Schlagwort-Archive: Nostalgie

Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

Es ist schließlich Frühling…

 

Rock and Roll.

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Das Mixtape ist tot. Lang lebe das Mixtape! (Eine Empfehlung, eine knappe Ode.)


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„Ich hab alles aufgenommen, jeden Song bekommen
Massenhaft CDs gekauft, auf manchen war nur ein Hit drauf
Nicht so schlimm, nicht so schlimm, das Mixtape muss stimmen

Nimm mein Mixtape, Babe
Ich hoffe, dass es dir gefällt
Nimm mein Mixtape, Babe
Mit Liebe zusammengestellt
Nimm mein Mixtape, Babe
Egal wo du jetzt bist
Hör mein Mixtape, Babe
Damit du mich nicht vergisst…“

Bereits Legionen von musikverliebten Menschen wussten schon vor Olli Schulz‘ Song „Nimm mein Mixtape, Babe“ (vom 2003 erschienenen Debüt „Brichst Du mir das Herz, dann brech‘ ich Dir die Beine!„) um die Wissenschaft, die um die Zusammenstellung eines Mixtapes, diesem bunten Mix aus verschiedensten Musikstücken, besteht. Tausende von Büchern wurden darüber geschrieben, dass während dieser 60 oder 90 Minuten (das geradezu „klassische“ Kassetten-Mixtape) oder 80 Minuten (die CD-Variante) einfach alles passen muss: die Reihenfolge, die Übergänge, die Stimmung, die Mischung, ganz besonders der erste und letzte Song… Da ist eine Menge Psychologie im Spiel, und all die Menschen, die „eigentlich alles“ an Musik hören, oder „nur nebenbei“ oder „nur das, was im Radio läuft“, werden wohl nie die romantische Verklärtheit nachvollziehen können, mit der Autoren wie Nick Hornby (etwa im Musiknerd-Romanklassiker „High Fidelity„) oder Rob Sheffield (in „Love is a Mix Tape: Eine Geschichte von Liebe, Leid und lauter Musik„) von und über ein Leben für die Musik schreiben. Der eine oder die andere unter euch erinnert sich vielleicht noch mit einem seligen Grauschimmer an jene Tage, als er (slash: sie) Stunde um Stunde mit dem Grübeln über das richtige Mixtape an den oder die Angebetete, an einen Kumpel oder wenauchimmer verbracht hat, an die Momente, an denen er (slash: sie) mit den Songs dieses Mixtapes mehr sagen konnte als mit tausenden von Worten in einem Brief…

love_is_a_mixed_tape__by_fangedfem1Und fast könnte man meinen, dass die hohe Kunst der Zusammenstellung eines Mixtapes mit dem langsamen und graduellen Aussterben von Musikkassetten und CDs nun ebenfalls verloren geht. Dabei verlagert sich dieses schöne Hobby, dem auch ich seit vielen Jahren fröne (so gehen seit jeher am Ende eines jeden Jahres meine „Jahresmixe“ an Familie und Freunde raus), lediglich ins Digitale. Und obwohl im weltweiten Netz freilich das Haptische, das Anfassen eines Mixtapes, bei dem man auch gleich ein individuelles Artwork mit vielen schönen Schnörkeln und Details vor Augen hat, verloren geht, bieten sich letzten Endes – gute Audioqualität der digitalen Daten vorausgesetzt – auch viele Vorteile: insofern man einen Internetanschluss besitzt, ist alles jederzeit verfügbar – ganz gleich, ob man nun gerade in Alaska, Sydney, Kapstadt oder Helsinki sitzt. Ein Link genügt, und schon Sekunden später kann jeder den gerade zusammengestellten Mix streamen oder downloaden. Die mit geradezu wissenschaftlicher Akribie betriebene Mühe, die der Zusammensteller in das Mixtape (dem, genau genommen, eigentlich ja längst das „Tape“ abhanden gekommen ist) gesteckt hat, all die Stunden, die er/sie sich über die ausgewählten Songs und deren Reihenfolge den musikverliebten Kopf zerbrochen hat – all das ist noch so, wie es zu Zeiten der Regentschaft der Plattenspieler und Kassettenrekorder war, nur eben mit deutlich mehr Möglichkeiten und Auswahl in den schier endlosen Weiten des weltweiten Netzes, in denen quasi jeder mit ein bisschen Equipment und Know-how selbst zum Musiker werden kann (ob das so förderlich ist, bleibt freilich der persönlichen Geschmackseinschätzung überlassen).

