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Song des Tages: Lennon Stella – „Kids“


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Kinners, wie die Zeit vergeht – über eine Dekade hat „Kids„, wohl der Song der verlässlich stets leicht neben der Spur musizierenden US-Indie-Synth-Popper MGMT, die zuletzt im vergangenen Jahr mit dem Album „Little Dark Age“ ein musikalisches Lebenszeichen absetzten, nun auch schon wieder auf dem Buckel.

Als der Überraschungshit vom ersten MGMT-Album „Oracular Spectacular“ 2008 als Single erschien, war Lennon Ray Louise Stella selbst gerade einmal zarte zehn Jahre alt. Mittlerweile ist die gebürtige Kanadierin, der die Musik als älteste Tochter des Country-Music-Duos MaryLynne und Brad Stella (aka. The Stellas) mit großer Wahrscheinlichkeit derart in die Wiege gelegt wurde, dass sie bereits in jungen Jahren gar nicht anders konnte, als gemeinsam mit Schwester Maisy als „Lennon & Maisy“ ebenfalls auf sich aufmerksam zu machen, selbst drauf und dran, die Pop-Charts zu stürmen. Nachdem die beiden zuerst an der Seite der Eltern und auf kleineren Festival-Bühnen rund ums heimische Ontario auftraten, ergatterten sie (ebenfalls als Schwesternpaar) Rollen in der US-Musik-Drama-Serie „Nashville“ – und spielten dort künftig an der Seite von Connie Britton, Hayden Panettiere oder Eric Close. Der Country-Nachwuchs in einer erfolgreichen Country-Serie – Mama und Papa waren wohl stolz wie Bolle auf den Lennon und Maisy…

Und zumindest über Lennon Stella lässt sich mutmaßen, dass sich die mittlerweile 20-Jährige nicht als Country-Music-Jungstar festnageln lassen möchte, denn die Songs, welche die Newcomerin mit der klaren, angenehm angerauten Stimme mittlerweile als Singles ins weltweite Netz gestellt hat (etwa „BITCH“ oder „La Di Da„), sind lupenreine Radio-Pop-Stücke mit Beats und einem feinen Gespür für die richtige Melodie und den optimalen Hook. Und dass Lennon Stella nicht nur um sich herum die Ohren spitzt, sondern auch ab und an einen Ohr zurück in der Pop-Historie riskiert, beweist die gutaussehende „Nashville“-Darstellerin und Pop-Novizin mit ihrer feinen, reduzierten Piano-Coverversion von MGMTs „Kids“. Und der mag zwar schon zehn Lenze jung sein – aber: toller Song bleibt toller Song.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Soccer Mommy – „I’m On Fire“


SoccerMommy

I’m On Fire„? Kennt man. Springsteen-Klassiker vom 1984er Megaseller-Album „Born In The U.S.A.“. Kuschelrock in seiner reinsten Form, und in gut. Tausendfach gecovert? Bestimmt.

Sophie Allison aka. Soccer Mommy fügt dieser Liste trotz alledem ihre ganz eigene tausendundeine Indierock-Version hinzu, und garniert den ohnehin sehr geisterhaft wirkenden Text des Boss’schen Originals mit einer einsam gespielten E-Gitarre.

Clean„, das aktuelle (Debüt-)Album von Soccer Mommy, steht seit März in den Plattenläden. Im Oktober erscheint die Coverversionen der LoFi-Indie-Pop-Band aus dem US-amerikanischen Nashville gemeinsam mit einer Neuaufnahme des 2016er Songs „Henry“ als 7“-Single.

 

“I make a version of ‘I’m On Fire’ that connected with the sadness of the song. I think that doing a more stripped down version allowed me to make something that feels emotionally raw.” (Sophie Allison)

 

 

„Hey little girl, is your daddy home?
Did he go away and leave you all alone? Mhmm
I got a bad desire
Oh oh oh, I’m on fire

Tell me now, baby, is he good to you?
And can he do to you the things that I do? Oh no
I can take you higher
Oh oh oh, I’m on fire

Sometimes it’s like someone took a knife, baby
Edgy and dull and cut a six inch valley
Through the middle of my skull

At night I wake up with the sheets soaking wet
And a freight train running through the middle of my head
Only you can cool my desire
Oh oh oh, I’m on fire…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Those Darlins – „OH GOD“


JESSI ZAZU

Was keineswegs unerwähnt bleiben sollte, während der letzten Tage jedoch leider etwas untergegangen ist: Jessi Zazu ist tot. Die Frontfrau der aus Nashville, Tennessee stammenden Alternative-Country/Indierock-Band Those Darlins starb am 12. September im Alter von nur 28 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Die Diagnose hatte sie 2016 erhalten und zuletzt – erfolgreich – eine Fundraising-Kampagne gestartet, um die Behandlung zu finanzieren. So verkaufte sie etwa Shirts mit dem Aufdruck „Ain’t Afraid„.

