Schlagwort-Archive: Los Angeles

Song des Tages: Jade Castrinos & The Black Cherrys – „I Don’t Want You“


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Was ’ne Stimme! Ich muss ehrlich zugeben, dass ich erst heute wirklich auf Jade Castrinos aufmerksam geworden bin, da die kalifornische Musikerin einen durchaus fabelhaften Beitrag zu „Echo In The Canyon„, einer 2018 erschienenen Musik-Doku über die Künstler-Szene im Laurel Canyon in den Sechzigern, abgeliefert hat – die ebenso kurzweilige wie interessante Dokumentation sowie der dazugehörige Soundtrack, zu welchem, neben Jakob Dylan (seines Zeichens der Sohn von His Bobness) und Jade Castrinos, auch weitere tolle Künstler wie Beck, Fiona Apple, Cat Power, Regina Spektor oder Norah Jones Gesangsbeiträge geliefert haben, sei hiermit allen Musikinteressierten wärmstens empfohlen.

Allen Freunden poppigen Indiefolks dürfte Castrinos‘ Stimme jedoch bereits deutlich länger bekannt sein, schließlich war die Dame bis 2014 Teil der LA-Indiefolk-Kombo Edward Sharpe and the Magnetic Zeros, und trug damit vor genau einer Dekade ihren – nicht eben ganz unwesentliches – kreatives Schippchen zum gepfiffene Erkennungsmelodie gewordenen Instant-Ohrwurm „Home“ bei. Jetzt klingelt’s, oder?

Dabei hatte Jade Castrinos bereits vor 2007, als sie ESatMZ-Frontmann Alex Ebert vor einem Café im heimatlichen LA traf, einiges an Erfahrung auf und neben kalifornischen Club-Bühnen gesammelt, stand ab und an bei der Band ihres Vaters am Mikrofon. Wer etwa die beiden um 2006 herum entstandenen Songs wie „Hunter“ oder „I Don’t Want You“ hört (das Internet liefert da trotz einiger Recherche leider wenig Infos), bei denen fast schon monumentale Seventies-Rock-Riffs à la Led Zeppelin auf das damals zwar noch junge, jedoch bereits mächtig gewaltige Gesangsorgan von Castrinos treffen (mich erinnert das Ganze logischerweise an die brillante All-Female-LedZep-Coverband Lez Zeppelin), den wundert es in der Tat kaum, dass ebenjene Musikerin knapp 15 Jahre später mal eben eine fulminante Version des The Mamas And The Papas-Evergreens „Go Where You Wanna Go“ raushaut…

 

 

Wer mehr über Jade Castrinos erfahren mag, der findet hier ein recht aktuelles Interview mit der stimmgewaltigen kalifornischen Musikerin…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Machine Gun Kelly & Travis Barker  - “Killing In The Name“


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Colson Baker, der – zumindest in den US of A – besser bekannt unter seinem street name Machine Gun Kelly sein sollte, und Blink-182-Schlagzeuger Travis Barker haben ein Cover des Rage Against The Machine-Klassikers „Killing In The Name“ veröffentlicht. Motiviert wurden die beiden Musiker hierbei von der„Black Lives Matter“-Bewegung, die nach George Floyds Tod durch unverhältnismäßige Polizeigewalt erneut weltweit Demonstrant*innen auf der Straße versammelt und sich lautstark gegen den leider noch immer grassierenden Rassismus speziell in den derzeit gar nicht mal so Vereinigten Staaten (aber freilich auch hierzulande) stark macht.

Die recht nah am unkaputtbaren Original gehaltene Coverversion selbst entstand, nachdem MGK, der in den letzten Jahren vor allem als Rapper und Gelegenheitsschauspieler (etwa in „Birdbox“) in Erscheinung trat, und Barker gemeinsam an einer ebenjener Demos in Los Angeles teilgenommen hatten. „Sie schrieben den Song 1992. Das ist 28 Jahre her und jedes Wort trifft immer noch zu“, erklärt Machine Gun Kelly die fast schon offensichtlich folgerichtige Songwahl via Twitter. Den allseits bekannten Textzeilen “Fuck you, I won’t do what you tell me!” fügt Machine Gun Kelly die entschlossenen Worte “To the protesters in these streets / Fight the system! / Fuck the system! / We will be heard!” hinzu.

Im dazugehörigen, in schwarz-weiß gehaltenen Clip sieht man die beiden Musiker, die Schilder mit Aufschriften wie “STOP ARRESTING PROTESTORS! ARREST KILLER COPS!” und “NO JUSTICE. NO PEACE.” in den Händen halten und jüngst bereits den ein oder anderen Song gemeinsam aufgenommen hatten, im Studio neben Zusammenschnitten von aktuellen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. „End systematic racism“, heißt es am Ende des Videos – welch‘ frommer Wunsch, für den sich in den Neunzigern bereits Zack de la Rocha, Tom Morello und Co. stark gemacht haben…

 

 

„Killing in the name of

Some of those that work forces
Are the same that burn crosses…

Uh!

