Schlagwort-Archive: New York

Song des Tages: The Racer – „The Funeral“


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The Racer sind eine fünfköpfige Indierock-Band aus Monroe im New Yorker Hudson Valley. Wieso Pete Marotta (Gesang, Piano), Mike Esserman (Gitarre), Steve Kondracki (Gitarre), Eric Sosler (Bass) und Mike Perri (Schlagzeug, Percussion) mit ihren mittlerweile drei Langspielern (der letzte, „Giant„, erschien 2016) sowie zwei guter Handvoll Singles weder in den heimischen US of A noch in good ol‘ Europe bislang groß Aufmerksamkeit geschenkt wurde, obwohl doch die Songs, die mal indierockend gen Firmament bis hin zu den kanadischen Buddies im Geiste von Wintersleep schielen, mal einen ganz ähnlichen Willen zum Experiment wagen wie etwa Manchester Orchestra (passend dazu wurde „Giant“ von Dan Hannon, der bereits mehrfach mit Andy Hull und Co. zusammen gearbeitet hat, produziert, außerdem haben The Racer eine Coverversion des Machester Orchestra-Songs „The Maze“ im Repertoire)? Keine Antwort darauf, nirgends. Verdient hätte es das Quintett in jedem Fall.

Dass Pete Marotta und Co. sich hervorragend aufs Covern von ohnehin schon tollen Evergreens verstehen, bewies die Band bereits 2013, als The Racer sich den Band Of Horse’schen Himmelsstürmer „The Funeral“ vornahmen, und der Nummer in ihrer Neuinterpretation etwas mehr Indierock unter den Allerwertesten gepackt haben…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Proper. – „Bragging Rights“ (feat. Willow Hawks)


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Wahrscheinlich fällt eine spontane Namensänderung leichter, wenn einen sowieso kaum ein Schein kennt, denn aus Great Wight, die 2017 mit ihrem Debütalbum „The Suburbs Have Ruined My Life“ in kleinerem Rahmen auf sich aufmerksam machten, wurden unlängst Proper. Und den neuen Bandnamen nutzt Frontmann Erik Garlington bereits als ersten ebenso bissigen wie wertvollen Seitenhieb auf befremdliche Äußerungen, wie schön (engl. „proper“) er doch spräche: „You talk real proper.“ – so als würde seine Hautfarbe zwangsläufig Handeln oder Reden auf irgendeine Weise beeinflussen.

Und so spielen Herkunft und Hautfarbe entsprechend wichtige Rollen im Sound des Trios aus Brooklyn, zu dem neben Garlington noch seine Mitstreiter Elijah ‚Eli‘ Watson (Schlagzeug) und Natasha Johnson (Bass) zählen, ebenso Familie, Perspektivlosigkeiten und sexuelle Identität. Garlingtons Ausbruch aus dem engstirnigen US-Bible Belt mitten hinein ins vielfältige Leben im großen New York City als junger Erwachsener, von der Kreativität eines Kanye West oder Max Bemis (Say Anything) inspiriert, bilden das Rückgrat für den Proper.-Albumneustart „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“.

a3578554858_16Zu den wichtigsten Stücken des im Juli erschienenen Longplayers zählt „Fucking Disgusting“. Garlington vermisste ein pansexuelles, inkludierendes Liebeslied und beschloss daher, selbst eins zu schreiben. Das herrlich unruhige Arrangement mit brodelnden Indie-Gitarren, geradezu vorwitzigen Afropunk-Vibes und ein paar Zeilen aus ABBAs „Dancing Queen“ bringt den schrägen Wahnsinn der Band denn ähnlich schnell auf den Punkt wie etwa „A$AP Rocky Type Beat“, das gar mit wilden Hardcore-Punk-Schlaggzeugsalven endet. Grungig-schroffer Uptempo-Rock, punkige Referenzen, Noise-Pop der Duftmarke Dinosaur Jr, kleinere Breaks und wütende Pogo-Tändeleien treffen auf die wortreichen (Selbst)Zweifel eines urbanen Twentysomethings. Mag sich zunächst seltsam lesen, brennt sich jedoch mit dem ein oder anderen wilden Haken als Umweg im Kleinhirn ein – so man denn offen in die Songs hinein lauscht.

