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Mach’s gut, zweiköpfiger Hund – Roky Erickson ist tot.


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Roky Erickson, in den 1960er Jahren Sänger und Vordenker der US-Psychedelic-Rock-Band 13th Floor Elevators (welche wiederum später großen Einfluss auf Bands und Künstler wie die Foo Fighters, R.E.M. über Okkervil River bis hin zu J Mascis, Janis Joplin oder ZZ Top hatte), ist am Freitag im Alter von 71 Jahren gestorben.

Ericksons Leben (welches Gegenstand der 2005 erschienenen Dokumentation „You’re Gonna Miss Me“ ist, die an dieser Stelle empfohlen sei) war seit dem 60ern geprägt von Drogenkonsum und zahlreichen Psychiatrie-Aufenthalten. Nachdem der ehemals gefeierte Rock-Musiker viele Jahre von der Bildfläche verschwand (und, um ehrlich zu sein, mehr ein trauriges, verwirrtes Häufchen Elend war denn ein virtuos-kreativer Saitenschwinger) erschien 2010 mit „“True Love Cast Out All Evil“ ein gemeinsam mit Okkervil River entstandenes Comeback-Album. Fünf Jahre später gab es in Austin auf dem Levitation Festival gar die von niemandem mehr für möglich erachtete Wiedervereinigung der 13th Floor Elevators. Es war der erste gemeinsame Auftritt seit mehreren Jahrzehnten.

Nun ist Roky mit einem Zombie gegangen – und kommt nicht mehr wieder…

Einen fein geschriebenen, recht ausführlichen Nachruf findet man etwa bei Spiegel Online (während sich der Rest der Musikmedien bedauerlicherweise ob dieser traurigen Nachricht und einflussreichen, tragischen Persönlichkeit noch recht bedeckt hält).

EDITH: Mittlerweile hat zum Beispiel VISIONS mit diesem Nachruf nachgezogen.

Mach’s gut, zweiköpfiger Hund. Fare thee well, Roky.

 

 

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jimmy Eat World – „Firestarter“


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The-Prodigy-Frontderwisch Keith Flint ist tot. Der englische Tänzer und Musiker, den der „Rolling Stone“ – wohl im leichten Überschwang der schlechten Nachricht – als den „vielleicht berühmtesten Rave-Sänger“ bezeichnete, wurde nur 49 Jahre alt. Medienberichten zufolge wurde Flint heute in seinem Zuhause in Dunmow, Essex, aufgefunden und habe, schenkt man seinem Bandkumpel Liam Howlett Glauben, Suizid begangen:

„The news is true , I can’t believe I’m saying this but our brother Keith took his own life over the weekend , I’m shell shocked , fuckin angry , confused and heart broken ….. r.i.p brother Liam“

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Wenn ich selbst an The Prodigy denke, kommt mir meine eigene Jugend wieder in den Sinn, in welcher das dritte, 1997 erschienene Album „The Fat Of The Land“ lautstark so manchen heißen Sommer beschallen durfte. „Smack My Bitch Up“! (Gerade mit dem ikonischen Musikvideo von Jonas Åkerlund, welches mit all seinen explizit nicht jugendfreien Szenen damals, als MTV noch Musikvideos spielte, nur des nachts laufen durfte und deshalb freilich einen zusätzlichen Reiz besaß!) „Firestarter„! „Breathe„! Instant Hits, die damals (wie wohl auch heute) in jedes gute Indie-DJ-Set gehör(t)en…

Als erstes kam mir jedoch die ebenfalls auf ewig tolle „Firestarter“-Coverversion von Jimmy Eat World ins imaginative Ohr. Auch im Rückblick, stolze 14 Lenze nach der Veröffentlichung auf der EP gleichen Titels anno 2004, traf die vierköpfige Alternative-Rock-Band aus dem US-amerikanischen Mesa, Arizona damit eine spannende Wahl, schließlich hätte man von Jim Atkins und Co. Vieles erwartet – nur wohl nicht, dass sich Jimmy Eat World einen Electropunk-Breakbeat-Partykiller einverleiben. Und gerade deshalb gerät diese Version so toll, so still, so abgründig tief…

Mach’s gut, Keith Flint.

(Jedem Interessierten sei etwa der Nachruf von „Spiegel“-Autorin Jenni Zylka empfohlen…)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages #2: Zinoba – „Life’s What You Make It“


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Vor wenigen Tagen ist Talk Talk-Frontmann Mark Hollis im Alter von 64 Jahren gestorben – so weit, so betrüblich. Da ich allerdings nie der weltgrößte Fachmann für das musikalische Œuvre der vor allem in den Achtzigern aktiven und populären britischen Synthie-Pop-Band war (noch sein werde), verweise ich für weitere Worte lieber an anderen Stellen (und etwa auf die Nachrufe von „Rolling Stone“-Autor Sebastian Zabel oder von „Musikexpress“-Schreiberling Oliver Götz).

