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Monsterparty – ANEWFRIENDs Playlist zum All Hallows‘ Eve


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Allerorten findet man in den digitalen Weiten seit einigen Tagen die wahlweise „tollsten“, „besten“ oder „gruseligsten“ Songs zum heutigen All Hallows‘ Eve, der „Rolling Stone“ etwa präsentiert seine „13 besten Songs zu Halloween„. 

Da will sich ANEWFRIEND freilich nicht lumpen lassen, legt noch zwei oben drauf und schickt seinerseits eine 15 Stücke starke Musikvideo- und Song-Playlist ins Rennen – ganz spontan und daher ohne Garantie auf Vollständigkeit. Und wem der ein oder andere Song fehlen sollte, der darf gern (s)einen süß-sauren Kommentar direkt hier oder via Facebook abgeben…

 

 

Michael Jackson – „Thriller“

Der Klassiker. Das dazugehörige Musikvideo ist beinahe süße 33 Jahre jung, und noch immer kommt da nix ran. Isso.

 

The Cure – „Lullaby“

Wo wir grad bei „Klassikern“ sind, sind Robert Smith und seine Jungs von The Cure, welche in diesem Jahr tatsächlich ihr Vierzigjähriges feiern dürfen, natürlich nie weit weg. Ebenso wie ihr spookiges Musikvideo zum Albtraum-Schlaflied „Lullaby“ von ihrem auf ewig besten Album „Disintegration“.

 

Patrick Wolf – „The Child Catcher“

Klar mögen spätere Werke von Patrick Wolf wie „The Magic Position“ weitaus bunter daher schunkeln als etwa das 2003 veröffentlichte Debüt „Lycantrophy“, das seine schaurig-verqueren kleinen Hymnen ja schon im Titel trägt. Besser war der Wolf-Junge nur auf dem Nachfolger „Wind In The Wires“…

 

The Faint – „Help In The Head“

Innerhalb der „Saddle Creek“-Mischpoke waren (und sind) die vier Typen von The Faint, welche unlängst mit „CAPSULE:1999-2016“ eine feine und durchaus repräsentative Werkschau auf den Markt geworfen haben (für alle, die die Band um Frontmann Todd Fink noch nicht kennen sollten), stets so etwas wie der war gewordene Halloween-Fiebertraum für die Indiedisco. Übrigens war selbst Indie-Darling Conor Oberst eine kurze Zeit lang Teil der Band…

 

Gus Black – „(Don’t Fear) The Reaper“

Im Original von den AOR-Rockern Blue Öyster Cult, kommt diese Coverversion von Singer/Songwriter Gus Black, welche seinerzeit passenderweise (auch) auf dem „Scream“-Soundtrack erschien, um Einiges schauriger daher…

 

Marilyn Manson – „Sweet Dreams (Are Made Of This)“

Jedes Jahrzehnt hat so eine personifizierte Schockgestalt. Was Alice Cooper für die Siebziger und Achtziger war, war Marilyn Manson für die Neunziger, in denen er mit Alben wie „Antichrist Superstar“ oder immer noch großen Coverversionen wie dieser (der Song stammt ja im Original von den Eurythmics) noch für handfeste Skandale sorgen konnte. Heutzutage lässt Mr. Brian Warner eher den dandyhaften Elder Statesman of Grusel raushängen, den seltsamen Onkel, von dem man jedoch noch immer seine Kinder fern halten möchte…

 

Black Sabbath – „Sabbath Bloody Sabbath“

Und was Marilyn Manson für die Neunziger war, waren Ozzy Osbourne und Black Sabbath für die Siebziger. Ganz klar: Heavy Metal wäre, so wie er später (und auch heute) gespielt wurde und wird, ohne die Band aus Birmingham undenkbar gewesen.

 

Metallica – „Enter Sandman“

Von daher haben James Hetfield und Co. Black Sabbath eine Menge zu verdanken. Die Inspiration zu „Enter Sandman“ in jedem Fall…

 

Foo Fighters – „Everlong“

Klassiker. Die mittlerweile auch nicht mehr ganz so jungen Jungs um Frontmann Dave Grohl schaffen es bis heute, dass jedes ihrer Musikvideos zu einer visuellen Augenweide wird.

