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Song des Tages: Noah Cyrus & Benjamin Gibbard – „Every Beginning Ends“


Noah Cyrus und Benjamin Gibbard – das ist durchaus eine Paarung, welche man – selbst mit weniger Fantasie – so nicht unbedingt erwartet haben dürfte. Und dennoch haben sich Miley Cyrus‘ jüngere Schwester (von der bereits 2019 auf ANEWFRIEND die Schreibe war) und der Death Cab For Cutie-Frontmann für einen gemeinsamen Song zusammengetan.

„Every Beginning Ends“, die neueste Single aus Noah Cyrus‘ im September erscheinendem Debütalbum „The Hardest Part“ (das interessanterweise am selben Tag wie „Asphalt Meadows„, das neue Album von Death Cab For Cutie, veröffentlicht wird), wurde in Gibbards Studio in Seattle aufgenommen und ist eine reduziert-sanfte, mit Pedal Steel unterlegte Akustikballade, die das jähe Ende einer romantischen Beziehung dokumentiert. “You have to wake up every morning and choose to love someone“, singen Cyrus und Gibbard im Duett, nur um daraufhin gleich die bittere Kehrseite dieses löblichen Mottos zu liefern: „But I’m finding that harder the more that I’m falling out of love with you“. Heraus kommt ein zu Herzen gehender Call-and-Response-Tearjerker, der ebenso an diverse Alt.Country-Troubadoure denken lässt wie an den DCfC-Evergreen „I Will Follow You Into The Dark„.

Gegenüber dem „Rolling Stone“ lässt Noah Cyrus wissen, dass die Zusammenarbeit mit Gibbard (der mit 24 Jahren Altersunterschied glatt ihr Vater sein könnte) recht organisch verlief: „Das war so eine surreale Erfahrung! Ich war schon immer ein großer Fan von ihm, also war es im ersten Moment recht erfurchteinflößend, mit ihm in einem Raum zu sein. Aber als wir dann mit der Arbeit anfingen, fand sich alles ganz natürlich zusammen. Wir sprachen über vergangene Beziehungen, gescheiterte Beziehungen, die Beziehungen unserer Eltern und über Beziehungen, die ewig gehalten haben. Er erzählte mir, dass sein Vater ein Sprichwort hat: ‚Du musst jeden Tag aufwachen und dich dafür entscheiden, jemanden zu lieben‘, und das war der Auslöser für diesen Song über das nahende Ende einer Beziehung und den Widerwillen, zuzugeben, dass etwas seinen Lauf genommen hat. Ich kann das in vielerlei Hinsicht nachvollziehen, nicht nur bei mir, sondern auch in Hinblick auf die Beziehung meiner Eltern. Das Schreiben darüber hat mir mehr Verständnis gebracht.“

In seinem eigenen Kommentar gegenüber dem „Rolling Stone“ ist auch Benjamin Gibbard voll des Lobes und verglich die 22-jährige Cyrus etwa mit seiner Freundin und Musiker-Kollegin Jenny Lewis: „Ich bin immer wieder darauf zurückgekommen und habe mich einfach in ihrem Talent gesonnt. Es ist leicht, geheimnisvoll zu sein. Es ist leicht, unnahbar zu sein. Es ist leicht, cool zu sein. Doch es ist so viel schwieriger, ernsthaft zu sein, und sie [Noah Cyrus] gibt in vielen ihrer Songs einiges von sich Preis.“

„You went to sleep without saying you love me
I guess I thought you already knew
You′ve been so cold and far from me, darling
Someone’s at fault but I′m not blaming you

I can’t remember the last time you touched me
I can’t recall you making the move
Doesn′t seem all that long ago, darling
We′d go a whole weekend and not leave our room

You have to wake up every morning
And choose to love someone
But I’m finding that harder the more that I′m falling out of love with you

You used to kiss me without a reason
No one’s made me laugh like you do
We had some good times, didn′t we, honey?
But now, every beginning has ended with you

You have to wake up every morning
And choose to love someone
But I’m finding that harder the more that I′m falling out of love with you

That I’m falling out of love with you“

Rock and Roll.