Nur eine Woche vor der Diagnose hatte sich die Band, welche sich 2006 als reine Girlband gegründet hatte und später von Drummer Linwood Regensburg sowie Bassist Adrian Barrera, der Gründungsmitglied Kelley Anderson ersetzte, komplettiert wurde, nach zehn Jahren, drei Alben (das letzte, „Blur The Line„, erschien 2013) und einer Abschiedstour quasi aufgelöst. Nachdem erste Behandlungen erfolgsversprechend verlaufen waren, kehrte der Krebs jedoch im vergangenen November zurück. „Ich weiß nicht, was auf mich zukommt, aber ich habe keine Angst mehr“, hatte sie danach gesagt.

Jessi Zazu sei am 12. September, einem Dienstag, im Beisein von Familienmitgliedern, Freunden und musikalischen Weggefährten in einem Krankenhaus in Nashville gestorben, heißt es in Medienberichten. Mach’s gut, Jessi.

(Einen etwas ausführlichen Nachruf findet man bei den Kollegen der US-Ausgabe des „Rolling Stone“…)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jason Isbell & The 400 Unit – „If We Were Vampires“


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Jason Isbell, singer/songwritender Southern-Rock-Experte vom Dienst, hat den neuen Song „If We Were Vampires“ veröffentlicht. Dieser ist eine wehmütig-melancholische Akustik-Ballade mit Gitarrenbegleitung, bei dem Isbell mit der Sängerin Amanda Shires über die Vergänglichkeit menschlicher Beziehungen singt, die spätestens mit dem Tod enden: „Maybe we’ll get 40 years together / But one day I’ll be gone / Or one day you’ll be gone.“

Das Stück gehört zum kommenden, sechsten Album „The Nashville Sound„, das der ehemalige Drive-By Truckers-Gitarrist, der seit 2011 auch im Country-Rock-Mekka, das der neuen Platte ihren Namen gab, beheimatet ist, mit seiner jetzigen (Begleit)Band The 400 Unit am 16. Juni via Southeastern veröffentlicht. Bisher waren bereits die Songs „Hope The High Road“ und „Cumberland Gap“ erschienen.

 

 

„It’s not the long flowing dress that you’re in
Or the light coming off of your skin
The fragile heart you protected for so long
Or the mercy in your sense of right and wrong

It’s not your hands, searching slow in the dark
Or your nails leaving love’s watermark
It’s not the way you talk me off the roof
Your questions like directions to the truth

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone

If we were vampires and death was a joke
We’d go out on the sidewalk and smoke
And laugh at all the lovers and their plans
I wouldn’t feel the need to hold your hand

Maybe time running out is a gift
I’ll work hard ‚til the end of my shift
And give you every second I can find
And hope it isn’t me who’s left behind

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Fleurie – „Hope Where Have You Gone?“ (Live at the Smoakstack)


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„‚Fleurie.‘ The name is French. The singer is American. And the music —a dreamy, cinematic pop sound that sweeps, swoons, and soars —creates its own geography.“

Nun ja, mit der „eigenen Geographie“ übertreibt’s der Pressetext dann wohl doch etwas (typisch Pressesprech eben). Und auch das Konzept – junge Frau setzt sich ans Klavier und kehrt verträumt ihr Innerstes nach außen – ist nicht erst seit Joni Mitchell oder Tori Amos alles andere als neu und innovativ. In den letzten Jahren ließen sich ganz ähnliche Töne etwa von einer ebenso jungen Dame namens Birdy vernehmen.

Und doch lohnt es sich, Lauren „Fleurie“ Strahm zuzuhören, denn die US-amerikanische Musikern aus Nashville, die mit Country so viel am Hut hat wie Donald Trump mit Höflichkeit, guter Kinderstube und Menschenrechten, liefert auf ihrem im vergangenen September erschienenen Debütalbum „Love And War“ durchaus gute Songs ab, von denen sie einige sogar schon in Filmtrailern oder der ein oder anderen TV-Serie unterbringen konnte (die lieben ja bekanntlich melancholisches Klaviergeklimper an den richtigen Stellen). Als Vorbilder wählte Strahm, die in Canton, Michigan aufwuchs, Bands wie Coldplay oder Künstlerinnen wie Imogen Heap aus – auch das passt, verbinden doch auch diese das Organische mit den Elektronisch-Synthetischen. Nicht immer und mit jedem Song kommt dabei Spannendes ums Eck. Böse Zungen behaupten, dass Fleurie unter der Ägide von Mixer Dave Schiffman, der auch schon für Haim, Charli XCX oder Active Child in die Regler griff, mit dem Wechsel vom Piano zu mehr Synthesizern sich auch der Beliebigkeit des Einweg-Pop ausgeliefert hat. Mehrzweckarenen irgendwo auf der Welt statt französische Kaffeehäuser? Auf und ab im Fahrstuhl statt zu Tränen rührender Tiefgang? Stimmt wohl, zum Teil.

Trotzdem sind gerade Stücke wie das (nicht auf dem Album enthaltene) „Hope Where Have You Gone?“ sehr schön anzuhören, wenn Lauren „Fleurie“ Strahm diese allein vorträgt und mal nicht vom „Cinematic Pop“ träumt. Sollen lieber Coldplay ihre Songs mit vergessenswerten Tralala-Synthies zukleistern…

 

 

Hier gibt’s die acht Songs vom Debüt „Love And War“ im Stream:

 

Rock and Roll.

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