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Da kann man schonmal ausrasten…


(gefunden bei Facebook)

Mehr als ein stolzes halbes Jahrhundert ist John Lennons überlebensgroße Friedensbotschaft „Imagine“ nun schon alt – und irgendwie scheint ein zu großer Teil der Weltbevölkerung (oder eben die falschen) die darin enthaltenen gleichsam optimistischen – und daher auch recht utopischen – Botschaften nicht kapiert zu haben. Klares Ding: da kann selbst dessen ex-beatle’esker Schöpfer in caelo schonmal ausrasten. Easy, John – die Welt mag ja schon irgendwie am Arsch sein. Aber wie sangst du selbst damals in „Watching The Wheels„: „I’m just sitting here watching the wheels go round and round / I really love to watch them roll / No longer riding on the merry-go-roundI just had to let it go / I just had to let it go“. Solange nicht auch noch ein riesiger Meteorit die Erde aus ihrer Umlaufbahn schmeißt, wird auch morgen wieder die Sonne aufgehen…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Bonaparte & Sophie Hunger – „Daft Punk spielen in meinem Haus“


Sophie Hunger und Bonaparte haben eine Studioversion ihres Coversongs “Daft Punk spielen in meinem Haus” veröffentlicht. Das Stück ist eine deutschsprachige Version von “Daft Punk Is Playing At My House”, welches ursprünglich 2005 auf dem selbstbetitelten Debütalbum der New Yorker Indie-Rocker LCD Soundsystem erschien.

Hunger und Tobias Jundt, der hinter dem Projekt Bonaparte steht, spielten die Neuinterpretation erstmalig im Rahmen ihres gemeinsamen Auftritts bei einem Livestream-Festival im vergangenen Februar. Den beiden wurde im Zuge der Entstehung der Studioversion auch eine besondere Ehre zuteil, immerhin spielte niemand Geringeres als LCD-Soundsystem-Mitglied Tyler Pope persönlich den Bass für selbige ein. Und damit nicht genug: Mit dem Song veröffentlichten die beiden Schweizer Musiker*innen außerdem eine gemeinsame EP namens “1”, welche noch drei weitere Tracks enthält.

Es ist zudem nicht die erste Kooperation des Künstler*innen-Duos: 2019 erschien auf dem Bonaparte-Album “Was mir passiert” der Track “Dene wos guet geit”, auf dem Hunger als Gastsängerin zu hören ist. Auf der Platte zeigte sich Jundts Welt zwischen Pop und Avantgarde zwar noch so clever und gewieft wie eh und je, allerdings fehlte die Partywut vergangener Tage. Wohl auch deshalb wird es ein resigniertes Manifest bleiben, das ohne seine eigene Vergangenheit wohlmöglich deutlich höheren Wellen geschlagen hätte.

Hungers aktuelles Album “Halluzinationen” erschien 2020. Darauf schwelgt der spannende, sich nahezu stetig verändernde Indie Pop der umtriebigen Schweizerin zwischen Vertracktheit und Dringlichkeit. Eines hat jedoch auch Platte Nummer acht mit ihren Vorgängern gemeint, denn so interessant und spannend all die Spielereien und Ausflüge in die verschiedensten Genres sein mögen, berühren am Ende des Tages doch die vermeintlich simpelsten Songs am meisten.

Die Musikerin erklärt, wie es zu der erneuten, diesmal sehr gitarrenlastigen Zusammenarbeit mit Bonaparte kam: “Eine der wenigen guten Dinge der Pandemie war, dass man genug Zeit hatte, wilde Postleitzahl-basierte Combos zu bilden. Man kann nur drei Personen aus zwei anderen Haushalten sehen? Kein Problem! Dann werden es Bass und Schlagzeug!”

Aller pandemischen Restriktionen zum Trotz toben sich Jundt und Hunger mit “Daft Punk spielen in meinem Haus” dabei in rockigen Feier-Gefilden aus. Ganz im Sinne der Originalversion bewegt sich auch das Cover zwischen knackigen Garage-Rock-Riffs und verschrobenen Elektro-Punk-Sounds. Das kreative Duo wechselt sich beim locker-lässigen Gesang ab und lässt den Song verflucht tanzbar grooven. Dabei fügt sich sogar der übersetzte Text nach einer kurzen Eingewöhnung hervorragend in das feierwütige Gesamtbild ein. Was da noch kommen wird? Man darf gespannt sein – und eventuell mal in die anderen Songs der EP hinein lauschen…

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Dead South – „People Are Strange“


„People are strange when you’re a stranger / Faces look ugly when you’re alone…“

Kaum ein Song dürfte besser in die aktuelle Gesellschaftslage passen als „People Are Strange“ von The Doors – und das, obwohl das Stück vom zweiten Studiowerk „Strange Days“ bereits mehr als 54 Lenze auf dem musikalischen Buckel hat.

