Schlagwort-Archive: Occupy

Song des Tages: Rocky Votolato – „Prison Is Private Property“


maxresdefault

Mein persönlicher Song zum 1. Mai: „Prison Is Private Property“ von Rocky Votolato. Zwar hat das Stück – 2003 auf dem vierten Soloalbum „Suicide Medicine„erschienen (und wenn ihr mich fragt, dann ist es auch bis heute sein bestes) – auch schon wieder ein paar Jährchen auf dem akustischen Buckel, die Thematik ist jedoch auch im Jahr 2017 noch so brandaktuell wie damals: der tagtägliche Kampf ums Überleben im Kapitalismus – nicht für skrupellose reiche Deppen wie Donald Trump und Konsorten, denen schon in der Wiege der sprichwörtliche goldene Löffel ins Maul gestopft wurde, sondern für Otto Normal.

Dass auch einer wie der 40-jährige US-amerikanische Singer/Songwriter Rocky Votolato nur zu gut weiß, wovon er da singt, habe ich ja bereits im vergangenen Jahr schon erwähnt. Das macht „Prison Is Private Property“ natürlich nicht unbedingt besser (muss es auch nicht, der Song ist an sich schon stark genug), jedoch um ein Vielfaches ehrlicher. Tiefschürfende Kapitalismuskritik in Reinform, die auch auf eines meiner Lieblingszitate aus „Fight Club“ (das Buch, der Film) anspielt: „The things you own end up owning you. It’s only after you lose everything that you’re free to do anything.“. Wer sich frei genug von aller Schuld fühlt, der werfe gern den ersten Stein…

 

 
„The have nots, have had enough and now they’re out to kill the king
Of what looks to be an evil empire where short-term earnings mean everything
There’s a pressure to deliver here, you’re gonna get hurt if you don’t play this game
Nobody will ever know, just the CEO to the CFO
If you can work some magic, we can double our paychecks, so make the numbers look right
Wall street is a ruthless mistress with a quick and painful judgment
Temptation is in deep now, threads of greed run through this fabric
Weaving tapestries over your eyes to prepare the landscapes for disaster
Anthrax or a plane crash, biochemical, or even nuclear attacks
Integrity is too damn expensive, discount the price but still
Nobody’s buying so come up with the money, boys – or you’ll be choking on a barrel
And it just might be your own finger squeezing on the trigger
Call in the reinforcements

You’re working hard on a life of your own
Three square meals and a place to call home
The American dream can be found here if you keep your mouth closed
But the teeth you keep clenched is what’s killing the chance
Your mouth is watering as you imagine
Swallowing each new possession
It’s building a prison

You’ll think there’s a place where you made it
You searched for this your whole life
New answers will satisfy but then you realize it’s never enough
That’s the slickest marketing I’ve ever seen – a spiraling trap
With enough ambition and a firm set of rules you can have anything you want
You can walk right out into the world and capture and kill God
In a little box or a little book to be understood
But no one can argue with the good sense and strength of a solid foundation
Or with the weakness born when corruption is the rule and not the exception
I’m trying hard to forget everything I thought I knew
You’ve climbed much too high to let the truth stop you now
Or to concern yourself with the investments of
Lesser honest men
The ladder’s been brutal but the payoff is just around the corner
Call in the reinforcements

You’re working hard on a life of your own
Three square meals and a place to call home
But you keep getting lost each time you walk out your front door
Me I’ve got a family, I know real well what it means
To make sure there’s enough food on the table each day
But I’d rather starve than be a whore for an empty living…“
 
Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Oberst rockt wieder! – Neue Songs von den Desaparecidos…


Desaparecidos 2013 mit Conor Oberst (1. v.l.)

Desaparecidos 2013 mit Conor Oberst (1. v.l.)