Killing in the name of…

Now you do what they told ya…
And now you do what they told ya…
But now you do what they told ya
Well, now you do what they told ya

Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites
Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites

Some of those that work forces
Are the same that burn crosses…

Uh!

Killing in the name of…

Now you do what they told ya…
And now you do what they told ya
(Now you’re under control) And now you do what they told ya…

Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites
Those who died are justified
For wearing the badge, they’re the chosen whites
You justify those that died
By wearing the badge, they’re the chosen whites
Come on!

Ugh!
Yeah!
Come on!
Ugh!

Fuck you, I won’t do what you tell me…
Motherfucker
Ugh!“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Man Man – „Cloud Nein“


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Foro: Promo / Dan Monick

Honus Honus (alias Ryan Kattner) hat seine Künstler-Karriere seit eh und je der Erforschung der Ungewissheit zwischen den Extremen des Lebens, Schönheit und Hässlichkeit, Ordnung und Chaos verschrieben. Die Songs auf „Dream Hunting In The Valley Of The In-Between„, dem ersten Album von Man Man seit über sechs Jahren sowie dem Debüt der aus Philadelphia, Pennsylvania stammenden Experimental-Rock-Band auf dem renommierten US-Indie-Label Sub Pop, fallen ebenso intim, gefühlvoll und zeitlos wie kühn, einfallsreich und wagemutig aus…

0098787135022Ende 2015 legten Man Man eine unerwartete Pause ein, wenn auch nicht gänzlich grundlos, schließlich befand sich Bandleader Honus Honus zu diesem Zeitpunkt mitten in einer Periode der kreativen Neuerfindung: Er arbeitete als Music Supervisor und schrieb an etlichen Film- und Serien-Scores („The Exorcist“, „Superdeluxe“, „Do You Want To See A Dead Body?“) mit. Außerdem übernahm er einige kleine Schauspielrollen (etwa in dem Indie-Film „Woe“: „Ich spielte einen Park-Ranger – ein netter Kerl in einem traurigen Film.“) und spielte die Hauptrolle in der preisgekrönten Tournee-Dokumentation „Use Your Delusion„. Außerdem entwickelte er eine Zeichentrickserie, schrieb Drehbücher, Graphic Novels, einen Neo-Noir-Fernsehpilotfilm und tippte kurzzeitig eine Musikkolumne für The Talkhouse, während er weiterhin an allerlei neuer – und nicht selten ebenso abseitiger wie gegensätzlicher – Musik von Kindermusikplatten bis hin zu konzeptueller Lärmkunst arbeitete. Inmitten dieses surrealen Kreativexils von Man Man begann Honus mit der Arbeit an ersten Konzepten zu „Dream Hunting In The Valley Of The In-Between“. Er rekrutierte seinen langjährigen Kreativmitarbeiter Cyrus Ghahremani, um ihm bei der Produktion zu helfen. Honus schrieb die Songs im „Gästehaus“ eines Freundes in Los Angeles, das mit „einem alten Klavier, einer Sparlampe und sonst nichts“ eigentlich vielmehr „ein Schuppen als etwas Schickes“ war. Und wer jetzt einen entspannten, Martinis am Pool schlürfenden Bohème vorm inneren Auge sieht, liegt wohl komplett falsch. Vielmehr war die Entstehung des Albums ein mühsamer, dreieinhalbjähriger Prozess: „Ich hatte Akkordfolgen, die wie wildes Krickelkrakel aussahen, und Texte auf Zetteln, welche überall an den Wänden klebten. Es sah so aus, als ob ich gerade dabei wäre, den großen Fall zu knacken, den Mörder zu fassen“, sagt er und lacht. „Es gab eine Menge Selbstzweifel, und ich war drauf und dran, das Handtuch zu werfen. Es hat keinen Spaß gemacht, aber es hat mich definitiv zum besten Album meiner Karriere geführt. Manchmal muss man einfach alles niederreißen, um die Dinge wieder richtig aufzubauen. Vertraue dem Prozess“.

Schließlich wurde das immerhin siebzehn Stücke starke Erdergebnis von S. Husky Höskulds (Norah Jones, Tom Waits, Mike Patton, Solomon Burke, Bettye LaVette) gemischt und von Dave Cooley (Blood Orange, M83, DIIV, Paramore, Snail Mail) gemastert. Als Gastsängerinnen auf „Dream Hunting…“ wirken etwa Steady Holiday’s Dre Babinski bei „Future Peg“ und „If Only“ sowie Rebecca Black (ihr wisst schon: Sängerin des viralen Peinlich-Pop-Hits „Friday“) bei „On The Mend“ und „Lonely Beuys“ mit.

