Schlagwort-Archive: Los Angeles

„Abstand, bitte!“ – Ikonische Albumcover in Zeiten der Corona-Pandemie


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Nun muss auch der orangefarbene „Fake News!“-Toupet-Clown so langsam aber sicher einsehen, dass die Corona-Pandemie die „one nation under God“ (aka. die US of A) aktuell so sicher im Würgegriff hat wie kaum ein anderes Land der Welt…

Wohl auch deshalb haben die aus Los Angeles stammenden Künstler Paco Conde und Beto Fernandez eine Reihe recht bekannter Albumcover neu gestaltet, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig es derzeit im gemeinsamen Miteinander ist, mindestens einen Sicherheitsabstand von zwei Metern voneinander zu halten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen (oder zumindest einzudämmen – #flattenthecurve und so). Soziale Distanz (oder eben „Social Distancing“) ist für viele von uns fast schon Normalität, und das wird wohl auch noch für eine Weile so bleiben…

Das Projekt mit dem Namen „6 Feet Covers„, bei dem die beiden Gründer der Kreativagentur Activista sowohl eine ernsthafte Botschaft als auch ein wenig Humoriges für alle #StayTheFuckHome-Geplagten im Sinn hatten, umfasst ikonische Kunstwerke wie das „Abbey Road“-Cover der Beatles, Blondies 1976er Debütalbum oder „The Man-Machine“ der Düsseldorfer Electro-Krautrock-Pioniere Kraftwerk. Paco Conde erzählte BuzzFeed, dass die Idee vor wenigen Tagen entstand, als er bemerkte, dass die Leute in der Schlange im Supermarkt die sechs Fuß (also etwa 1,8 Meter) umfassende Sicherheitsabstandsregel nicht respektierten. Also wählten er und sein Kreativ-Buddy Beto Fernandez einige berühmte Albumcover aus und änderten diese so ab, dass alle Bandmitglieder mindestens 6 Feet Abstand zueinander hatten. Näher kommen Musikkultur und Zeitgeist – allen Stream-Wohnzimmerkonzerten zum Trotz – in diesen Tagen kaum zusammen…

 

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(gibt’s auch hier oder hier in Groß zu sehen…)

 

Rock and Roll.

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„Urban Isolation“ – Skateboarden im menschenleeren Los Angeles


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Wie es angesichts der Corona-Pandemie tatsächlich zeitnah in den großen Metropolen dieser Welt aussehen könnte, zeigt der preisgekrönte Skate-Clip „Urban Isolation“ von Filmemacher und Skater Russell Houghten aus dem Jahr 2014. In diesem ist ein einsamer Rollbrettfahrer in einem komplett auto- und menschenleeren Los Angeles zu sehen – (noch) dezent dystopische, jedoch in jedem Fall faszinierende Bilder …Skateboarding In A Global Pandemic!

 

(oder via YouTube)

 

Rock and Roll.

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Punk Rock these days…


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(gefunden bei Facebook)

 

Macht das Greg Graffin, Brett Gurewitz und Co. dann automatisch zu Dad-Rockern? Schließlich gehen die LA-Punkrocker – Hymnen wie „Sorrow„, „Punk Rock Song“ oder „Infected“ und sozialkritischer Text-Biss hin oder her – ja bereits stramm auf die kahlköpfigen Sechzig zu…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Phoebe Bridgers – „Garden Song“


Eigentlich – und aller Umtriebigkeit zum Trotz – längst überfällig, hat Phoebe Bridgers nun ihre neue Single „Garden Song“ veröffentlicht. Zu Beginn des dazugehörigen Lo-Fi-Musikvideos nimmt die eigentlich drogenabstinente, nichtrauchende US-amerikanische Indie-Singer/Songwriterin einen Zug aus einer Bong. Prompt tauchen im Dunst seltsam-skurrile Gestalten auf…

Trotz fehlender Ankündigung ist der zurückhaltende Song aller Wahrscheinlichkeit nach der erste Vorbote von Phoebe Bridgers‘ zweitem Soloalbum, das seit dem vergangenen Herbst in der kreativen Pipeline steckt – und tatsächlich ihre erste Eigenkomposition seit dem erfolgreichen 2017er Debütwerk „Stranger In The Alps“.

doc200.dig1_-1582654468-640x640In einem Radiointerview erzählte Bridgers zum Stück, das sie schon seit etwa einem Jahr live spielt, dass sie beim Schreiben an ihre Heimatstadt Los Angeles und an wiederkehrende Albträume gedacht habe. Im Refrain begleite sie ihr Tourmanager, ein Niederländer namens Jeroen. „Mir wurde klar, dass er die Stimme eines Engels hatte, als er mit mir im Van einen Mitski-Song sang“, so Bridgers. „Er war zwei Oktaven unter mir, und ich sagte: ‚Du klingst wie ein niederländischer Matt Berninger.'“ (Apropos Matt Berninger: Mit dem The National-Frontmann nahm Bridgers nicht nur unlängst das Duett „Walking On A String“ auf, sondern kündigte noch vor der neuerlichen Songpremiere eine große Tour im Vorprogramm von The National und The 1975 an.)

