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Song des Tages: Highasakite – „God Don’t Leave Me“ (live)


Im Jahr der Bandgründung direkt ein komplettes Debütalbum zu veröffentlichen und damit im Heimatland die Charts zu entern, ist schon beeindruckend genug. Erfolgreiche Genre-Wechsel und ein starkes Feingefühl für bewegende Sound-Landschaften haben der Kunst von Highasakite außerdem bereits mehrfach die Krone aufgesetzt. 2012 trafen sich Sängerin Ingrid Helene Håvik und Schlagzeuger Trond Bersu auf der Trondheim Jazz Conservatory und beschlossen schnell, zukünftig zusammen Musik zu machen – die Geburtsstunde der norwegischen Indie-Pop-Band.

„Rare musical landscapes, a place of long dark shadows, sudden flashes of glittering light, brooding silences and unexpected explosions of fierce percussion…“ (Highasakite über Highasakite)

Man braucht auch kein Geheimnis draus zu machen, man hört’s ohnehin schnell – ausschweifend atmosphärisch ging es bei Highasakite schon immer zu. Doch setzte das Duo, welches vor allem auf der Bühne manches Mal zum Quintett anwachsen kann, diese Fähigkeit bei den von Electro-Folk durchdrungenen ersten Langspielern „All That Floats Will Rain“ und „Silent Treatment“ noch auf sehr malerische Weise ein, wurden ihre Songs auf dem 2016er Album „Camp Echo“ deutlich vielschichtiger und elektronischer, ja: düsterer. Anstatt länger in melancholischen Traumbildern zu schwelgen, thematisierten Ingrid Helene Håvik und Trond Bersu in vielen Stücken verdammt weltliche Ängste in Verbindung mit Krieg, Terror oder der Klimaerwärmung. Findige Füchse lesen dies bereits aus dem Albumtitel „Camp Echo“ heraus, schließlich handelt es sich hierbei um den Namen eines Gefangenenlagers in Guantanamo Bay. Passend dazu verlagerten Highasakite die dazugehörige Soundkulisse hin zu Neunziger-R’n’B, Trance und sinistrem Synthie-Pop mit tonnenschweren Tastentönen, Drumbeats und Verfremdungseffekten – kühl, aggressiv und aufgewühlt klingen hier viele Momente, in einer Manier, die oft genug an The Knife erinnert. Diesen Weg setzte die Band, die bereits mehrfach den renommierten norwegischen „Spellemannsprisen“ einheimsen konnte und 2016 sogar beim „Nobel Peace Prize Concert“ auftrat, unlängst auch mit dem 2019 erschienenen Album „Uranium Heart“ fort: Schlagzeug, Gitarre, Synthesizer und allerlei elektronische Elemente bilden vornehmlich den Rahmen für die hingebungsvoll-epischen Klangflächen der Norweger.

Was auf Konserve zwar recht gut als Kopfkino-Untermalung funktioniert, an mancher Stelle jedoch auch schnell überfrachtet wirkt und – zumindest nach meinem Gusto – zu electronica-lastig gerät, bekommen Highasakite live wesentlich wirkungsvoller hin. Bestes Beispiel ist etwa die „Acoustic Versions EP„, auf der die Band vier Songs von „Camp Echo“ in reduziertem Gewand präsentiert. Oder eben diese 2019er Live-Variante des tollen Songs „God Don’t Leave Me“ (hier und hier gibt’s weitere Auszüge von jener Show). Auch dieser stammt vom 2016 erschienen dritten Album und verhandelt zum Widerhall von Synthies und Chor einen verzweifelten Ruf an Gott, den laut Band ein Soldat in seiner größten Not ausstoßen könnte…

(Auf den Song aufmerksam geworden bin ich übrigens durch seinen Einsatz in der zwar etwas vorhersehbaren, jedoch dennoch sehenswerten norwegischen Nordic-Noir-Serie „TWIN„, welche auch für alle Freunde von „Game Of Thrones“ einen Binge-Versuch wert sein dürfte, immerhin ist Kristofer „Tormund Riesentod“ Hivju hier in einer Doppelhauptrolle zu sehen. Die insgesamt acht Folgen findet man bei Interesse in der ARD-Mediathek…)

