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Song des Tages: Antje Schomaker – „Gotham City“


Antje-Schomaker-Musik

Wer möchte, könnte Antje Schomaker bereits anhand ihrer musikalischen Inspirationsquellen ganz gut einordnen: Thees Uhlmann, Enno Bunger, Clueso oder Bosse. Denn in der Tat suchen sich die Stücke der Mittzwanzigerin, die am Niederrhein aufwuchs und – wohl auch der Kreativität wegen – vor etwa fünf Jahren nach Hamburg und ins schmuddelig-vielfätige St. Pauli ging, genau in dieser Schnittmenge ihre kleine Heimat: Indie-Pop, handgeknüppelt mit meist akustischem Instrumentarium und garniert mit nicht selten melancholischen Texten mitten aus dem kunterbunten Mausgrau des Alltags.

Natürlich schwingt manchmal – Hallo, Herr Uhlmann! – etwas Pathos mit. Ab und an stiehlt sich sogar eine Prise Bitterkeit aus dem Alltag heraus, etwa wenn Schomaker im bereits 2016 veröffentlichten Song „Bis mich jemand findet“ Zeilen wie „Meine Träume sind beschissen / Ich will doch nur einen / Mehr als einmal küssen“ singt – nur um im Refrain das Ganze deftig indiepoppend mit „Bis mich jemand findet / Tanze ich hier / Tanze ich hier“ abzumildern.

51Zg1sTm6kLDass Antje Schomaker, die unlängst im Vorprogramm von Bosse erstmals größere Bühnen außerhalb St. Paulis kennen lernen durfte, nicht auf Teufelkommraus dem Pop verfallen mag, sondern auch reduziert zu überzeugen weiß, stellte die Newcomerin in den vergangenen zwei Jahren bereits mit dem ein oder anderen via YouTube veröffentlichten Akustik-Session-Song unter Beweis.

Das tolle „Gotham City“, welches Teil von Schomakers am 23. Februar erscheinenden Debütalbums „Von Helden und Halunken“ sein wird, weiß mit seinem schnodderigen Text, der vom Ende einer vielleicht kurzen, vielleicht auch intensiven Zweisamkeit erzählt, sowohl in der ausformulierten als auch in der akustischen Variante zu überzeugen. Und macht Lust auf mehr von ebenjenen Indiepop-Songs, deren Herz-Poesie sich mit reichlich Kamikaze-Haltung mitten hinein ins pralle Mausgrau des Alltags stürzt…

 

Hier gibt’s das Musikvideo zu „Gotham City“…

 

…sowie den Song in einer Akustik Session:

 

„Du fragst mich, ob du bleiben sollst
Und ich schüttle den Kopf ganz leicht
Es ist besser, wenn du gehst
Auch wenn ich ein bisschen will, dass du bleibst

Vielleicht ist das ’n Anfang
Eher wohl ’n Ende, um ehrlich zu sein
Denn in mein Löwenherz
Passt nichts mehr rein

Irgendwer kommt und
Irgendwer geht
Wir haben uns doch eh nie ganz gehabt
Du bist nicht Batman
Und ich bin nicht Gotham City
Ich glaub‘, ich komm gut ohne dich klar

Wem ich hier was beweisen will
Weiß ich selbst nicht genau
Aber das, was uns verbindet
Reicht einfach nicht aus

Mein Kontingent an Nähe
Hab ich halt verbraucht
Wir sind zusammen da reingefallen
Jetzt fall‘ ich leise wieder raus 

Irgendwer kommt und
Irgendwer geht
Wir haben uns doch eh nie ganz gehabt
Du bist nicht Batman
Und ich bin nicht Gotham City
Ich glaub‘, ich komm gut ohne dich klar

Ich bin der Held meiner eigenen Geschichte
Ich rette mich selbst und kämpfe gegen Bösewichte
Nein du
Kannst hier wirklich nichts tun

Ich bin der Held meiner eigenen Geschichte
Ich rette mich selbst und kämpfe gegen Bösewichte
Nein du
Kannst hier wirklich nichts tun

Denn
Irgendwer kommt und
Irgendwer geht
Wir haben uns doch eh nie ganz gehabt
Du bist nicht Batman
Und ich bin nicht Gotham City
Ich glaub‘, ich komm gut ohne dich klar“

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Spaceman Spiff – live beim Autumn Leaves Festival 2017


Spaceman Spiff

Foto: Wikipedia

Satte drei Jahre liegt das letzte Spaceman Spiff-Album „Endlich Nichts“ nun schon zurück. Und dass man die Hoffnungen auf ein neues Werk nicht zu hoch hängen sollte, erwähnte ich an anderer Stelle bereits vor ein paar Monaten

Trotzdem war Hannes Wittmer, seines Zeichens Kopf, Hirn, Herz und Stimme hinter dem nach einer Comic-Figur benannten Liedermacher-Pseudonym, freilich auch in der letzten Zeit nicht untätig und spielte etwa mit Cellistin Clara Jochum einige Spaceman Spiff-Shows.

