ich war nie dein Wes Eisold“ – vom Album „XOXO“), dass die Dame auch heute noch als Inbegriff der „Bonnie & Clyde“-mäßig abgefuckten Erotik des Punkrock gilt…

Nun also wagt die mittlerweile 35-jährige Brody Dalle, die auch optisch kaum noch etwas mit dem kaputten Twentysomething-Ich ihrer Selbst gemein hat (blonde Mähne statt buntem Mohawk), einen erneuten Anlauf im Musikgeschäft. „Meet The Foetus / Oh The Joy“, der erste Song ihres kommenden Soloalbums, das von QOTSA-Intimus Alain Johannes produziert wurde, lässt dabei freilich all die Bissigkeit der Distillers vermissen und erinnert mit seinem verrockten Hall und den derben Riffs eher an Achtziger-Jahre-Darkwave-Heroen wie Bauhaus oder – natürlich – die Queens Of The Stone Age. Kein großes Ding also, und man hofft, dass Dalle mit dem Rest des Albums mehr überzeugen kann als mit diesen ersten fünf Minuten. Ein kleines Ausrufezeichen kommt jedoch aus dem Hintergrund, immerhin lotste die ehemals „sexiest woman in punkrock“ keine Geringeren als Emily Kokal (Warpaint) und Shirley Manson (Garbage) für die Backing Vocals ins Studio…

 

 

 

Karen O – The Moon Song

the moon song

Ein nicht eben unähnlicher Ruf eilt auch Karen O voraus. Seit dem elf Jahre zurückliegenden Debütalbum ihrer Band, den Yeah Yeah Yeahs, gilt die 35-jährige New Yorkerin als feministische Stil-Ikone, die mit ihren Outfits mal Trends setzt, mal aneckt und mit ihrer Musik kaum bis keinerlei Anbiederei oder Kompromisse an den Zeitgeist zulässt, sondern diesen schlichtweg selbst mitdefiniert. Dass dieser Weg durchaus von Erfolg gekrönt sein kann, zeigen einerseits die vielfachen Grammy-Nominerungen des Yeah Yeah Yeahs, andererseits jedoch auch, dass Karen O für „The Moon Song“, ihren Beitrag zum – im Übrigen sehr zu empfehlenden – neuen Film „Her“ von Kultregisseur Spike Jonze, nun für den Oscar als „bestes Titelstück“ nominiert wurde.

Wer das bezaubernde „The Moon Song“, im Film selbst von den beiden Hauptdarstellern Joaquin Phoenix und Scarlett Johansson gesungen, noch nicht kennt, der sollte dies schleunigst nachholen. In dieser Version gab Karen O den Song gemeinsam mit Regisseur Spike Jonze und Produktdesigner KK Barrett bei der Online-Radioshow von KCRW „Morning Becomes Electric“ zum Besten:

 

 

20140210-her-x600-1392073735Außerdem nahm Karen O „The Moon Song“ noch im Duett mit Vampire Weekend-Frontmann Ezra Koenig auf – in eben der Variante, die der Sängerin im Grunde von Anfang an vorschwebte: „It’s wild because ‚The Moon Song‘ was written and recorded in the most humble of circumstances; at my dining room table, a few paces away from the couch I read the script for Her for the first time“, wie Karen O dem Rolling Stone erzählte. „I was really excited at the prospect of getting to record it with a male vocalist. Ezra was super cool and open, he slipped into character like a champ and damn he’s got the goods.“

 

 

The National – I Need My Girl + Live from the Sydney Opera House

The-National-I-Need-My-Girl

Und allwöchentlich grüßen The National… Nachdem die US-Band in der vergangenen Woche noch zum Cover-Contest ihres Songs aufrief (das Rennen machte am Ende übrigens jene Multiinstrumental-Version von Kai Keefe), präsentierten die Mannen um Frontstimme Matt Berninger am Freitag – und damit passend zur Feier des Valentinstags – das Musikvideo zur Ballade „I Need My Girl“, in welchem die Kamera vor einem komplett in schwarz getauchten Hintergrund um zum Tanz aufgestellte Paare kreist, die sich vertraut in die Augen blicken und aneinander schmiegen. Romantik pur – und das von den wohl größten Indierock-Melancholikern unserer Zeit…

 

 

Und als ob das noch nicht genug wäre, bietet die Band all denen, die es bis dato noch nicht zu einer Show von The National geschafft haben (so wie ich, leider) oder diese intensiven Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen wollen, den kompletten zweitstündigen Auftritt im ebenso berühmten wie ehrwürdigen Opernhaus von Sydney, Australien, welcher jüngst am 8. Februar stattfand und bei dem The National ganze 26 Songs zum Besten gab, im Stream an:

 

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: