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Song des Tages: Amanda Palmer & Jasmine Power – „Mr. Weinstein Will See You Now“


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Die auf diesem bescheidenen Blog ohnehin oft erwähnte (da großartige) Amanda Palmer und Jasmine Power haben nun auch ein Musikvideo zu ihrem gemeinsamen #metoo-Song „Mr. Weinstein Will See You Now“ veröffentlicht. Die Regie und Choreografie zu der „Visual Novel“, welches sein „NSFW“-Prädikat durchaus verdient, übernahm Noémie Lafrance, die unter anderem die Tanz-Choreografie der „Songs Of David Byrne And Bryan Eno“-Tour entwickelt hatte.

a1725573856_16.jpgDas Video überführt die sensiblen Themen Vergewaltigung und Machtmissbrauch dabei mit blutigen Bettlaken und teils wie tot in einem Hotelzimmer liegenden Frauen in Männerhemden in mal bedrückende, mal beklemmende Bildsprache. Sämtliche Erlöse der Single, die als „Name your price“ auf Bandcamp verfügbar ist, kommen dem Time’s Up Fond für die rechtliche Vertretung von Opfern sexuellen Missbrauchs zugute. Co-Songwriterin Jasmine Power sagte über den Videodreh: „Es gab Momente, wo ich die Monitore beobachtete, in denen ich vor Schmerz erschaudert bin. Der Tag hat sich kraftvoll, düster, furchtlos und dann leicht angefühlt, als ich auf ein dankbares Lächeln einer Frau am Set geantwortet habe, als sie sagte: ‚Danke, dass du das geschrieben hast.‘ Ich hoffe, dass meine Kinder das Video eines Tages sehen und dann erleichtert sein werden, dass sich die Zeiten geändert haben.“

Die jetzige Veröffentlichung des visuellen Pendants zum Song ist übrigens keineswegs zufällig gewählt: Das Musikvideo erschien (am 5. Oktober) gezielt genau ein Jahr nach dem Artikel in der „New York Times“, der dem Filmproduzenten Harvey Weinstein sexuellen Missbrauch in zahlreichen Fällen vorgeworfen hatte und damit die #metoo-Bewegung (und viele weitere Enthüllungen) ins Rollen brachte. Weinstein muss sich wegen dieser Taten zur Zeit vor Gericht verantworten.

Weitere Informationen zum Video, Dreh und dessen Hintergründen findet man auf Amanda Palmers Patreon-Seite.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Olympique – „Face Down The Earth“


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Na, den Valentinstag gut überstanden? Falls ihr den „Tag der Liebenden“ – und vor allem die Nacht – in trauter Zweisamkeit verbracht habt, dann könnte es bei euch – bestenfalls, freilich – so ausgeschaut haben wie im so ganz und gar nicht jugendfreien Musikvideo zum Olympique-Song „Face Down The Earth“ – minus filmische Ästhetik, minus stylisches Schwarz-weiß, natürlich…

Das Stück selbst stammt vom im vergangenen November veröffentlichten Debütalbum „Crystal Palace“ des Salzburger Trios, bestehend aus Fabian Woschnagg, Leo C. Scheichenost und Nino Ebner – drei Schulfreunden, die sich schon eine gefühlte Ewigkeit kennen und ihr Hobby mit ihrem Debüt auf eine neue, deutlich professionellere Ebene heben. Apropos „professionell“: So braucht sich der Erstling von Olympique trotz der Herkunft aus Österreich, einem nicht eben für Indierock gerühmten Land, das jedoch aktuell und mit so einigen Bands wie Wanda, Ja. Panik, Bilderbuch und Konsorten (auch wenn die freilich auf Deutsch und mit deutlichem Wiener Schmäh-Einschlag sinnsprechen mögen) eine wahre Renaissance abseits von Falco erfährt, wahrlich nicht verstecken – dafür spielen die 13 Songs von „Crystal Palace“ (mehr Infos zur Band und zum Albumtitel finden sich in diesem Artikel, während man hier eine knappe Track-by-Track-Review lesen kann) zu sehr auf internationalem Niveau.  Dabei sollte man sich von der tollen, süchtig machenden Albumabschlussnummer „Face Down The Earth“ keineswegs täuschen lassen, denn Olympique sind keineswegs eine reine „Balladen-Band“. Mal lugen – wenn man schon Vergleichsbands herbei zitieren mag – die älteren Muse ums Eck (etwa bei der ersten Album-Single „The Reason I Came„), mal stehen die Kings Of Leon klanglich ein klein wenig Pate. Dass die Songs organisch, reduziert und ehrlich daher kommen, jedoch auch pulsieren und in ihrer Zeit verloren dramatisch ein- und ausatmen und sich auch ein gutes Stück Poplastigkeit (oder eben: Eingängigkeit) bewahren, ist erfreulich. Dennoch sticht – zumindest für mich – vor allem „Face Down The Earth“ hervor. Und das nicht (nur) wegen seines höchst elegant geratenen Koitus-Musikvideos, welches im Übrigen Teil einer ganze acht Kurzfilme umfassenden Musikvideoreihe zum Album sein soll, die „Crystal Palace“ in bewegten Bildern umrahmen. Ach, unsere lieben Ösis und ihre Kunstansprüche…

 

 

Rock and Roll.

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