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Song des Tages: Miley Cyrus – „Communication“ (MTV Unplugged)


Klar, Taylor Swift mag die größte Pop-Karrierefrau der letzten Jahre, wohl gar Jahrzehnte sein – vom niedlichen Country-Girlie über einen unfreiwilligen Zwist mit Hippe-di-Hopp-Großmaul Kanye West und zig Nummer-eins-Alben bis hin zu den jüngsten Indie- Kredibilitätsweihen mit dem diesjährigen gediegenen Folk-Überraschungswerk „folklore(sic!). Natürlich, eine wie die ehemalige Disney-Sidekickerin Ariana Grande („Victorious“) mag mit einer (wohl sorgsam antrainierten) stimmlichen Bandbreite gesegnet sein, die ihresgleichen sucht. Freilich, personifiziert-talentierte Fräuleinwunder wie Lorde („Royals“) oder Billie Eilish („bad guy“) mögen dem Pop in den letzten Jahren ein paar ebenso interessante wie dringend benötigte Verjüngungsspritzen verpasst haben. Und Miley Cyrus? Nun, bestenfalls sortiert diese sich irgendwo dazwischen ein…

Schließlich hat die mittlerweile 27-Jährige als „Hannah Montana“-Darstellerin ebenso eine amtliche Disney-TV-Vergangenheit vorzuweisen, war im Anschluss mit allerlei Hollywood-Boyfriend- und gleichgeschlechtlichen Liebeleien sowie den (leider) fast schon obligatorischen Abstürzen jahrelang ein Liebling der Paparazzi und der Yellow Press und landete bezeichnenderweise ihren größten Hit, als sie sich anno 2013 leichtbekleidet auf einer Abrissbirne räkelte.

Was die US-Musikerin, die als bekennende Veganerin 2015 von PETA zur „Sexiest Vegetarian“ gewählt wurde, jedoch von den anderen oben genannten Kolleginnen unterscheiden dürfte, ist ihr fast schon (gefühlt) zwanghafter Wille zur musikalischen Neuerung. War früher seicht-belangloser Pop à la „Party in the U.S.A.“, dem bestens bekannten „Wrecking Ball“ oder „Malibu“ eher das Metier von Miley, suchte sie sich den den letzten Jahren immer wieder neue Kooperationspartner, brachte etwa 2018 mit Mark Ronson den ebenso gefälligen wie erfolgreichen Radio-Hit „Nothing Breaks Like A Heart“ an den Start oder arbeite sich mit Moby und den Psychedelic-Rockern The Flaming Lips an einer Coverversion des Beatles-Evergreens „Lucy In The Sky With Diamonds“ ab.

Apropos Coverversion: Seit jeher liebt es Miley Cyrus, große Songs der Musikgeschichte zu covern und ihnen ihre eigene, besondere Note zu verleihen – ihre unverwechselbare raue, aber eben auch wandelbare Stimme gibt’s freilich mit Leichtigkeit her. So adaptierte sie beispielsweise schon vor acht Jahren mit „Jolene“ den zweifellos berühmtesten Song ihrer Patentante Dolly Parton. Das dazugehörige Video hat mittlerweile über 277 Millionen Aufrufe auf YouTube vorzuweisen.

Im vergangenen Sommer sang sie sich dann unter anderem durch ihre Lieblings-Rocksongs wie „Head Like A Hole“ von den Nine Inch Nails sowie Pink Floyds „Comfortably Numb“ und „Wish You Were Here“. Anschließend legte sie mit Led Zeppelins „Black Dog“, The Doors‘ „Roadhouse Blues“, Blondies „Heart Of Glass“ oder „Help!“ von den Beatles nach (welches sie inmitten der Corona-Pandemie im Sommer im verwaisten Rose-Bowl-Stadion in Los Angeles zum Besten gab). Bei ihrem kürzlichen Auftritt im Rahmen des #SOSFEST, dessen Einnahmen unabhängigen Musikveranstaltern zugute kamen, nahm Cyrus mit „Boys Don’t Cry“ von The Cure und dem nahezu unkaputtbaren Cranberries-Evergreen „Zombie“ zwei weitere namhafte Songs in ihr Cover-Repertoire auf.

