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Song des Tages: Soccer Mommy – „I’m On Fire“


SoccerMommy

I’m On Fire„? Kennt man. Springsteen-Klassiker vom 1984er Megaseller-Album „Born In The U.S.A.“. Kuschelrock in seiner reinsten Form, und in gut. Tausendfach gecovert? Bestimmt.

Sophie Allison aka. Soccer Mommy fügt dieser Liste trotz alledem ihre ganz eigene tausendundeine Indierock-Version hinzu, und garniert den ohnehin sehr geisterhaft wirkenden Text des Boss’schen Originals mit einer einsam gespielten E-Gitarre.

Clean„, das aktuelle (Debüt-)Album von Soccer Mommy, steht seit März in den Plattenläden. Im Oktober erscheint die Coverversionen der LoFi-Indie-Pop-Band aus dem US-amerikanischen Nashville gemeinsam mit einer Neuaufnahme des 2016er Songs „Henry“ als 7“-Single.

 

“I make a version of ‘I’m On Fire’ that connected with the sadness of the song. I think that doing a more stripped down version allowed me to make something that feels emotionally raw.” (Sophie Allison)

 

 

„Hey little girl, is your daddy home?
Did he go away and leave you all alone? Mhmm
I got a bad desire
Oh oh oh, I’m on fire

Tell me now, baby, is he good to you?
And can he do to you the things that I do? Oh no
I can take you higher
Oh oh oh, I’m on fire

Sometimes it’s like someone took a knife, baby
Edgy and dull and cut a six inch valley
Through the middle of my skull

At night I wake up with the sheets soaking wet
And a freight train running through the middle of my head
Only you can cool my desire
Oh oh oh, I’m on fire…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Those Darlins – „OH GOD“


JESSI ZAZU

Was keineswegs unerwähnt bleiben sollte, während der letzten Tage jedoch leider etwas untergegangen ist: Jessi Zazu ist tot. Die Frontfrau der aus Nashville, Tennessee stammenden Alternative-Country/Indierock-Band Those Darlins starb am 12. September im Alter von nur 28 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Die Diagnose hatte sie 2016 erhalten und zuletzt – erfolgreich – eine Fundraising-Kampagne gestartet, um die Behandlung zu finanzieren. So verkaufte sie etwa Shirts mit dem Aufdruck „Ain’t Afraid„.

Nur eine Woche vor der Diagnose hatte sich die Band, welche sich 2006 als reine Girlband gegründet hatte und später von Drummer Linwood Regensburg sowie Bassist Adrian Barrera, der Gründungsmitglied Kelley Anderson ersetzte, komplettiert wurde, nach zehn Jahren, drei Alben (das letzte, „Blur The Line„, erschien 2013) und einer Abschiedstour quasi aufgelöst. Nachdem erste Behandlungen erfolgsversprechend verlaufen waren, kehrte der Krebs jedoch im vergangenen November zurück. „Ich weiß nicht, was auf mich zukommt, aber ich habe keine Angst mehr“, hatte sie danach gesagt.

Jessi Zazu sei am 12. September, einem Dienstag, im Beisein von Familienmitgliedern, Freunden und musikalischen Weggefährten in einem Krankenhaus in Nashville gestorben, heißt es in Medienberichten. Mach’s gut, Jessi.

(Einen etwas ausführlichen Nachruf findet man bei den Kollegen der US-Ausgabe des „Rolling Stone“…)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jason Isbell & The 400 Unit – „If We Were Vampires“


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Jason Isbell, singer/songwritender Southern-Rock-Experte vom Dienst, hat den neuen Song „If We Were Vampires“ veröffentlicht. Dieser ist eine wehmütig-melancholische Akustik-Ballade mit Gitarrenbegleitung, bei dem Isbell mit der Sängerin Amanda Shires über die Vergänglichkeit menschlicher Beziehungen singt, die spätestens mit dem Tod enden: „Maybe we’ll get 40 years together / But one day I’ll be gone / Or one day you’ll be gone.“

Das Stück gehört zum kommenden, sechsten Album „The Nashville Sound„, das der ehemalige Drive-By Truckers-Gitarrist, der seit 2011 auch im Country-Rock-Mekka, das der neuen Platte ihren Namen gab, beheimatet ist, mit seiner jetzigen (Begleit)Band The 400 Unit am 16. Juni via Southeastern veröffentlicht. Bisher waren bereits die Songs „Hope The High Road“ und „Cumberland Gap“ erschienen.