Und wer ein wenig im weltweiten Netz gräbt, der findet sie immer noch, die Mixtape-Künstler, die unverbesserlichen Nostalgiker, die viel Liebe, viele Stunden und noch mehr Gedanken in die Zusammenstellung einer Playliste strecken. Einer davon ist Drew von „tiny little mixtapes„. Er selbst stellt sich folgendermaßen vor:

Foto: tinylittemixtapes.com

Foto: tinylittemixtapes.com

„I’m Drew.

I post mixtapes full of the songs that makeup the soundtrack to my life.

(I mean, very literally.)

This is what I listen to on the bus.

Or when I’m dancing in my underpants.

Or singing to a dog.“

Auf der Seite des frisch gebackenen Familienvaters stehen Dutzende von Mixtapes zum Stream oder Download bereit, die sich einen feuchten Dreck um Genres scheren und in denen man gerade darum stimmig für Tage und Wochen versinken mag.  Natürlich prangt auf der Startseite ein Bild von John Cusacks Alter Ego Rob aus der Verfilmung von „High Fidelity“. Natürlich wird darüber aus dem Roman zitiert: „A GOOD COMPILATION TAPE, LIKE BREAKING UP, IS HARD TO DO AND TAKES AGES LONGER THAN IT MIGHT SEEM. YOU’VE GOT TO KICK OFF WITH A KILLER, TO GRAB THE ATTENTION. THEN YOU’VE GOT TO TAKE IT UP A NOTCH, OR COOL IT OFF A NOTCH…OH, THERE ARE A LOT OF RULES.“. Selbst der Disclaimer der Homepage ist auf eine Art und Weise sympathisch unaufgeregt geraten, die wohl nur wahre Musiknerds mit einem nickenden Lächeln erwidern werden. Große Worte macht Drew zumindest weder um seine liebevoll und stimmig zusammengestellten Mixtapes noch um seine Rubrik „tiny little songs„. Muss er ja auch nicht. Let the music do the talking. Das Mixtape ist tot. Lang lebe das Mixtape!

 

 

Rock and Roll.

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Liebe und Geschichten in jeder Rille – der Kurzfilm aus dem The Gaslight Anthem-Lager: „Every Word Handwritten“


Every Word Handwritten...

Eines steht fest: wir leben in schnelllebigen Zeiten. Alles muss immer größer, praktischer, effektiver, besser, höher, schneller, weiter sein. Wir führen – zumindest in den Industrienationen – den Darwinismus ad absurdum und passen unsere Umwelt uns an. Gibt’s nicht? Klappt nicht? Was nicht passt, wird passend gemacht! Und wieso sollte es mit der Musik anders sein? Musste man sich früher noch zu Hausmusikabenden zusammen setzen, wenn man Musik hören wollte, so lässt heute beinahe jeder seinen eigenen kleinen Tagessoundtrack auf dem Weg zur oder von der Arbeit, beim Putzen, Joggen, Schlafen, Lesen und wasweißichfürgelegenheiten durch die Gehörgänge rauschen. Musste man früher noch Stunde um Stunde vor dem Tapedeck verbringen, wenn man den neusten „heißen Scheiß“ an Radiotiteln auf Magnetbändern in den Walkman bringen wollte – und beim Mitschneiden im Radio alles sekundengenau abpassen (und hoffen, hoffen, hoffen, dass dieser dämliche Moderator den Titel auch gottverdammtnochmal ausspielt und nicht wieder irgendwelche beschissenen Verkehrsmeldungen über die beste Stelle rasseln lässt!) -, so kann man sich heutzutage bei Bedarf einfach die komplette Diskographie eines Künstlers innerhalb weniger Minuten auf die heimische Festplatte saugen. Und, all ihr Kiddies da draußen: was wisst ihr denn heute noch über die Unwägbarkeiten, die Tücken, die psychologischen Fallstricke der Zusammenstellung des – nahezu! – perfekten Mixtapes? Hm? Darüber, den idealen Anfang und den vielsagensten Abschluss zu finden und den Hörer (zu meiner Zeit und in eurem Alter meist: die Angebetete) während der gesamten Zeitspanne – bei Kassetten meist 60 oder 90 Minuten, später die Standard-CD-Länge von 80 Minuten – bei Laune zu halten, bestenfalls gar (für sich) zu begeistern? Wann habt er zuletzt vor einem Platten- oder CD-Regal gestanden und versucht, den Besitzer dieser „Kostbarkeiten“ anhand des Musikgeschmacks psychologisch einzuschätzen? Wann habt ihr eure Finger zuletzt fachkundig durch die Neuerscheinungen in einem Musikfachgeschäft wandern lassen? (Ja, es gibt in der Tat ein Leben außerhalb des iTunes Stores!) Wann habt ihr zuletzt eine Vinylplatte in euren Händen gehalten – gar: eine gekauft? Oder lediglich eine CD? Also? Hm? Hm?!? HM?!? Und nein: das ist kein Kulturpessimismus. Nennt es bitte verklärte Kulturromantik…