Wohl auch der derzeitigen – gefühlten – Weltlage wegen hat sich das US-Folk-meets-Bluegrass-meets-Roots-Rock-Quartett The Dead South (von denen vor etwa zwei Jahren bereits die Schreibe war) den Evergreen aus der Feder von Jim Morrison und Co. vorgenommen und ihn in einen waschechten Hillbilly-Smash-Hit verwandelt, inklusive einem humorigen Musikvideo mit Aliens und einem fliegenden Banjo. Mit feinem, typischem Fingerpicking an Banjo, Mandoline, Cello und Gitarre schafft es der Vierer aus Regina, Saskatchewan, das Fehlen eines Schlagzeugers in der Band wett zu machen und sorgt obendrein für einen echten Fußwipp-Rhythmus.

Die Coverversion wird Teil der EP-Reihe „Easy Listening for Jerks, Pt. 1 & 2“ sein, welche im März erscheinen und auch weitere Interpretationen von Stücken von Bands wie System Of A Down oder Cold War Kids enthalten wird (während das Cover-Artwork den Klassiker einer kalifornischen Punk-Rock-Band zitiert).

„People are strange when you’re a stranger
Faces look ugly when you’re alone
Women seem wicked when you’re unwanted
Streets are uneven when you’re down

When you’re strange
Faces come out of the rain
When you’re strange
No one remembers your name
When you’re strange
When you’re strange
When you’re strange

People are strange when you’re a stranger
Faces look ugly when you’re alone
Women seem wicked when you’re unwanted
Streets are uneven when you’re down

When you’re strange
Faces come out of the rain
When you’re strange
No one remembers your name
When you’re strange
When you’re strange
When you’re strange
Alright, yeah

When you’re strange
Faces come out of the rain
When you’re strange
No one remembers your name
When you’re strange
When you’re strange
When you’re strange“

Rock and Roll.

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Song des Tages: Counting Crows – „A Long December“


Der Dezember ist die Zeit des Jahres, in der wir – zumindest in „normalen“ Jahren, in denen unsere Leben und die Nachrichten nicht von Pandemie, Kontaktbeschränkungen und Schutzimpfungen bestimmt werden – von Festlichkeit und Weihnachtsstimmung geradezu überflutet werden, sodass es bei dem einen oder der anderen schonmal zu fast schon übertriebenem Frohsinn kommen kann. Diese unerbittliche Friede-Freude-Fröhlichkeit steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass vor allem der letzte Jahresmonat vielen von uns wenig Zeit lässt, in Ruhe Resümee zu ziehen, ein wenig mehr Besinnung Einzug halten zu lassen und so das alte Jahr ins neue zu begleiten…

Da ist es gut, dass es Songwriter wie Adam Duritz von den Counting Crows gibt, die uns mit fragilen, Song gewordenen Schönheiten wie „A Long December“ zurück ins eigene Gleichgewicht bringen. Die durch und durch nachdenkliche Ballade vom zweiten, 1996 erschienen Counting Crows-Album „Recovering The Satellites“ ist zudem ein hervorragender Beweis dafür, dass nur wenige Songwriter ebensolche bittersüß-melancholischen Themen mit so viel seelischer Aufrichtigkeit behandeln können wie Duritz.

