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Song des Tages: Amanda Palmer & Jherek Bischoff – „Mother“


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Dass politisch angespannte, gesellschaftlich unsichere Zeiten auch ihr Gutes haben und Künstlern die Chance bieten, sich auf ihre wohl wichtigste gesellschaftliche Rolle zu konzentrieren – nämlich ihre Kunst mit einer relevanten Botschaft abseits des Fünf-Minuten-Unterhaltungswertes zu unterlegen -, beweist aktuell einmal mehr Amanda Palmer.

Die umtriebige US-Musikerin und On/Off-Frontfrau der Dresden Dolls, die kürzlich erst das bewegende Song-meets-Musikvideo-Gesamtkunstwerk „In Harm’s Way“ ins weltweite Netz entlassen hatte, hat sich nun den Pink-Floyd-Klassiker „Mother“ zur Eigeninterpretation vorgenommen. Und wer Palmers Schaffen kennt, der wird wissen, dass die 41-jährige Ehefrau von Fantasy-Kultautor Neil Gaiman das Stück, welches anno 1979 als Teil des auch heute noch monumentalen Pink-Floyd-Albums „The Wall“ erschien und in der jüngeren Vergangenheit auch immer wieder Einzug in die Setlists der Grunde-Rocker von Pearl Jam fand, nicht einfach so und schnöde an ihrem Piano präsentieren würde…

„The lyrics to ‘Mother’ haunted me during the inauguration. There’s a surge in female power right now: Trump and Co. can prattle on about how they’re going to build a big, beautiful wall, but the mothers of this nation have a different agenda. We don’t want our children to grow up in a world of fear, separation, and scarcity.“

a1651640675_16Einmal mehr finanziert via Crowdfunding, bat sie zunächst den befreundeten Komponisten Jherek Bischoff darum, das Stück für ein Streicherensemble umzuschreiben. Um die daraus resultierende, beinahe bedrohlich friedlich anmutende Streicherballade mit noch mehr Aussagekraft zu unterlegen, kontaktierte Palmer Regisseurin Jordan Rathus, Choreografin Coco Karol und weitere befreundete KünstlerINNEN (unter anderem auch die ehemalige Hole- und Smashing-Pumpkins-Bassistin Melissa auf der Maur), um ein gemeinsames Musikvideo zu ihrer Version von „Mother“ zu drehen.

Und ebenjenes entstandene Video hat – bei allem künstlerischen Anspruch – eine recht eindeutige Botschaft: Amanda Palmer versetzt sich in die Rolle des lyrischen Ichs des einst von Pink-Floyd-Mastermind Roger Waters geschriebenen Songs und zeigt in einem mittelalterlichen Szenario den Aufstand der in weißen Gewändern bekleideten Unterschicht gegen die Anzug tragende Oberschicht, um den Bau einer Mauer zu verhindern. Dass Chris Wells, welcher im Musikvideo die Rolle des US-Präsidenten übernimmt, ein offen mit der eigenen Homosexualität umgehender Friedensaktivist ist, darf da gern als gezielt humorvolle Anekdote gegen Donald Trump und Co. gesehen werden…

Mehr über die Entstehung und die Hintergründe zu Amanda Palmers Version von „Mother“, welche die Musikerin selbst voller Understatement als ihre „bis heute beste Arbeit“ bezeichnet, kann man auf ihrem Blog lesen. Das Stück selbst wird in Kürze als B-Seite auf der 7“-Single von „In Harm’s Way“ erscheinen (10 Prozent der Erlöse kommen der Organisation Because We Carry zugute) und kann bereits jetzt via Bandcamp aufs heimische Abspielgerät geladen werden.

 

 

Rock and Roll.

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