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Song des Tages: Pianos Become The Teeth – „Genevieve“


Obwohl Teile von Pianos Become the Teeth in jüngster Zeit noch mit dem ein oder anderen Nebenprojekt beschäftigt waren (bei Interesse einfach mal „The Shenandoah Electric Company“ googeln), haben die US-Post-Hardcore-Indierocker dennoch Zeit gefunden, um am Nachfolger des 2018 erschienenen Albums „Wait For Love“ zu arbeiten. Selbiger wird „DRIFT“ heißen und am 26. August über Epitaph Records erscheinen.

Dafür ging das Quintett aus Baltimore, Maryland gleich in mehrfachem Sinne auf Wurzelsuche, denn nicht nur nahmen Kyle Durfey, David Haik, Chad McDonald, Zac Sewell und Mike York ihren fünften Langspieler zu einhundert Prozent auf analogem Band auf, sie taten sich dafür auch mit Produzent Kevin Bernsten zusammen, mit dem sie an ihren ersten beiden Alben gearbeitet hatten. „Kevin weiß, woher wir kommen, er wusste genau, was wir mit dieser Platte erreichen wollten – und er war bereit, mit uns verrückte Dinge zu versuchen“, so Frontmann Kyle Durfey, der auch erklärt, dass dies das erste Album sei, das die Band im Studio und nicht in ihrem Proberaum geschrieben habe. „Kevin weiß, wer wir früher waren und er weiß, wer wir jetzt sind. Er war wirklich bereit, zu experimentieren und alles im Studio auszuprobieren, um zu sehen, wie es funktionieren würde.“

„Für mich ist alles auf dieser Platte so persönlich und so spezifisch, auch wenn die Leute keine Ahnung haben, wovon ich rede“, fügt Kyle hinzu über die neun neuen Songs des Albums. „Ich weiß, dass das viel verlangt ist, aber ich hoffe einfach, dass die Leute sich hinsetzen und die Platte als Ganzes anhören, denn für mich ist diese Platte wie ein einziges Stück. Es sind keine einzelnen Songs, es ist eine Reise und dann kommt man aus ihr heraus…“

Einen ersten Vorgeschmack aus „DRIFT“ bekommt man anhand von „Genevieve“, welches den atmosphärischen, post-rockigen Weg ihrer letzten beiden Platten fortsetzt. Und obwohl man – zum Glück – keineswegs befürchten muss, dass Pianos Become The Teeth zurück in alte Post-Hardcore-Raudau-Zeiten zurückverfallen (dafür gibt’s andere und bessere Kapellen), ist schon diese Kostprobe ein durchaus spannender, gen Ende dynamisch kulminierender Song, welcher von David Haiks charismatisch-markantem Schlagzeugspiel angetrieben und von Kyle Durfeys Gesangsdarbietung gekrönt wird, die ebenso abwechslungsreich und leidenschaftlich gerät wie das, was bereits „Wait For Love“ sowie – vor allem! – „Keep You“ so faszinierend machte. Dem steht auch das Musikvideo, bei welchem sich PBTT-Gitarrist Michael York, zusammen mit Amanda Adams, für Regie und Schnitt verantwortlich zeichnet, in nichts nach.

(Und so freut sich der Autor dieser Zeilen mit einem tiefen, melancholisch unterfütterten Seufzen auf jenes angekündigte Album…)

Rock and Roll.

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Song des Tages: Pinkshift – „i’m gonna tell my therapist on you“


Foto: Promo / Leigh Ann Rodgers

Hat sich schonmal jemand die durchaus interessante Frage gestellt, wie denn bitteschön eine musikalische Dreiecksromanze aus My Chemical Romances „Three Cheers For Sweet Revenge“, No Doubts „Tragic Kingdom“ und Paramores „Riot!“ klingen würde? Nein? Die wohl konsequenteste Antwort wäre in diesem Fall: wie Pinkshift.