Eine davon, das Gastspiel beim diesjährigen Autumn Leaves Festival im österreichischen Graz, hat Niko Springstein für einen Blog auf (digitalem) Tonband gebannt (sic!) und kürzlich in bester Soundboard-Qualität zum Download verfügbar gemacht. Merci dafür auch noch einmal von ANEWFRIEND, welcher den Konzertmitschnitt hiermit allen Freunden der gepflegten deutschsprachigen Singer/Songwriter-Unterhaltungskunst ans Hörerherz legt…

Edith (28.12.2017): Der Spaceman hat den Download zunächst auf Niko Springsteins Blog entfernen lassen, ihn jedoch mittlerweile selbst auf der eigenen Seite zum kostenfreien Download bereit gestellt… Dann eben so.

 

Setlist:
01 Strassen
02 Egal
03 Intro
04 Hier Und Der Wahnsinn
05 Irgendwo Ist Immer Woanders
06 Milchglas
07 Wände
08 Intro
09 Oh Bartleby
10 Intro
11 Teesatz
12 Han Solo
13 Intro
14 Photonenkanonen
15 Vorwärts Ist Keine Richtung
16 Encore
17 Nichtgeschwindigkeit

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Reinhard Mey – „Sei wachsam“


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Reinhard Mey? Klar, kennt man. Immerhin ist der 1942 im Berliner Bezirk Wilmersdorf geborene Musiker ein bundesdeutsches Denkmal. Und obwohl der heute 74-Jährige nie ein allzu großes Aufhebens um seine Person gemacht hat, ist er auch im 21. Jahrhundert kaum aus der Liedermacher-Szene wegzudenken.

Das mag wohl kaum an den Stücken zum Anfang seiner Karriere liegen, welche bereits in den Sechzigern und mit vor allem zwar netten, im Endeffekt jedoch harmlosen Liedchen begann, die mal dezent im Country stocherten, sich jedoch viel öfter knietief in dem von Mey geliebten französischen Chanson suhlten (man höre etwa „Ich wollte wie Orpheus singen„) und im besten Fall an Größen wie Leonard Cohen erinnerten (kein Wunder, schließlich besuchte Mey, Sohn eines Rechtsanwalts und einer Lehrerin, das Französische Gymnasium in Berlin). Eher nicht an Gassenhauern wie „Über den Wolken„, mit denen ein guter Teil von uns während der eigenen Schulzeit zwangsmalträtiert wurde. Und schon gar nicht daran, dass der Mann, der während seiner Karriere auch Pseudonyme wie Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek oder Rainer May benutzte, sich nebenbei an Karrierestarts in Nachbarländern und in deren Landessprache versuchte, und dabei nicht selten knöchelhoch unter Schlagerverdacht stand.

Vielmehr besann sich Reinhard Mey in den Neunzigern auf die nicht eben unwesentliche Funktion des Liedermachers als Protestsänger und ließ – nebst Persönlichem – auch politische, zeit- und gesellschaftskritische Themen in die Texte seiner ohne viel Tamtam oft auf der Akustischen vorgetragenen Lieder einfließen – man höre etwa das bewegende Stück „Die Kinder von Izieu“ (vom 1995 erschienenen Album „Zwischen Zürich und zu Haus„), das die Deportation von 44 jüdischen Kindern aus Frankreich beschreibt und in dem er dezidiert Stellung gegen ein Vergessen der nationalsozialistischen Verbrechen bezog. Oder „Die Waffen nieder!„. Oder „Heimatlos„. Oder „Das Narrenschiff„. Oder „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht„. Oder… All jene Lieder mögen moderat links anzusiedeln sein, beweisen jedoch das Feingefühl des für Freiheit, Frieden und Gewaltlosigkeit eintretenden überzeugten Vegetariers, der sich bis heute auch offen engagiert (beispielsweise im Bundestagswahlkampf 2002 für den „Omnibus für direkte Demokratie“ oder auf einer Großdemonstration Anfang 2003 in Berlin gegen den bevorstehenden Irakkrieg). You may call him a grey-haired hippie…

Eines von Meys bis heute besten und mutigsten Stücken ist das 1996 auf dem Album „Leuchtfeuer“ erschienene „Sei wachsam“, welches vor „Rattenfängern“ wie „Geschäftemachern“ warnt und gerade in den letztes Zügen des Bundestagswahlkampfes in diesem Jahr wichtig scheint, hat es doch auch gute zwei Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung nichts von seinen – leider – zeitlosen Botschaften verloren. Und selbst wenn bei Reinhard Mey in den letzten Jahren (zuletzt erschien 2016 das Album „Mr. Lee„) – wer will’s im auch jenseits der Siebzig verdenken – vornehmlich die Altersmilde eingesetzt hat, beweist „Sei wachsam“ doch, wie wichtig der Berliner Liedermacher, ohne den Szene-Größen wie Gisbert zu Knyphausen wohl nie eine Bühne betreten hätten, auch heute noch ist.

 

 

„Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen,
Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen,
Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen,
Die Dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen.
Und ich denk’ mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück
Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt zurück.
Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen,
Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.
All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!

Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!

Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach guten, alten Werten.
Ihre guten, alten Werte sind fast immer die verkehrten.
Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln,
Sind es, die auf allen Werten mit Füßen rumtrampeln:
Der Medienmogul und der Zeitungszar,
Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!
Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und guten Sitten,
Doch ihre Botschaft ist nichts als Arsch und Titten.
Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote,
Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote.
Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:
So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht!

Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!

Es ist ‘ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,
Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,
‘ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,
Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.
Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt,
Und nach den schlimmsten werden Straßen und Flugplätze benannt.
Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber läßt man laufen,
Kein Pfeifchen Gras, aber ‘ne ganze Giftgasfabrik kannst du kaufen.
Verseuch’ die Luft, verstrahl’ das Land, mach ungestraft den größten Schaden,
Nur laß dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!
Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau’n,
Und die Polizei muß immer auf die Falschen drauf hau’n.

Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!

Wir ha’m ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat garantieren.
Was hilft’s, wenn sie nach Lust und Laune dran manipulieren,
Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln
Und unterm Tisch schon emsig mit dem Säbel rasseln?
Der alte Glanz in ihren Augen beim großen Zapfenstreich,
Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und heim ins Reich!
„Nie wieder soll von diesem Land Gewalt ausgehen!“
„Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!“
„Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen!“
„Kampfeinsätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen.“
Sie zieh’n uns immer tiefer rein, Stück für Stück,
Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück!

Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!

Ich hab’ Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen,
Die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke voll lügen,
Und verschon’ mich mit den falschen Ehrlichen,
Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen!
Ich hab’ Sehnsucht nach einem Stück Wahrhaftigkeit,
Nach ‘nem bißchen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit.
Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr zu lachen,
Sie wer’n dich ruinier’n, exekutier’n und mundtot machen,
Erpressen, bestechen, versuchen, dich zu kaufen.
Wenn du die Wahrheit sagst, laß draußen den Motor laufen,
Dann sag sie laut und schnell, denn das Sprichwort lehrt:
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Gisbert zu Knyphausen – „Niemand“


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Sieben Jahren mögen, verglichen mit der Zeit, die Tool-Fans bereits auf einen Nachfolger zum noch immer aktuellen Album „10,000 Days“ warten (das ist vor nunmehr elf Jahren erschienen), beinahe ein gefühlter Katzensprung sein. Und so richtig weg und frei jeglicher Kreativität war Gisbert zu Knyphausen seit dem letzten Werk „Hurra! Hurra! So nicht.“ natürlich auch nie. Dennoch: die Freude ist groß, dass im Herbst endlich und tatsächlich Album Nummer drei erscheint.

Bereits Anfang des Jahres gab es ein erstes Lebenszeichen des seit Jahren wohl besten deutschen Singer/Songwriters (oder sollte man Leiber „Liedermacher“ schreiben?): im Januar veröffentlichte Gisbert zu Knyphausen den Song „Das Licht dieser Welt“ als Teil des Soundtracks zum Kinderfilm „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“.

