Schlagwort-Archive: London

Moment! Aufnahme.


Der aus London stammende Fotograf Babycakes Romero hat laut eigener Aussage kein grundlegendes Problem mit der heutigen Technologie. Für ihn stellt die Unterhaltungselektronik – also unsere Mobiltelefonie, die wir tagtäglich so ziemlich überall mit hin schleppen, angefangen vom morgendlichen Toilettengang, bei welchem bereits die ersten Facebook-Nachrichten und Twitter-Feeds gecheckt werden, bis hinein in den (Arbeits)Alltag und die späten Abendstunden, wenn man erst der Welt, dann seinen Followern eine gute Nacht wünscht – jedoch ein zweischneidiges Schwert dar: einerseits vereinfachen die tragbaren Fast-alles-Könner (scheinbar) unser aller Leben, andererseits machen sie uns aber auch dumm und träge.

Zu dieser Erkenntnis gelangte Babycakes Romero als er anfing, Menschen mit deren Handys zu fotografieren – nicht mit irgendeinem kritischen Hintergedanken, sondern einfach, weil ihn die Bilder auf einer rein visuellen Ebene ansprachen. Je mehr in stylischem Schwarz-weiß gehaltene Bilder er jedoch schoss, desto mehr fiel ihm die alles umgarnende Traurigkeit auf, die seine Motive umgab.

„Bevor Mobiltelefone erfunden waren, hatten die Menschen einfach keine andere Möglichkeit, als zu interagieren. Nun jedoch ist all das nicht mehr zwingend notwenig, also können können wir so tun, als würden wir gerade einer superwichtigen Tätigkeit auf unseren Geräten nachgehen anstatt darüber nachzudenken, was wir sagen könnten. Das tötet freilich jegliche Konversation. Ich glaube, all das ist ein sich vergrößerndes soziales Leiden,“ so Babycakes selbstkritisch.

„Früher benutzten die Leute Zigaretten als soziale Requisitte. Klar, die mögen schlecht für die Gesundheit sein, doch zumindest verwandelten sie Menschen nicht in verschlossene Langeweiler. Nun heißt es, gemeinsam stark zu sein, uns von den Fesseln unserer Smartphones zu lösen und Gespräche von Angesicht zu Angesicht zurück zu bringen!“

Well… Wer wirft den ersten Stein gegen sein eigenes Display?

Mehr Bilder aus der eindrucksvollen Foto-Reihe von Babycakes Romero findet ihr hier.

 

Rock and Roll.

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„Star Wars“-Figuren schreiben die Musikgeschichte um: legendäre Albumcover in neuem Look


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Illustrator Steven Lear aka. „WhyTheLongPlayFace“ mag Musik. Und Photoshop. Und Star Wars. (Oder wie er schreibt: “an unhealthy obsession for movies, music and Photoshop”.) Was lag also näher, als diese drei „Obsessionen“ zusammenzubringen?

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Genau das hat der in London beheimatete freischaffende Designer auch getan, und Cover von Pop- und Rock-Album-Klassikern mitunter großartig in Star Wars-Form gebracht: Yoda als Nirvanas „Nevermind“-Baby, die Cantina-Band als „The Band“, Darth Vader als Johnny Cash… – ein Heidenspaß sowohl für nerdige Cineasten als auch für Popkultur-Geeks! Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass irgendwann mal jemand bekannte Songs mit Star Wars-Texten versieht und neu aufnimmt. (Oder hat das auch schon irgendwer getan?)

Weitere Cover finden sich auf Seven Lears Website sowie auf dessen Facebook-Seite oder via Instagram.

 

Eine Auswahl aus Lears fortlaufender Albumcover-Mash-Up-Reihe findet ihr hier:

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Rock and Roll.

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Song des Tages: Will Varley – „Something Is Breaking“


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Keine Frage, das kürzlich erschienene vierte Album von Singer/Songwriter Will Varley, „Kingsdown Sundown„, ist ’ne ziemlich ernste Angelegenheit.

Gab es auf den letzten Werken des Engländers noch die ein oder andere mit viel Witz und noch mehr Ironie vorgetragene Nummer (man erinnere sich nur an „I Got This Email“ oder „Talking Cat Blues„), so sind die elf neuen Stücke durchweg melancholisch bis düster geraten. Natürlich passt das nur zu gut in unsichere Zeiten wie diese mit all ihren politischen wie gesellschaftlichen Umbrüchen (mancherorts sind diese schon vollzogen oder in vollem Gange, wieder anderswo auf der Welt werden diese immer wieder blutig niedergeknüppelt während sich andere Länder quasi in „Lauerstellung“ und auf gesellschaftlich-politischem Kipp befinden). Außerdem ist Will Varley einer, der sich wohl durchaus als „politisch“ bezeichnen würde und somit in einer Reihe mit dem wohl tollsten linken britischen Liedermacher ever – Billy Bragg – steht. Bestimmt hätte der 29-Jährige ein ganz ähnliches Album wie den großartigen Vorgänger „Postcards From Ursa Minor“ hinbekommen können. Doch zum einen hat er solch einen Langspieler, auf dem sich das Melancholische, das Tragische, das Politische, Persönliche und der (Wahn)Witz die lyrische wie musikalische Klinke in die Patsche drücken, bereits im vergangenen Jahr in die Plattenläden gestellt, und zum anderen wollte Varley, wie er selbst sagt, genauso ein Album wie „Kingsdown Sundown“ schon seit Langem machen:  „These are the most honest songs I’ve ever written and they represent new ground for me creatively. They may not be radio friendly, or even ‚friendly‘ at all, but I’ve been wanting to make a record like this for a long time.“  