Mit ihrer jüngsten, zweiten Beteiligung bei „MTV Unplugged“ (die erste fand 2014 statt) schließt nun auch ein klein wenig ein Kreis, immerhin fand diese wie auch schon der Mitschnitt des „Jolene“-Covers – COVID-19 sei dank – als „The Backyard Sessions“ im hauseigenen Garten der Sängerin statt. Denn während bei uns in Deutschland aktuell recht herbstliches Wetter herrscht, hat man’s in Los Angeles im Oktober mit durchschnittlich 26 Grad noch recht sonnig-warm. Ideale Voraussetzungen also für ein kleines mediales Gartenkonzert, oder? Und genau aus diesem Grund öffnete Miley Cyrus am 16. Oktober ihre (Garten-)Tore und veranstaltete einen Unplugged-Gig direkt hinter ihrem eigenen geräumigen Häuschen.

Und man musste keineswegs hellseherisch begabt sein um zu vermuten, dass Miley Cyrus – neben einer Unplugged-Variante ihrer aktuellen (im Original dezent an Eighties-Disco und Glamrock andockenden) Single „Midnight Sky“ – auch hier munter drauflos covern würde: „Gimme More“ von Bitney Spears, „Just Breathe“ von Pearl Jam, „Sweet Jane“ von The Velvet Underground“ oder „I Got So High That I Saw Jesus„, geschrieben von ihrer ebenfalls im Musik-Bizz tätigen Schwester Noah (bei welchem sie passenderweise auch gleich von ebenjener stimmliche Unterstützung bekam). Besonders famos geriet jedoch Mileys Version des Cardigans-Songs „Communication“. Dem Stück, dessen Original vom fünften, 2003 erschienenen Album „Long Gone Before Daylight“ (für nicht wenig Freunde der schwedischen Rock-Band um Frontfrau Nina Persson gilt es bis heute als ihr bestes) stammt, verleihen Cyrus und ihre Begleitband (die sich, den Begleitumständen entsprechend, recht passend The Social Distancers nennen) gar ein paar tolle neue Nuancen.

Und wer nun um Miley Cyrus‘ unbedingten Willen zu Neuem und zu interessanten Coverversionen weiß, den dürfte die neuste Nachricht, dass die Musikerin aktuell an einem kompletten Metallica-Cover-Album arbeiten soll, wohl kaum noch verwundern, sondern eher gespannt bis hellhörig machen…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Noah Cyrus – „July“


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Miley Cyrus? Ja, schon klar: „Wrecking Ball“ und nackt auf der Abrissbirne und ein kleiner Twerk-Skandal damals, 2013, auf der VMA-Bühne und dieses Jahr wieder mal ein Ohrwurm mit „Nothing Breaks Like A Heart“ und kürzlich das Ehe-Aus mit Hollywood-Beau Liam Hemsworth. Wer Pop-Musik mag, ist wohl – ob man möchte oder nicht – bestens über den Karriereweg der einstigen, ach so niedlichen „Hannah Montana“-Disney-Darstellerin informiert. Und wenn schon ihr Vater Billy Ray Cyrus ein alter Hase im US-Country-Pop-Bizz ist (und wiederum eine nicht unbedeutende Aktie am diesjährigen Sommerhit „Old Town Road“ hatte), wieso sollte dann nicht auch der Rest des Cyrus-Clans sein Unwesen im Musikgeschäft treiben? Eben.