„God, don’t leave me, I’ll freeze
I panic in my bedroom half asleep
God, don’t tempt me, I’m weak
And either way, it’s a shitty way to leave
Creator of my awful mind
You crossed the line this time
You crossed the line this time
It’s been a long time since the phone rang and it was you
God, don’t leave me, I’ll freeze
If only ‚bout a second of your time
If only ‚bout a second of your time

God, don’t leave me, I’ll freeze
Like the last summer
God, don’t leave me, I’ll freeze
Like the last summer (God, don’t leave me out)
God, don’t leave me, I’ll freeze
Like the last summer (God, don’t leave me now)
God, don’t leave me, I’ll freeze
Like the last summer (God, don’t leave me now)
Like the last summer (God, don’t leave me now)
Like the last summer (God, don’t leave me now)
Like the last summer…“

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sløtface – „Telepathetic“


Foto: Promo / Jonathan Vivaas Kise

Junge Menschen treibt heutzutage vieles umher – der Klima-Wandel oder zunehmende Rechtsruck-Tendenzen etwa. Hinzu kommen das Zurechtfinden in einer sich immer schneller wandelnden Welt und scheinbar erwachsenen Lebenssituationen, zerbröselnde Liebesbeziehungen sowie die Planung der eigenen Zukunft. „Sorry For The Late Reply“, das bereits im Januar erschienene zweite Studioalbum der Indie-Punker Sløtface, schnappt sich für seinen Titel nicht nur eine Alltagsphrase, die den Zeitgeist junger Erwachsener griffiger kaum fassen könnte, sondern reißt in gleichem Zug eben jene Themenbereiche an, die diese Gesellschaftsgruppe scheinbar in den Wahnsinn zu treiben scheinen. All das packt die Band aus der norwegischen Küsten-Stadt Stavanger in eingängigen Indie-Punk-Rock, der sich an so einigen Stellen herrlich befreiend anfühlt und wohlmöglich auch bei „älteren Semestern“ den Wunsch hervorruft, tanzen zu wollen. Kurzum: Das nahezu perfekte Gitarrenalbum für die „Generation Y„.

Der Sound, den das Quartett um Sängerin Haley Shea auf dem Nachfolger zum 2017er Werk “Try Not To Freak Out” auffährt, ist dabei ebenso vielschichtig wie zumeist dezent poppig. Das mag zu großen Anteilen an Odd Martin Skålnes liegen, der etwa bereits an Sigrids Hit-Single „Don’t Kill My Vibe“ werkelte und der Band als Produzent zur Seite stand. Gleich das Eröffnungs-Dreiergespann aus „S.U.C.C.E.S.S.“, „Telepathetic“ und „Stuff“ setzt auf drei so schmissige Refrains, dass es fast schon frech erscheint, wie sehr sich die Songs bereits nach wenigen Durchgängen in den eigenen Kopf fressen. Die auf Hit getrimmte Ausarbeitung der Aufnahmen kommt gerade in den Strophen von „Stuff“ zur Geltung: Der Beat klingt nahezu programmiert, der Bass übernimmt in leicht angespactem Sound das Ruder und die Gitarre steuert zumeist lediglich kleine Blues-Licks bei. Solche Spielereien sind so banal, dass sie erst im Zusammenwirken mit den anderen drei Instrumenten ihre volle Durchschlagkraft entfalten.

Trotz aller Eingängigkeit sind die Songs im Kern und Herzen jedoch immer Punk. Das spiegelt sich freilich vor allem in den flotteren Stücken wider. So wird „Crying In Amsterdam“, bei dem flottes Tempo auf Lo-Fi-Produktion und Fuzz-Gitarren trifft, von einem elektrifizierenden „Yeah“-Ausruf eingeleitet und zieht das Tempo mit seiner knarzenden Bass-Line und flottem Beat alsbald entsprechend an. Der niedliche Garage-Rocker „Tap The Pack“ treibt wenige Minuten zuvor mit angecrunchten, in den richtigen Momenten aber knarzenden Gitarren befreiend nach vorn. Auch fein: „Nancy Drew“ mit seinem Death From Above-Bass. Dabei versieht die Band ihre Songs stets immer mit einem Fünkchen Pop à la Ash, The Wannadies oder Green Day.

Auch die Texte von Sløtface (die in ihren Anfangstagen als „Slutface“ umher tingelten) verankern sich tief im Punk Sub-Genre, sind zwar selten direkt politisch, dafür stets politisiert. So zieht Frontfrau Haley Shea mal über soziale Ungerechtigkeiten und den Leistungsdruck westlicher Gesellschaften her („S.U.C.C.E.S.S.“), seziert später die monotone Natur der Routine („Telepathetic“) und behandelt schlussendlich auch den mensch-gemachten Wandel unserer Umwelt („Sink Or Swim“). Gerade letztgenannter Song könnte mit Zeilen wie „It’s not politics, it’s sink or swim“ oder „It’s too warm for October“ sowie seinem eingängigen Sound fast schon zur kommenden Hymne der juvenilen „Fridays For Future“-Bewegung mutieren.

Die zurückgenommene Indie-Ballade „New Year, New Me“ wiederum wendet sich mehr dem „Ich“ als Objekt zu und reflektiert jene Neujahrsvorsätze, die eh nie-nie-niemals eingehalten werden. In Sheas Worten heißt das dann: „‘New year, new me‘ is the greatest lie I always tell myself.“ Ertappt? „Laugh At Funerals“ dahingegen nähert sich einer anderen unangenehmen Situation, nämlich dem Zusammentreffen von Verwandten und Freunden, wenn Familienmitglieder versterben. Passend zu seiner emotional aufgeladenen Thematik entlässt der Song gen Ende seine Spannung in einem instrumentalen Ausbruch. Im Anschluss nimmt „Static“ einen jedoch schon wieder bei der Patschehand und schleppt einen mitsamt unverschämt tighter Bass-Linie auf die Indie-Tanzfläche (so diese denn nach Ende des Corona-Lockdowns wieder freigegeben wird).

All diese Erlebnisse machen viele junge Menschen im Laufe des Erwachsenwerdens durch. Mehr noch: Diese Sorgen – die Angst vor den Folgen der Klima-Katastrophe, dem gesellschaftlichen Druck, einem gewissen Standard entsprechen zu wollen – scheinen mittlerweile ein fester Teil des Heranwachsens geworden zu sein. Sløtface bieten auf ihrem Zweitling gerade jenen Gedanken eine Plattform. Und wo andere nur hohle, stylish gereimte Phrasen singdreschen, lässt das Quartett auf kritische Worte auch Taten folgen, beteiligte sich in ihrer Heimat an Aktionen zum Weltfrauentag und spielte etwa für das Musikvideo zu ihrem Song „Sponge State“ (von der gleichnamigen 2016er EP) illegal auf einem Berg in Førde, wo sich zeitgleich eine Aktivistengruppe an Maschinen eines großen Bergbaukonzerns kettete, der Abfälle in den Fjord kippt. Bei solch einer Nähe zum alltäglichen Leben überrascht es keineswegs, dass die Band in der Vergangenheit für ihr Debüt und ihren unverschämt eingängigen Glitter-Punkrock nicht nur das Grammy-Äquivalent ihres Heimatlandes, den „Spellemann„, in Empfang nehmen durfte, sondern sogar bereits in der erfolgreichen Coming Of Age-Netflix-Serie „Sex Education“ Erwähnung fand. Denn – ja – gerade solche Themen treiben Millennials nämlich umher…

(Wem übrigens die etwas ruhigere Seite von Sløtface mehr zusagt, dem sei das unlängst in tourneefreier Quarantäne entstandene und im Oktober veröffentlichte Quasi-Akustikalbum „the slumber tapes“ wärmstens empfohlen…)

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Musical Slave – „They Can’t Stop You“


Wenn selbst einer wie Oscar-Preisträger Glen Hansard (The Frames, The Swell Season) einem digitale Lorbeeren wie „Norwigi embodies the best of cultures crosspollinating and flourishing together. I’m a huge fan of her writing and her videos.“ zuteil werden lässt, dann sollte man getrost ein, zwei Öhrchen riskieren.

Hinter der von hoher Singer/Songwriter-Stelle gepriesenen The Musical Slave versteckt sich die aus Norwegen stammende Straßenmusikerin Kristin Vollset, die – schenkt man ihrer Erzählung Glauben – in ihrem Leben schon gut in der Welt herum gekommen ist:

„The Musical Slave is a travelling musician and storyteller. She plays tropical punk and sings about people, love, cosmic forces, and the world economy. 

The Musical Slave is from Bergen, on the west coast of Norway. But she’s happiest when she’s out wandering. She started making music, jamming on the streets of Lyon, in France around the year 2000. She later moved to London where she ended up making vocal- and noisebased soundscapes. After a few years she travelled to Mexico, and started working as a street musician there. She also worked as a fisher in the Mexican lagoon of Temascal. When she moved back home she started writing her own songs. She has also worked as a school assistant, painter, scaffolder, bricklayer, gardener, and on a farm making cheese and sausages.

The Musical Slave has been performing in the street, since 2003. When she’s on the move she also sometimes makes money selling pancakes. 

From 2006 to 2010 she was in the band Bergen Beach Band.

From 2011 to 2014 she lived in Ireland, where she wrote the famous ballad, ‚No Plan‚, about the urban horse culture in inner city Dublin. She also made a documentary music video for it, which has been screened in film festivals in Dublin, New York and Cairo.

In February 2017 she gave birth to her daughter, Lovis, and until recently she’s been working as a full-time mother. 

She’s now back working on her music, and focusing on recording more of her songs.“

Und auch wie sie zu ihrem Künstlernamen kam, verrät die freiheitsliebende Künstlerin:

 „I call myself ‚The Musical Slave‘ because I believe that the money system turns us into slaves, and stops many people on this planet from doing what they really want to do. When you are always stuck, struggling to survive, you can’t be creative, and you don’t have time and energy left to really live.

But we’re all born with a heart, and we can use this heart to express ourselves, and to fight to turn this world back into the dream its meant to be. And music is a way to spark each other’s hearts, and remind each other to not let anything stop us from doing what we want and being who we want to be.“

Abseits von zwei, drei Songs hat Vollset leider noch nicht allzu viele musikalische Lebenszeichen hinterlassen. Einer davon ist jedoch das im Mai veröffentlichte „They Can’t Stop You“, welches sie ihrer Teilzeit-Wahlheimat Dublin widmet:

I remember when I first arrived in Dublin 8 on a Friday morning in June, how surprised I was that everyone was talking to me. And they had this dark sense of humour that made me feel at home straight away. It was like going back to a different time, when people lived in smaller groups with their own friends and family.

I found a freedom with these people that I haven’t found anywhere else. And with this song, I want to give people the same feeling of freedom they gave me.

This song, ‚They Can’t Stop You‘, is really about the search for freedom. The basic, primal freedom I think every living being longs for, but that, unfortunately, is hard to reach.

And that’s why I love the people of Dublin 8 so much – because out of all the people I’ve met in my life, they’ve come the closest to claiming that freedom. The song is also about the tension between the tribe and the state, and about who gets to decide what freedom is and if we should be allowed it.

I had a big problem in Dublin, that the police kept shutting me down whenever I played in the street. I think the state goes too far in limiting people’s freedom and their right to exercise their culture. And society is transforming quickly now, and with mass surveillance becoming the new norm, and artificial intelligence being able to reach and possibly control every aspect of our lives, redefining and reclaiming freedom is more relevant than ever.

So with this song I hope to remind people what it feels like to be free…

Und neben einem wachen Auge für gesellschaftliche Missstände scheint Irland auch klanglich die ein oder andere Spur hinterlassen zu haben – so meine ich einen Touch der vor zwei Jahren (zu früh) verstorbenen Cranberries-Sirene Dolores O’Riordan herauszuhören.

Klare Sache: The Musical Slave und ihr zukünftiges Schaffen sollte man im Auge (und Ohr) behalten! Ist ja schließlich von Glen Hansard abgesegnet…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Ane Brun – „You’ll Never Walk Alone“


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In Deutschland wohl vor allem distinguierten Kammerfolk-Connaisseuren, die auch nicht davor zurück scheuen, in feiner Abendrobe zum schnieken Bestuhlt-Konzert zu watscheln, bekannt, in ihrer norwegischen Heimat längst ein mit Gold-, Platin- und mehreren Nummer-eins-Alben dekorierter Star: Ane Brun.

