Schlagwort-Archive: My Favourite Faded Fantasy

Song des Tages #2: Damien Rice – „100 Miles Across The Room“


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Neues Altes aus dem Hause Damien Rice: Der nicht nur von und auf diesem Blog so oft (und so zurecht) ebenso gefeierte wie scheue irische Singer/Songwriter hat heute aus gegebenem Anlass mit „100 Miles Across The Room“ zwei Versionen eines Songs veröffentlicht, welche fast eine Dekade in einer (digitalen) Schublade reifen durften, und dem Ganzen via Facebook folgende Zeilen:

„10 years ago, today, Damien embarked on a ’10 Days To Barcelona‘ project.
The idea was to drive from Dublin to Barcelona in his old Mini, with some friends, and write a new song each day on the journey.
The songs, recordings & film footage of the project have lived on the shelf for the past 10 years. It has only recently been dusted off and prepared for a slow release, over the coming months.
Here are two versions of ‚100 Miles Across The Room‘. An acoustic version and a more produced version. Both are rough mixes and unmastered. More songs coming later.“

Scheint also ganz so, als dürften wir uns in naher Zukunft auf neue alte Stücke des erwähnten „10 Days To Barcelona“-Projekts freuen…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Damien Rice & Cantus Domus – „It Takes A Lot To Know A Man“


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Zwar liegt Damien Rices umjubelte Rückkehr in Form seines dritten Albums „My Favourite Faded Fantasy“ nun auch bereits wieder vier Lenze zurück, ich selbst tue mich – ich geb’s ja zu – jedoch noch immer schwer mit der Einschätzung – sowohl was das Lyrische als auch was das Musikalische und vor allem Emotionale betrifft.

Umbestritten groß ist der irische Troubadour aber immer noch und vor allem auf Bühnenbrettern – also dort, wo dich seine Musik unumwunden und direkt ins Hörerherz treffen kann. Wer also je die Möglichkeit haben sollte, eine seiner (nicht eben vielen) Shows zu besuchen, der sollte das tun.

Oder sich eben jene besondere Version des Songs „It Takes A Lot To Know A Man“ (vom Album „My Favourite Faded Fantasy“) zu Gemüte führen, welche der 44-jährige Singer/Songwriter im Oktober 2016 anlässlich und als Teil des (von der Idee her ebenfalls sehr besonderen) Michelberger Music Festivals gemeinsam mit dem Berliner Chor Cantus Domus zum Besten gab. Gänsehaut, welche sich sogleich über die bei Rice’schen Stücken ohnehin bereits zuhauf vorhandene Hühnerpelle legt, dürfte garantiert sein…

 

 

Selbes Venue, dieselben Musiker – jedoch eine noch speziellere Idee: das Stück wird „One to One“ dargeboten. Oder wie es in der Beschreibung heißt:

„It was in Oct. 2016, in Berlin, during Michelberger Music. Between each show of the festival, we were kidnapping a person in the audience, which we were taking to a secret room where an artist was waiting. Between the two of them, a unique experience : a One To One concert.“

Das Ergebnis? Wow.

 

„It takes a lot to know a man
It takes a lot to understand
The warrior, the sage
The little boy enraged

It takes a lot to know a woman
A lot to understand what’s humming
The honey-bee, the stings
The little girl with wings

It takes a lot to give
to ask for help
to be yourself
to know and love what you live with

It takes a lot to be
to touch, to feel
the slow reveal
of what another body needs
It takes a lot to know a man
A lot to know to understand
the father and the son
the hunter and the gun

It takes a lot to know a woman
A lot to comprehend what’s coming
The mother and the child
The using of the guide?

It takes a lot to give
to ask for help
to be yourself
to know and love what you live with

It takes a lot to be
to touch the feel
the slow reveal
of what another body needs

It takes a lot to give
to ask for help
to be yourself
to know and love what you live with

It takes a lot to breathe
to touch, to feel
the slow reveal
of what another body needs

It takes a lot to live
to ask for help
to be yourself
to know and love what you live with

It takes a lot to breathe
to touch, to feel
the slow reveal
of what another body needs

What are you so afraid to lose?
What is it you’re thinking that will happen if you do?
(so afraid to lose)
What are you so afraid to lose?
(Tell me, tell me, you’re Nervous and you’re sorry…)
(crying like, a baby saying this thing is killing me) What is it you’re thinking
that will happen if you do?
(It takes a lot to know a man…)
What are you so afraid to lose?
(It takes a lot to know a man…)
What is it you’re thinking that will happen if you do?
(It takes a lot to know a man…)
What is it you carry on your bag?
(It takes a lot to know a man…)
What is it you notice when you know you can’t laugh?
(Know you can, have to know…)“

 

Rock and Roll.