Nun erscheint am 27. Oktober 2017 auch ein Album, das den gleichen Titel trägt wie der Filmsong, nämlich „Das Licht dieser Welt„. Nimmt man die ersten Hörproben und vergleicht, so hat sich bei Knyphausen offenbar Einiges geändert: Die zwei bisher bekannten neuen Lieder sind vielseitiger als noch 2010 arrangiert – weniger Gitarre, dafür vielmehr Klavier, Trompeten, Posaunen, ja sogar Synthesizer sind zu hören.

Die siebenjährige „Pause“ zwischen der letzten, zweiten Knyphausen-Platte „Hurra! Hurra! So nicht.“ und dem neuen Album hat gleich mehrere Gründe: Gemeinsam mit dem Hamburger Liedermacher Nils Koppbruch gründete er das Duo Kid Kopphausen, das 2012 sein erstes gemeinsames Album „I“ veröffentlichte. Kurz darauf starb Koppbruch völlig unerwartet.

Getroffen vom (zu) frühen Tod seines Kumpels nahm Knyphausen eine kreative Pause, tastete sich danach langsam wieder an die Musik heran. Einer Art Honour-Tour mit der Kid-Kopphausen-Band folgte ein Bass-Engagement in der Begleitband von Olli Schulz. Und sonst? Mit dem Produzenten Moses Schneider und dem Musiker Tobias „Der dünne Mann“ Friedrich erschien im Mai mit „Husten“ eine neue EP (von der ANEWFRIEND auch berichtete), die sich ebenfalls recht weit vom guten alten Akustikgitarren-Stil entfernte. Und als wäre das noch nicht genug, richtet Gisbert zu Knyphausen alljährlich das „Heimspiel Knyphausen“ aus, zu dem er im Sommer befreundete Bands und Musiker sowie Fans auf das Weingut seiner Familie in Eltville am Rhein einlädt.

Ein erster Vorbote, wie das dritte Soloalbum des 38-jährigen Liedermachers wohl klingen wird, ist die auch das Album eröffnende Single „Niemand“. Das dazugehörige Lyric-Video greift das Artwork des Albumcovers auf:

 

81JH0I5QWYL._SL1200_Hier schon einmal die Tracklist von „Das Licht dieser Welt“:

  1. Niemand
  2. Sonnige Grüße aus Khao Lak, Thailand
  3. Unter dem hellblauen Himmel
  4. Dich zu lieben ist einfach
  5. Stadt Land Flucht
  6. Keine Zeit zu verlieren
  7. Kommen und Gehen
  8. Teheran Smiles
  9. Das Licht dieser Welt
  10. Cigarettes & Citylights
  11. Etwas Besseres als den Tod finden wir überall
  12. Carla Bruno

 

Auch eine kleine Tour wird es im Oktober und November geben – natürlich mit den neuen Songs im Gepäck:

28.10. | Berlin, Lido

29.10. | Hamburg, Uebel & Gefährlich

30.10. | Leipzig, Werk 2

01.11. | Köln, Gloria

02.11. | München, Technikum

03.11. | Zürich (CH) , Bogen F

04.11. | Schorndorf , Manufaktur

05.11. | Hannover, Kulturzentrum Faust

 

Karten bekommt ihr alsbald an allen Vorverkaufsstellen oder hier.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Matze Rossi – „Wenn ich mal“ (live im TV Noir Hauptquartier)


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Ich frage mich ja immer, wie diese Tausendsassas alles unter einen 24-Stunden-Hut bekommen. So zum Beispiel bei Matze Rossi. Der Gute, der im „richtigen“ Leben Matthias Nürnberger heißt und aus dem beschaulichen Schweinfurt stammt, ist Singer/Songwriter (bis vor einigen Jahren noch mit dem Zusatz „Senore“, also: Senore Matze Rossi), Vater von drei Kindern, Yogalehrer, ab und an Sänger der Punkband BAD DRUGS, Labelbetreiber (der Labelname „Dancing In The Dark Records“ dürfte schnell auf seine musikalischen Präferenzen schließen lassen), Dozent an der Fachakademie für Sozialpädagogik… – und vermutlich noch einiges mehr. Kann wer mithalten?