Und in der Tat kann die 43-jährige Indiefolk-Popperin mit der so besonderen, so speziell wie elfenhaften Stimme, die mittlerweile ihre privaten wie kreativen Zelte im schwedischen Stockholm aufgeschlagen hat, auf eine recht beeindruckende Karriere zurückblicken, die einst, 1998, mit einer Akustikgitarre in den Fußgängerzonen von Barcelona und San Sebastian sowie später in der zwar kleine, jedoch recht umtriebigen Künstlerszene im norwegischen Bergen ihre ersten zarten Gehversuche hinein ins Musikgeschäft unternahm. Seitdem hat sich viel mit Leben von Ane Brunvoll, die 1976 im norwegischen Molde das Licht der Welt erblickte, getan: acht Alben (zuletzt 2017 das feine Cover-Album „Leave Me Breathless„), eine knappe Handvoll Live-Werke (die aufgrund der gesanglichen Stärken Bruns durchaus auch für Diskografie-Einsteiger empfehlenswert sind), ein einiges Plattenlabel (Balloon Ranger Recordings) – mal widmet sich Ane Brun Duetten (etwa mit Ron Sexsmith, Madrugada, Teitur, Syd Matters, José González, Wendy McNeill oder Peter Gabriel), mal ihrer eigenen, von ihrer auf Eindringlichkeit und die Unmittelbarkeit gemünzten Stimme garnierten Version des Folk Noir-Pop, mal eben Coverversionen (auch hier ist die Palette mit Neuinterpretationen von Foreigner über Radiohead, Bob Dylan, a-ha, Mariah Carey, Nick Cave, Tom Petty oder Joni Mitchell recht breit). Klar, Ane Bruns Kreativität mag zuweilen ebenso fordernd wie einnehmend sein. Schlussendlich bekommt man Norwegens wohl schönste Antwort auf artverwandte Künstlerinnen wie Björk, PJ Harvey, Florence and the Machine, Feist oder Emiliana Torrini.

43562433_500_500Dass Ane Brun das Covern nicht eben kleiner Nummern aus dem Effeff versteht, zeigt sich einmal mehr an ihrer nun veröffentlichten zart besaiteten Version von „You’ll Never Walk Alone„, ebenjenes 1945 im Broadway-Musical „Carousel“ uraufgeführten und in den Sechzigern von Garry & The Pacemakers populär gemachten Songs, der mittlerweile vor allem an der Anfield Road des Liverpool FC oder im Signal-Iduna-Park (oder eben dem Westfalenstadion), der Heimstätte meines geliebten BVB, aber auch überall sonst, wo guter, traditionsbewusster Fussball gespielt wird, seine Heimat gefunden hat (wer mag, findet hier einen interessanten Artikel). Und auch bei Brun ist die Wahl ebenjenes Fussball-Gänsehautstücks eine persönliche, wie sie via Facebook zu verstehen gab:

„I don’t really follow sports on a daily basis but I enjoy watching a great football match!! And when I really love someone who really loves Liverpool FC ⚽️ then I just had to record the team’s most famous song ‚You’ll Never Walk Alone‘ for this person’s birthday! And now I wanted to share it with you all. Recorded in a hotel room in Hamburg missing my ❤️“

Keine drei Minuten Spielzeit, in denen ein bestens bekanntes Gänsehautstück auf eine der außergewöhnlichsten Gänsehautstimmen trifft. Passt wunderbar.

 

 

„When you walk through a storm
Hold your head up high
And don’t be afraid of the dark
At the end of a storm is a golden sky
And the sweet silver song of a lark

Walk on through the wind
Walk on through the rain
Tho‘ your dreams be tossed and blown
Walk on, walk on with hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never, ever walk alone

Walk on, walk on with hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never, ever walk alone“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Weezer – „Take On Me“


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Weezer haben ihrer Coverversion des seit Erscheinen im Jahr 1985 unkaputtbaren a-ha-Evergreens „Take On Me“ ein Musikvideo spendiert. Und wie sollte es anders sein, bleibt sich der Los-Angeles-Alternative-Rock-Vierer auch im Jahr 2019 augenzwinkernd treu, denn in dem humorvollen Clip spielt mit „Stranger Things„-Darsteller Finn Wolfhard ein Serien-Freunden durchaus geläufiges Gesicht Weezer-Frontmann Rivers Cuomo in jungen Jahren, der gemeinsamen mit seinen Freunden die gar nicht mal so andere Version des Achtziger-Tanzflächen-Smashers spielt. Die Rolle ebenjener Freunde übernehmen die restlichen Mitglieder von Wolfhards tatsächlich existierender Indierock-Band Calpurnia (mehr dazu erfahrt ihr etwa hier). Im weiteren Verlauf wechselt das Musikvideo in den ikonischen skizzenhaften Cartoon-Stil von Künstler Steve Barron, den a-ha bereits im Clip zu ihrer Originalversion verwendet hatten.