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Noch schöner als auf Konserve – Damien Rice live


Foto: Sunshine International/REX

Foto: Sunshine International/REX

Fast noch schöner als Damien Rices im vergangenen November – acht darbungsvoll lange Jahre nach dem Zweitwerk „9“ – veröffentlichtes Werk „My Favourite Faded Fantasy“ (landete bei ANEWFRIENDs Jahresendabrechnung der besten Alben auf Platz 9) selbst ist für viele wohl die Möglichkeit, den 41-jährigen irischen Singer/Songwriter tatsächlich einmal selbst auf einer Konzertbühne erleben zu können.

Wem allerdings bislang weder die Zeit noch die Gelegenheit dazu hatte, selbst einem Damien Rice-Konzert beizuwohnen (die ja freilich auch oft im Nu ausverkauft sind), der findet im weltweiten Netz immerhin akustischen Ersatz. So findet sich etwa auf Heather Brownes formidablen Blog „I Am Fuel, You Are Friends“ ein Mitschnitt des Damien Rice-Gastspiels in der Congregation Sherith Israel Kirche in San Francisco, Kalifornien vom 7. Oktober 2014. Und obwohl es sich – Achtung, fachmännisches Geplänkel! – hierbei um keinen „Soundboard“-, sondern einen „Audience“-Mitschnitt handelt (bedeutet im Grunde nur, dass die Aufnahme nicht vom Mischpult stammt, sondern im Publikum mitgeschnitten wurde), ist die Aufnahmequalität des 15 Songs starken und beinahe zwei Stunden langen Konzertes doch ausgesprochen gut. Besonderes Plus hier: Die hallende Akustik des Kirchenambientes kommt toll zur Geltung, Rice spielt natürlich Stücke aus allen drei bisherigen Alben (also auch bekannte Favoriten wie „Cannonball“, „9 Crimes“ oder „Volcano“, das hier mit einer Variation des Price-Evergreens „When Doves Cry“ gekoppelt wird) und holt beim intensiven „Cheers Darlin‘ “ (vom Debütalbum „O“) eine Zuschauerin auf die Bühne, anhand derer er die alkoholgetränkte Entstehungsgeschichte des Stückes erzählt…

Wer großen Wert auf ausgesprochene Konzertqualität legt (also „Soundboard“-Aufnahmen bevorzugt), dem sei Damien Rices vom Radiosender 1LIVE mitgeschnittenes Konzert aus dem Kölner Alten Pfandhaus vom 12. September 2014 ans Herz gelegt, das zwar eine minimal andere Songauswahl enthält, aber mit fast zwei Stunden ähnlich lang ausfällt (einen Download-Link findet man nach zwei, drei Klicks im Forum des Damien Rice-Fancommunityseite „eskimofriends.com„, welche auch noch massig andere im Zuge der „My Favourite Faded Fantasy“-Promo aufgezeichnete TV- und Radiokonzerte bereithält). Und im Grunde haben alle Rice’schen Auftritte gemeinsam, dass das komplette Publikum während der Konzerte kollektiv-stecknadelstill den Atem anzuhalten scheint.

Diesen geschenkten „Gäulen“ sollte nun wirklich niemand widerstehen können…

 

 

Rock and Roll.

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Der Jahresrückblick 2014 – Teil 3


Ein zwar nicht durch und durch hochkarätiges, jedoch ebenso wenig an tollen Veröffentlichungen armes Musikjahr 2014 neigt sich unausweichlich seinem Ende zu. Zeit also, ANEWFRIENDs “Alben des Jahres” zu küren und damit, nach der Rückschau aufs Film- und Serienjahr, auch die Königsdisziplin ad acta zu legen! Dem regelmäßigen Leser dieses Blogs werden sich wohl wenige Überraschungen offenbaren, schließlich wurde ein guter Teil der Alben meiner persönlichen Top 15 im Laufe des Jahres bereits besprochen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch 2015 ein ähnlich gutes Niveau an neuen Platten und Neuentdeckungen bieten wird… Ich freue mich drauf.

 

 

LaDispute_ROTH1.  La Dispute – The Rooms Of The House

Wildlife„, La Disputes zweites, 2011 erschienenes Album, brauchte wahrlich keine Wiederholung, immerhin lieferte die Post Hardcore-Band aus Grand Rapids, Michigan bereits damals ihr Meisterwerk ab, in welchem sie die instrumental-brachialen Tour-de-Force-Rhythmen der Band mit der stellenweise brillanten und noch viel öfter erschütternden Alltagsbeobachtungslyrik von Sänger und Frontmann Jordan Dreyer zu einem wahnhaft faszinierenden einstündigen Albummonolithen verband. Der Nachfolger „Rooms Of The House“ gibt sich da – sowohl musikalisch als auch textlich – weitaus differenzierter, stellenweise gar zurückgenommener und introspektiver. Dreyers Musik gewordene Geschichten scheinen wie zufällig zu Boden gefallene alte Familienfotografien, die nach langer Zeit wieder in die Hand genommen werden, und dann die ein oder andere biografische Wunde aufreißen. Und doch ist alles auf „Rooms Of The House“ an seinem Platz. La Disputes drittes Album ist zwar anders als noch „Wildlife“, jedoch kaum weniger faszinierend.

