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Moritz Krämer und We Invented Paris live in der Scheune, Dresden, 14. Februar 2012 – oder: Wohlfühlvalentinstag


Es gibt durchaus einige gute Gründe, die eine gemeinsame Tour von Moritz Krämer und We Invented Paris (WIP) als logische Konsequenz erscheinen lassen: Beide haben im vergangenen Jahr ihre Debütalben veröffentlicht (Moritz Krämer sein „Wir können nix dafür“, zu welchem ihr hier mehr lesen könnt, und We Invented Paris ihren selbstbetitelten Erstling), die Musik ist in Aufbau, Wirkung und Herangehensweise gar nicht so unterschiedlich, beide wurden schon früh von „TV Noir“ entdeckt, empfohlen und unterstützt. Da wundert es kaum, dass der gemeinsame Konzertabend in der Dresdner Scheune unter eben jenem „TV Noir“-Banner stattfindet. Alles ist angerichtet für ein entspanntes Sitzplatzkonzert im gut geheizten und bis auf den letzten Platz gefüllten Saal und – Hallo, Gesamtkonzept! – in etwa so eingerichtet, wie man es von den Mitschnitten der regelmäßigen Konzertreihe aus dem Berliner Heimathafen kennt: eine Couch, eine Stehlampe, sogar ein in der Bühnenmitte hängendes Gemälde – nicht ohne Grund trägt die Sendung den Untertitel „Wohnzimmer der Songwriter“

Zur Wohnzimmer-Wohlfühlatmosphäre tragen auch alle Musiker während des gut zwei Stunden langen Konzertes bei. Es wird immer im Wechsel musiziert, manchmal – und vor allem gegen Ende – auch inmitten des Publikums und/oder gemeinsam. Der Wahlberliner Moritz Krämer macht mit „Hinterher“, einem Lied, welches mit ironischem Unterton Überlegungen über die eigene Beerdigung anstellt, den Anfang, das schweizerisch-deutsche Musikerkollektiv, welches an diesem Abend aus vier „Delegierten“ besteht, legt mit „Bubbletrees“ nach. Beinahe den kompletten Abend über werden die Stücke in akustischem Gewand dargeboten, was zur Wohlfühlatmosphäre beiträgt, aber nie langweilt, auch weil vor allem WIP-Frontmann Flavian Graber und der stets etwas positiv verpeilte Moritz Krämer bestens gelaunt und immer um Interaktion mit dem Publikum bemüht sind. Es wäre unnötig, hier alle gespielten Songs aufzuzählen, vielmehr bestätigten alle Musiker den positiven Eindruck, welchen sie bei ihren letzten Besuchen in Dresden (WIP bei ihrem Konzert im Ostpol im Oktober 2011, Moritz Krämer im Rahmen des Grand Fest Van Cleef im Dezember 2011) hinterlassen hatten. Sympathie-Punkte sammelt das Tour-Gespann außerdem für sein soziales Engagement: Bei jedem Konzert der Tour wird ein Zuschauer bzw. eine Zuschauerin (wie in Dresden der Fall) gebeten, während des Auftrittes ein Bild auf einer bereitstehenden Staffelei (samt Leinwand und Farben) zu malen, welches am Konzertende versteigert wird. Die Einnahmen sollen am Tourende einer Peruanischen Bauernfamilie in Form einer Kuh zukommen – eine „Kuh für Peru“, sozusagen (mehr Infos findet ihr hier)… Und vor allem WIP sind eine Band, welche – für mich – vor allem live und auf der Bühne funktioniert. Zwar kann man das Debütalbum als durchaus gelungen bezeichnen, doch gerade Songs wie „Iceberg“, „The Bunker“, „A View That Almost Kills“ oder das fantastische „Nothing To Say“ entwickeln auf auf der Bühne eine Strahlkraft und Dynamik, welche sich kaum in klinischer Studioatmosphäre reproduzieren lässt. Moritz Krämer hat es da als Solokünstler, der live wie auf Platte selten mehr braucht als eine Gitarre, um einiges einfacher…

Nach mehreren Zugaben – unter anderem einem von Graber solo dargebotenen A Cappella-Radiohead-Cover von „Idioteque“ und dem älteren Moritz Krämer-Stück „Gudann“, bei dem nach und nach alle Musiker die Bühne verließen – war der Wohlfühlvalentinestag mit den Gastgebern Moritz Krämer und We Invented Paris beendet. War schön, Jungs. Bald wieder? Gern!

Hier wieder ein paar optische Konzertimpressionen…

(alle Fotos: ANEWFRIEND)

 

…und bewegte Hörproben von Auftritten bei „TV Noir“:

 

 

 

Rock and Roll.

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