julyUnd genau hier kommt Noah Cyrus, der jüngste Spross aus der umtriebigen Künstlerfamilie, ins Spiel. Denn Mileys kleine Schwester, die die Verwandtschaft schon rein optisch kaum leugnen kann, hatte bis vor kurzem nicht nur – Fräulein muss ja auch auf ihre Instragram- und Street-Cred-Tauglichkeit achten – einen dieser so fies gesichttätowierten Cloud Rapper als Freund (Lil Xan, if anyone cares), die 19-jährige verfolgt seit einigen Jahren selbst eine der großen Schwester nicht unähnliche Solo-Karriere – könnte man zumindest meinen, wenn man ihre recht formidable Single „July“ hört. In ebenjenem Song singt sie über eine toxische Beziehung und die Angst vor Veränderungen: „Du erinnerst mich jeden Tag daran, dass ich nicht genug bin / Aber ich bleibe trotzdem“ heißt es in dem Chorus der Country-Pop-Ballade.

Das dazugehörige Musikvideo zu dem irgendwo zwischen Miley und Lana Del Rey einzuordnenden „summertime sadness“-Banger spielt denn auch stilecht im rural USA, in einer verlassenen Gegend, wo Noah Cyrus well dressed up vor einem Stapel voller Gepäck sitzt und lässig, mit einem Cowboyhut ins Gesicht gezogen, in die Ferne trällert. Auf Twitter schreibt die Sängerin zu ihrer Single: „Ich habe das über eine Zeit geschrieben, in der ich das Gefühl hatte, dass ich jemandem nichts bedeutete und mich nie gut genug für ihn fühlte.“ Und obwohl „July“ am Ende kaum mehr als zweieinhalb Minuten balladesker Herzschmerz-Teenie-Pop sein mag, ist die Nummer allerdings verdammt eingängig. Und singen kann der ganze Cyrus-Clan ja ohnehin…

 

Hier gibt’s erwähntes Musikvideo…

 

…sowie den Song noch einmal als Live-Session-Version:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Miley Cyrus with Jimmy Fallon & The Roots – „We Can’t Stop“ (a cappella)


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Okay, Hose runter und die Tatsache auf den Tisch: Ich liebe Popmusik! (Uff! Jetzt ist’s raus, manch einer hat’s aber wohl schon länger geahnt…)

So verpasst mir schon seit einigen Tagen Meghan Trainors „All About The Bass“ heftigste Bootyshaker, die sich, mal mehr, mal weniger freiwillig, mit Taylor Swifts „Shake It Off“ oder „Blank Space“ (von selbiger Mademoiselle) abwechseln. Ähnlicher Fall liegt auch bei der A cappella-Variante vom Miley Cyrus-Liedchen „We Can’t Stop“, vorgetragen gemeinsam mit dem stets auf vitalen Late Night-Talk spezialisierten US-Talk-Host (ja, ich weiß – immer diese schlimmen Anglizismen!) Jimmy Fallon und seiner nicht minder tollen Haus-und-Hof-Kapelle The Roots, vor. Und: Klar sind all das Songs, die den jeweiligen Künstlerinnen höchst fachmännisch – und unter vorheriger stundenlanger Auswertung sämtlicher zutreffender Marktmechanismen, man darf und will ja im heutigen Raubtierkäfig Musikbiz nix dem Teufel Zufall überlassen! – auf den von Personal Coaches durchtrainierten, hochdotiert versicherten Jungfrauenleib geschrieben wurden. Dabei ist weder wichtig, ob dieses Stück dreieinhalbminütiger Einweg-Pop in, sagen wir, fünf Jahren noch irgendeine Form von Relevanz haben wird (geschweige denn in sechs Monaten). Sehen wir’s ein: Heutzutage ist nichts so vergänglich wie das Entertainment der tumben breiten Masse. Und bist du (also: das bemitleidenswerte Männlein oder Weiblein im Scheinwerferlicht) erst einmal raus aus den Spotlights, den Klatschmagazinen mit ihren großlettrigen Schlagzeilen über vermeintliche Nichtigkeiten, den Köpfen der *hust* „Öffentlichkeit, dann bist du… raus. In Zeiten, in denen praktisch jeder jederzeit Zugriff auf jeden Art von Information hat (okay, in Ländern wie China oder Nordkorea etwa, die sich noch standhaft gegen dieses Untier namens „Internet“ wehren, wird’s schon schwieriger), 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche jegliche Info über selbst- wie fremdberufene Stars und Sternchen ergooglen (Anglizismen, pah!) kann, ist eben nicht nur wichtig, welche aktuelle Single ein so bemitleidenswert seit Jahr und Tag in der Disney- und Popmaschinerie gefangenes Starlett wie Miley Cyrus gerade „draußen“ hat, sondern auch, welchen letzten Skandal, Fehltritt oder kalkuliert (?) eingefädelten Fauxpas das ach so aufmüpfige Anfangszwanziger-Popkücken fabriziert. Der „Fan“ wünscht sich eben nicht nur, wie damals im selig analogen 20. Jahrhundert, den Bravo-Starschnitt für übers Kinderbett im Jugendzimmer, sondern eine sofortige Allround-Info über den oder die Angehimmelte – wer da nicht mithält (oder mitspielen will), der riskiert, alsbald in der Versenkung zu landen…