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Pianos1-640x6402.  Pianos Become The Teeth – Keep You

Zumindest ich hatte die Band noch vor kürzerer Zeit zwar auf dem Zettel (beziehungsweise kannte ich deren Namen), jedoch so gar nicht in meiner rotierenden Playlist. Eine stilistische Beinahe-Einhundertachtzig-Grad-Wende und deren Ergebnis „Keep You“ haben das endgültig geändert. Kaum ein Album ging mir in den vergangenen Monaten mehr zu Herzen, bei keinem anderen finde ich weniger Worte, zu erklären, woran das nun tatsächlich liegt. Muss man ja aber auch nicht. Die Musik übernimmt für 44 Minuten all das, was nicht auszusprechen ist, bevor der krönende Albumabschluss „Say Nothing“ Note für Note davon getragen wird… Indierock, der von schweren Herzen erzählt, selbige damit nicht selten erst erweicht – und dann mit flinken Stichen flickt.

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noah-gundersen-ledges3.  Noah Gundersen – Ledges

Kein Album der Sparte „Singer/Songwriter“ lief öfter bei mir in diesem Jahr, in keines bin ich lieber und tiefer eingetaucht. Dem Debütalbum des 24-jährigen Noah Gundersen aus Seattle, Washington wohnt als Ganzes etwas Spirituelles, Heilsames und Reinigendes inne, dem der Hörer sich nur schwerlich entziehen kann. Große Vergleiche dürfen bereits jetzt angestellt werden, für die Zukunft sollte man den Herren und seine mitmusizierenden Geschwister auf dem Zettel haben. (M)Ein Geheimtipp? Noch.

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1196f14f-MW_Konfetti_Final4.  Marcus Wiebusch – Konfetti

„Der Tag wird kommen“ ist für Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch wohl Segen und Fluch zugleich. Zum einen ist das monumentale Stück, in welchem Wiebusch Homophobie im Profifussball offen und ganz Frank und frei thematisiert, samt dem dazugehörigen, via Crowdfunding finanzierten Kurzfilm, eine der besten, richtigsten und wichtigsten Sachen, die der deutscher Musik und Kulturgesellschaft in diesem Jahr passieren konnten. Andererseits überschattet der Song jedoch völlig zu unrecht seine zehn Kollegen auf Wiebuschs Solodebüt „Konfetti“, denn vor allem „Nur einmal rächen“, „Haters Gonna Hate“ oder der Abschluss „Schwarzes Konfetti“, bei welchen der gebürtige Heidelberger und Wahlhamburger Musiker mit Sozialisierung im DIY-Punk – stilistisch wie textlich – viele neue Wege geht und dabei so einiges richtig macht. Besser war 2014 wohl kaum ein deutschsprachiger Musiker, wichtiger und relevanter definitiv nicht.

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strand of oaks - heal5.  Strand Of Oaks – Heal

Timothy Showalter ist schon ein komischer Kauz. Freilich, das ist der 32-jährige Träger von amtlichem Vollbartes und Headbangermähne nicht eben erst seit „Heal“, dem vierten Album seines Band gewordenen Projektes Strand Of Oaks. Doch ausgerechnet auf Showalters rein textlich bisher persönlichstem und bitterstem Werk stellen sich all der schmerzhaften Lyrik ausgerechnet poppig anmutende Melodien und nicht wenige Fuzz- und Bratz-Gitarren (für ein, zwei Solos konnte er gar Dinosaur Jr.-Legende J. Mascis gewinnen) in den Weg, die dieses Album zu einer wahren Freude mit allerhand Repeat-Garantien machen. Man ist fast versucht, hier von „Hörspaß“ zu sprechen, wären die zehn Songs nicht eine derart tiefe Schlüssellochschau in die Wunden einer auf Kipp stehenden Beziehung.

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against-me-transgener-dsphoria-blues6.  Against Me! – Transgender Dysphoria Blues

Ein Album, dessen Ursprünge wohl – der Biografie von Against Me!-Frontfrau Laura Jane Grace wegen – lange in der Vergangenheit fußen, das – aller Eingängigkeit, allen Hooklines zum Trotz – einen durch- und überaus ernsten Themenanspruch besitzt, und wohl vor allem deshalb so aufrichtig zu Herzen gehen geraten ist. All das ist das so eigenartig wie passend betitelte „Transgender Dysphoria Blues“, da erste seit dem Outing von Ex-Frontmann Tom Gabel als Transgender-Frau, durch welches sie – also Laura Jane Grace, wie sich Gabel jetzt nennt – leider auch einen guten Teil der eigenen Band zum Abgang bewegte. Doch trotz so einiger dunkler Anklänge ist das sechste Studioalbum der Punkrock-Band aus Gainesville, Florida durch und durch kämpferisch, denn weder Gabel, die nach Erscheinen des Albums im Januar in der Webserie „True Trans“ Gleichgesinnte (im Sinne einer Geschlechtsidentitätsstörung) traf und mit ihnen über ihr neues und altes Leben sprach, noch seine Songs geben sich in einer trist-dunklen Ecke zufrieden, sondern kämpfen sich zurück ins Leben.