Ohnehin scheinen Erwartungshaltungen für Proper. hörbar überbewertet, und so steuert das Trio nicht selten ebenso bewusst wie erfolgreich gegen diese an. „Toby“, einer Figur aus „The Office“ gewidmet, gibt sich herrlich launisch mit einem Hauch von emo’eskem Post-Hardcore und einer Salsa-Note in der Bridge, während die Breaks abermals herrlich tanzbar ausfallen und – mit etwas Fantasie freilich – an die Isländer von Retro Stefson erinnern. Die frontale Hymne „Curtain’s Down! Throw In The Towel“ liefert ein Mission Statement zu schrammeligem Rock, während das semi-balladeske „Trill Recognize Trill“ zu reduzierten Klängen die sexuelle Identität des jungen Sängers unter die Lupe nimmt, und wenig später in „Dekalb Ave“ gelungen fortgesetzt. Auch die Energieleistung „IDFWA (Art School)“ und der Instant-Ohrwurm „Bragging Right“, bei dem Garlington stimmliche Unterstützung von Willow Hawks (The Sonder Bombs) erhält, sollten nicht unerwähnt bleiben.

properNarrativ und musikalisch höchst unorthodox, häuten sich Proper. auf „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“, dessen Titel von einem Wonder Years-Song inspiriert wurde, gleich mehrfach. Im Prinzip wirkt die gesamte Platte wie ein einziger Stream of Consciousness, der (s)eine Dreiviertelstunde weder ein festes Thema noch die eine vorgeprägte stilistische Schiene kennt. Erik Garlington, der stimmlich glatt aus jüngerer Bruder von Bloc Party-Frontmann Kele Okereke durchgehen könnte, wechselt dabei nahezu fließend zwischen Vergangenheit und Gegenwart, nimmt durchzechte Nächte ebenso mit wie sozialkritische Abhandlungen oder einen ungeschönten Blick auf seine Rolle in einem ihm nicht immer freundlich gesinnten Land. Hochgradig spannende Auswüchse, angenehm schroffe und verquere Präsentation und ein steter Hauch des Unerwarteten um die Nase – proper amazeballs, Neustart gelungen.

 

 

„I worked way too hard for this
Told  myself I was outgoing, ‚til I believed it
Asked  friends to be my biggest critics
For the motivation I needed not to quit

I don’t want to watch the bees die or smash my hips on tables
But  I always act so frantic and it just comes off as unstable
What’s  the difference? Lack of reference If I pour it all out at once
But it’s the difference in the distance
Yeah  yeah, you can just put it in the trunk (worked too hard for)
Put it in the trunk (worked too hard for)

Won’t take my shirt off for you, but don’t tell anybody
I’m about to break the rules, but don’t tell anybody
Rockstar? – N o, I’m a modern fool, but don’t tell anybody
Wanna take off the shoes?

I always knew school wasn’t for me
Sorry mom and dad, I don’t need to take a year off to think
I’m already a fuck up, so what’s one more thing?
I just can’t spend my life wondering what I could’ve been
I have to work twice as hard to get half of what my white counterparts get – so I’ll apply it to what I want
Can’t do a 9-5 or join the military industrial complex
Because for every guy that tried to fuck me and put my dreams down, and the bands in it for themselves and a free round
There’s could be someone that looks just like me
That needs to hear they’re not alone, or at least they don’t have to be
It might takes years, it might not happen at all
Could end with a mid-life crisis in a bathroom stall
You can save every reason, it’s too big a risk
I’ve already heard it and I know that it’s worth it

I’m no longer confused, but don’t tell anybody
I’m about to break the rules, but don’t tell anybody
I got something better than school, but don’t tell anybody
They want me to get a safe job, just like everybody
They ain’t walked in my shoes, I’m just not everybody

If I put it into words would you hear me out? (worked too hard for)
If I put it into words would you hear me out?
If I put it into words would you hear me out? (worked too hard for)
Hear me out, oh-oh“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Ra Ra Riot – „Dying Is Fine“ (Live Attic Sessions)


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Zugegeben: Es gibt auch in meinem musikalischen Kosmos massig Künstler und Bands, die ich noch gefühlt ewig in der „Ferner liefen“-Schublade liegen habe, einfach weil ebenjene bei den ersten zwei, drei Mal Reinhören klangen, als hätten sich Band A und B zur feuchtfröhlichen Jam-Session verabredet, bei der denn vor allem Stücke von Band C durchgeklöppelt wurden. Meint: irgendwie alles schon mal irgendwo gehört. Und selbst wenn’s am Ende zwar keineswegs schlecht tönen mag, klang doch wenig Neues an (oder zumindest nicht genug, um mich zum Weiterhören bewegt zu haben).

