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Song des Tages: David Ros – „Take A Walk On The Wild Side“


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Foto: Facebook

Passiert wohl nicht nur mir ab und an: Da lässt du bei irgendeinem x-beliebigem Privatsender die Werbeunterbrechung durchlaufen, und urplötzlich erhascht – inmitten der drölfzigsten Reklame für Pizza, Abführmittel, Inkontinenzhöschen oder Zahnprothesenhaftcreme – tatsächlich ein Song deine Aufmerksamkeit…

So vor einigen Wochen bei der Werbung für das neuste Modell einer spanischen Automarke, welche wiederum längst zum Konzern eines großen deutschen Autobauers gehört, passiert. Die musikalische Untermalung, die mich da meine Lauscher spitzen ließ, war eine Coverversion von Lou Reeds „Take A Walk On The Wild Side“ (das Original stammt vom 1972 veröffentlichten Solo-Werk „Transformer„). Kannte ich noch nicht. Also mal eben Dr. Google konsultiert, der mir den Namen David Ros ausspuckte. David who?

Mit ein klein wenig Recherche weiß das weltweite Netz auch da ein paar mehr Infos: Ein (zumindest hierzulande) recht unbekannter Singer/Songwriter aus Barcelona, der zwar bislang mit eigenen Veröffentlichungen geizt („He is currently preparing an album of intimate songs and impressive melodies accompanied by his band.“ – wie hier zu lesen ist), in seiner spanischen Heimat vor einigen Jahren bereits in der ein oder anderen TV-Musik-Castingshow (unter anderem bei „La Voz“, der dortigen Ausgabe von „The Voice“) aufgetreten ist, und in der Vergangenheit – nebst seiner markant rauen Stimme – auch mit der ein oder anderen weiteren tollen Coverversion für Beachtung sorgte (etwa von „Use Somebody“ von den Kings Of Leon, dem Oasis-Evergreen „Live Forever“ oder dem durch Adele bekannt gewordenen Bob-Dylan-Schmachtfetzen „Make You Feel My Love„). Fazit: So macht Reklame auch für mich einmal Sinn.

 

 

Rock and Roll.

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John Lennon und die Arctic Monkeys… – Eine visuelle Ode an das Bandshirt


Hätte DAS gepasst? - John Lennon bekennt sich zu den Arctic Monkeys...

Die Geschichte des Bandshirts ist beinahe so alt wie die Popmusik selbst…

Als der Hard Rock in den Sechzigern und Siebzigern seinen Höhepunkt erlebte, begannen immer mehr Künstler und Bands, T-Shirts mit ihrem Logo und/oder mehr oder minder gelungenen und geschmackssicheren Grafiken an ihren Merchandiseständen anzupreisen. Ihre Die-Hard-Fans nahmen das Angebot nicht selten dankbar an, erstanden ein Andenken an das soeben erlebte Konzert und liefen fortan mit fast religiöser Verehrung für ihre Lieblingsband Werbung – die Litfasssäule mit Brust und aus Fleisch und Blut war geboren, wenn man so will…

Dass eine so simple wie erfolgreiche und beidseitig glücklich machende Idee nicht eben im kommerziellen Sande versickern würde, dürfte klar sein. Über die Jahrzehnte wurde das Bandshirt mehr und mehr zum Usus und kleinsten wie einfachsten gemeinsamen Nenner des schnellsten Ausdrucks der Vorlieben und Interessen. Heutzutage kann man von so ziemlich jedem Künstler und jeder noch so unbekannten Band ein Stoffleibchen erstehen, sei es nun über deren Homepage, über Kataloge, ebay – oder, wie damals, direkt am Konzert-Merchandisestand…

