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Song des Tages: a-ha – „Take On Me“ (MTV Unplugged)


a-ha

Ungeachtet meiner Abneigung gegen Musik aus den Achtzigern, für die „dezent“ noch eine vornehme Untertreibung darstellen und die Gründe hierfür den feiertäglichen Rahmen sprengen würde, bleibt festzustellen, dass es sich bei a-has „Take On Me“ um einen immergrünen, unkaputtbaren Dauerbrenner von feinster Popsong-Güte handelt – auch nach stolzen 33 Lenzen auf dem musikalischen Buckel…

A-ha_MTV_Unplugged_Summer_SolsticeVon daher konnte und kann das norwegische Trio gerade bei diesem Stück kaum etwas falsch machen. Nichtsdestotrotz ist es erstaunlich, welche Nuancen  Morten Harket, Magne Furuholmen und Paul Waaktaar-Savoy ebenjenem allseits bekanntem Evergreen in der neusten „MTV Unplugged“-Variante, welche die Band – nebst 20 anderen Songs, die das knapp zweistündige Konzert umfasst – im vergangenen Oktober veröffentlichte, noch entlockt. Und vielleicht ist es auch ihrem Alter geschuldet (immerhin gehen alle drei – stolz graumeliert – auf die Sechzig zu), dass „Take On Me“ mittlerweile nicht mehr flirrend-nervös klingt wie noch einige Jahrzehnte zuvor, sondern wie eine zärtliche, aufs Nötigste reduzierte Ballade. But we’re ending on a high note, still…

Dass übrigens – mit „Deadpool 2“ – ausgerechnet der wohl bekloppt-überzogenste (jedoch immer noch unterhaltsame) Hollywood-Blockbuster der Kino-Saison dafür verantwortlich ist, dass ich auf diese Version des Songs aufmerksam wurde? Wäre wohl zweifellos (s)eine eigene Story wert…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lykke Li – „I Know Places“


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Was macht eigentlich…? – Teil 1769: Li Lykke Timotej Svensson Zachrisson. Lange nix gehört von Lykke Li, oder? Es scheint fast so, als würde sich die mittlerweile 32-jährige schwedische Musikerin, die man mit Fug und Recht als die noch verspultere, noch schwermütigere Variante von Lana Del Rey bezeichnen könnte, der langen Ahnenreihe der „One Hit Wonder“ anschließen… Andererseits: Wer wie sie mehr wider Willen für ein, zwei Sommer jegliche Möchtegern- und echten Strandbars von Bottrop bis Ibiza mit einer elektronischen Chill-Out-Variante eines eigenen Songs (Sie wissen schon: „I Follow Rivers„) beschallen durfte, dem sei es gegönnt, fortan das scheinheilige Kurzweil-Rampenlicht zu meiden. Vielmehr zog es Lykke Li vor, sich um den 2016 geborenen Nachwuchs zu kümmern, oder sich weniger kommerziellen Nebenprojekten zu widmen – Streaming-Tantiemen kommen wohl ohnehin Sommer für Sommer rein. Und für Juni ist ihr viertes Album „So Sad So Sexy“ angekündigt…

Dass Li Lykke Timotej Svensson Zachrisson (kein Wunder, dass sich die entrückte Schwedin bei solch einem Namen für die dezent verschobene Kurzform entschieden hat) trotz alledem nie so ganz in Vergessenheit gerät, konnte der deutsche Kino-Connaisseur unlängst im Abspann des (im Übrigen einmal mehr sehenswerten und völlig zu Unrecht für den Auslands-Oscar verschmähten) Fatih-Akin-Films „Aus dem Nichts“ feststellen, für den der Hamburger Regisseur Lykke Lis Song „I Know Places“ (vom 2011er Album „Wounded Rhymes„) wählte. Ein großartig-melancholischer Sechsminüter, der schon vor sieben Jahren durchaus mehr Beachtung verdient hätte…