Ebenfalls beliebt: das Denken in Schubladen™. So ist Miss Cyrus die Freche, die Aufmüpfige, die nahezu Unberechenbare, die immer mal wieder blank zieht (neulich wieder, für einen kompletten Kalander – Schreck lass‘ nach!), das Twerken (ein Tanzstil, deren Namen ältere Semester wohl nicht mal auszusprechen in der Lange sein dürften) auf Preisverleiungsbühnen populär macht, leicht bekleidet auf Abrissbirnen herumturnt („Wrecking Ball“, Sie erinnern sich?), ihrem Managerstab durch so crazy Dinge wie Skydiving schlaflose Nächte bereitet oder sich mit ihrer derzeitigen Lieblingskapelle The Flaming Lips (von denen ihre anvisierte Zielgruppe wohl noch nie gehört haben mag) verbündet, um sich gemeinschaftlich tätowieren zu lassen (Aufmüpfig! Unberechenbar!) oder – auf Albumlänge! – Songs der Beatles zu covern, was sich hernach anhört – Sie ahnten es wohl schon – wie ein fachmännischer vollzogener LSD-Trip. Anders hingegen Taylor Swift, nur drei Jahre älter als Cyrus und – gefühlt – keinen Tag kürzer im Unterhaltungsgeschäft vertreten: Bei der geradezu role-model-haft gertenschlanken Blondine passt jeder Handschlag, jedes Augenklimpern, jede Songveröffentlichung derart perfekt, dass man sich ernsthaft fragt, ob das „All American Girl“ mehr Songschreiber oder Marketingberater zu ihrem Stab zählt. Facebook, Instagram, Youtube und Pipapo – Miss Swift ist auf allen Kanälen zuhause, sprengt Klickzahlen und Verkaufsrekorde (aktuell mit ihrem im vergangenen Oktober erschienenen fünften Studioalbum „1989“), und wohl kaum ein US-amerikanischer Twentysomething würde es ablehnen, diese allzeit adrett gekleidete Jungdame seinen Eltern vorzustellen. Da bedarf es schon grobschlächtiger argumentativer Verrenkungen, um der 25-Jährigen einen Skandal anzudichten (und dieser – das Engagieren von schwarzen Tänzerinnen für das Musikvideo – ist definitiv keiner)… Wie es am Ende hinter den Fassaden von Cyrus und Swift aussieht, spielt dabei keine allzu große Rolle, denn so lange das Denken in Schwarz und Weiß, Böse und Gut, Good und Bad Girl, Ying und Yang funktioniert – sowohl für die Künstler(innen) selbst, die sich in diese Schablonen hinein pressen (lassen) müssen, als auch für die unter Entertainment-ADS leidende Masse -, wird niemand lauthals „Verrat!“ schreien (nun gut, Femen vielleicht – aber die barbusigen Demonstrantinnen tun dies ja aus Prinzip)…