Der brasilianische Visual Arts-Künstler Butcher Billy geht da noch einen kleinen Schritt weiter und hat den Idolen heutiger Künstler die Bandlogo-Shirts der Emporkömmlinge übergestreift. Da stellen sich denn auch gleich mehrere Fragen: Hätte John Lennon allen Ernstes die Arctic Monkeys gemocht? Hätte man tatsächlich Joy Division und Interpol gleichzeitig gebraucht? Kupfert Ex-Disney-Girlie Miley Cyrus letztendlich nicht nur bei Kiss-Langzunge Gene Simmons ab? Hätten die Foo Fighters auch ohne Kurt Cobains Ableben zum Karrierekick angesetzt? Und: Wie hoch war der Einfluss von Glamgott David Bowie auf Nirvana wirklich? Nichts Genaues weiß man nicht, interessant anzusehen ist Butcher Billys „Zurück in die Zukunft“ gedachte Verbeugung vor der Historie des Bandshirts allemal…

 

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Alle Bilder: Butcher Billy

 

Mehr zum Künstler selbst gibt’s auf dessen Red Bubble– und Society6-Seiten.

 

Rock and Roll.

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It’s not a perfect day… – Lou Reed ist tot.


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Wie der US-amerikanische „Rolling Stone“ vor wenigen Minuten vermelden musste, ist Lou Reed, einer der letzten großen Rock’n’Roll-Rocker, heute im Alter von 71 Jahren verstorben.

Reed, der seit jeher – sowohl unter Musikerkollegen als auch unter Journalisten – einen Ruf als durchaus streitbarer Zeitgenosse inne hatte, erlangte in den sechziger Jahren Weltruhm, als er gemeinsam mit John Cale, Sterling Morrison und Angus MacLise (der bald schon von Maureen Tucker ersetzt wurde) die Avantgarde-Rockgruppe The Velvet Underground gründete. Bereits deren von keinem Geringen als Andy Warhol produziertes Debütalbum „The Velvet Underground & Nico“ gilt mit seinem ikonographischen Bananencover sowie Songs wie „Sunday Morning“, „I’m Waiting For The Man“, „Femme Fatale“ oder „Venus In Furs“, bei denen sich Reed die Gesangsparts mit der deutschstämmigen Künstlerin Nico teilte und diese als Kontraste zu nicht selten verstörenden Instrumentalteilen setzte, auch heute noch als Meilenstein der Musikhistorie.

Lou Reed (4. v.l.) als Teil von The Velvet Underground, mit Nico und Andy Warhol (1. u. 2. v.l.)

Lou Reed (4. v.l.) als Teil von The Velvet Underground, mit Nico und Andy Warhol (1. u. 2. v.l.)

Nach der Trennung von The Velvet Underground startete Lou Reed Anfang der Siebziger seine Solokarriere, in deren Verlauf er sowohl zeitgemäße Glam-Rock-Alben (das von David Bowie produzierte „Transformer“ aus dem Jahr 1972) als auch sozialkritische Werke („Berlin„, ein Jahr darauf erschienen, handelt von der gescheiterten Liebesbeziehung zweier Junkies in der damals geteilten deutschen Stadt), Produktionen, welche sich der Hochgeistigkeit zuwandten („The Raven“ von 2003, auf dem er, mithilfe von anderen Künstlern wie David Bowie, Laurie Anderson, Willem Defoe oder Antony, Edgar Allen Poe vertonte) und Kollaborationen (zuletzt das mäßig gelungene „Lulu“ gemeinsam mit Metallica) veröffentlichte.

Nach der Kollaboration mit Metallica im Jahr 2011 sowie einer Tour im vergangenen Jahr, welche ihn im Juni auch noch einmal nach Berlin führte, war es ruhiger im Lou Reed, dessen letztes Soloalbum „Hudson River Wind Meditations“ 2007 erschien, geworden. Gemeinsam mit seiner Frau, der Performance-Künstlerin Laurie Anderson, lebte er in New York City. Ob sein Tod aus einer Lebertransplantation im April 2013 resultierte, ist bislang unbekannt.

Sein stets abseitiger Gitarrensound, seine unvergleichlich markante Stimme, seine vor Bitterkeit und – nicht selten – Zynismus nur so triefenden Texte – all das machte Lou Reed, der 1996 als Teil von The Velvet Underground in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, bereits zu Lebzeiten zur launischen Legende.

Mach’s gut Lou, Du letzte griesgrämig große Rockdiva Deiner Art.

 

 

 

 

Rock and Roll.

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