Nun ist das US-Newcomer-Quartett aus Baltimore, Maryland weder verwandt noch verschwägert mit Gerard Way, Gwen Stefani oder Hayley Williams, trotzdem tönt das, was Leadsängerin Ashrita Kumar, Gitarrist Paul Vallejo, Schlagzeuger Myron Houngbedji und Bassist Erich Weinroth bislang von sich hören ließen, schon ein wenig wie ein kleiner, ehrfürchtiger Knicks vor ebenjenen Bands…

Pinkshift gründeten sich 2018 während Ashrita Kumars erstem Jahr an der renommierten Johns Hopkins University. Paul Vallejo sah die junge Frau mit Bengali-Wurzeln bei einer Schulveranstaltung a cappella performen und fragte, ob sie bei einer Rock-Coverversion von Britney Spears‘ „…Baby One More Time“ mitsingen wolle. „Ich hatte ihn vorher noch nie getroffen. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen. Es kam einfach aus heiterem Himmel, aber ich dachte mir nur: ‚Ja, klar. Warum nicht?'“, erinnert sich Kumar.

Beide fanden schnell heraus, dass sie, jeder für sich, an eigener Musik schrieben und begannen bald, zusammenzuarbeiten. Innerhalb kurzer Zeit hatten sie etwa zwanzig Demos beisammen und beschlossen, Konzerte zu spielen. Aber sie brauchten noch einen Schlagzeuger. „Es gab diesen Schlagzeug-Übungsraum in unserer Universität“, so Kumar. „Immer wenn wir nicht im Unterricht waren, saßen wir, entweder zusammen oder getrennt, draußen vor diesem Übungsraum, um zu hören, ob es jemanden gab, den wir ansprechen konnten.“ Und sie hatten Glück: Eines Tages hörten sie Myron Houngbedji, der gerade „Helena“ von My Chemical Romance spielte. Nicht nur aufgrund dieser Songwahl war klar, dass er die perfekte Besetzung war.

Die Gruppe, die sich damals noch Sugar Crisis nannte, absolvierte ihren ersten Auftritt bei einer Veranstaltung des Johns Hopkins Inter-Asian Council. Eine „richtige“ Band wurde sie aber erst im nächsten Jahr, als sie sich in Pinkshift umbenannte. Allerdings benötigten sie immer noch einen Bassisten. „Es war einfach schwer, Leute zu finden, die an unserer Universität Rockmusik spielten“, sagt Kumar. „Es gibt keine Rock-Szene an der Hopkins. Es gibt keine Punk-Szene…“ Also suchten sie das fehlende Bandmitglied mit einem zwar unorthodoxen, aber letztlich effektiven Ansatz: Tinder. Vallejo und Kumar richteten dort ein Profil ein und gaben an, dass sie keine Liebelei suchten, sondern lediglich einen Bassisten. Und einmal mehr hatten sie Glück: Erich Weinroth wischte in der Dating-App nach rechts. Das Quartett war komplett.

Und obwohl das vergangene Jahr kein gutes für Newcomer-Bands war, um sich warm zu spielen, sorgten Pinkshift nicht nur als einer von wenigen DIY-Acts ihres Genres, welcher ausschließlich aus People of Color besteht, sondern Mitte 2020 vor allem mit ihrem bestechend zwischen verflucht eingängigem Indie-Pop und juvenil-widerhakendem Riot-Grrrl-Punk-Rock pendelnder Song „i’m gonna tell my therapist on you“ für anständig Wirbel und Aufsehen im weltweiten Netz. „Ehrlich gesagt, wenn es die Pandemie nicht gegeben hätte, weiß ich nicht, ob sich ‚therapist‘ so durchgesetzt hätte“, gibt Kumar zu. „Es war eine ziemlich wilde Erfahrung, weil alles nur virtuell geschah. Ich erinnere mich daran, dass bei ‚therapist‘ jeder wirklich nette Dinge darüber online sagte – auf Reddit, auf Twitter, auf YouTube. Ich dachte: ‚Wow, das ist das erste Mal, dass ich tatsächlich jemanden über unsere Musik reden höre.'“ Und man muss auch kein Prophet sein um zu vermuten, dass das keineswegs das letzte Wort über Pinkshift, die aktuell an ihrer Debüt-EP arbeiten, gewesen sein wird…

Rock and Roll.