Wo waren wir, übrigens? Ach ja: Ich liebe Popmusik! „Wrecking Ball“! „Chandelier“! „All About The Bass“! „Shake It Off“! „Blank Space“! – Alles großartige Popsongs mit satten Melodien, schnittigen Refrains und tollen Hooklines, die so und für sich hervorragend stehen können, bei denen es eben keiner Degustation des kompletten Albums bedarf (Ich schwöre, die dazugehörigen Alben von Cyrus, Swift und Co. haben ich nienimmernicht gehört!). Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt –  die Songs mit Ohrwurmgarantie™ kriegt der nichtsahnende Proband höchstens durch den Genuss eines anderen Popstandards wieder aus dem Gehörgang (insofern er den gefällig-schönen Dreineinhalbminüter da nicht schlummern lassen möchte). Und: Ja, auch ich kriege beim Surfen durchs weltweite Netz zwangsläufig all die Geschichten und Skandale und Neuigkeiten um die Pop-Sternchen mit. Wer will denn schon den steinigen argumentativen Weg des Albummarketings gehen (und – schlimmstenfalls –  nichtssagendes, plakatives Textgut als tiefschürfende Sozialkritik verkaufen), wenn es ein Paar blank gezogener – entschuldigen Sie meine Wortwahl! – Titten auch tut? (Außerdem ist es doch heutzutage selbst in der Politik dasselbe, wo auch keine Partei mehr ernsthaft versucht, dem potentiellen Wähler das eigene verschworbelte, dieses und jenes versprechende Wahlprogramm irgendwie näher zu bringen, und lieber gleich alles auf eine MerkelSteinmeierTrittin-artige Person herunter bricht, dass es eine wahre Freude sein mag, darüber philosophische Verweisabhandlungen ins Mittelalter zu verfassen.) Erwischt? Siehste! Noch heute gilt, und für alle Zeit: „There’s no business like show business“. Darauf einen kleinen Ohrwurm™! Na denn: Auf den Pop… Prost… los!

 

 

Rock and Roll.

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Made of Bricks – Musikikonen als LEGO-Makeovers


Lego Beatles

Vielleicht noch Barbie, Ken und ihre Puppenschwestern, die Spielzeugeisenbahn und – natürlich – die guten alten Holzklötzer – ansonsten ist wohl kaum ein Spielzeug derart auf beständiges Klassikertum getrimmt wie die bunte, vielfältige Klötzer- und Männchenarmee von LEGO. Nicht umsonst verzeichnet das 1932 gegründete dänische Plastikbausteinimperium, dessen Name sich – vorsichtig, der Klugscheißermodus ist aktiviert! – aus der Abkürzung des dänischen „leg godt“ (deutsch: „spiel gut“) ergibt, seit einigen Jahren Rekordgewinne (2013 konnte man gut 820 Millionen Euro an Ertrag verbuchen) und -produktionszahlen (46 Milliarden neue Steine wurden allein im vergangenen Jahr hergestellt). Längst bietet der Spielzeughersteller – neben dem gewohnten Sortiment aus Piratenschatzinseln, Feuerwehstationen oder Ritterburgen – auch umfassende Produktpaletten zu Filmklassikern wie „Star Wars“, „Ghostbusters“ oder „Zurück in die Zukunft“ an, und selbst der wohl berühmtesten gelben Zeichentrickfamilie der Welt, den „Simpsons“, spendierte LEGO kürzlich eine Sonderedition ihres Eigenheims in der 742, Evergreen Terrace, welche Fans für schlappe 200 Euro käuflich erwerben können. Und wer kann es dem Spielwarenkrösus verdenken, dass die kindliche Zielgruppe nun auch – freilich höchst erfolgreich und samt den Eltern und Großeltern – in die Kinos gelotst wird, um auch diese Grauzone der Vermarktung gewinnbringend zu schließen…

