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Song des Tages: Future Teens – „Frequent Crier“


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„Happy new year, you get the same old me
I don’t have the resolution to change a thing
January won’t be different than the last
Except of course I’m torn between two homes
I’m more sick than ever of talking on the phone
My dog won’t live through this winter
No one’s ever stayed that long

Come on over, want you to see my room
I’ll have it this whole weekend, about as long as I’ll have you
I can’t remember feeling not so far away
I’ve been carrying more baggage each time I board the plane
I was never good at packing, all my bags are overweight
And this flight keeps getting longer
But the distance stays the same
And I’m just calling to tell you that I am not OK…“

(„Happy New Year„)

 

a3513277556_16.jpgDurchaus harter Tearjerker-Tobak, mit welchem Future Teens ihr neues, zweites Album „Breakup Season“ eröffnen. Und daher passender Stoff – gleichsam für die nächste kitschig-durchschaubare Hollywood’sche Grown-Up-Drama-Komödie der Marke „American Pie“ wie das x-te Werk von vier Trauer tragenden Emo-Studenten. Eigentlich…

Denn Future Teens gehen das Drumherum etwas anders an. Obwohl keiner der zehn neuen Songs sein lyrisches Herz allzu leicht in der Brust durch den College-Alltag trägt, verpacken Amy Hoffman und Daniel Radin (jeweils Gitarre und Gesang), Maya Mortman (Bass) sowie Colby Blauvelt (Schlagzeug) jede der tränenreich-ehrlichen Zeilen – und das ist eben das Janusköpfig-großartige – in noch tollere, noch himmelhöher jubilierende Melodien. Man höre etwa die Vorab-Single „Emotional Bachelor„. Oder den feinen Instant-Ohrwurm „Frequent Crier“: auch da liefern Amy Hoffman und Daniel Radin, die den Gesang unter sich ausmachen, eine ganze Aufzählungsarmada an Stellen, an denen frisch getrennt gerade die wunden Äuglein mit Nass benetzt werden – nur dazu eben flott-memorablen Indierock inklusive eines Gitarrensolos, welches selbst Dinosaur Jr.-Kautz J. Mascis ein würdigendes Nicken abringen würde. Geil.

So machen die 33 Albumminuten des Nachfolgers zum 2017er Debütwerk „Hard Feelings“ (da lässt bereits der Titel ganz ähnliche textliche Präferenzen erahnen) in der Tat auch all jenen mächtig Laune, die ihren Alltag längst jenseits der herzschmerzenden Zwanziger verbringen. „Bummer Pop“ nennt die aus Boston, Massachusetts stammende Band, welche einst 2014 als angedachte Eintagsfliege für eine 4. Juli-Barbecue-Party zusammenfand, das. Und liefert den wohl schönsten Herzensbrecher-Indierock in der Tradition von Klassikern wie etwa Weezers „Pinkerton“, den man in diesem Herbst finden wird. It’s breakup season, y’all!

 

 

„You made my mom a scarf
Just like the one you made for me
It’s just like you to keep us warm
Even after I up and leave

I can’t remember when I last slept in my own bed
And I’m paying up for it in way more ways than rent

Catch me crying in the shower (how’s your day been?)
Crying in a traffic jam (how was your drive?)
Crying in the break room hoping no one else comes in

I bet your friends are thrilled
They don’t have to hear you go on
About another girl who’s great
But Boston’s still too damn far away
I know mine are over it
They’ve been rolling their eyes since
We nearly kissed in Ilana’s backyard
So I mailed you a book and a birthday card

Now I’m crying in the shower (how’s your day been?)
Crying in a traffic jam (how was your drive?)
Crying in the break room hoping no one else comes in
Crying into my fridge (are you eating?)
Crying at my own birthday (are you happier yet?)
Crying over every picture of your cat you send

Crying into my plate
At a Mexican place in Maine
Cause you won’t let me pay you back for a vacation I didn’t take
And it’s been two years to the day

Sick of crying in the shower
Crying in a traffic jam
Crying in the bathroom when you asked me how’ve I’ve been
Crying into my fridge
Crying cause I’m leaving again
Crying when you told me I would still be your best friend – and I can’t do this again“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Clairo – „Sofia“