 

Hier gibt’s die Albumversion auf die Ohren…

 

…sowie das Stück in der „Live on the Moon“- …

 

…und der „MTV Unplugged“-Variante (sowie hier einige Hintergrundinformationen):

„I know places we can go, babe
I know places we can go, babe
The high won’t fail here, babe
No, the high won’t hurt here, babeI know places we can go, babe
I know places we can go, babe
Where the highs won’t bring you down, babe
No, the highs won’t hurt you there, babe

Don’t ask me when but ask me why
Don’t ask me how but ask me where
There is a road, there is a way
There is a place, there is a place

I know places we can go babe
Comin‘ home, come unfold babe
And the high won’t fade here, babe
No, the high won’t hurt here, babe

So come lay and wait
Now won’t you lay and wait
Wait on me

Um…

I know places we can go, babe
Comin‘ home come, unfold, babe
I know places we can go, babe
Comin‘ home, come unfold, babe…“

Rock and Roll.
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Aus gegebenem Anlass…


Nirvana - MTV Unplugged in New York

Da schau‘ einer an, 20 Jahre hat der Auftritt schon auf’m musikalischen Buckel!

Als Kurt Cobain, Krist Novoselic und Dave Grohl, nebst Begleitmusikern wie Pat Smear oder den Kirkwood-Brüdern Cris und Curt (Meat Puppets), am 18. November 1993 die Bühne der New Yorker Sony Music Studios betraten, um ihre gut einstündige Version (auf CD wurde die Show auf 54 Minuten eingedampft) der beliebten „MTV Unplugged“-Reihe zum Besten zu geben, war für sie – und im Besonderen für Frontmann Kurt Cobain – klar: Das wird nur nach unseren Regeln laufen! Was also hieß: Die Zuschauer würden zwar mit Nirvana die damals wohl „heißeste Rockband der Welt“ im akustischen Gewand erleben, die selbst werden jedoch eines bewusst nicht tun: ihren größten Hit „Smells Like Teen Spirit“ als treudoofes Opferlamm darbieten. Doch trotz allem – oder gerade deshalb? – ist die konservierte Show noch MTV+Unplugged+in+New+Yorkheute so großartig wie zeitlos… Denn mal ehrlich: Wer dann noch Songs wie „Come As You Are“, „Pennyroyal Tea“, „Polly“ oder „All Apologies“ in Petto hat, der darf es sich unbesehen leisten, das eigene stilbildende Riffgewitter außen vor zu lassen. Cobain und seine Mannen verleihen David Bowies „The Man Who Sold The World“ eine ganz eigene Aura, hieven das Meat Puppets-Stück „Lake Of Fire“ ins Rampenlicht und lassen die (reguläre) Show mit Lead Bellys „Where Did You Sleep Last Night?“ ausklingen. Selten war Gänsehaut spürbarer und schöner…

MTV Unplugged in New York“ zeigte der Musikwelt eine zartere (und trotzdem immer noch kratzbürstige) Seite des sonst so juvenil ungestümen Grungerock auf und verlieh Nirvana bei seiner Veröffentlichung, nur wenige Monate nach dem (Frei)Tod Cobains, postum eine zusätzliche Aura des unheilvoll Sagenumwobenen. Große Kiste, dieses Livedokument, auf ewig. (Und, bei dieser Gelegenheit: auch mal wieder die „MTV Unplugged“-Shows der genregleichen Pearl Jam und Alice In Chains hervorzaubern – beide sind kaum weniger toll…)

 

 

 

 

Übrigens: Die Toptypen von „11Freunde“ haben das heutige Jubiläum zum Anlass genommen, um die legendäre Nirvana-Show – freilich augenzwinkernd! – auf den Glamour-Faktor rund ums runde Leder zu übertragen… Geht nicht, gibt’s nicht? Hier gibt’s den Beweis!

 

Rock and Roll.

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