 

 

„It’s not the long flowing dress that you’re in
Or the light coming off of your skin
The fragile heart you protected for so long
Or the mercy in your sense of right and wrong

It’s not your hands, searching slow in the dark
Or your nails leaving love’s watermark
It’s not the way you talk me off the roof
Your questions like directions to the truth

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone

If we were vampires and death was a joke
We’d go out on the sidewalk and smoke
And laugh at all the lovers and their plans
I wouldn’t feel the need to hold your hand

Maybe time running out is a gift
I’ll work hard ‚til the end of my shift
And give you every second I can find
And hope it isn’t me who’s left behind

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Fleurie – „Hope Where Have You Gone?“ (Live at the Smoakstack)


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„‚Fleurie.‘ The name is French. The singer is American. And the music —a dreamy, cinematic pop sound that sweeps, swoons, and soars —creates its own geography.“

Nun ja, mit der „eigenen Geographie“ übertreibt’s der Pressetext dann wohl doch etwas (typisch Pressesprech eben). Und auch das Konzept – junge Frau setzt sich ans Klavier und kehrt verträumt ihr Innerstes nach außen – ist nicht erst seit Joni Mitchell oder Tori Amos alles andere als neu und innovativ. In den letzten Jahren ließen sich ganz ähnliche Töne etwa von einer ebenso jungen Dame namens Birdy vernehmen.

Und doch lohnt es sich, Lauren „Fleurie“ Strahm zuzuhören, denn die US-amerikanische Musikern aus Nashville, die mit Country so viel am Hut hat wie Donald Trump mit Höflichkeit, guter Kinderstube und Menschenrechten, liefert auf ihrem im vergangenen September erschienenen Debütalbum „Love And War“ durchaus gute Songs ab, von denen sie einige sogar schon in Filmtrailern oder der ein oder anderen TV-Serie unterbringen konnte (die lieben ja bekanntlich melancholisches Klaviergeklimper an den richtigen Stellen). Als Vorbilder wählte Strahm, die in Canton, Michigan aufwuchs, Bands wie Coldplay oder Künstlerinnen wie Imogen Heap aus – auch das passt, verbinden doch auch diese das Organische mit den Elektronisch-Synthetischen. Nicht immer und mit jedem Song kommt dabei Spannendes ums Eck. Böse Zungen behaupten, dass Fleurie unter der Ägide von Mixer Dave Schiffman, der auch schon für Haim, Charli XCX oder Active Child in die Regler griff, mit dem Wechsel vom Piano zu mehr Synthesizern sich auch der Beliebigkeit des Einweg-Pop ausgeliefert hat. Mehrzweckarenen irgendwo auf der Welt statt französische Kaffeehäuser? Auf und ab im Fahrstuhl statt zu Tränen rührender Tiefgang? Stimmt wohl, zum Teil.

Trotzdem sind gerade Stücke wie das (nicht auf dem Album enthaltene) „Hope Where Have You Gone?“ sehr schön anzuhören, wenn Lauren „Fleurie“ Strahm diese allein vorträgt und mal nicht vom „Cinematic Pop“ träumt. Sollen lieber Coldplay ihre Songs mit vergessenswerten Tralala-Synthies zukleistern…

 

 

Hier gibt’s die acht Songs vom Debüt „Love And War“ im Stream:

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Those Darlins


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Klar, beim bloßen Fakt, dass Those Darlins aus Murfreesboro, Tennessee, das nur etwa 30 Meilen vom Country-Mekka Nashville entfernt liegt, stammen, könnte man sich durchaus auf die falsche Fährte locken lassen. Dabei hätte dem Bandsound kaum etwas ferner liegen können als gemächliche Slidegitarrenschunkler á la Johnny Cash (der „klassische“, nicht der „American Recordings“-Cash freilich!), den Dixie Chicks oder Garth Brooks… Oder?