Ein kleiner Teil dieses Schubfachs war bislang stets für Ra Ra Riot reserviert. Denn obwohl die fünfköpfige Indierock-Band aus Syracuse, New York sich in den beinahe 15 Jahre ihres Bestehens als durchaus wandlungsfähig erwiesen hat, klingt ein Großteil ihrer Songs, die Frontmann Wes Miles (Gesang, Keyboard), Milo Bonacci (Gitarre), Mathieu Santos (Bass), Rebecca Zeller (Violine) und Kenny Bernard (Schlagzeug) auf nunmehr fünf Langspielern verteilen (zuletzt erschien erst vor wenigen Tagen „Superbloom„), als hätten sich die New Yorker Kosmopoliten von Vampire Weekend und die weltgrößten Stadionrock-Freaks von Arcade Fire eines sonnigen Sonntags zum teeseligen Jam getroffen, bei dem dann die – gefühlt – komplette Disco-taugliche und Classic-Rock-affine Pop-Historie dran glauben musste. Indie Rock meets Baroque Pop meets Indie Disse. Der Grat zwischen Kopfnicken und Lied wegskippen ist in diesem Fall ein recht schmaler…

600x600bfNichtsdestotrotz gibt es auch bei Ra Ra Riot Perlen im gefälligen Mittelmaß zu entdecken. Den Song „Dying Is Fine“ etwa, der durch seine Inspiration von einem Gedicht des US-Schriftstellers und -Dichters E. E. Cummings ebenso an Tiefe gewinnt wie durch eine dunkelironische wie tragische Randnotiz aus den Anfangstagen der Band, schließlich kam der damalige Schlagzeuger von Ra Ra Riot, John Ryan Pike, kurz vor Fertigstellung des dazugehörigen Debütwerks „The Rhumb Line“ bei einem (Bade)Unfall ums Leben. Ob man aus dem Stück, bei dem sich ein sonnig daher stapfender Indierock-Refrain mit der durch Rebecca Zellers Violine und Alexandra Lawns Cello geschaffenen Melancholie duelliert, oder aus den neun weiteren von „The Rhumb Line“, eine Art Abschiedsgruß an den verstorbenen Drummer (der übrigens „Dying Is Fine“ sowie weitere Songs noch selbst eintrommelte) heraushören mag, bleibt jedem freilich selbst überlassen – Hinweise würden Wes Miles‘ Texte zuhauf bieten. Andererseits waren es schon immer tragische Geschichten wie diese (bei der man etwa Parallelen zu „The Lost Riots“, dem grandiosen Erstling von Hope Of The States, ziehen mag), die der Musikhistorie große Werke außerhalb jeder „Ferner liefen“-Schublade geschenkt haben…

 

 

„To settle our thoughts
Never minding what for
Nothing of a harm to dread on my mind

Tell me what belies
Oh, tell me what I could have
Oh, tell me what for

No more of this living, dying
Just scientific analyzing
Forgive us, oh life
The sin of

Death, oh baby
You know that dying is fine but maybe
I wouldn’t like death if death were good
Not even if death were good

Is this it
Maundering about and
All I have is too much time to understand

That one can only love
Life until its ending
Oh, and I can’t forget

No more of this living, dying
Just scientific analyzing
Forgive us, oh life
The sin of

Death, oh baby
You know that dying is fine but maybe
I wouldn’t like death if death were good
Not even if death were good…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: PAWS – „Joanna“


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Es gibt wohl ein, zwei Dinge, die man PAWS keinesfalls vorwerfen kann: Zum einen, dass das Indierock-Trio aus dem schottischen Glasgow nicht wandlungsfähig wäre. Und zum anderen, dass sich die Wahl ihrer jeweiligen Langspieler-Produzenten nicht im Klang des Endprodukts widerspiegeln würde. Denn beim letzten Album, dem 2016 erschienenen Drittwerk „No Grace„, saß ausgerechnet Blink-182-Bassist Mark Hoppus hinter den Reglern und – zack! – klangen die zehn Albumsongs, von denen nur die wenigsten oberhalb der Drei-Minuten-Marke abschlossen, als hätten drei Scottish Lads einen Tribute-Abend zu Ehren der Cali-Pop-Punker von Hoppus‘ Stammband veranstaltet.