„Take On Me“ ist Teil des Coveralbums „Teal Album„, das Weezer überraschend im Januar veröffentlicht hatten, bevor im März ihr nächstes reguläres Album, das „Black Album„, erscheint (und hoffentlich etwas interessanter gerät als die vorangegangenen Werke). Und obwohl man sich von Rivers Cuomo, Brian Bell, Scott Shriner und Patrick Wilson ein klein wenig mehr Mut bei Songauswahl und musikalischer Umsetzung gewünscht hätte (denn Gassenhauer wie Totos „Africa“, Black Sabbaths „Paranoid“, TLCs „No Scrubs“ oder Michael Jacksons „Billie Jean“ geraten doch meist recht originalgetreu-schnöde und klingen deshalb mehr nach Buddy-Karaoke-Abend denn nach Wagnis), ist’s durchaus interessant zu hören, dass Cuomo die stimmlichen Höhen eines Morten Harket tatsächlich zu erklimmen weiß…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sigrid – „Everybody Knows“


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Zwar war „Justice League„, der im vergangenen Jahr ins Kino gekommene Superhelden-DC Extended Universe-Blockbuster von Regisseur Zack Snyder, höchstens Unterhaltungsmittelmaß (was wohl nicht nur an der recht hölzern-mauen Story, sondern auch einmal mehr an der klaren Batman-Fehlbesetzung Ben Affleck lag), der Titelsong jedoch ist über jeden Zweifel erhaben…

sigrid_everybody_knowsUnd das ist in der Tat aller Ehren wert, schließlich stammt das Original vom ewig großen kanadischen, vor zwei Jahren im Alter von 82 Lenzen verstorbenen Lyriker Leonard Cohen. Die 2017er Neuinterpretation der 21jährigen aufstrebenderen norwegischen Pop-Musikerin Sigrid Solbakk Raabe, welche unlängst von der renommierten BBC selbst einige Vorschusslorbeeren in Form der Ernennung zum „BBC Music Sound of 2018“ erhielt, klingt denn auch weniger nach den schrecklichen Achtziger-Synthies von Cohens Studioversion, sondern kommt – passend zur Atmosphäre der Anfangsbildsequenzen von „Justice League“ – mit bedeutungsschwangerem Piano und Streichern daher… Großes Kino, das auch den fulminanten Songtext noch einmal in ein recht zeitlos-zeitgeistiges Licht rückt.

 

 

„Everybody knows that the dice are loaded
Everybody rolls with their fingers crossed
Everybody knows the war is over
Everybody knows the good guys lost
Everybody knows the fight was fixed
The poor stay poor, the rich get rich
That’s how it goes
Everybody knows

Everybody knows that the boat is leaking
Everybody knows that the captain lied
Everybody got this broken feeling
Like their father or their dog just died
Everybody talking to their pockets
Everybody wants a box of chocolates
And a long-stem rose
Everybody knows

Everybody knows that you love me baby
Everybody knows that you really do
Everybody knows that you’ve been faithful
Oh, give or take a night or two
Everybody knows you’ve been discreet
But there were so many people you just had to meet
Without your clothes
Everybody knows

Everybody knows, everybody knows
That’s how it goes
Everybody knows
Everybody knows, everybody knows
That’s how it goes
Everybody knows

And everybody knows that it’s now or never
Everybody knows that it’s me or you
And everybody knows that you live forever
When you’ve done a line or two
Everybody knows the deal is rotten
Old Black Joe’s still picking cotton
For your ribbons and bows
And everybody knows

And everybody knows that the Plague is coming
Everybody knows that it’s moving fast
Everybody knows that the naked man and woman
Are just a shining artifact of the past
Everybody knows the scene is dead
But there’s gonna be a meter on your bed
That will disclose
What everybody knows

And everybody knows that you’re in trouble
Everybody knows what you’ve been through
From the bloody cross on top of Calvary
To the beach of Malibu
Everybody knows it’s coming apart
Take one last look at this Sacred Heart
Before it blows
Everybody knows“

 

Rock and Roll.

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