Vinyl Love

The Gaslight Anthem-Schlagzeuger Ben Horowitz sieht das ähnlich: „Ich habe mich in Musik verliebt, als es noch keine Musik gab,“ wie er kürzlich gegenüber der US-amerikanischen Ausgabe des Rolling Stone zu Protokoll gab. „Und als sich die gesamte Musikindustrie veränderte, war ich immer noch verliebt. Es ist schon interessant, ein Musikfan zu sein und diese Veränderungen selbst mitzumachen.“ Und so ist es umso logischer, das er und seine Band dieser Langzeitliebe nun in größerem Maße Tribut zollen: im 15-minütigen Kurzfilm „Every Word Handwritten“ wird der Weg einer Vinylsingle durch die Jahrzehnte gezeigt, wie sie die Leben von Menschen, ja von ganzen Generationen in entscheidenden Momenten verändert, und selbst nur äußerlich Schaden nimmt – Vinyl, du schwarzes Gold, du musikalischer Hort für die Ewigkeit. Und auch der Titel des Film kommt nicht von ungefähr: die Idee kam Horowitz, als es darum ging, Themenbereiche für das Video zum Titelsong des gleichnamigen, im vergangenen Juli erschienenen Gaslight Anthem-Albums „Handwritten“ zu sammeln. Nachdem sich der Schlagzeuger das Okay seiner Bandkumpels eingeholt hatte, setzte er sich mit Regisseur Kevin Slack, der vorher unter anderem bereits das Video zu „Here Comes My Man“ mit verantwortete, in Kontakt und begann mit der Arbeit. Herausgekommen sind 15 sehenswerte Minuten, für deren Score sich TGA-Gitarrist  Alex Rosamilia und Wes Kleinknecht, ein weiterer Freund der Band, verantwortlich zeichnen, und deren Optik wohl allen, die mit den bisherigen Videos von The Gaslight Anthem vertraut sind, ebenfalls zusagen dürfte…

„Ich kann mir ein Leben ohne Vinyl nicht vorstellen. Ein Leben, in dem ich durch mein Wohnzimmer gehe, ohne meine Platten zu sehen.“ Ja, Ben Horowitz ist einer dieser Kulturtraditionalisten, die ihr immer so süffisant belächelt, während ihr euch auf euren iPods und iPhones durch Tage um Tage Musik clickwheeled und scrolled, Kinder. Nichts für ungut, sehr verehrte jüngere Generation, denn auch ich liebe meinen iPod! Aber: viel zu viele von euch werden wohl einen guten Teil eben jener Magie, die die Musik eigentlich stets umgeben sollte, wohl leider nie kennenlernen…

The Gaslight Anthem

Der Kurzfilm „Every Word Handwritten“ kann hier (über den Internetauftritt des US-amerikanischen Rolling Stone) begutachtet werden…

…und hier gibt’s noch einmal die bisherigen Zusammenarbeiten von The Gaslight Anthem mit Regisseur Kevin Slack: das Video zu „I’da Called You Woody, Joe“ (vom 2007 erschienenen Debüt „Sink Or Swim„)…

 

…den Clip zu „Handwritten“ (quasi der Kurzfilm im gestrafften Videoformat)…

 

und das aktuelle Video zu „Here Comes My Man“:

 

Als kleinen Bonus gibt’s hier noch The Gaslight Anthems Version des Animals-Klassikers „House Of The Rising Sun“, die die Band bei einer Session der „Billboard Candid Cover“-Reihe einspielte:

 

Rock and Roll.

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