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we-were-promised-jetpacks-unravelling-album-cover-300-3007.  We Were Promised Jetpacks – Unravelling

Unter all den fantastischen schottischen Gitarrenrockbands waren die fünf Bleichgesichter von We Were Promised Jetpacks bislang auf die Abteilung „Indiediscohit“ abonniert, immerhin boten die beiden Vorgängeralben „These Four Walls“ (2009) und „In The Pit Of The Stomach“ (2011) so einige davon – man nehme nur  „It’s Thunder And It’s Lightning“, „Quiet Little Voices“ oder „Roll Up Your Sleeves“, zu denen sich wohl so einige Indiekids die Röhrenjeans und Chucks schweißnass getanzt haben dürften.  Nur die aus Edinburgh stammende Band selbst hat scheinbar die Lust an Mitgröhlrefrains und allzu repetitiv-zackigen Gitarrenakkorden verloren, denn auf Albumlänge ist – zumindest im Fall von „Unravelling“ – Schluss damit. Eventuell liegt es ja auch an Band-Neuzugang Stuart McGachan, der gleich sein Keyboard mitbringt und den neuen Songs ein vertrackteres, tieferes und ernsthafteres Outfit verpasst. Natürlich verzichten die Schotten weder auf prägnante Melodien (wie im Opener „Safety In Numbers“ oder „Peace Sign“) noch auf den signifikant-sympathischen Schotten-Slang von Sänger Adam Thompson, allerdings sind es 2014 die ungewöhnlichen Stücke, die besonders überzeugen, wie das Abschlussdoppel aus dem instrumentalen Sechseinhalbminüter „Peace Of Mind“ und dem getrommelt ausfadenden „Riccochet“. Dann nämlich steht die Band bereits mit einem Bein wahlweise im Post Punk oder Post Rock – und ist am Ende doch ganz bei sich selbst.

 

 

damon-albarn-everyday-robots8.  Damon Albarn – Everyday Robots

Kaum zu glauben, dass Damon Albarn, der in seinen 46 Lebensjahren schon so einige relevante Fußabdrücke im popmusikalischen Universum hinterlassen hat (vom Britpop von Blur über den megalomanischen Bastardpop der Gorillaz bis hin zu „Superband“-Geheimtipps wie The Good, The Bad & The Queen oder Ausflügen in die Opernwelt und Weltmusik Peter Gabriel’scher Couleur), erst 2014 sein offizielles Solodebüt „Everyday Robots“ vorlegte. Umso besser, dass Albarn das lange Warten nun auch mit Qualität belohnt. Wer die Karriere des Londoner Weltbürgers aufmerksam verfolgt hat, dem dürfte eh klar gewesen sein, dass Albarn kaum etwas mehr zu wurmen scheint als Wiederholungen. Folglich haben die zwölf neuen Stücke kaum etwas bis gar nichts mit seinen früheren Bands und Projekten gemein. Stattdessen jubelt Damon Albarn dem Hörer 2014 allerhand kleine verträumt-melancholische Kleinode unter, in welchen, wie in „Lonely Press Play“, Klaviernoten einsame Schleifen zieht, während Elektrobeats verschlafen pluckern. Anderswo hoppelt zu Kindergitarrenakkorden und Gospelchor in „Mr. Tembo“ ein kleiner Elefant durchs Steppengras, während sich der Musiker kurz darauf – in „Hollow Ponds“ – zurück zu den Plätzen seiner Kindheit begibt. All das gipfelt im hymnischen, gemeinsam mit Brian Eno und Chören entstandenen „Heavy Seas Of Love“. In „Everyday Robots“ lässt Damon Albarn tief in seine eigene Seele blicken – und die reicht ebenso ins nachdenkliche Gestern wie weit ins futuristisch-befremdliche Morgen.

 

 

damien rice MFFF9.  Damien Rice – My Favourite Faded Fantasy

Fast hatte man ihn vergessen, und längst noch weniger Hoffnungen auf eine Rückkehr von Damien Rice gehegt. Nach zwei ganz und gar bezaubernden Alben („O“ und „9“), die auch heute noch jeden in ihren Bann ziehen, der die Stücke zum ersten oder tausendsten Mal hört, nach der privaten wie künstlerischen Trennung von seiner kongenialen (Duett)Partnerin Lisa Hannigan verschwand Rice acht lange Jahre lang ganz und sonders von der Bildfläche. Die Ankündigung seines dritten Albums im September diesen Jahres muss sich daraufhin angefühlt haben, als würden die USA von heute auf morgen ihre Armee abschaffen und fortan einen Staat nach kommunistischen Maximen führen. Doch am Ende der acht Songs von „My Favourite Faded Fantasy“ ist doch wieder vieles beim Alten. Der irische Singer/Songwriter weidet in den gemeinsam mit Produzentenass Rick Rubin (!) in Studios zwischen Los Angeles und Island (!!) entstandenen Songs in der eigenen Seelenpein, dass auch diesmal nicht wenige männliche wie weibliche Herzen schwer werden, während ihm die Akustische, das Piano und ganze Heerscharen von Streichern aufopferungsvoll zu Hilfe eilen. Vermeintliche „Hits“, wie es sie früher noch mit „Volcano“, „The Blower’s Daughter“, „Cannonball“ oder „9 Crimes“ gab, sucht man indessen auf „My Favourite Faded Fantasy“ vergebens – dafür sind die neuen Stücke, von denen nur einer unterhalb der Fünf-Minuten-Marke liegt, zu elegisch, zu introvertiert. Unverhofft schön ist Damien Rices Rückkehr jedoch allemal.