Dass mittlerweile auch der ein oder andere Musikverrückte an den bunten Plastiksteinchen Gefallen gefunden hat (oder sich bei deren Anblick vielmehr irgendwann zurück in seine unbeschwert fantasievolle Kindheit zurück geträumt hat), dürfte wohl den meisten von euch längst unter die Augen gekommen sein – etwa durch die vor einiger Zeit veröffentlichten Plattencovernachbildungen des britischen Künstlers Aaron Savage, der für seine in kindlicher Manier entstandenen Plastikkopien lediglich LEGO-Steine und -Männchen benutzte. Doch auch in den Zeiten des Twitterhochs ebbt der Hype um das „Apple der Spielzeuge“ (Zitat focus.de von vor wenigen Tagen) nicht ab. Stattdessen geht der malaiische Künstler Adly Syairi Ramly, der sich selbst als „Musik- und Spielzeug-Junkie“ bezeichnet, gestaltungstechnisch sogar noch ein klein wenig weiter und hat sich die ein oder andere Größe aus dem rock- und popmusikalischen Bereich vorgenommen, um diesen ein kleines „LEGO-Makeover“ zukommen zu lassen… für manch ein Spielzeug ist man(n) wohl nie zu alt. Na denn: leg godt!

 

Hier hat ANEWFRIEND einige von Aaron Savage und anderen Künstlern nachgestellte – und teils weltbekannte – Coverartworks, bei denen wohl keines passender erscheint als Kate Nashs Debütalbum „Made Of Bricks“…

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…und die kürzlich erschienenen Bandkonterfeits von Adly Syairi Ramly für euch zusammengetragen:

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(alle Bilder dieser Galerie: Adly Syairi Ramly)

 

Und als kleiner Nachschlag dürfen die derzeit omnipräsente Miley Cyrus und ihre „Abrissbirne“ natürlich nicht fehlen:

 

 

Rock and Roll.

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…und dann einfach mal die Schauze halten! – Musikvideos ohne Musik


LevelsWie würden Musikvideos klingen, wenn man das jeweils titelgebende Musikstück klangheimlich ausschalten und stattdessen den tatsächlichen Hintergrundgeräuschen des jeweiligen Settings lauschen würde? Eigenartige Idee? So isses…

Das hielt Mario Wienerroither jedoch keinesfalls ab, dem Vorbild der YouTube-Comedy Seite „CollegeHumor“, bei denen wohl diese Grundidee ihren Anfang nahm, zu folgen und sich, nachdem „CollegeHumor“ im vergangenen Jahr bereits Songs wie Miley Cyrus‘ „We Can’t Stop“ den musikalischen Saft abdrehte, nun dem ein oder anderen eigenen Favoriten zu widmen. Und so erfahren wir endlich, dass die White Stripes im Clip zu „The Hardest Button To Button“ auch nur trotzig-blöd auf ihrem Instrumentarium durch die Stadt kloppen während Jamiroquai oder The Prodigys Frontteufelchen Keith Flint so ganz ohne den Ton zum Bild noch um Einiges lächerlicher wirken als so schon. Oder wie hätte Nirvanas Ewigkeitsriffer „Smells Like Teen Spirit“ oder Queens putzige Crossdresser-Nummer „I Want To Break Free“ völlig musikfrei geklungen? Mein klarer Favorit ist jedoch das um die Noten betrogene Rihanna-meets-Sharika-Duett „Can’t Remember To Forget“, bei dem die beiden Grazien sich auf quietschenden Lattenrosten räkeln, die Bettlaken schütteln und höchst geräuschvoll durch die Bude robben… Amüsant, auf jeden Fall!

 

Hier gibt’s alle durch Wienerroither bearbeiteten Musikvideos in der Playlist:

 

Rock and Roll.

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