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Es scheint ja vor allem unter den Musikerinnen-Jungspündinnen ein regelrechter Trend zu sein, ihre Songs mit einer ganzen Heerschar von potentiellen Meta-Ebenen geradezu zu überfrachten. Und obwohl das, was junge, talentierte Künstlerinnen von Lana Del Rey über Lorde bis hin zur aktuell tatsächlich überall über jeglichen grünen Klee gehyptlobten Billie Eilish (die – mal ganz so nebenbei – ANEWFRIEND bereits im Januar 2018 auf dem Schirm hatte) recht verlässlich an großer Pop-Kunst abliefern, tatsächlich fein anzuhören ist, fragt man sich doch: Geht’s auch anders? Eine Antwort liefert Clairo

sofia.jpgDenn die Songs der Newcomerin aus dem US-amerikanischen Carlisle, Massachusetts liefern ihrerseits so etwas wie den minimalistisch gehaltenen Gegenentwurf zum groß Gedachten von Del Rey und Co: stylisch verhuschte Popsongs für den Augenblick. Klar mag Claire Cottrill, wie die 20-Jährige abseits der Hype-anfälligen Streaming-Portale heißt, das Glück gehabt haben, aus wohlhabendem Hause zu stammen (welches obendrein noch familiäre Beziehungen zu ihrem aktuellen Plattenlabel pflegt) und 2017 mit der Lo-Fi gehaltenen Bedroom-Pop-Nummer „Pretty Girl“ so etwas wie einen ersten Mini-Youtube-Hit mit bis heute immerhin 36 Millionen Aufrufen gelandet zu haben. Nichtsdestotrotz sind Songs wie „Sofia“, welcher sich auf Clairos im August erscheinendem Debüt-Album „Immunity“ (auf diesem hatte hörbar Ex-Vampire-Weekend-Multiinstrumentalist Rostam seine Produzentenfinger im Spiel) wiederfinden wird, durchaus feiner, in den Moment hinein musizierender Indie-Pop, der lustvoll juvenile Tentakel in verschiedenste Richtungen schlägt – mal gen Electro Pop, mal gen Dream Pop, mal gen Hipster-Retro-Garage Rock der Geschmacksrichtung The Strokes. Keine große Sache eigentlich, aber auch alles andere als störend. Und so unverbraucht daher tänzelnder Indie-Pop darf im Jahr 2019 ja eh (fast) alles…

 

 

„I think we could do it if we tried
If only to say, you’re mine
Sofia know that you and I
Shouldn’t feel like a crime

I think we could do it if we tried
If only to say, you’re mine
Sofia know that you and I
Shouldn’t feel like a crime

You know
I’ll do anything you ask me to
But oh my god
I think I’m in love with you

Standing here alone now
Think that we can drive around
I just want to say
How I love you with your hair down
Baby you don’t got to fight
I’ll be here til the end of time
Wishing that you were mine
Pull you in, it’s alright

I think we could do it if we tried
If only to say, you’re mine
Sofia know that you and I
Shouldn’t feel like a crime

Honey, I don’t want it to fade
There’s things that I know could get in the way
But, I don’t want to say goodbye
And I think that we could do it if we tried

I think we could do it if we tried
If only to say, you’re mine
Sofia know that you and I
Shouldn’t feel like a crime

I think we could do it if we tried…

Sofia know that you and I
Shouldn’t feel like a crime…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Valleyheart – „Fourth Of July“


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Im Original ist Sufjan Stevens‘ „Fourth Of July„, anno 2015 auf dem noch immer tollen jüngsten Langspielwerk „Carrie & Lowell“ erschienen (welches sich im selben Jahr flugs in ANEWFRIENDs Top Ten der „Alben des Jahres“ wiederfand), eine ebenjener fragilen Singer/Songwriter-Perlen, die so wohl nur der stets etwas überambitioniert-verspulte Musiker aus dem US-amerikanischen Detroit, Michigan zustande bekommt. Uncoverbar? Schon. Fast…

