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Song des Tages: Asaf Avidan – „The Labyrinth Song“


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Seit jeher besitzt Asaf Avidan aufgrund seiner androgyn-hohen Stimmlage, welche in ihren Glanzmomenten an goldene Sixties- und Seventies-Rockröhrkehlchen wie Janis Joplin oder Robert Plant erinnert, einen nahezu einhundertprozentigen Wiedererkennungswert. Inspiriert von der heimischen Plattensammlung seiner Eltern kam der Sohn israelischer Diplomaten, der unter anderem in Jamaika aufwuchs, schon in seiner Kindheit mit Musik und deren Vielfalt in Verbindung. Dadurch setze sich der israelische Folk-Rock-Musiker auch schon früh mit so unterschiedlichen Größen wie Bob Dylan, Leonard Cohen, Nirvana oder Jimi Hendrix auseinander. Nach fehlgeschlagenen Unterrichtsversuchen auf der Gitarre gewann die Musik für Asaf Avidan dann während seines Wehrdienstes bei den Israelischen Verteidigungsstreitkräften enorm an Bedeutung. Auch wenn es sich noch so kitschig lesen mag: als er sich – auch nach der Trennung von seiner damaligen Freundin – einsam fühlte, gab ihm seine Gitarre wieder Halt. Also komponierte er erste Songs und nutzte die Musik als Ventil für seine Emotionen.

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Und irgendwie spielte ihm das Schicksal danach mehrfach in die Hände, denn nachdem der talentierte israelische Folk-Rocker zusammen mit seiner Band Asaf Avidan & The Mojos im Jahr 2008 das Debütalbum „The Reckoning“ veröffentlichte, ging plötzlich alles ganz schnell: Goldstatus im eigenen Land, Live-Auftritte in großen Hallen und schließlich auch ein ordentliches Maß an Bekanntheit in Europa. Nicht ganz unschuldig daran ist der Remix „One Day“ des Berliner DJs Wankelmut, in dem der „Reckoning Song“ des Durchstarter-Albums – wenn auch im Chill-Out-Lounge-Outfit – wiederzuerkennen ist. Seit der Auflösung von Asaf Avidan & The Mojos begeistert Asaf Avidan seit nunmehr acht Jahren – mal akustisch und reduziert, mal experimentell und im poppig-elektrischen Gewand – auch mit seinen Soloprojekten. Für den Herbst hat Avidan außerdem mit „Anagnorisis“ ein neues Album angekündigt.

Einen weiteren Bekanntheitsschub dürfte dem 40-jährigen israelischen Musiker außerdem „The Labyrinth Song“ geben, denn schließlich war das Stück, welches im Original vom 2015 erschienenen Album „Gold Shadow“ stammt, kürzlich in einer Episode der finalen 3. Staffel der weltweit überaus erfolgreichen deutschen Netflix-Serie „DARK“ zu hören. Scheint also ganz so, als würde das Schicksal Asaf Avidan erneut ein wenig in die Hände spielen…

 

 

„Evening rises, darkness threatens to engulf us all
But there’s a moon above it’s shining and I think I hear a call
It’s just a whisper through the trees, my ears can hardly make it out
But I can hear it in my heart, vibrating strong as if she shouts
Oh Ariadne, I am coming, I just need to work this maze inside my head
I came here like you asked, I killed the beast, that part of me is dead
Oh Ariadne, I just need to work this maze inside my head
If only I’d have listened to you when you offered me that thread
Everything is quiet and I’m not exactly sure
If it really was your voice I heard or maybe it’s a door
That’s closing up some hero’s back, on his track to be a man
Can it be that all us heroes have a path but not a plan?
Oh Ariadne, I’m coming, I just need to work this maze inside my mind
I wish I had that string, it’s so damn dark, I think I’m going blind
Oh Ariadne, I just need to work this maze inside my mind
For the life of me I don’t remember what I came to find
Now tell me princess are you strolling through your sacred grove?
And is the moon still shining? You’re the only thing I’m thinking of
The sword you gave me, it was heavy, I just had to lay it down
It’s funny how defenseless I can feel here when there’s nobody around
Oh Ariadne, I’m coming, I just need to work this maze inside my heart
I was blind, I thought you’d bind me, but you offered me a chart
Oh Ariadne, I just need to work this maze inside my heart
If I’d known that you could guide me, I’d have listened from the start
Somewhere up there there midnight strikes, I think I hear the fall
Of little drops of water, magnified against the barren wall
It’s more a feeling than a substance, but there’s nobody around
And when I’m in here all alone, it’s just enough to let me drown
Oh Ariadne, I was coming, but I failed you in this labyrinth of my past
Oh Ariadne, let me sing you, and we’ll make each other last
Oh Ariadne, I have failed you in this labyrinth of my past
Oh Ariadne, let me sing you, and we’ll make each other last“

 

Rock and Roll.