Conor Oberst war noch nie jemand, der gut untätig herumsitzen und dem Nichtstun frönen konnte. Und so begann der heute 33-Jährige bereits im zarten Alter von 13 Jahren, musikalisch wild um sich zu schlagen und Bands über Bands zu gründen. Während einige dieser Namen logischerweise auf der Strecke bleiben mussten (siehe etwa Commander Venus, deren Mitglieder 1998 – nach immerhin 4 Jahren – in andere Bands entschwanden), gibt es einige dieser Formationen bis heute: The Faint etwa (auch wenn Oberst dort längst nicht mehr mitmischt), Cursive (mit deren Frontmann Tim Kasher ist Oberst bereits seit Kindheitstagen befreundet) oder Bright Eyes, mit denen Conor Oberst spätestens durch das 2002 veröffentlichte Großwerk „LIFTED or The Story is in the Soil, Keep Your Ear to the Ground“ auch über die Grenzen des US-amerikanischen Heimatstaates Nebraska hinaus Bekanntheit erlangte. Bei allem, was danach kam, konnte man Oberst durchaus ein Händchen fürs „goldene Musikhandwerk“ unterstellen: die folgenden Bright Eyes-Alben, allen voran der 2005er Januskopf-Doppelpack „I’m Wide Awake, It’s Morning“ und „Digital Ash in a Digital Urn„, gerieten formidabel bis brillant, seine Soloalben intim bis ausschweifend folkloristisch, und auch der Zusammenschluss mit My Morning Jacket-Frontmann Jim James, Singer/Songwriter M. Ward und Bright Eyes-Kumpel Mike Mogis zu Monsters Of Folk konnte sich hören lassen.

Conor Oberst

Das Tolle an Conor Oberst ist jedoch noch immer, dass er bei allen kreativen Ausflügen nie den Fehler machte, die Verpackung über den Inhalt zu stellen. Anstatt sich irgendwelchen großen Plattenlabels mit fader Formatradio-Massenware anzubiedern, gründete er mit befreundeten Musikern 1993 (!) das Mini-Label Lumberjack Records, welches schon bald als Saddle Creek Records – von der Homebase in Omaha, Nebraska aus – seinen Siegeszug in die weltweiten Plattenläden antrat und bis heute für Musik mit hohen Idealen und Premiumqualität steht – und das in Zeiten, in denen Schlagzeilen über das Massensterben „konventioneller“ Musikvermarktungsmethoden an der Tagesordnung zu sein scheinen… Und auch politisch hielt sich Oberst nie zurück: der Musiker ist ein entschiedener PETA-Supporter, gibt nicht selten Konzerte für karitative Zwecke, unterstützte 2008 an der Seite von Größen wie Bruce Springsteen, Michael Stipe (R.E.M.) oder Eddie Vedder (Pearl Jam) die „Vote For A Change“-Tour zur Wahl von Barack Obama, und äußert sich auch heute noch kritisch über politische Entwicklungen in der Welt und seiner US-Heimat. Und da er seine Stammformation Bright Eyes für nicht ausreichend geeignet hielt, um klare Worte zu sprechen, gründete er 2001 die Desaparecidos und ließ auf dem Debüt – und bis heute einzigen Album der Formation – „Read Music/Speak Spanish“ in zehn Punkrock- und Post-Hardcore-Auswüchsen seinem Unmut über innere wie äußere Zustände freien Lauf. Da Oberst bald darauf mit seinen etlichen weiteren Formationen, Kollaborationen und Labelplanungen ausreichend ausgelastet war, ruhten die Desaparecidos bis 2010, ehe sie – klar! – für eine politische Benefizshow wieder zusammen fanden. Und nachdem die Band im vergangenen Jahr die beiden neuen Stücke „ManiKKKopa“ und „Backsell“ unters Hörervolk warf (die ersten neuen Töne nach 10 Jahren Sendepause!), kann man nun zwei weitere neue Songs der „Verschwundenen“ hören: „Anonymous“ und „The Left Is Right“ zollen unmissverständlich WikiLeaks und Occupy Respekt und denken verdammt nochmal überhaupt nicht daran, sich mit der momentanen Lage zufrieden zu geben.

“Slay Goliath! Slay Goliath!”
The flashmob all held up their phones
But you cannot predict when the students riot
And a big machine always moves slow
So throw your little stone

You can’t stop us
We are Anonymous
You can’t stop us
We are Anonymous
Expect us
We know what all of us know

(aus „Anonymous“)

Conor Oberst, dieser kreative Nimmersatt, begleitet mich nun bereits seit mehr als 10 Jahren mit seiner Musik. Und auch nach 10 Jahren lässt er nicht nach, großartige Musik in meine Gehörgänge zu schicken. Conor Obersts Schaffen bleibt spannend. Conor Oberst bleibt unbequem.

Desaparecidos new single

Hier kann man sich „Anonymous“ und „The Left Is Right“, die beiden neuen Songs der Desaparecidos, anhören…

(Wer mag, darf sich erstgenannten Song sogar hier kostenlos auf’s heimische Abspielgerät ziehen!)

 

…und hier die Songs „MariKKKopa“, in welchem Oberst gegen Menschenrechtsverletzungen wütet,…

…und „Backsell“:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: