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Song des Tages: Shoreline – „Hana“


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Ich selbst war zwar bislang noch nie da, aber Münster, dieses oft gelobte 300.000-Einwohner-Städtchen in Nordrhein-Westfalen, scheint durchaus geeignet dafür zu sein, kleinen, jungen Indierock- und Indiepunk-Bands eine Basis zum Wachsen und Gedeihen zu bieten (irgendwo im weltweiten Netz wurde es etwa als „ein kleines El-Dorado für Punkrock-Fans“ bezeichnet). Man denke nur an Muff Potter, die Donots, Messer, Ghost Of Tom Joad (die ich seit ihrem Split vor einigen Jahren immer noch sehr vermisse), Long Distance Calling, White Crane, Snareset, Samba oder – ja, ja! – H-Blockx…

a0426623269_16Oder eben Shoreline. Sagt euch nix? Passt scho‘. Immerhin dürften Hansol (Gitarre, Gesang), Julius (Gitarre, Gesang), Tobi (Bass, Gesang) und Martin (Schlagzeug) kaum etwas dagegen haben, als recht jungspundige „Newcomer“ betitelt zu werden, die erst im vergangenen Jahr mit der EP „You Used To Be A Safe Place“ und einer knappen Handvoll Songs irgendwo im Spannungsfeld zwischen The Menzingers, Smoke Or Fire oder Idle Class sowie Support-Touren mit ebenfalls nicht gänzlich unähnlichen Bands wie Hot Water Music, Adam Angst oder Great Collapse (dem Strike Anywhere-Nebenprojekt) auf sich aufmerksam machte. Da passt es nur allzu gut, dass das Quartett am 12. Juli – ebenfalls beim recht geschmackssicheren deutschen Indie-Label „Uncle M Music“ – sein Debütalbum „Eat My Soul“ nachreichen wird.

Den ersten akustischen Vorboten ebendavon kann man sich mit „Hana“ bereits zu Gemüte führen. Und schenkt man der druckvollen, sehr gut am Dynamik-Regler drehenden Viereinhalbminüter-Melange aus etwas Emo-Punk, ein bisschen Karohemd-Rock und roughem Indie mit dezenten Hallgitarren, zu der kein Geringerer als Joe McMahon von Smoke Or Fire das stimmungsvolle Intro spricht, Glauben schenkt, so könnte auch das Langspiel-Debüt recht reif und ausgeklügelt ausfallen. Rockt. Bockt.

 

„Der Song ‚Hana‘ handelt von der Situation, wenn man sich in komplizierten und dunkelen Momenten an Ratschläge von alten Freunden und Wegbegleitern erinnert. Für mich persönlich handelt das Lied über meine Schwester und wie sie, schon seitdem ich denken kann, mein Vorbild und Anker ist!“

(Shoreline-Sänger und -Songschreiber Hansol über die persönliche Note des Songs)

 

 

— Shoreline live —

24.05.2019 Hildesheim – Kulturfabrik Löseke
07.06.2019 Hamburg – Booze Cruise Festival
11.06.2019 Bochum – Trompete
12.07.2019 ALBUM RELEASE
13.07.2019 Gladbeck – Maxus
18.07.2019 München – Free And Easy Festival
20.07.2019 Antwerpen – Kaiserfest
27.07.2019 Goldenstedt – Afdreiht Un Buten Festival
06.09.2019 Saarbrücken – Devil´s Place
18.09.2019 Oberhausen – Druckluft
19.09.2019 Aachen – Wild Rover
20.09.2019 Darmstadt – Oetinger Villa
21.09.2019 Zwiesel – Jugendcafé
22.09.2019 Prague – Café Na Pul Cesty
24.09.2019 Würzburg – Cairo
25.09.2019 Jena – Rosenkeller
26.09.2019 Berlin – Schokoladen
27.09.2019 Braunschweig – B58
28.09.2019 Köln – Limes
05.10.2019 Hamburg – Astra Stube
12.10.2019 Münster – Sputnik Café

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Alles wegen Lilly


Sind Herbst und Winter nicht die idealen Jahreszeiten für feinen deutschen Befindlichkeitspunkrock? Ist es nicht ein gutes Gefühl, zu Adolars Debüt „Schwörende Seen, ihr Schicksalsjahre!“ den kalten Matsch da vor der Tür, in den man vor wenigen Minuten beinahe wieder gefallen wäre, zu verteufeln? Zu Turbostaat die eiskalten Fäuste in den Manteltaschen zu ballen? Zu Muff Potter an die selig-fernen Sommermomente zurück zu denken? Und dann zu „Raum um Raum“ von Jupiter Jones mal mehr, mal weniger sanft die eigenen Melancholieschienen entlang zu fahren…

In diese Kerbe schlagen auch vier bleichgesichtige Herren aus dem westfälischen Münster, welche den vermeintlichen Bandgründungsanlass im Herbst 2008 gleich zum Namen der selbigen machten: Alles wegen Lilly. Und wenn man(n) schon aus Münster kommt, dann darf auch ein Auftritt im legendären „Gleis 22“ nicht fehlen – den haben Steffen, Jan, Fredi und Moritz (klar, im Punk Rock ist’s noch immer wie in der brasilianischen Nationalmannschaft: Vorname reicht!) ebenso in ihrer Vita stehen wie eine erste Veröffentlichung: die „Ich hasse die Welt und ich sag‘ dir nicht warum“ EP, veröffentlicht 2010 im Selbstvertrieb. Wer bei diesem Titel jedoch an weichgespülte Emo-Trauerschwüre denkt, dessen Eindruck greift zu kurz, denn in den fünf Songs steckt einiges an Mut, Wut, Unbehagen und Trotz, von jener Art, der auch den vor nicht all zu langer Zeit dahingeschiedenen Muff Potter, welche übrigens ebenfalls aus Münster bzw. Rheine stamm(t)en, gut zu Gesicht stand:  „Schmeckt das Feuer noch? / Und die Asche noch im Haar / Wartest auf das Wunder / Und wenn’s kommt ist keiner da“ heißt es etwa in „Tigerfutter“. Drängende Passagen wechseln sich ab mit verhältnismäßig ruhigen, melodiösen Zwischenteilen und lassen die 17 Minuten Gesamtspielzeit unterhaltsam kurzweilig erscheinen. Die bereits zwei Jahre alten Songs mögen zwar hier und da noch etwas grün hinter den Ohren erscheinen, haben sich aber bereits merklich Dreck unter den Fingernägeln erspielt.

„Punkrock mit deutschen Texten, abseits grölenden Asselpunks aber immer mit Wut im Bauch. Irgendwo im Fahrwasser von Hot Water Music, Captain Planet, den frühen Jupiter Jones und nah an der bereits gesunkenen H.M.S. Muff Potter.“ sagt der – wohl selbstverfasste – Pressetext. Wer also mit den bereits genannten Bands etwas anfangen kann, und wem es zu dieser Jahreszeit ebenso (respektive: ähnlich) geht wie mir, der kann bei Alles wegen Lilly getrost zugreifen, denn: die EP gibt’s solidarisch punkrockig für lau und ein paar warme Worte des Danks auf der Bandcamp-Seite der Band zum Download auf’s heimische digitale Abspielgerät (oder als physischen Tonträger über die Myspace-Seite der Band)! Feine Sache, das.

Hier kann die EP schon einmal probegehört werden…

Rock and Roll.

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