 

Selbst für all jene, die bisher (noch) nicht mit der mittlerweile ebenso in Los Angeles beheimateten Experimental-Rock-Band vertraut sein sollten, setzt die erste Single aus dem im Mai erscheinenden sechste Studioalbum ein dickes Ohrwurm-Ausrufezeichen: „Cloud Nein“ vermischt eingängigen, orchestralen Indiepop mit trockenem Zynismus. So singt Honus an einer Stelle: „All your dreams crash and burn and fall to the ground / When they’re made of sweet nothings ’cause nothing sticks around.” Ryan „Honus“ Kattner, der auch das dazugehörige Musikvideo, in dem ein älterer Mann locker-flockig durch sonnenbeschienene Straßen tanzt, erklärt: „Ich schrieb den Song über jemand anderen, aber in gewisser Weise auch über mich selbst. Man muss sich ständig verändern, sich weiterentwickeln, um zu überleben. Man muss schätzen, was man hat, solange man es hat, denn es gibt keine Garantien dafür, dass es für immer bleibt. So ist das Leben.“ – „Life is short. Dance, be merry!“

 

Rock and Roll.

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„Abstand, bitte!“ – Ikonische Albumcover in Zeiten der Corona-Pandemie


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Nun muss auch der orangefarbene „Fake News!“-Toupet-Clown so langsam aber sicher einsehen, dass die Corona-Pandemie die „one nation under God“ (aka. die US of A) aktuell so sicher im Würgegriff hat wie kaum ein anderes Land der Welt…

Wohl auch deshalb haben die aus Los Angeles stammenden Künstler Paco Conde und Beto Fernandez eine Reihe recht bekannter Albumcover neu gestaltet, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig es derzeit im gemeinsamen Miteinander ist, mindestens einen Sicherheitsabstand von zwei Metern voneinander zu halten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen (oder zumindest einzudämmen – #flattenthecurve und so). Soziale Distanz (oder eben „Social Distancing“) ist für viele von uns fast schon Normalität, und das wird wohl auch noch für eine Weile so bleiben…

Das Projekt mit dem Namen „6 Feet Covers„, bei dem die beiden Gründer der Kreativagentur Activista sowohl eine ernsthafte Botschaft als auch ein wenig Humoriges für alle #StayTheFuckHome-Geplagten im Sinn hatten, umfasst ikonische Kunstwerke wie das „Abbey Road“-Cover der Beatles, Blondies 1976er Debütalbum oder „The Man-Machine“ der Düsseldorfer Electro-Krautrock-Pioniere Kraftwerk. Paco Conde erzählte BuzzFeed, dass die Idee vor wenigen Tagen entstand, als er bemerkte, dass die Leute in der Schlange im Supermarkt die sechs Fuß (also etwa 1,8 Meter) umfassende Sicherheitsabstandsregel nicht respektierten. Also wählten er und sein Kreativ-Buddy Beto Fernandez einige berühmte Albumcover aus und änderten diese so ab, dass alle Bandmitglieder mindestens 6 Feet Abstand zueinander hatten. Näher kommen Musikkultur und Zeitgeist – allen Stream-Wohnzimmerkonzerten zum Trotz – in diesen Tagen kaum zusammen…

 

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(gibt’s auch hier oder hier in Groß zu sehen…)

 

Rock and Roll.

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„Urban Isolation“ – Skateboarden im menschenleeren Los Angeles


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Wie es angesichts der Corona-Pandemie tatsächlich zeitnah in den großen Metropolen dieser Welt aussehen könnte, zeigt der preisgekrönte Skate-Clip „Urban Isolation“ von Filmemacher und Skater Russell Houghten aus dem Jahr 2014. In diesem ist ein einsamer Rollbrettfahrer in einem komplett auto- und menschenleeren Los Angeles zu sehen – (noch) dezent dystopische, jedoch in jedem Fall faszinierende Bilder …Skateboarding In A Global Pandemic!

 

(oder via YouTube)

 

Rock and Roll.

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Punk Rock these days…


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(gefunden bei Facebook)

 

Macht das Greg Graffin, Brett Gurewitz und Co. dann automatisch zu Dad-Rockern? Schließlich gehen die LA-Punkrocker – Hymnen wie „Sorrow„, „Punk Rock Song“ oder „Infected“ und sozialkritischer Text-Biss hin oder her – ja bereits stramm auf die kahlköpfigen Sechzig zu…

 

Rock and Roll.

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