 

Deftones – „This Place Is Death“

Die Band aus Sacramento, Kalifornien hat wohl als einzige das heute im besten Fall milde belächelte Nu-Metal-Genre unbeschadet überstanden. Eben, weil sich Chino Moreno und Mannen immer selbst treu geblieben sind, ohne jedoch Innovationen im Sound außer Acht zu lassen.

 

My Chemical Romance – „Welcome To The Black Parade“

Jüngst feierte „The Black Parade“, das dritte Album der Band aus New Jersey, sein zehnjähriges Jubiläum. Nie waren die mittlerweile aufgelösten My Chemical Romance größer, cineastischer (und wohl auch: besser)…

 

Nick Cave & The Bad Seeds – „Where The Wild Roses Grow“ (feat. Kylie Minogue)

Mordstyp, dieser Nick Cave. Aber Wortspielspaß beiseite, der Mann ist wohl der besteste Mörderballadenschreiber der Welt (falls es diesen Titel braucht) – siehe das 1996 veröffentlichte Meisterwerk „Murder Ballads“ (sic!).

 

The Dresden Dolls – „Coin Operated Boy“

Kein Halloween ohne meine heiß geliebte Crossdresserbande um Pianistin und Sängerin Amanda Palmer und Drummer Brian Viglione. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass uns das Duo irgendwann noch einmal mit einem gemeinsamen Album beglücken wird…

 

David Bowie – „Lazarus“

Kurz vor seinem Tod hat der große David Bowie mit „Blackstar“ noch einmal ein enigmatisches Großwerk rausgehauen. Allein seinem von Krankheit gezeichnetem Mienenspiel im Musikvideo zu „Lazarus“ noch einmal zuzusehen, lässt einen in Ehrfurcht erstarren. Legende.

 

Die Ärzte – „Monsterparty“

Muss ein.

 

Rock and Roll.

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Schon aufgefallen?


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Mein Senf: Wilkommen in der Gruft


The Dope Show“! „The Beautiful People“! „Antichrist Superstar“! „Rock Is Dead“! Hach, selig waren die Zeiten…

All das war und ist, gefasst in die Alben „Smells Like Children„, „Antichrist Superstar“ und „Mechanical Animals„, ein kleiner Teil des ewig jung in der Erinnerung scheinenden Soundtracks meiner Jugend. Ein Mann namens Brian Hugh Warner war damals in den Neunziger Jahren oft genug Stein des Anstoß für Medien und konservativ-gestrige Moralapostel. Kein Wunder, benannten er und seine Bandkollegen sich doch mit Vornamen nach Starletts und entliehen ihre Nachnamen Massenmördern, wurden somit als nächstbeste Sündenböcke des Littleton-Amoklaufs, bei welchem sich picklig-pubertäre Außenseiter vor dem finalen Shootout auf Warner und Band als Inspirationsquelle beriefen…

Heute lockt Marilyn Manson freilich kaum noch einen Kritiker hinter dem Ofen vor. Und wenn, dann nur, um festzustellen, dass sich der mittlerweile 43-Jährige spätestens seit seinem 2000 erschienen „Holy Wood (In the Shadow of the Valley of Death)“ musikalisch kaum noch weiterentwickelt habe. Eine Behauptung, die so falsch nicht ist. Harte, irgendwo zwischen Industrial, Metal und Alternative Rock zu verortende Klänge, Texte, die gezielt auf Provokation und Reibung abzielten. Dazu ein optischer Auftritt, welcher an einen Verkehrsunfall von Travestietruppe, Rocky-Horror-Ultras und Geisterbahndarstellern erinnerte. Damals – und vor allem für mich als Teenager! – war das ungewohnt, unkonventionell, unangepasst. Anhand dieser Musik konnte ich meinen Unmut zum Ausdruck bringen, freilich ohne zu wissen, gegen was genau ich eigentlich war. Und so saß ich stolz mit meinem Marilyn-Manson-T-Shirt (vorn sein diabolisches Konterfeit, auf der Rückseite die provokante These „Sex Is Dead“) im Religionsunterricht und lieferte mir einen wilden Schlagabtausch mit meiner Lehrerin. Memories…

