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Song des Tages: The National – „Sunshine On My Back“


national

Pünktlich zu den Osterfeiertagen haben The National ihrer stetig wachsenden Fanbase ein kleines, unerwartetes Geschenk gemacht. Vollkommen überraschend veröffentlichte die Band um Frontmann Matt Berninger den Song „Sunshine On My Back“ auf iTunes, nachdem all jene, die auf der Website der Band den Dokufilm „Mistaken For Strangers„, welcher von Matts Bruder Tom Berninger stammt, der sich als Regisseur versucht hatte und die Band seines großen Bruders auf ihrer Tour zum vor fünf Jahren erschienenen Album „High Violet“ begleitete, das Stück bereits als kostenlosen Bonus Download erhalten hatten.

Ganz brandneu ist der Song allerdings nicht. So ist „Sunshine On My Back“ während der Sessions des letzten Albums „Trouble Will Find Me“ (aus dem Jahr 2013) entstanden. Als Produzenten sollen die beiden Brüder Aaron und Bryce Dessner, die sich in der Band für Gitarre, Bass und Keyboard verantwortlich zeichnen, an dem Stück gearbeitet haben.

Und wer den Werdegang der seit nunmehr 16 Jahren gemeinsam musizierenden Band aufmerksam verfolgt, der weiß, dass The National nicht eben als arbeitsscheue Kreativhülsen bekannt sind. Nach ausgedehnten Touren rund um den Globus zu „Trouble Will Find Me“ wollte das ursprünglich aus Cincinnati, Ohio stammende, aber mittlerweile in New York beheimatete Quintett laut Sänger Matt Berninger bereits vergangenes Jahr die Arbeiten an einer neuen Platte aufnehmen… Wir warten, ungeduldig.

 

 

„Tina lies on the ground
She lies there forever
She likes the sound
Tina knows the devil

Tina loves the violence
Of living in the country
She likes that it’s
So far from me

Tina has her story down
I really thought I knew it
Then it changed around
When I was almost through it

Sunshine on my back
Is the only kind I lack
Sunshine in my brain
Is the lonely kind of pain
It’s the sunshine
Of a lonely mind

She says ‚After today then there’s nothing you owe me
But I’m so glad that you came, I needed someone who loves me
But just don’t try to talk yourself into this love
And sleep like a baby while I’m staying up
It’s as much what you say as it is what you don’t
You can’t try to stay, you either will or you won’t.‘

Sunshine on my back
Is the only kind I lack
Sunshine in my brain
Is the lonely kind of pain
It’s the sunshine
Of a lonely mind…“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,

Flimmerstunde – Teil 27


„Mistaken For Strangers“ (2013)

mistaken-for-strangers-posterBand Of Brothers… Im Grunde wäre das ein ebenso passender Bandname für die mittlerweile – völlig zu recht! – allerorten gefeierten und gelobten Indierocker von The National, die nach mehr als zehn gemeinsamen Jahren im Musikgeschäft nicht nur keinen einzigen – also: null – Besetzungswechsel im Bandgefüge zu verzeichnen haben, nein, die fünfköpfige Rockkapelle besteht auch fast ausschließlich aus Brüderpaaren: Scott und Bryan Devendorf besetzen die Rhythmuspositionen am Bass beziehungsweise Schlagzeug, die beiden Gitarristen Aaron und Bryce Dessner sind sogar eineiige Zwillinge. Nur der singende Frontmann Matt Berninger bleibt bei diesen Konstellationen aus Rhythmus und Melodie außen vor (wenn er diese Ausnahmestellung als Gesicht der Band nicht per se bereits inne hat). Doch auch der 1971 in Cincinnati, Ohio geborene Sänger mit der herrlich sonoren Ausnahmestimme hat Geschwister: eine Schwester und einen neun Jahre jüngeren Bruder, Tom. Auch Tom hat eine künstlerische Ader (was wohl auch mit dem gefühlt freigeistigen und lockeren Erziehungsstil im Hause Berninger zusammenhängen mag) und sieht sich selbst als „angehenden Filmemacher“. Nur: Ganz im Gegensatz zum älteren Bruder, der als aufstrebender Rockstar mit Frau und Kind im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt, mit seiner Band The National, nach Jahren voller Albumveröffentlichungen und Ochsentouren durch kleinere Clubs, mittlerweile auch kommerziell erfolgreiche Alben veröffentlicht (fünf sind es insgesamt bis 2010, mit „Trouble Will Find Me“ erschien im vergangenen Jahr Album Nummer sechs) und auf den Tourneen rund um den Erdball nun auch große Hallen ausverkauft, wohnt Tom noch immer zu Hause bei den Eltern, lebt in den Tag hinein, träumt kreative Träume und schiebt die ein oder andere Kleinstadtdepression vor dem eigenen Bierbäuchlein her…