0600064795319.jpgFür das neue Werk, das im April erschienene „Your Church On My Bonfire„, fiel die Wahl von Phillip Taylor (Gesang, Gitarre), Josh Swinney (Schlagzeug) und John Bonnar (Bass) auf Andy Monaghan, welcher sonst bei Frightened Rabbit an Gitarren und Keyboards stand. Und auch dieses Mal hört man es den neuen Stücken an. Viel mehr noch: Monaghans Platz an den Studioreglern ist eine recht persönliche Geschichte, denn schließlich war Phillip Taylor gut mit dem im vergangenen Jahr verstorbenen Frightened-Rabbit-Frontmann Scott Hutchison befreundet. So bildet, laut Taylor, das neuste, vierte Werk zum einen „die letzten drei Jahre meines Lebens“ ab, die von Verlusten, gescheiterten Beziehungen, Besetzungswechseln und zahlreichen Tourneen rund um den Globus (unter anderem mit Bands wie Frightened Rabbit, The Cribs, Death Cab For Cutie oder Japanese Breakfast) geprägt waren, zum anderen stellen die elf neuen Stücke eben auch ein stückweit Trauerverarbeitung dar – verpackt in Indierock, druckvoll auf den Punkt gebrachten Post-Rock und balladeske Folk-Kleinode wie „Arachnids„, garniert mit schnoddrigen Textzeilen aus dem Allerweltsleben (“Drinking my beer on this train and it tastes like shit” aus „Honoured To Be Honest“ etwa) sowie Phillip Taylors schottischen Akzent (ohne würde bei einer Gaswegian Band auch etwas fehlen). Dass „Your Church On My Bonfire“ klanglich wie stilistisch nahe bei Frightened Rabbit zu verorten ist, ist schlussendlich mehr als freundschaftliche Verneigung vor den „großen Kumpels aus Glasgow“ im Allgemeinen sowie einer Hommage an Scott Hutchison im Speziellen zu sehen, jedoch keinesfalls reiner Zufall (ebenso übrigens wie mein Eindruck, dass das Werk als Grower wohl zwei, drei Durchgänge mehr benötigt, um irgendwann zu zünden).

Ein Song, der PAWS‚ „neuen“ Indiefolkrock der Angsthasen-Prägung mit dem Punkrock-Spirit früherer Alben kreuzt, ist das tolle „Joanna“, das gleichsam flehentlich wie schnodderig eine recht typisch schottische Einstellung auf den Punkt bringt: Vielleicht ist sogar unser Selbsthass zu etwas nutze, wenn wir alle dazu bierselig gröhlen können…

Für den Dreh des dazugehörigen Musikvideos flog die Band ins wuselige New York City. Regisseur Alex Markman hierzu:

“Phil initially approached me about wanting to do a video where New York City was as much a character as the band. Say what you will about New York, there’s a reason why it’s past is fetishized, when it was bankrupted and sex was for sale on every street corner. So we decided to fetishize it literally with several nods to that era; Warhol films like Blow Job (and Empire), famous hustlers like Joe Dallesandro, the Ramones 53rd & 3rd, Taxi Driver – I could keep going. We shot during the rain storm a few weeks back. I can’t say it was fun but it definitely helped sell the look.”

 

 

„Plants watered with piss
Grow higher than I ever will
No one to remember
The short ripple I leave against my will
My life has taught me what it means
To hate a man and men

Please, Joanna, please
Don’t disappear on me…

Faces on the bus sing along to the cancer hum

No apology for the drunk priest that wields his gun
Searching through tumblers emptied
For somewhere to hide from the fight
The smoke and noise serve me right
In the dead of night
My life has taught me what it means to hate myself
And them

Please, Joanna, please
Don’t disappear on me…“

 

Via Bandcamp kann man auch das neue PAWS-Werk „Your Church On My Bonfire“ in Gänze hören:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Charles Bradley – „Lonely As You Are“


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Foto: Facebook / Isaac Sterling (Live at the Apollo)

Im September 2017 verstarb Charles Bradley. Mit ihm verstummte nicht nur eine der größten, viel zu spät entdeckten Stimmen des Soul’n’Funk, sondern auch einer der wohl warmherzigsten Menschen des Musikgeschäfts. (Und nun lasse ich die Superlative und verweise einmal mehr auf die großartige Dokumentation „Charles Bradley: Soul Of America“, welche auf ANEWFRIEND bereits hier vorgestellt und wasweißichwieoft angepriesen wurde – wer mag, findet sie etwa hier in Gänze auf YouTube).