Für die kreative Umsetzung des DIY-Videos zu „Garden Song“ zeichnet sich Bridgers‘ Bruder Jackson verantwortlich. Post-inhalativ betreten seltsam Kostümierte das kleine Schlafzimmer, darunter ihr Schlagzeuger und Co-Songschreiber Marshall Vore, die Humoristin Tig Notaro und Kumpel Christian Lee Hutson (über den auch bereits auf ANEWFRIEND zu lesen war), der auch die Gitarre einspielte. Der Song ist eine Reflexion über das Erwachsenwerden, die Realisation, wohin einen die eigenen Träume geführt haben, und darüber, dass sich Dinge auch dann verändern, wenn man eigentlich viel zu beschäftigt ist, um es zunächst zu bemerken. Stilistisch schließt der Vierminüter nahtlos an das Solodebüt der Musikerin an und vereint Melancholie und Zerbrechlichkeit im Folk-Song-Format.

Apropos Debüt: Obwohl „Stranger In The Alps“ bereits fast drei Jahre alt ist, war es – regelmäßige Blog-Besucher dürften ohnehin bestens informiert sein – danach doch alles andere als ruhig um die 25-jährige kalifornische Songwriterin. Nicht nur bildete sie mit Conor „Bright Eyes“ Oberst unlängst das Duo Better Oblivion Community Center (deren selbstbetiteltes Debüt im vergangenen Musikjahr in ANEWFRIENDs Top 3 spielte) und mit ihren Songwriter-Freundinnen Lucy Dacus und Julien Baker das Trio Boygenius und veröffentlichte mit beiden Projekten gefeierte Platten, immer wieder trat sie auch als Gastsängerin in Erscheinung. Unter anderem auf Mercury Revs Tribute-Album „Bobbie Gentry’s ‚The Delta Sweete‘ Revisited“ oder in den Duetten „The Night We Met“ mit Lord Huron, gemeinsam mit Noah Gundersen und „7 O’Clock News/Silent Night„, einem Simon & Garfunkel-Cover mit – da isser wieder! – The-National-Frontmann Berninger und Fiona Apple.

Da gingen die (weiteren) Solo-Coversongs der jüngsten Vergangenheit fast unter. 2017 „The House That Heaven Built“ von Japandroids und der Judy-Garland-Klassiker „Have Yourself A Merry Little Christmas„, 2018 eine ganze Reihe: McCarthy Trenchings „Christmas Song„, The Cures „Friday I’m In Love„, (Sandy) Alex Gs „Powerful Man“ und Tom Pettys „It’ll All Work Out„. 2019 dann das Tom Waits-Cover „Georgia Lee„.

Zuletzt hatte Bridgers außerdem ihren Sinn fürs Selbstironisch-komödiantische unter Beweis gestellt und mit Conor Oberst in einer Mini-Mockumentary für die Late-Night-Talk-Sendung von Conan O’Brien mitgespielt. Stillstand? Geht wohl anders. Trotzdem: lääääängst überfällig, die neue eigene Platte…

 

 

„Someday I’m gonna live
In your house up on the hill
And when your skinhead neighbor goes missing
I’ll plant a garden in the yard then
They’re gluing roses on a flatbed
You should see it, I mean thousands
I grew up here till it all went up in flames
Except the notches in the doorframe

I don’t know when you got taller
See our reflection in the water
Off a bridge at the Huntington
I hopped the fence when I was seventeen
Then I knew what I wanted

And when I grow up, I’m gonna look up
From my phone and see my life
And it’s gonna be just like my recurring dream
I’m at the movies
I don’t remember what I’m seeing
The screen turns into a tidal wave
Then it’s a dorm room, like a hedge maze
And when I find you
You touch my leg and I insist
But I wake up before we do it

I don’t know how, but I’m taller
It must be something in the water
Everything’s growing in our garden
You don’t have to know that it’s haunted
The doctor put her hands over my liver
She told me my resentment’s getting smaller
No, I’m not afraid of hard work
I get everything I want
I have everything I wanted“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: All Souls – „You Just Can’t Win“


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Foto: Memo Villasenor

Die LA-Rocker All Souls haben ein nagelneues Musikvideo zu ihrer ebenfalls recht frischen Single „You Just Can’t Win“ veröffentlicht, das man sich durchaus ansehen sollte. Der Song (den man über verschiedene Plattformen streamen/kaufen kann) schlägt so einige kritische Töne an, die sich explizit gegen ebenjenen populistisch unterfütterten Rassismus und jene latent brodelnde Gewalt richten, die die ach so moderne westliche Gesellschaft von Jahr zu Jahr, von Wahl zu Wahl immer fester in ihren entmenschlichten Würgegriff nehmen. Für das Musikvideo hat sich die Band um Antonio Aguilar (Gesang, Gitarre), Meg Castellanos (Bass, Gesang), Tony Tornay (Schlagzeug) und Erik Trammell (Gitarre) mit Regisseur Marcos Sanchez zusammengetan, der aus handgezeichneten Animationen, gemischt mit altem Archivmaterial, einen auch visuell sehr originellen Clip gezaubert hat, um die Aussagen des Songs noch deutlicher zu machen.