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Die „Lady Gaga des Poetry Slam“ – Julia Engelmanns „Grapefruit“


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Die bundesdeutsche „Poetry Slam„-Szene wirkt mittlerweile – YouTube, Facebook und Co. sei Dank – derart unüberschaubar, dass man wohl Wochen bräuchte, um jedem „Slammer“ respektive jeder „Slammerin“ die gewünschte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Und: Klar, manch einen Vortrag hätte man sich – Geschmacksache, Geschmacksache! – im Nachhinein sparen können…

Dennoch stechen manche Wortakrobaten/-innen auch aus dieser Masse ohne Zahl heraus. Julia Engelmann etwa. Die 25-jährige Norddeutsche wurde Anfang 2014 durch das virale Teilen einer Aufzeichnung ihres Auftritts beim „5. Bielefelder Hörsaalslam“ vom 7. Mai 2013 bekannt, in welchem sie inhaltlich zu einem bewussten Nutzen der Zeit aufruft (Sie wissen schon – „Carpe Diem“ etc. pp.) und hat sich seitdem durch weitere fleißige Auftritte auf Poetry-Slam-Bühnen, aber auch in etlichen Talkshows, zu so etwas wie der „Lady Gaga der Poetry-Slam-Szene“ entwickelt.

Will heißen, dass die multitalentierte Bremerin, die zwischen 2010 und 2012 auch in der RTL-Soap „Alles was zählt“ mitspielte, mittlerweile drei Buchveröffentlichungen (der letzte Textband „Jetzt, Baby“ erschien 2016) sowie neuerdings auch einen Plattenvertrag vorzuweisen hat (da wiederum erscheint das Debütalbum „Poesiealbum-sic!- im November).

Und natürlich mag man – und hier wird deutlich, dass der Vergleich mit Stefani Joanne Angelina „Gaga“ Germanotta durchaus nicht unpassend gewählt ist – Julia Engelmann auch nervig, altklug oder in gestelzten Metren daher poesierend finden. Darf denken, dass man etwas, was bereits 10 Millionen Klicks zum „Slam-Hit“ befördert haben (der oben erwähnte Auftritt beim „Bielefelder Hörsaalslam“, welcher gedanklich auf dem One-Hit-Wonder „One Day / Reckoning“ fußt), nicht auch noch selbst gut finden muss. Nope, muss man nicht.

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Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Julia Engelmanns Textgedanken in einigen Momenten das Herz berühren können. „Grapefruit“ etwa, welches die selbstberufene „Vollzeitpoetin“ selbst wie folgt beschreibt:

„Letztes Jahr habe ich auf einer WG-Party einem traurigen Menschen gegenüber gesessen und wusste nicht, was ich sagen sollte – obwohl ich so gerne geholfen hätte. Für diesen Menschen hab ich am nächsten Tag ‚Grapefruit‘ geschrieben. Ich hab beim Schreiben vor mich hingesungen und so ist ein ‚Lied-Gedicht‘ daraus geworden.“

Und obwohl ich auch hier nicht eben jeden Gedanken zu einhundert Prozent unterschreiben würde (nicht jeder traurige oder depressive Mensch ist zwangsläufig ein Fall für den Psychologen, Herzchen!), steckt sehr viel Wahrhaftiges und Gutes in diesen fünf „Lied-Gedicht“-Minuten von „Grapefruit“, welche man so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommt…

 

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Wer mehr wissen mag, dem sei Julia Engelmanns Aufritt in der „NDR Talkshow“ vom August 2017 empfohlen, bei dem sie auch „Grapefruit“ zum Besten gibt (und für sichtbare Rührung bei den anderen Gästen sorgt):

 

Rock and Roll.

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