In einem Interview erzählte der mittlerweile 57-jährige Frontmann dem „Rolling Stone“, dass der Song durch Besuche bei einem Freund inspiriert wurde, der sich von einem Autounfall erholte (daher etwa die Zeile „The smell of hospitals in winter“). Aber Duritz gab auch zu, dass „A Long December“ trotz des zuweilen düsteren, von Klavier und Akkordeon untermalten Grundtons seine Art war, das eigene weihnachtliche Glas Eierpunsch zur Abwechslung als halb voll zu sehen. „Es ist ein Song darüber, dass man auf sein Leben zurückblickt und Veränderungen sieht“, so der Musiker, „und ausnahmsweise schaue ich nach vorne und denke: ‚Weißt du, die Dinge werden sich zum Besseren wenden – ‚vielleicht wird dieses Jahr besser als das letzte.'“

Wie nicht wenige Stücke in der Frühphase der Counting Crows schwankt auch „A Long December“ zwischen Liebeskummer und Hoffnung, ohne dabei allzu angestrengt oder Ober die Maßen deprimiert zu wirken. Das Bedauern über verpasste Gelegenheiten mag, wie am Ende des Jahres nicht eben unüblich, recht groß sein, aber es wird durch eine Ahnung von Optimismus ausgeglichen, welche ein neuer Jahreskalender unweigerlich mit sich bringt. So wird „das Gefühl, dass es viele Austern, aber keine Perlen gibt“, schnell durch einen Blick auf „die Art und Weise, wie das Licht ein Mädchen umspielt“, ersetzt.

Selbst wenn der Lauf der Zeit – prosaisch betrachtet – Weisheit bringen mag, bedeutet das manchmal im Grunde nur, dass man all die Dinge versteht, die man rückblickend falsch gemacht hat. Wie Duritz singt: “I can’t remember all the times I tried to tell myself / To hold on to these moments as they pass”. Doch Duritz‘ Geschichte endet mit einem zaghaften Anflug von Positivität, wenn der Erzähler beginnt, seine Umgebung an der Westküste der US of A nicht nur als Schauplatz seiner tagtäglichen Alltagsplackerei zu sehen, sondern als einen Ort der Schönheit und der Wunder:  “It’s been so long since I’ve seen the ocean …  I guess I should.”

Der Song endet damit, dass Duritz einige beschwingte „Na-na-na“-Silben singt, die aus der geradezu weihevollen Hauptmelodie ausbrechen und ihn so klingen lassen, als könnte der Erzähler diesen kalt-grauen, für manch eine(n) unerbittlichen Monat gut überstehen. Ja, vielleicht mag auch „A Long December“ keine allzu frohen Botschaft bringen (und erst recht keine Friede-Freude-Weihnachtsstimmung vermitteln), aber es ist seit 1996 ein vor allem im letzten Jahresmonat gern genommener Hoffnungsschimmer für das neue Jahr. Manchmal ist das das Beste, was wir uns erhoffen können, und manchmal, ja machmal ist es für den Moment bereits genug. We call it a ‚Klassiker‘.

„A long December and there’s reason to believe
Maybe this year will be better than the last
I can’t remember the last thing that you said as you were leaving
Now the days go by so fast

And it’s one more day up in the canyons
And it’s one more night in Hollywood
If you think that I could be forgiven
I wish you would

The smell of hospitals in winter
And the feeling that it’s all a lot of oysters, but no pearls
All at once, you look across a crowded room
To see the way that light attaches to a girl

And it’s one more day up in the canyons
And it’s one more night in Hollywood
If you think you might come to California
I think you should

Drove up to Hillside Manor sometime after 2 AM
And talked a little while about the year
I guess the winter makes you laugh a little slower
Makes you talk a little lower
About the things you could not show her

And it’s been a long December and there’s reason to believe
Maybe this year will be better than the last
I can’t remember all the times I tried to tell my myself
To hold on to these moments as they pass

And it’s one more day up in the canyon
And it’s one more night in Hollywood
It’s been so long since I’ve seen the ocean
I guess I should“

Rock and Roll.

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Die Virologen covern aus gegebenem Anlass Die Ärzte (auuuuus Berlin!)


Sascha Ludwig und Lea Oswald aka Die Virologen haben sich den berühmt-berüchtigten Rocke-di-Pop-Schlager „Junge“ von Die Ärzte (Aus Berlin! Auuuuuus Berlin!) vorgenommen und den Text von BelaFarinRod aus gegebenem Anlass durch den Covid-Wolf gedreht… not2bad. Und gerade wenn die Welt da draußen mal wieder kurz davor scheint durchzudrehen, sollte man sich – ganz gleich, wie man selbst zur Impfung steht – zumindest eine Extraspritze Humor abholen.