Valleyheart haben sich nichtsdestotrotz – oder gerade seines emotionalen, sehr persönlichen Inhaltes wegen – den Song vorgenommen. Unter den Fingern der aktuell vierköpfigen Indie-/Emo-Rock-Band aus Salem, Massachusetts gerät die zwischen den Sphären schwebende, verhuschte Pianonummer zum dezent rockenden Kraftpaket im Stile von Manchester Orchestra und Co., das zwar ganz ähnlich klingt wie die Stücke von Valleyhearts 2016 erschienener Debüt-EP „Nowadays„, das Band jedoch andererseits auch – immerhin liegt die ja bereits zwei Jahre zurück – eine Entwicklung andeuten lässt…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: You Won’t – „Ya Ya Ya“


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Foto: Patrick Gookin / Promo

Bei manchen Bands hört man nur wenige Sekunden eines Stückes (oder schaut eben das dazugehörige Musikvideo) und schon kommen einem einerseits zig Assoziationen in den Sinn, während das Gehörte andererseits beinahe komplett anders klingt als so ziemlich alles, was bislang die eigenen Gehörgänge durchlaufen hat…

13102370_598515580323484_512113152_nSo kürzlich geschehen beim aus Massachusetts stammenden US-Indiefolk-Duo You Won’t und mir. Ist der Bandname noch herrlich nichtssagend, so merkt man bereits beim Coverartwork von „Revolutionaries„, dem kürzlich erschienenen zweiten Album von Josh Arnoudse und Raky Sastri, auf, zeigt dieses die beiden doch in klassischer Montur von Soldaten im US-Bürgerkrieg und mit weiß geschminkten Gesichtern. Dass Sastri eine Trommel vorm Latz geschnallt hat? Logisch, immerhin ist er im Zwei-Mann-Verbund auch fürs Schlagwerk und die Tasten zuständig. Dass Sänger und Gitarrist Arnoudse, der seinen kreativen Partner bereits um 1999 herum in der Musical-Gruppe der High School von Lexington, Massachusetts kennenlernte, ein Gummihuhn im Arm hält, zeigt, dass die beiden es so ernst kaum meinen können…

Und in der Tat schlagen You Won’t in den Songs von „Revolutionaries“ eine Brücke von Neutral Milk Hotel (dessen Frontmann Jeff Mangum kommt Arnoudse stimmlich – mit allen Ecken, Kanten und Brüchen – erstaunlich nahe, während die Musik – gar mit singenden Sägen in tragenden Rollen – ähnlich abenteuerlich ausgestaltet ist) zur tragisch-komödiantischen Seite des Musicals und – etwa im Musikvideo zur tollen Single „Ya Ya Ya“ – zum spinnerten Cabaret-Dresscode der Dresden Dolls. Kann man schwer beschreiben, muss man selbst gehört und gesehen haben haben… Und auch wenn nicht alle 15 Stücke des Albums das Niveau von „Ya Ya Ya“ halten können, so sind You Won’t, die bereits mit Bands und Künstlern wie The Lumineers, The Joy Formidable, Josh Ritter, Lucius und Deer Tick auf Tournee waren, doch ein echter Geheimtipp für all jene, die auf der Suche nach Folksongs mit definitiver Schräglage und humoriger Grundhaltung sind.

 

 

„So your mama was a mess sometimes
Took the keys away and told you you were boring
Well come sit and talk with me tonight
We can bore each other both until the morning

So your daddy was a poltergeist
Sent your little sister screaming down the hallway
Well I don’t know about the afterlife
But I can help you to forget about the old days

Ya Ya Ya
Ya Ya Ya

You say your body is a bad punch line
You’re sick of looking like a beast after a bombing
Well baby take a look at me sometime
Let me add a little yodel to your yawning

Ya Ya Ya
Ya Ya Ya

If you don’t believe me
And you’re left feeling hollow
Tie a tooth to a tree
Pull the string and I’ll follow

You say your brain is like a lost land mine
One false move and you could send the children flying
Well I can’t think of any reason why
I couldn’t add a little dancing to your dying

Ya Ya Ya
Ya Ya Ya
Ya Ya Ya
Ya Ya Ya“

 

Rock and Roll.

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