Als Bradleys im Herbst 2016 diagnostizierte Magenkrebserkrankung, die ihn zwang, seine anstehende US-Tournee zu seinem dritten Album „Changes“ abzusagen, bereits fortgeschritten war, raffte sich der Soulmusiker by heart trotz schwacher Gesundheit noch einmal auf, um in einem Studio im heimischen Queens, New York gemeinsam mit Produzent James Levy, Multi-Instrumentalist Paul Defiglia sowie Seth Avett und Mike Marsh (Avett Brothers) an Akustikgitarre und Schlagzeug einige Songs aufzunehmen – seine wohl letzten…

Heraus kamen „Lonely As You Are“ und „Lucifer“. Ersterer, welcher nun als Single veröffentlicht wurde, ist eine schlichtweg herzzerreißende Ballade, die noch einmal alle Stärken Charley Bradleys offen demonstriert: seine zwar merklich angegriffene, jedoch noch immer markerschütternde Powerhouse-Stimme, sein Gefühl für den Soul, dazu der typische, am Country kitzelnde Soul-Groove. “No one can chain me, if it call for me to die,” ruft Bradley aus. “I’m so lonely, lonely as hell.” Der Song schließt mit einer ergreifenden Botschaft des erst vom Schicksal gebeutelten, dann belohnten, doch zeitlebens positiven US-Musikers an seine Mutter, Großmutter und andere Nahestehende: “One day, when God says well done, please be at the gate, waiting for me.”

“Charles knew ‘Lonely as You Are’ could comfort people and help them find a way to deal with their own loneliness,” so Bradley’s ehemaliger Co-Manager, Morton Lorge. “He was always looking for ways to make people feel better, even when he was confronting his own pain and suffering. He asked that ‘Lonely’ be played at his funeral; he wanted to share it with the world.”

Gut vier Minuten, die einem, ebenso wie Teile seines vierten, im vergangenen Jahr postum erschienenen Albums „Black Velvet„, wieder einmal vor allem eines ins Gedächtnis rufen: einen wie Charles Bradley, den „Screaming Eagle of Soul“, wird es nie wieder geben. Ein Unikum. Ein Großer. Er wird vermisst.

 

 

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Rock and Roll.

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Song des Tages: MakeWar – „Don’t Panic“


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Punk-Rock irgendwo zwischen The Lawrence Arms, PUP, Against Me!, Alkaline Trio, The Menzingers, Taking Back Sunday oder dem frühen 2000er Emo-Pop-Tagen von Brand New: MakeWar machen mächtig Laune.

Dabei schafft es die dreiköpfige Band aus Venezuela, die mittlerweile ihre neue Heimat im New Yorker Stadtteil Brooklyn gefunden hat, den nicht eben ungefährlichen stilistischen Spagat zwischen einer ordentlichen Portion Lederkutten-Rotzigkeit und ein paar frisch geputzten Tanzschuh-Chucks formidabel zu verwalten, ohne dass die Songs ihres zweiten, 2016 erschienenen Albums „Developing A Theory Of Integrity“ großartig an Szene-Credibility einbüßen. Bietet massig Parts, um süffisant-bierselig mitzugröhlen. Geht gut ins Ohr. 🤘

 

61keI6K3sPL.jpg„MakeWar is about a fight. A fight against ignorance. And laziness. A fight against your inner demons. A fight to stay conscious. So you can have one more drink with your friends. A fight to do what you want instead of what you’re supposed to. A fight that isn’t violent. Or full of hate. This fight is about knocking down what’s holding you back. That’s why MakeWar sounds like letting go. It’s fighting depression by embracing aggression. And embracing everyone around you who does the same.“

 

Der feine Song „Don’t Panic“ mag zwar, wie das Album auch, bereits gute zwei Lenze auf dem musikalischen Buckel haben, bekam allerdings von Jose (Gesang, Gitarre), Edwin (Bass) und Greg (Schlagzeug) erst vor wenigen Tagen ein frisches Musikvideo spendiert:

 

„Breaking all the rules to see you disappear
Burning pictures with the help of little pills
Fighting memories that make me wanna puke
Trying to relax by drinking all the booze

But sometimes I see you there…
In the deep trails of my brain

Killer spiders roamed around the room last nite.
They took me hostage and put poison in my mind
It’s a funny feeling when you think you’re gonna die
In the back of a cab

And sometimes I spent my nights
Waiting for the siren sounds

You brought me up, then tore me down
Till I got over it and made it sound
It took some time, to realize
This game was over even before it started

I’m sorry but I have to fix you
The voice in my head repeats itself again
Don’t worry we’re gonna fix this
I guess Im talking to myself again

And sometimes I can’t explain
What is going thru my head

I brought you up, then took you down 
Till you got over it and made it sound
It took some time, to realize
I have to take care of this little heart of mine

Reaching out today
(For some help, please someone)
Help me understand
(Why sometimes I can’t breathe)
ANXIETY
(Don’t panic, Don’t panic)
So take these little pills
They will numb your brain…“

 

Rock and Roll.

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