71MQgMDQtPL._SY355_„You Just Can’t Win“ fungiert dabei als Vorbote zum neuen Album „Songs For The End Of The World“, welches im Laufe des Jahres erscheinen soll. Ob der Nachfolger zum 2018 veröffentlichten selbstbetitelten Debüt, das das Quartett mit Produzent Toshi Kasai (Tool, The Melvins, Foo Fighters) aufnahm und schon damals mit prominenten Gastmusikern wie etwa Tool-Drumming-Derwisch Danny Carey (beim Song “Sadist/Servant‰“) locken konnte, mit ganz ähnlicher Musik, die geprägt von der Weite des Spaghetti Westerns, dem Surf Rock und dem rauen Stoner-Riffing ist und stolz die wilden Trademarks der Palm Desert-Szene der Neunzigerjahre mit einem Hauch von psychedelischem Voodoo und metallischer Schärfe trägt, ums Eck kommen mag?

Nun, bereits bei „You Just Can’t Win“ meint man anhand von Aguilars wütendem Gesang über einigen recht bedrohlichen Gitarren allerlei Wut und Verachtung zu spüren. Der Song selbst fügt sich hiermit sehr gut in die übrige Diskographie von All Souls ein, die sich auch in Szene-Kreise außerhalb von Los Angeles – und durch Tourneen an der Seite von Tool, Red Fang, The Sword oder Kvelertak – als eine Band etabliert hat, die immer etwas zu sagen hat. Ihre Stücke sind lyrisch dunkel und durchdrungen von ihrem eigenen, einzigartigen Alternative-ROCK-Stil, während das Quartett auf einer zweiten, tieferen Ebene eigene Perspektiven hinsichtlich globaler Themen liefert. Triebfeder der lyrischen Sichtweisen sind die Erfahrungen von Sänger und Gitarrist Antonio Aguilar, der aus seiner eigenen Perspektive eines farbigen Mannes in den „modernen“ Vereinigten Staaten schreibt. Da auch er seit seiner Jugend nahezu ständiger Diskriminierung ausgesetzt ist, weiß Aguilar leider nur allzu gut, wie hart das Leben für Minderheiten, die versuchen, ihren eigenen Weg zum Erfolg zu finden, wirklich sein kann. „You Just Can’t Win“ strotzt dabei gleichzeitig vor Emotionen, Wut, Trauer und Mitgefühl – und, natürlich: ROCK.

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Rock and Roll.

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Olly Gibbs‘ Oscar-Parade – Die Nominierten für den „Besten Film“ als Goldmann-Statuen


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Die 92. Oscar-Verleihung in der Nacht von Sonntag zu Montag (MEZ) steht vor der Tür, und wie in jedem Jahr kurz vor der Veranstaltung und Verleihung geht freilich für alle Film- und (Heim)Kino-Freunde das große Ratespiel los: Welche Nominierten nehmen einen der über dreißig 34 Zentimeter großen und knapp vier Kilogramm schweren Goldmänner mit nach Hause? Mit satten elf Nominierungen führt Todd Phillips‚ großartige Comicverfilmung „Joker“ als einer von insgesamt neun abendfüllenden Streifen freilich das Favoritenfeld an. (Und ist damit der erste Comicfilm, der die Rekordzahl von ebensovielen Nominierungen erhielt. Das düstere Antihelden-Drama mit Hautrollen-Favoriten Joaquin Phoenix knackte damit den Rekord von „The Dark Knight„, welcher im Jahr 2009 acht Nominierungen erhielt. Neben „Black Panther“ ist „Joker“ außerdem der erst zweite Comicfilm, welcher als „Bester Film“ nominiert wurde.) Dahinter folgen mit jeweils zehn Nominierungen Sam Mendes‚ Kriegsdrama „1917„, Martin Scorseses‚ Mafiaepos „The Irishman“ und Quentin Tarantinos einmal mehr eigenwillige Drama-Crime-Komödie „Once Upon a Time in… Hollywood„. Wer wird’s? Wer wird’s? Wer wird’s? Traditionen können so schön sein.

Gleichsam traditionell scheint übrigens das jährliche Oscar-Projekt von Olly Gibbs. In den letzten sieben Jahren hat sich der preisgekrönte Designer und Illustrator, der in London lebt, jede der Nominierungen für den „Besten Film“ vorgenommen und das Wesen des jeweiligen Films in Form einer individuell gestalteten Oscar-Statuette festgehalten. So auch in diesem Jahr…

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Mehr dazu: Olly Gibbs‘ Illustrationen der letzten Jahre (2014-2018, hier gibt’s die 2019er Parade), Olly Gibbs bei Twitter

 

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(alle Illustrationen: Olly Gibbs)

 

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