 

 

SKM21021410. Sun Kil Moon – Benji

Viele Dinge mögen außer Frage stehen. Dass der öffentlich ausgetragene Musikerstreit zwischen Mark Kozelek und The War On Drugs-Frontmann Adam Granduciel (über die Hintergründe weiß Google freilich Antworten zu liefern) einerseits verdammt albern war, andererseits aber auch den – wenigstens für kurze Zeit – amüsanten Kozelek-Songkommentar „War On Drugs: Suck My Cock“ hervor brachte. Dass Mark Kozelek – ob nun mit Jimmy LaValle oder den Kollegen von Desertshore im vergangenen Jahr, unter dem eigenen Namen und solo oder mit seiner aktuellen Hauptband Sun Kill Moon – einer der bewegendsten, produktivsten und brillantesten musikalischen Geschichtenerzähler unserer Zeit ist. Denn genau das macht der grantige US-Amerikaner nun mal: er erzählt, während die jeweilige Instrumentierung stets nur Mittel zum Zweck bleibt. Das Bewegende daran ist, dass all diese Geschichten seinem Leben und Erlebten entspringen, und somit auch 2014 eine erstaunliche thematische Bandbreite aufweisen, die vom tragischen Tod einer Cousine zweiten Grades (der Opener „Carissa“) über Attentate in den eben nicht so glorreichen US of A („Pray For Newtown“) bis hin zu Episoden aus Kozeleks Sexualleben („Dogs“) und die Freundschaft zu Death Cab For Cutie-Frontmann Ben Gibbard (der Abschluss „Ben’s My Friend“) reichen. Klar mögen viele Dinge außer Frage stehen: Dass Mark Kozelek wohl privat ein vom Leben zynisch geformtes Arschloch ist. Dass seine Songs eine immer schönere karge Klarheit ausstrahlen, derer man sich so schnell nicht entziehen kann. Dass man das Arschloch für Stücke wie die auf „Benji“ auch gern weiterhin in Kauf nimmt.

 

 

…und auf den weiteren Plätzen:

Foxing – The Albatross

The Afghan Whigs – Do To The Beast

Foo Fighters – Sonic Highways

Ryan Adams – Ryan Adams

Warpaint – Warpaint

 

 

Rock and Roll.

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Zu kurz gekommen… – Teil 12


Lange lagen Teile, rohe Fragmente und Auszüge der folgenden Zeilen in meinen (digitalen) Notizbüchern. Immer und immer wieder habe ich gestrichen, ergänzt und am Ende doch überlegt: Soll ich tatsächlich über ein Album schreiben, dass mir so viel bedeutet, dessen einzelne Stücke sich dermaßen in meine eigene Biografie und Gefühlswelt gewoben haben, dass kaum noch klar ist, wo der Traum der Erinnerung endet und das real Passierte beginnt? Und: Wie werde ich werde ich dem Künstler damit gerecht? Kann ich das überhaupt? Dem kundigen Leser von ANEWFRIEND sollte der Name des Künstlers – Damien Rice – nicht fremd sein. Dem Rest sei seine Musik – auch aus aktuellem Anlass – wärmstens ans Hörerherz gelegt. Aber lest selbst…

 

Damien Rice – O (2002)

damien rice o-erschienen bei 14th Floor/Eastwest/Warner-

Irgendwo am Anfang stand eine wundervolle Konzertnacht in der deutschen Hauptstadt. Mit einem mit Freunden vollbepackten, in die Jahre gekommenden Ford Fiesta hatten wir uns am 5. März 2003 auf den 150 Kilometer langen Weg begeben, um einen Künstler zu sehen, dessen Karriere damals – zumindest international – noch in den Kinderschuhen steckte – und das, ohne vorab Eintrittskarten in der Tasche zu haben (wir wollten welche ordern, aber so kommt es halt, wenn sich einer auf den anderen verlässt und es dieser dann schlichtweg verpennt – seitdem nehme ich das immer selbst in die Hand). Natürlich war Damien Rices Gastspiel im Berliner Knaack Klub ausverkauft – das kundige Hauptstadtpublikum ist bekanntlich immer etwas empfänglicher für neue Trends und Künstler. Zu unserem Glück konnten wir noch – wenn auch heftig überteuert, aber wenn man einmal 300 Kilometer Strecke auf sich nimmt, um genau diesen Musiker zu sehen, zahlt man eben drauf – Karten aus der „schwarzen Jackentasche“ für alle in unserer Runde bekommen und fanden uns so in der ersten Reihe rechts neben der kleinen Konzertbühne des Knaack Club wieder. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass wir alle zum ersten Mal Josh Ritter, einen damals ebenfalls noch komplett unbekannten Singer/Songwriter aus dem US-amerikanischen 24.000-Einwohner-Kaff Moscow, Idaho, kennenlernten (seine an diesem Abend dargebotene Version des anno dazumal noch unveröffentlichten Songs „Wings“ bereitet mir noch heute eine Gänsehaut!), sollte es eine geradezu magische Konzertnacht werden. Denn Damien Rices Vorstellung der Songs seines etwa ein Jahr zuvor im heimischen UK erschienenen Debütalbums „O“ (in Deutschland ließ sich die Plattenfirma unverschämterweise gar noch bis August 2003 Zeit) war schwer in Worte zu fassen – und ist es noch heute. Nein, dafür war einfach alles – der Abend, die Gegebenheiten, unsere Runde, natürlich Rice und seine Band, die neben Schlagzeuger und Bassisten damals freilich auch aus seinem weiblichen Vocal-Sidekick Lisa Hannigan und der Cellistin Vyvienne Long bestand, zu besonders. Und es macht mich bis heute noch ein wenig stolz, dass ausgerechnet ich es war, der unsere Runde mit dem virulenten Ohrwurmzauber der Stücke von „O“ infizierte. Zu recht sollte sich bald zeigen, dass wir nicht die einzigen waren, die Damien Rices Qualitäten erlagen. Denn „O“ – so kurz und geheimnisvoll dessen Titel auch sein möge – erzählt Geschichten, wie sie schöner und schmerzlicher, kitschiger und trauriger kaum sein könnten – wie das Leben selbst. Vom Süßen, dass – um hier mal ein Zitat aus meinem Lieblingsfilm „Vanilla Sky“ zu bemühen – ohne das Saure kaum so süß erscheinen würde. Vom Lieben. Und der Sprache des Herzens erliegt man freilich nur allzu schnell und leicht…

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„We might kiss when we are alone / When nobody’s watching / We might take it home / We might make out when nobody’s there / It’s not that we’re scared / It’s just that it’s delicate“ – ebenso schüchtern wie um Charme barmend legt Rice, Jahrgang 1973 und vormals Teil der mäßig bekannten irischen Rockband Juniper, in den ersten Sekunden des Albumopeners „Delicate“ allein an seiner Akustischen los, bevor Vyvienne Longs Cello einsetzt. Herzerweichend? Dabei kommt erst in den darauf folgenden Stücken einer der entscheidenden Faktoren, der Rices Songs so rund, so nah und so berührend macht, hinzu: die Zweitstimme von Lisa Hannigan. Denn sie ist es, die Lieder wie das um zwischenmenschliche Differenzen und Anziehungen kreisende „Volcano“ („What I am to you / You do not need / And what I am to you / Is not what you mean to me / You give me miles and miles of mountains / And I ask for the sea“), das tausendfach in Filmen und Fernsehserien verwandte Liebeslied „The Blower’s Daughter“ oder das so hinreißend pragmatisch-euphorische „Cannonball“ aus- und großartig macht, im Duett in „I Remember“ später – verdientermaßen, freilich – gar ganze Passagen allein mit ihrer wunderbaren Stimme tragen darf. Dennoch sollte man nicht den Fehler machen, Damien Rice hinsichtlich der in der Tat vorherrschenden Liebeslieder auf „O“ als allzu lieblich-plakativen Schnulzenbarden zu stilisieren. Denn mit dem bitteren Doppel aus „Cheers Darlin'“ („Cheers darlin’ / Here’s to you and your lover boy / Cheers darlin’ / I got years to wait around for you / Cheers darlin’ / I’ve got your wedding bells in my ear / Cheers darlin’ / You give me three cigarettes to smoke my tears away“) und „Cold Water“ („Cold, cold water surrounds me now / And all I’ve got is your hand / Lord, can you hear me now? / Or am I lost?“ – diese Zeilen dürften dem einen oder der anderen ebenfalls aus allerhand namenhaften Serien bekannt vorkommen), das dem zu ertrinken Drohenden im Mittelteil einen Seemannschor zur Seite stellt, beweist der irische Singer/Songwriter, dass er auch die Schattenseiten der Liebelei zu vertonen weiß. Wer’s noch immer nicht begriffen haben sollte, dem stellt Rice im darauf folgenden „I Remember“, welches trügerisch lieblich als Boy-meets-Girl-Story beginnt, eine wahre Kakophonie aus gefühlsinduzierter Lautstärke zur Seite, auf die man so nicht vorbereitet gewesen sein konnte„Come all ye reborn / Blow off my horn / I’m driving real hard / This is love, this is porn / God will forgive me / But I, I whip myself with scorn, scorn“ und weist die (ehemals) Liebste an, endlich Farbe zu bekennen: „I wanna hear what you have to say about me / Hear if you’re gonna live without me“. Dass er nach all dem Gefühlschaos – ob nun in der Großstadt, ob nun auf dem Land – den totalen Rückzug von Allem startet und in „Eskimo“ eigentlich nur noch seinen – jawohl – „Eskimo friend“ sehen möchte, ist dabei nur allzu verständlich. Und auch hier wartet Rices Debütalbum neben seiner Akustischen und den Streichern, wie an so vielen Stellen der gut 60 Minuten, wieder mit etwas Besonderem auf, denn gegen Ende lädt er die nordirische Opernsängerin Doreen Curran vors Mikro, um sie einige Zeilen auf finnisch (!) schmettern zu lassen. Dass der reguläre Abschluss des Albums (die ebenfalls grandiosen Hidden Tracks „Prague“ und „Silent Night“ mal außen vor) dann wieder einzig und allein Damien Rice und seiner Akustikgitarre gehört, passt einfach. Alles endet so, wie es begann. Doch die Stunde dazwischen verändert den Hörer, nimmt ihn mit auf eine Reise ins Innere seiner selbst. Und nur Steine kehren davon unverändert zurück…

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Obwohl der schmächtige Singer/Songwriter mit dem vier Jahre nach „O“ – also: 2006 – erschienenen Nachfolger, welcher mit „9“ ebenso mystisch betitelt wurde, erfolgsmäßig in noch ganz andere Sphären vorstoßen sollte (Nummer 1 im heimischen Irland, immerhin Platz 22 in den US-Albumcharts, erneut etliche Soundtrack- und prominente Serienplatzierungen, ein Auftritt bei den Friedensnobelpreisverleihungen), und auch qualitativ keinerlei Rückschritte machte, umgibt „O“ bereits beim ersten Hören eine zauberhafte Patina, die sich auch ganze zwölf Jahre nach dessen Erscheinen (und weißgottwieviele Durchgänge später) in keinster Weise abnutzt. Mag man es Rices Talent, emotional fesselnde Songs zu schreiben, zuschreiben. Vielleicht spielen auch all die Geschichten, die man sich um seine Person erzählt (mal heißt es, er spielte sich als trampender Straßenmusikant durch halb Europa, mal, dass er einige Zeit als Blumenverkäufer im Süden Frankreichs seine Brötchen verdiente), eine gewichtige Rolle im nahezu mystischen Beieinander der Songs des Debüts (für dessen Grenzen ein perfekt inszeniertes, unverstelltes Singer/Songwritertum Feelgood-Klone/-Clowns á la James Blunt, Jack Johnson oder Chris „Coldplay“ Martin
sicherlich nur allzu gern töten würden). Dazu passte dann wieder, dass schon der Nachfolger „9“ textlich um einiges bitterer ausfiel, der Ire sich noch während der Tournee zum zweiten Album mit der für ihn und seine Musik so wichtigen Lisa Hannigan überwarf (nichts Genaues weiß man auch hier, sie entschwand jedenfalls aus der Band und aus Rices Leben) und Damien Rice selbst, dem der eigene Erfolg sowieso schon immer am zuwidersten und suspektesten erschien, Damien-Rice 2für Jahre nahezu komplett von der Bildfläche verschwand – so lange, dass man befürchten musste, nie wieder einen (neuen) Ton von ihm zu hören zu bekommen. Dass man vor wenigen Tagen mit dem tatsächlichen Erscheinen von Album Nummer drei, „My Favourite Faded Fantasy„, bei welchem kein Geringerer als Überproduzentenlegende Rick Rubin eine gewichtige Rolle spielte, eines Besseren belehrt wurde, ist eine andere Geschichte, deren Saat vor mehr als zehn Jahren gelegt wurde. Die Zeit, sie vergeht – mal höre, man staune.  „Amie come sit on my wall / And read me the story of O / And tell it like you still believe / That the end of the century / Brings a change for you and me / Nothing unusual, nothing’s changed / Just a little older that’s all“

 

 

(Die Textfetischisten unter euch dürfen sich gern auf die Damien Rice-Fanseite eskimofriends.com berufen…)  

 

Der Vollständigkeit halber hier noch die offiziellen Musikvideos der drei Singles „Volcano“, „The Blower’s Daughter“ und „Cannonball“…

 

…sowie Damien Rices im Rahmen der „BBC Four Sessions“ gegebenes einstündiges Konzert aus dem Jahr 2004, welches einen recht passablen Eindruck der Live-Qualitäten der Songs von „O“ vermittelt:

 

Rock and Roll.