wv-ksGanz ehrlich: viele neue Fans wird er mit dem neusten Werk wohl nicht hinzugewinnen. Dafür ist „Kingsdown Sundown“ zu düster, zu melancholisch, introspektiv und ruhig geraten – mach einer mag’s glatt als in Gänze deprimierend empfinden.  Natürlich präsentiert sich Will Varley auch auf Album Nummer vier als toller Singer/Songwriter, der beinahe alle Stücke einsam an der Akustischen vorträgt. Sicher ist der Mann noch immer mit einer äußerst reflektierten Weltsicht geprägt. Aber wirklich große Nummern, die unvermittelt hängen bleiben, sind nun zum ersten Mal bei Varley beinahe Mangelware – einzig „We Want Our Planet Back“ vermag da noch mitzuhalten.

Vielmehr ist „Kingsdown Sundown“ ein Kopfhöreralbum, das mehr noch als seine Vorgänger genaues Zuhören verlangt, und sich somit ausgezeichnet für die aktuellen und kommenden (nass)kalten Tage und Monate eignet. Nur eben das Lachen, das ist Will Varley vergangen – und das ist ja bei der aktuellen beschissenen Schieflage, in welcher sich die Welt mit all ihren mehr als sieben Milliarden Bewohnern befindet, nur allzu verständlich…

 

 

Mehr Hörbeispiele von „Kingsdown Sundown“ gefällig? Gibt’s hier:

 

Und wer den Mann demnächst einmal live und in Farbe sehen möchte, der hat Glück, denn Mr. Varley kommt im Dezember für einige Shows auf kleineren Bühnen (in Aachen etwa spielt er stilecht im „The Wild Rover“, einem Irish Pub) nach Deutschland:

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Rock and Roll.

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Mommy’s heart and daddy’s brains…


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(gefunden bei Facebook – die Zeichnung stammt von der in London ansässigen Künstlerin Marija Tiurina)

 
Rock and Roll.

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Song des Tages: Will Varley – „Is Anyone Out There?“


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In freudiger Erwartung von „Kingsdown Sundown„, dem am 4. November erscheinenden vierten Album von Brit-Folker Will Varley, habe ich dieser Tage mal wieder die ersten drei Alben – allen voran freilich den noch immer großartigen Vorgänger „Postcards From Ursa Minor“ – auf heftiger Dauerschleife laufen. I’m still hooked.

Wer den Mann, der sich stilistisch irgendwo zwischen seinem Buddy Frank Turner und der durchaus politischen Zeitgeist-Kritik eines Billy Bragg bewegt (und, ganz nebenbei, auch noch ein ebenso toller Geschichtenerzähler wie Josh Ritter ist), also noch nicht für sich entdeckt haben sollte, dem sei Will Varley noch einmal wärmstens ans Hörerherz gelegt. Außerdem gibt es mit „To Build A Wall“ bereits einen ersten Song vom neuen Album zu hören.

„Is Anyone Out There?“ ist freilich nur eines von vielen, vielen Stücken von „Postcards From Ursa Minor“, die man, wenn man sie einmal gehört hat, oft tagelang nicht aus den Gehörgängen bekommen wird (zumindest war’s bei mir so, und damit wird das bereits vor fast einem Jahr erschienene Werk auch einen festen Platz in der Liste meiner liebsten Alben dieses Jahres bekommen). Wer jedoch auf den Text achtet, der wird schnell merken, dass Singer/Songwriter wie Will Varley gerade in den heutigen schnelllebigen Zeiten voller politischer wie gesellschaftlicher Unruhen und Umbrüche, voller sinnentleertem Plastikpop ohne Aussage und Gehalt nicht mit Gold aufzuwiegen sind…

 

 

„Is anyone out there?
If anyone’s out there
Please make yourself known
‚Cos we’re drifting through space
And we’re loosing our faith
And we never felt so alone

This is the human race
Calling from the Milky Way
We’re highly evolved fish
From near Alpha Centuri
We crawled out of the mud
Waited for our brains and blood
And we’re only just opening our eyes

Our technology is immaculate
We use the internet a lot
To send videos of cats to eachother
But we’re not doing so well
Regarding not killing ourselves
With our guns, and our tanks, and our bombers

So, is anyone out there?
If anyone’s out there
Please make yourself known
‚Cos we’re drifting through space
And we’re loosing our faith
And we never felt so alone

We’re still dreaming fairytales
Sometimes we still soil ourselves
But apart from that we’re really quite advanced
So come and find us if you please
We wanna join your community
And find out all about this universe

Though our leaders are all insane
We’d let you disect their brains
Before you introduce us to our designers
This little fish will wait for you
What we need to see us through
Is some postcards from Ursa Minor

Is anyone out there?
If anyone’s out there
Please make yourself known
‚Cos we’re drifting through space
And we’re loosing our faith
And we’ve never felt so alone

Is anyone out there?
If anyone’s out there
Please make yourself known
‚Cos we’re drifting through space
And we’re destroying this place
And we’ve never felt so alone“

 

Rock and Roll.

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