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Um den kleinen Bruder ein wenig aus seinem Trott zu reißen, lädt Matt Berninger Tom im Jahr 2010 – The National hatten soeben ihr fünftes Album „High Violet“ veröffentlicht, das es als erstes der Band in vielen Ländern der Welt bis in die vorderen Chartsregionen schaffte – dazu ein, seine Band als Roadie auf der dazugehörigen Welttournee zu begleiten – und das, obwohl Tom in erster Linie Heavy Metal hört und mit der Musik des großen Bruders so gar nichts anfangen kann. Was Matt nicht ahnt: Tom hat sich die ebenso fixe wie lose Idee in den Kopf gesetzt, eine Kamera mit auf Tour zu bringen und aus dem gesammelten Filmmaterial eine Dokumentation zu machen. Über was genau und mit welchem roten Faden? Davon hat der „angehende Filmemacher“ bislang nicht den blassesten Schimmer… Und ebenso blauäugig wie in in sein neustes Regieprojekt taucht Tom auch in die Welt des Indierocks ein, die am Ende weitaus weniger Sex, Drugs und Rock’n’Roll bereit hält, als er es sich bislang, in den Heavy Metal-Fantasien von seinem Kellerzimmer in Ohio aus, erträumt hatte. Außerdem ist da ja auch noch die liebevoll distanzierte Beziehung zu seinem großen Bruder Matt, dem gefragten und vielbeschäftigten Rockstarfrontmann, dem der kleine Bruder nie das Wasser reichen konnte…

The-National-in-Mistaken-for-Strangers

Alles in allem ist „Mistaken For Strangers„, benannt nach einem Song vom vierten, 2007 erschienenen The National-Album „Boxer„, eine ebenso kurzweilige wie etwas andere Musikdokumentation, die in ihren kurzweiligen 75 Minuten zwar, anhand kurzer Tournee- und Aufnahmestudiosequenzen irgendwo zwischen Europa und den USA, einen kleinen Einblick ins bandinterne Innenleben der (beinahe) erschreckend normalen und bodenständigen Typen von The National bietet, am Ende jedoch vielmehr das Verhältnis des so ungleichen Bruderpaares Matt und Tom Berninger beleuchtet. Dabei kommen die Bandmitglieder – allesamt sympathische Herzblutmusiker und Familienväter ohne Allüren und Interesse an angehobenen Außendarstellungen – ebenso vor Toms Kamera zu Wort wie die Eltern der Berningers oder Matts Ehefrau Carin Besser. Man sollte jedoch nicht den Fehler begehen, sich anhand großspuriger Ansagen wie „One of the best documentaries about a band that I’ve ever seen.“ (so wird zmindest „Bowling For Columbine“- beziehungsweise „Fahrenheit 9/11“-Skandaldokumentarfilmer Michael Moore zitiert, der scheinbar noch nicht all zu viele Musikdokus gesehen hat) zuviel Einblicke ins Innenleben von The National zu erhoffen (das wäre wohl auch wenig spannend, bei all der gepflegten Routine zwischen Bühne, Flughäfen und Hotelzimmern) – dem interessierten Fan der Band bietet „Mistaken For Strangers“ also höchstens Bestätigung und wenig Neues. Stattdessen beweist die dieser Tage veröffentlichte Dokumentation am Beispiel der beiden Brüder Matt und Tom, dass Blut – bei noch so unterschiedlichen Lebenswegen und -entscheidungen – am Ende des Tages eben dicker ist als Wasser. Dazu gibt’s allerlei trocken gereichte Szenen, von denen die ein oder andere beinahe schon an (unfreiwilligen) Slapstickhumor heranreicht, und, natürlich: großartige Musik.

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Hier gibt’s den Trailer…

 

…ein paar Eindrücke von der Filmpremiere beim „Tribeca Film Festival“ im vergangenen Jahr…

 

…und ein kurzes Interview von „Huff Post Live“ mit den beiden Berninger-Brüdern:

 

Rock and Roll.

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