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Väter aller Länder, traut euch was! – Oder: Von der Schwierigkeit, sich eine Tasse mit der Aufschrift „World’s Best Father“ zu verdienen…


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Den Anfang machte ein ebenso lustiges wie hintersinniges Spontanfoto. Ein Vater hält gedankenverloren seine kleine Tochter im Arm, während er sich ein wenig Milch in den Morgenkaffee gießt. Doch halt! Hält er das Baby tatsächlich wie einen Football?!? Und ist es nicht das Babyfläschchen mit der Muttermilch, das da gerade das koffeinhaltige Heißgetränk des Vaters weißt?!? In der Tat – Dave Engledow traf mit diesem kreativen Schnappschuss vor gut zwei Jahren einen Nerv. Und auch er selbst und seine Frau fanden recht schnell an dem Fortsetzungsgedanken Gefallen und lichteten ihre Tochter Alice Bree fortan nicht einfach so in alltäglichen Posen ab, sondern präsentier(t)en das Vater-Tochter-Gespann als chaotisches Doppel par excellence. Und zu allem Überfluss taucht ausgerechnet immer wieder eine Kaffeetasse mit der Aufschrift „World’s Best Father“ in den Bildern auf…

„Das allererste Bild, das meine Frau und ich mit Alice machten, war, als sie vielleicht acht oder zwölf Wochen alt war, und es war nur als einzelnes Bild bestimmt. Ich wollte mich über meine neue Rolle als Vater lustig machen – an Schlafentzug leidend und irgendwie ratlos“, wie der Hobbyfotograf in einem Interview mit der Huffington Post erzählte. „Der Charakter, den ich in den Bildreihen darstelle, ist als Parodie eines Vaters gedacht, zu dem ich hoffentlich nie werde – abgelenkt, selbsteingenommen, verwahrlost, planlos oder ab und an sogar überheblich.“ Doch auch wenn das ein oder andere oder andere Bild wohlmöglich im ersten Augenblick bedrohlich wirken möge, so sei doch „die oberste Regel, sicherzustellen, dass Alice“ während der Aufnahmen „nie in Gefahr gerate“.  So posieren er und seine Tochter immer separat, und Engledow schneidet erst darauf via Photoshop beide Bilder zum fertigen Endprodukt zusammen.

Mittlerweile haben es der aus dem US-amerikanischen Maryland stammende selbsternannte „Teilzeit-Fotokünstler und Vollzeitvater“ (Zitat des Facebook-Auftritts Engledows, der jedoch auch einen Abschluss in Fotojournalismus besitzt) und die kleine Alice Bree schon zu kleinen Internetberühmtheiten gebracht. Dabei sei es ihm wichtig, zu vermitteln, dass die Bilder einzig und allein „witzig“ gemeint sind, und dass ebenso Mütter wie Väter und Nicht-Eltern über diese lachen können. Außerdem wolle er seine Freunde auf die etwas andere Art und Weise am Heranwachsen seiner Tochter teilhaben lassen. „Doch schlussendlich,“ sei es, wie er zugibt „doch ein Projekt für Alice. Ich möchte in der Lage sein, ihr etwas geben zu können, anhand dessen sie zurück blicken und es wertschätzen kann“. Keinesfalls die schlechteste Intention, oder?

Mittlerweile hat sich der „World’s Best Father“ bereits – wie zeitgemäß – via Kickstarter im Geben-und-Nehmen-Wechselseitigkeitsprinzip einen Bilderkalender finanzieren lassen, und auch ein eigener Bildband mit den besten Aufnahmen von Vater und Tochter steht für die nächsten Monate in den Startlöchern…

 

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Mehr Bilder findet ihr auf dem Facebook-Auftritt von Dave Engledow, in diesem Artikel der Huffington Post und in diesem Beitrag der Fotografie-Seite „Bored Panda“, während ihr euch hier einen kurzen TV-Beitrag der „Today Show“ ansehen könnt.

 

Rock and Roll.

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