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Song des Tages: Pinkshift – „i’m gonna tell my therapist on you“


Foto: Promo / Leigh Ann Rodgers

Hat sich schonmal jemand die durchaus interessante Frage gestellt, wie denn bitteschön eine musikalische Dreiecksromanze aus My Chemical Romances „Three Cheers For Sweet Revenge“, No Doubts „Tragic Kingdom“ und Paramores „Riot!“ klingen würde? Nein? Die wohl konsequenteste Antwort wäre in diesem Fall: wie Pinkshift.

Nun ist das US-Newcomer-Quartett aus Baltimore, Maryland weder verwandt noch verschwägert mit Gerard Way, Gwen Stefani oder Hayley Williams, trotzdem tönt das, was Leadsängerin Ashrita Kumar, Gitarrist Paul Vallejo, Schlagzeuger Myron Houngbedji und Bassist Erich Weinroth bislang von sich hören ließen, schon ein wenig wie ein kleiner, ehrfürchtiger Knicks vor ebenjenen Bands…

Pinkshift gründeten sich 2018 während Ashrita Kumars erstem Jahr an der renommierten Johns Hopkins University. Paul Vallejo sah die junge Frau mit Bengali-Wurzeln bei einer Schulveranstaltung a cappella performen und fragte, ob sie bei einer Rock-Coverversion von Britney Spears‘ „…Baby One More Time“ mitsingen wolle. „Ich hatte ihn vorher noch nie getroffen. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen. Es kam einfach aus heiterem Himmel, aber ich dachte mir nur: ‚Ja, klar. Warum nicht?'“, erinnert sich Kumar.

Beide fanden schnell heraus, dass sie, jeder für sich, an eigener Musik schrieben und begannen bald, zusammenzuarbeiten. Innerhalb kurzer Zeit hatten sie etwa zwanzig Demos beisammen und beschlossen, Konzerte zu spielen. Aber sie brauchten noch einen Schlagzeuger. „Es gab diesen Schlagzeug-Übungsraum in unserer Universität“, so Kumar. „Immer wenn wir nicht im Unterricht waren, saßen wir, entweder zusammen oder getrennt, draußen vor diesem Übungsraum, um zu hören, ob es jemanden gab, den wir ansprechen konnten.“ Und sie hatten Glück: Eines Tages hörten sie Myron Houngbedji, der gerade „Helena“ von My Chemical Romance spielte. Nicht nur aufgrund dieser Songwahl war klar, dass er die perfekte Besetzung war.

Die Gruppe, die sich damals noch Sugar Crisis nannte, absolvierte ihren ersten Auftritt bei einer Veranstaltung des Johns Hopkins Inter-Asian Council. Eine „richtige“ Band wurde sie aber erst im nächsten Jahr, als sie sich in Pinkshift umbenannte. Allerdings benötigten sie immer noch einen Bassisten. „Es war einfach schwer, Leute zu finden, die an unserer Universität Rockmusik spielten“, sagt Kumar. „Es gibt keine Rock-Szene an der Hopkins. Es gibt keine Punk-Szene…“ Also suchten sie das fehlende Bandmitglied mit einem zwar unorthodoxen, aber letztlich effektiven Ansatz: Tinder. Vallejo und Kumar richteten dort ein Profil ein und gaben an, dass sie keine Liebelei suchten, sondern lediglich einen Bassisten. Und einmal mehr hatten sie Glück: Erich Weinroth wischte in der Dating-App nach rechts. Das Quartett war komplett.

Und obwohl das vergangene Jahr kein gutes für Newcomer-Bands war, um sich warm zu spielen, sorgten Pinkshift nicht nur als einer von wenigen DIY-Acts ihres Genres, welcher ausschließlich aus People of Color besteht, sondern Mitte 2020 vor allem mit ihrem bestechend zwischen verflucht eingängigem Indie-Pop und juvenil-widerhakendem Riot-Grrrl-Punk-Rock pendelnder Song „i’m gonna tell my therapist on you“ für anständig Wirbel und Aufsehen im weltweiten Netz. „Ehrlich gesagt, wenn es die Pandemie nicht gegeben hätte, weiß ich nicht, ob sich ‚therapist‘ so durchgesetzt hätte“, gibt Kumar zu. „Es war eine ziemlich wilde Erfahrung, weil alles nur virtuell geschah. Ich erinnere mich daran, dass bei ‚therapist‘ jeder wirklich nette Dinge darüber online sagte – auf Reddit, auf Twitter, auf YouTube. Ich dachte: ‚Wow, das ist das erste Mal, dass ich tatsächlich jemanden über unsere Musik reden höre.'“ Und man muss auch kein Prophet sein um zu vermuten, dass das keineswegs das letzte Wort über Pinkshift, die aktuell an ihrer Debüt-EP arbeiten, gewesen sein wird…

Rock and Roll.