„Deutschland, die laufende Pandemie
Und mittendrin ein kleines Haus
Und darin eine besorgte Virologin

Junge
Warum bist du nicht geimpft?
Guck dir den Dieter an
Der hat sogar ’nen Booster
Warum gehst du nicht zu Onkel Werner in die Praxis?
Der gibt dir ’ne Covid-Impfung, wenn du ihn darum bittest
Junge

Und wie du wieder aussiehst
Schilder auf der Demo
Und ständig dieser Quatsch (Was sollen die Nachbarn sagen?)
Und dann noch das Geschwurbel
Da fehlen mir die Worte
Das will doch keiner hören! (Was sollen die Nachbarn sagen?)
Nie trägst du ’ne Maske
Wir wissen nicht mehr weiter

Junge
Brich deiner Mutter nicht das Herz
Es ist noch nicht zu spät
Dich für die Impfung zu entscheiden
Du hast dich doch früher so für Bio interessiert
Wäre das nichts für dich?
Ein eigener Immunschutz

Junge
Und wie du wieder aussiehst
Tubus in der Röhre
Und ständig dieser Lärm (Was sollen die Pfleger sagen?)
Künstliche Beatmung
Und immer noch Geschwurbel
Das will doch keiner hören (Was sollen der Wieler sagen?)
Nie trägst du ’ne Maske
So viel schlechter Umgang
Wir sehn dich so nicht gern (Was sollen der Drosten sagen?)
Wo soll das alles enden?
Wir machen uns doch Sorgen

Und du warst so ein netter Mensch
Und du warst so ein netter Mensch
Und du warst so ein netter Mensch
Du warst so nett

Und immer deine Freunde
Ihr leugnet doch Corona
Und ständiges Geschwurbel (Was sollen die Merkel sagen?)
Denk an deine Zukunft
Denk an deine Eltern
Willst du wirklich sterben?

Rock and Roll.

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Song des Tages: Aubrey Logan – California Dreamin‘ (feat. Casey Abrams)


Aubrey Logan wurde von Kritikern oft genug als „The Queen of Sass“ bezeichnet, und es fällt nicht eben schwer zu erkennen, warum. Ihre Konzerte sind eine Mischung aus exzellenter Musikalität, umwerfendem Gesang, gekonntem Posaunenspiel, einer feinen Auswahl an Originalen und originellen Coverversionen und, nun ja … Spaß! Ihre herzzerreißenden musikalischen Geschichten rühren das Publikum nicht selten zu Tränen, bevor ihre komödiantischen Einlagen es wiederum zum Lachen bringen. Was mehr mag man von einer Live-Show erwarten?

Die in Seattle geborene und am Berklee College of Music ausgebildete Posaunistin zog es, wie so viele, schon am Anfang ihrer Karriere mit dem Traum vom Durchbruch im Koffer nach Los Angeles. Dort angekommen, schlug die talentierte Sängerin und Posaunistin alsbald ihren eigenen Weg ein, der sie bereits mit so unterschiedlichen Künstlern wie den Boston Pops, Quincy Jones, Smokey Robinson, Pharrell Williams, Josh Groban, Seth McFarlane oder Meghan Trainor zusammenarbeiten ließ, während sie sich gleichzeitig dank ihrer Auftritte mit dem YouTube-Phänomen gewordenen Musiker-Kollektiv Postmodern Jukebox, das allseits Pophits von Lady Gaga und Co. in die Genres Jazz, Ragtime und Swing transportiert, eine große, weltweite Online-Fangemeinde aufbaute. Und der Erfolg gab der 33-järhigen Pop’n’Jazz-Künstlerin recht, denn bereits ihr zweites Soloalbum „Where The Sunshine Is Expensive„, welches in Live Sessions in den legendären EastWest Studios in Los Angeles entstand, erreichte 2019 Platz 1 der Billboard-Charts für zeitgenössische Jazz-Alben. Jede Wette, dass ihr neustes Werk „Standard“ daran anknüpfen wird…

Dass Aubrey Logan nicht nur solo, sondern auch als Duettpartnerin zu überzeugen weiß, beweist die wunderbare, gemeinsam mit Casey Abrams aufgenommene Version des The Mamas & The Papas-Evergreens „California Dreamin‘„, welche wiederum auf Logans 2017er Debüt „Impossible“ zu finden ist:

Rock and Roll.

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