Doch, erschreckend ähnlich dem Werdegang eines gewissen Vincent Damon Furnier (aka. Alice Cooper), nutzten sich auch Maske und Musik von Marilyn Manson ab, denn schließlich ist für den Jugendlichen Provokation nur solang attraktiv, wie die zu provozierende(n) Person(en) auch wirklich ernsthaft dran Anstoß nehmen. Und die merkten recht bald, dass der sich ehemals mit Scheren auf der Bühne selbst blutig ritzende und im US-amerikanischen Süden offen Bibel zerreißende Metal-Clown nicht beißen, sondern lediglich ein bisschen keifen und insgeheim geliebt werden wollte. Bald schon wandte sich Manson „höheren“ Künsten zu, etwa den 20er und 30er Jahren und ihrer Mode, der Absinthherstellung und der Malerei. Er ehelichte standesgemäß die ebenso wenig konventionelle Burlesquetänzerin Dita van Teese (eine Ehe, der freilich keine allzu lange Zukunft beschieden war, aber: nur keine PR ist schlechte PR), zerstritt und versöhnte sich mit Bandmitgliedern, die Musik selbst verkam immer mehr zum Nebenschauplatz. Und hört man „Eat Me, Drink Me“ (von 2007) oder „The High End of Low“ (von 2009), so wundert das kaum. Klar, keins der Album ist so richtig schlecht (wobei ich das auch durch die verklärt-rosarote Jugendheld-Brille sehen mag), doch eben auch nicht: von Belang. Marilyn Manson spult seit seinem 1994 erschienenen Debüt „Portrait of an American Family“ mehr oder minder ein und denselben Gruselfilm ab. Hieß es früher „Children get down on your knees / Time for cake and sodomy“, so dichtet der frühere Musikjournalist heute „Hey cruel world, you don’t have what it takes, we don’t need your faith, we’ve got fucking fate“ und scheint sogar Rammstein als Backing Band zu brauchen, um auch nur im Ansatz für so etwas wie einen „Skandal“ – oder sollte man es „Aufmerksamkeit nennen? – zu sorgen. Nur hat das Publikum die Schauertricks seines Gruselkabinetts längst enttarnt und hat sich nun etwa Lady Gaga und all ihren ach-so-verrückten Kostümen zugewandt (freilich nur so lange, bis findige PR-Berater die nächste erstaunliche Pop-Sau aus dem Marketing-Ärmel zaubern).

Was bleibt, und auch durch Mansons diese Tage erschienenen neunten Studiostreich „Born Villain“ wieder deutlich wird, ist, dass hier ein Künstler seinen Horizont merklich überschritten hat. Klar agiert er immer noch auf vergleichsweise recht hohem künstlerischem Niveau, doch fallen ihm kaum neue Tricks ein. Wer einmal den kompletten Orient-Express auf offener Bühne verschwinden lässt, der sollte stets das Taj Mahal in der Hinterhand haben, nicht wahr, Herr Coppefield?

„Born Villain“ bietet den verblieben Fans gewohnte Manson-Standards, elektronische Spielereien – mal mehr, mal weniger laut bzw. melodiös. Und beim letzten Song, einem Cover des Carly Simon-Songs „You’re So Vain“, einen gewissen Johnny Depp an Gitarre und Schlagwerk. Ein Mann, dessen Lebenslauf dem des Herrn Warner beinahe komplett diametral erscheint. Aber das ist eine andere Geschichte…

Bleibt mir nur, in seligen Jugenderinnerungen zu schwelgen und, nach längerer Zeit, etwa wieder „Mechanical Animals“ auf- bzw. einzulegen. Hat übrigens nichts von seiner Qualität eingebüßt – muss man auch erst einmal schaffen.

Hier noch Mr. Mansons neustes Video zu „No Reflection“, bewährt in Szene gesetzt:

 

Rock and Roll.

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