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Väter aller Länder, traut euch was! – Oder: Von der Schwierigkeit, sich eine Tasse mit der Aufschrift „World’s Best Father“ zu verdienen…


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Den Anfang machte ein ebenso lustiges wie hintersinniges Spontanfoto. Ein Vater hält gedankenverloren seine kleine Tochter im Arm, während er sich ein wenig Milch in den Morgenkaffee gießt. Doch halt! Hält er das Baby tatsächlich wie einen Football?!? Und ist es nicht das Babyfläschchen mit der Muttermilch, das da gerade das koffeinhaltige Heißgetränk des Vaters weißt?!? In der Tat – Dave Engledow traf mit diesem kreativen Schnappschuss vor gut zwei Jahren einen Nerv. Und auch er selbst und seine Frau fanden recht schnell an dem Fortsetzungsgedanken Gefallen und lichteten ihre Tochter Alice Bree fortan nicht einfach so in alltäglichen Posen ab, sondern präsentier(t)en das Vater-Tochter-Gespann als chaotisches Doppel par excellence. Und zu allem Überfluss taucht ausgerechnet immer wieder eine Kaffeetasse mit der Aufschrift „World’s Best Father“ in den Bildern auf…

„Das allererste Bild, das meine Frau und ich mit Alice machten, war, als sie vielleicht acht oder zwölf Wochen alt war, und es war nur als einzelnes Bild bestimmt. Ich wollte mich über meine neue Rolle als Vater lustig machen – an Schlafentzug leidend und irgendwie ratlos“, wie der Hobbyfotograf in einem Interview mit der Huffington Post erzählte. „Der Charakter, den ich in den Bildreihen darstelle, ist als Parodie eines Vaters gedacht, zu dem ich hoffentlich nie werde – abgelenkt, selbsteingenommen, verwahrlost, planlos oder ab und an sogar überheblich.“ Doch auch wenn das ein oder andere oder andere Bild wohlmöglich im ersten Augenblick bedrohlich wirken möge, so sei doch „die oberste Regel, sicherzustellen, dass Alice“ während der Aufnahmen „nie in Gefahr gerate“.  So posieren er und seine Tochter immer separat, und Engledow schneidet erst darauf via Photoshop beide Bilder zum fertigen Endprodukt zusammen.

Mittlerweile haben es der aus dem US-amerikanischen Maryland stammende selbsternannte „Teilzeit-Fotokünstler und Vollzeitvater“ (Zitat des Facebook-Auftritts Engledows, der jedoch auch einen Abschluss in Fotojournalismus besitzt) und die kleine Alice Bree schon zu kleinen Internetberühmtheiten gebracht. Dabei sei es ihm wichtig, zu vermitteln, dass die Bilder einzig und allein „witzig“ gemeint sind, und dass ebenso Mütter wie Väter und Nicht-Eltern über diese lachen können. Außerdem wolle er seine Freunde auf die etwas andere Art und Weise am Heranwachsen seiner Tochter teilhaben lassen. „Doch schlussendlich,“ sei es, wie er zugibt „doch ein Projekt für Alice. Ich möchte in der Lage sein, ihr etwas geben zu können, anhand dessen sie zurück blicken und es wertschätzen kann“. Keinesfalls die schlechteste Intention, oder?

Mittlerweile hat sich der „World’s Best Father“ bereits – wie zeitgemäß – via Kickstarter im Geben-und-Nehmen-Wechselseitigkeitsprinzip einen Bilderkalender finanzieren lassen, und auch ein eigener Bildband mit den besten Aufnahmen von Vater und Tochter steht für die nächsten Monate in den Startlöchern…

 

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Mehr Bilder findet ihr auf dem Facebook-Auftritt von Dave Engledow, in diesem Artikel der Huffington Post und in diesem Beitrag der Fotografie-Seite „Bored Panda“, während ihr euch hier einen kurzen TV-Beitrag der „Today Show“ ansehen könnt.

 

Rock and Roll.

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