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Abgeschrieben kehrt sich’s schöner zurück – Damien Rice kündigt sein drittes Album „My Favourite Faded Fantasy“ an


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Am 5. März 2003 stand ein Mann samt seiner Begleitband auf der kleinen Bühne des Berliner Knaack-Klubs, um dem deutschen Hauptstadtpublikum Songs seines wenige Monate zuvor veröffentlichten Debütalbums „O“ vorzustellen. Ich erinnere mich noch heute – elf Jahre später – daran, wie ich am vorderen rechten Bühnenrand stand und eines der einzigartigsten und großartigsten Konzerte ever (ever ever) erlebte…

o-4fb4ff4e45211Der Knaack-Klub, dieses kleine Konzert- und Indiediscoveranstaltungsdomizil am Prenzlauer Berg, in dem ich während Besuchen in Berlin so manches feine Konzert erlebte und nicht selten mit Freunden die Nacht zum Tag machte, existiert schon längst (genauer: seit 2010) nicht mehr. Und auch um erwähnten Künstler, Damien Rice, wurde es in den Jahren nach Erscheinen seines zweiten Albums „9“ im Jahr 2006 immer und immer ruhiger. Wie schon um den Werdegang vor seinem Durchbruch, der ihm mit allerlei Spitzenbesetzungen von Songs wie „The Blower’s Daughter“, „Cannonball“, „Volcano“ (alle vom Debüt „O“) oder „9 Crimes“ (von „9“) in Herzschmerz-Serien von „Grey’s Anatomy“ bis „O.C., California“ oder in Kinofilmen wie „Closer“ gelang, rankten sich auch um das plötzliche Verschwinden des heute 40-jährigen irischen Singer/Songwriters mit der besonderen Stimme und der nicht minder besonderen Gabe, herrlich intensive Songs zustande zu bringen, etliche Gerüchte und Mythen: War etwa das Ende seiner Beziehung zu Lisa Hannigan, die die unvergleichlichen Duett-Vocals zum Großteil der Rice-Stücke lieferte und für viele Jahre fester Bestandteil seiner Band war, Schuld an Rices Rückzug aus dem Musikgeschäft? Hatte der zurückhaltende Barde etwa Angst vor dem eigenen Erfolg? Die Fakten blieben die gleichen und sprachen eine deutliche Sprache: Ab 2012 hörte man so gut wie nichts mehr von Damien Rice – keine Veröffentlichungen, keine Konzerte, keine Neuigkeiten. Es schien, als wäre der Stern des Singer/Songwriters kurz vorm Firmament verglüht, um die beiden Alben – „O“ und „9“ – als ewig schöne Großtaten scheinen zu lassen… (Warum „Großtaten“? Nun, dazu – und zur persönlichen Bedeutung für den Autoren dieser Zeilen – wohl bald mehr auf ANEWFRIEND…)

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Umso ungläubiger dürfte man dieser Tage geschaut haben, als es tatsächlich Neuigkeiten von Damien Rice zu verlauten gab. Neue Konzerttermine? Besser sogar: Der irische Singer/Songwriter postete das Foto einer handgeschriebenen Auflistung mit zehn neuen Songtiteln auf seiner Homepage und ließ dem verschwörerischen Schnappschuss am Piano alsbald das Cover und die finale, um zwei Songs – „Camarillas“ und „Mustard Seeds“ – verkürzte Tracklist seines nun am 31. Oktober (via Warner) erscheinenden dritten Albums „My Favourite Faded Fantasy“ folgen. Auf die lange Pause angesprochen, äußerte der Musiker dem NME gegenüber, dass er Zeit gebraucht habe, um sein Verhältnis zur Musik wieder ins Gleichgewicht zu bringen: „Manchmal muss man etwas loslassen, das man ganz besonders liebt, um zu merken, wie viel es einem bedeutet.“.

Bevor man an einem wohl passend grauen Spätoktobertag in den Genuss des kompletten neuen Albums kommt, das Rice mit niemand Geringerem als Starproduzentenguru Rick Rubin (der seit den Anfangstagen des Iren ein Fan seiner Musik gewesen sein soll) an so unterschiedlichen Orten wie dem verschlafen-nassen isländischen Reykjavik und dem sonnenbeschienenen US-Molloch Los Angeles aufnahm, lässt Damien Rice mit dem Titelsong von „My Favourite Faded Fantasy“ bereits einen ersten sechsminütigen Vorabeindruck vom Stream-Stapel, dem alsbald die erste Single „I Don’t Want To Change You“ folgen soll. Und schenkt man diesen ersten sechs Minuten, die beständig zwischen Akustikgitarren-, Piano- und Streicherminiaturen pendeln und schlussendlich nichts weiter als ein einziges Crescendo darstellen, Glauben, so könnte Album Nummer drei nichts weniger als das wohl unverhoffteste und herzzerreißendste Comeback des Jahres werden…

 

 

Die Tracklist von „My Favourite Faded Fantasy“:

1.  „My Favourite Faded Fantasy“
2.  „It Takes A Lot To Know A Man“
3.  „The Greatest Bastard“
4.  „I Don’t Want To Change You“
5.  „Colour Me In“
6.  „The Box“
7.  „Trusty and True“
8.  „Long Long Way“

 

Rock and Roll.

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