51d+Sj6SI9L._SY355_.jpgUnd wie sollte es – gerade bei mir, der seit jeher (s)einen Reiz in interessanten Neuinterpretationen findet – anders sein, kommt mir beim Stichwort „Talk Talk“ zuerst eine bestimmte Coverversionen in den Sinn: Zinobas Variante von „Life’s What You Make It„. Ebenjenes Cover des 1986 auf dem dritten Talk Talk-Album „The Colour Of Spring“ erschienenen Songs wurde von (jetzt wieder) Selig-Frontmann Jan Plewka und seinem recht kurzlebigen Bandprojekt Zinoba (es reichte gerade einmal für ein einziges – jedoch auch heute noch tolles – Album aus dem Jahr 2004) für den Soundtrack zu Fatih Akins im selben Jahr erschienenen Film-Meisterwerk „Gegen die Wand“ eingespielt (und veredelte am Ende den Abspann). Ganz großes deutsches Kino, ganz große Coverkunst…

Mach’s gut, Mark Hollis.

 

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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Art by J.Scott Campbell.

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Mach’s gut, Stan Lee. Dein visionäres Vermächtnis bleibt – in bunten Bildern, auf Kinoleinwänden, in tausenden von Ideen… Excelsior, Mr. Marvel!

 

 

Die letzten Worte seien dem legendären Comic-Visionär selbst gegönnt, der sich bereits in den Sechzigern gegen Rassismus und für mehr Menschlichkeit stark gemacht hat:

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„Let’s lay it right on the line. Bigotry and racism are among the deadliest social ills plaguing the world today. But, unlike a team of costumed super-villains, they can’t be halted with a punch in the snoot, or a zap from a ray gun. The only way to destroy them is to expose them — to reveal them for the insidious evils they really are. The bigot is an unreasoning hater — one who hates blindly, fanatically, indiscriminately. If his hang-up is black men, he hates ALL black men. If a redhead once offended him, he hates ALL redheads. If some foreigner beat him to a job, he’s down on ALL foreigners. He hates people he’s never seen — people he’s never known — with equal intensity — with equal venom.

Now, we’re not trying to say it’s unreasonable for one human being to bug another. But, although anyone has the right to dislike another individual, it’s totally irrational, patently insane to condemn an entire race — to despise an entire nation — to vilify an entire religion. Sooner or later, we must learn to judge each other on our own merits. Sooner or later, if man is ever to be worthy of his destiny, we must fill our hearts with tolerance. For then, and only then, will we be truly worthy of the concept that man was created in the image of God ― a God who calls us ALL ― His children.

Pax et Justitia, Stan.”

 

Rock and Roll.

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Das Multitalent im Hintergrund – Richard Swift ist tot.


Photo credit- Alysse Gafkjen:Instagram

Foto: Alysse Gafkjen/Instagram

Bereits die Meldungen von vor einigen Wochen verhießen nichts Gutes, nun ist es traurige Gewissheit: der US-Musiker Richard Ochoa Swift ist tot. Swift, der seit 2014 loser Teil der Band Black Keys war und zeitweise auch als Produzent (unter anderem für Künstler wie Damien Jurado, David Bazan, Foxygen, Nathaniel Rateliff, The Mynabirds, Sharon Van Etten oder Guster), Sänger und Songschreiber für The Shins und The Arcs tätig war, starb am heutigen 3. Juli im Alter von nur 41 Jahren in Tacoma im US-Bundesstaat Washington, wie US-Medien unter Berufung auf einen Sprecher berichten.

Richard Swift spielte Bass, Keyboard und Schlagzeug, sang aber auch im Background. „Heute hat die Welt einen der talentiertesten Musiker verloren, den ich kenne“, schrieb Black-Keys-Bandkollege Dan Auerbach bei Facebook. „Ich werde dich vermissen, mein Freund.“ (Während auch eine Reihe anderer Kollegen und Musikerfreunde ihr Beileid bekundeten…)

Zwar ist die genaue Todesursache nicht bekannt, im vergangenen Monat war jedoch öffentlich geworden, dass Swift unter einer „lebensbedrohlichen Krankheit“ litt und deshalb in eine Klinik eingeliefert werden musste. Infolge der Berichterstattung wurde von Fans via gofundme.com Geld gesammelt, damit er, der sich in den USA keine entsprechende Krankenversicherung leisten konnte, die Behandlungskosten begleichen kann. Dennoch starb Swift nun offenbar an den Folgen seiner schweren Erkrankung.

Der Musiker, geboren im Jahr 1977, stammte aus Kalifornien. Seine ersten Platten nahm er in den frühen 2000ern auf – darunter „Walking Without Effort“, „Dressed Up For The Letdown„, „The Novelist“ oder „The Atlantic Ocean„. Von 2011 bis 2016 gehörte er der Indierock-Band The Shins an und tourte 2014 außerdem als Bassist mit den Arcs, der Nebenband von Black-Keys-Mastermind Dan Auerbach.

In Cottage Grove im US-Bundesstaat Oregon gründete und leitete der vielseitig talentierte und umtriebige Swift, der stets lieber im Hintergrund die Fäden zog, ein eigenes Aufnahmestudio. Sein letztes eigenes Album erschien 2009 in Zusammenarbeit mit Damien Jurado unter dem Namen „The Atlantic Ocean“ (mit Jurado entstand 2013 außerdem das formidable Cover-Album „Other People’s Songs Vol. 1„). Swift hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Mach’s gut, Richard.

 

 

Rock and Roll.

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