6a38e011-MatzeRossi_Feuer_0Und auch wenn sich nicht jeder Song, den Matze Rossi seit 2004 auf nunmehr fünf Alben bislang in die kuntergraue Welt da draußen entlassen hat, anschicken mag, die Welt zu verändern oder aus den Angeln zu reißen, so gäbe es für die Wahl eines Begleiters für eine kumpelige abendliche Kneipentour wohl keinen besseren Kandidaten als den 40-jährigen Liedermacher mit dem knappen Drei-Tage-Bart und der Schirmmütze überm lichten Haupthaar. Da darf er dann freilich gern (s)eine Akustische mitbringen und einige seiner Stücke, die sich irgendwo zwischen dem Americana-Bro-Rock eines Chuck Ragan, Frank Turner oder Brian Fallon und der Melancholie eines Gisbert zu Knyphausen oder Wolfgang Müller einpendeln und gerade in einer schummrigen Baratmosphäre ihre volle Wirkung entfalten, zum Besten geben…

Mit „Ich fange Feuer“ erschien im vergangenen Jahr sein neustes, fünftes Album. Einen der schönsten Songs darauf hat Matze Rossi gleich an den Anfang gestellt: „Wenn ich mal“. Im Lied setzt sich der geborene Kumpel-Typ auf erfrischend direkte Art und Weise mit dem Thema Sterblichkeit auseinander:

„Wenn ich mal sterben muss und nicht mehr bin, sollt ihr zusammenkommen und ein paar Tage für mich singen. Hebt die Gläser auf das Leben und das Licht, das Licht das in uns brennt und nie erlischt. Und ich werde strahlen und reiten auf dem Klang, alles ist ein Wandel, alles nur Übergang…“

In der Pressemitteilung heißt es: „Das in einer Bauern-Küche live aufgenommene Video beginnt beschaulich und entwickelt sich zwischen Tomatenpassata und Basilikumduft dank befreundeter Gastmusiker zu einem wohligen Kleinod.“ – Kann ich so unterschreiben. Gelungenes Video zu einem schönen Song von einem rundum empfehlenswerten Spitzentypen.

 

  

Noch schöner als die Album- und Musikvideovariante von „Wenn ich mal“ ist das Stück allerdings in der reduzierten Version, die Matze Rossi kürzlich im Berliner „TV Noir Hauptquartier“ hören ließ:

(den Text gibt’s hier…)

 
Rock and Roll.

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Song des Tages: Gisbert zu Knyphausen – „Das Licht dieser Welt“


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„Es ist schön zu sehen, dass es in diesen atemlosen und hastigen Tagen noch Musik gibt, die sich so tief in die Herzen und Leben ihrer Fans gesungen und getextet hat, dass deren Zuneigung auch nicht abreißt, wenn der Künstler einmal länger nichts oder nur sehr wenig von sich hören lässt. Gisbert zu Knyphausen letzte reguläre Studioveröffentlichung ist beinahe fünf Jahre her, und dennoch waren seine spontan angesetzten Solo-Konzerte 2016 in Berlin, Leipzig, Wiesbaden oder München oftmals innerhalb weniger Stunden ausverkauft. 

Da ist es gleich noch viel schöner zu hören, dass für 2017 ein neues Gisbert Album geplant ist. Die Doppel-Single ‚Das Licht der Welt‘ ist früher Vorbote und gleichzeitig Titelsong des Filmes ‚Timm Thaler-oder das verkaufte Lachen‘ von Andreas Dresen, der am 2.Februar in die Kinos kommt. 

Veröffentlicht wird sie als limitierte Vinyl-Single und Download/Stream über das kleine Dresdner Songwriter-Label K&F Records, ganz klassisch als Solo (Seite A) sowie als Vollband-Variante (Seite B), die zusammen mit Jean-Michelle Tourette von Wir sind Helden in dessen Hannoveraner Studio aufgenommen und arrangiert wurden. Zu Gast an den Instrumenten Christoph van Hal (Trompete), Florian Eilers (Bass), Max Schröder (Schlagzeug).“

Ist dem noch irgendetwas hinzuzufügen? Nope, eigentlich nicht – meine Loblieder auf Herrn zu Knyphasuen gab es ja in den vergangenen Jahren an allen digitalen Ecken und Enden dieses bescheidenen Blogs bereits zur Genüge zu lesen. Außer vielleicht, wie verdammt hoch erfreut ich bin, dass der olle Gisbert nun, beinahe geschlagene sieben (!) Jahre nach dem letzten Solowerk „Hurra! Hurra! So nicht.“ und fünf Lenze nach bereits erwähntem Kid Kopphausen-Album „I„, endlich in die Pötte zu kommen scheint und sich ans dritte Album begeben hat. Zeit wird’s…

  


 
Rock and Roll.

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