 

Fest steht: Wer im US-amerikanischen Süden beziehungsweise in einem Bundesstaat wie Tennessee aufwächst, der saugt Country-Einflüsse wohl zwangsläufig mit der Muttermilch auf. Und so lernten sich auch Jessi Zazu, Nikki Kvarnes und Kelley Anderson, die drei Gründungsdamen von Those Darlins, in einem „Southern Girls Rock & Roll Camp“ beim Nachspielen von Evergreens der Carter Family (Johnny Cash, da isser wieder!) kennen. Doch anstatt beim keuschen Klassikernachklimpern zu bleiben, stellten die drei sich schnell auf eigene Bandbeine, gründeten Those Darlins und verpassten sich selbst jeweils den Künstlernachnamen „Darlin“. Auch der Bandsound lieferte mehr Referenzen an Punkrock-Vorbilder wie die Ramones (deren Mitglieder den Bandnamen ebenfalls zum Nachnamen machten) oder den lo-fi durchgerockten Garagensound der White Stripes, während die beiden Frontfrauen Jessi und Nikki zum klanglich gebeutelten Mikrofonspagat zwischen Pasty Cline und Sid Vicious ausholten. Die Band erspielte sich mit ihren ersten beiden Alben, dem selbstbetitelten, 2009 veröffentlichtem Debüt und dem zwei Jahre darauf erschienenen „Screws Get Loose„, mehr und mehr Fans und Publikum und tourte mit ihren irgendwo zwischen Alt. Country, Punkrock, Rock and Roll und Rockabilly angesiedelten, bissfesten Songs gemeinsam mit Bands wie Dr. Dog, The Features, Best Coast oder den Black Keys.

those darlinsDennoch markiert das im vergangenen Oktober erschienene dritte Album „Blur The Line“ gleich mehrere Zäsuren. Zum einen sind Those Darlins nach dem Ausstieg von Bassistin Kelley Anderson und den Zugängen von Adrian Barrera (Bass) und Linwood Regensburg (Schlagzeug) längst nur noch zu 50 Prozent All Female, während sich die beiden verbliebenen Gründungsdamen mittlerweile die Mätzchen des „Darlin“-Nachnamens sparen und ihre eigenen verwenden. Die größte Veränderung bietet jedoch der Bandsound, der tiefer, breit gefächerter, versierter und reifer ist als noch vor ein paar Jahren. Wenn Jessi Zazu im Opener „Oh God“ Zeilen wie „I was a drunk girl in the shower / In yet another shit hotel / I could have been just anywhere“ mit geradezu aufreizend lieblicher Stimme intoniert, dann spürt man schnell: hier hat eine etwas zu erzählen! Und in der Tat geben die 12 Songs von „Blur The Line“ eine ganze Menge her. Dabei landet der Punkrockrotz nur noch selten in der Garagenecke unterm Ramones-Poster (etwa in „Optimist“), dafür schlendern Those Darlins in ihren knackig-runden Dreiminütern mehr als einmal am Lemonheads-Pop vorbei (man höre „Drive“), versuchen sich am Girl-Band Psych-Blues („Baby Mae“), krallen sich vom Sixties Pop die Melodieseligkeit, von Phil Spector die Details, von Jack White den schweren Blues Fuzz, von Neil Youngs Crazy Horse den Hang zum schweren Gitarrensolo, vom Grungerock das Herbe, von Bands wie den Pixies die Würze (man höre zum Vergleich das sinistre „In The Wilderness“!) und von Fleetwood Mac die benebelte Poesie. Obwohl sich das von Yo La Tengos Haus-und-Hof-Regelschieber Roger Moutenot im heimatlichen Nashville produzierte „Blur The Line“ während seiner 45 Minuten nicht selten in einem seltsam faszinierenden Film aus Trägheit und Angriffslust suhlt, bleibt es doch untergründig spannend, vielseitig und unterhaltsam. „When she’s good, she’s great / When she’s bad, she’s even better“, wie Nikki Kvarnes in „Baby Mae“ singt. Wenn dem so ist, dann dürften Those Darlins in der letzten Zeit ziemlich schlimme Rock’n’Roll-Finger gewesen sein…

 

 

Rock and Roll.

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