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Song des Tages: Lo Tom – „Overboard“


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Eigentlich darf es schon als mittelschwere Sensation gewertet werden, dass sich die Sadcore-Indierocker von Pedro The Lion gut 14 Lenze nach dem letzten Album „Achilles‘ Heel“ in wenigen Tagen mit „Phoenix“ nun tatsächlich mit einem neuen Langspieler zurück melden. Wie der – Pardon für’s Wortspiel, aber es passt ja – sprichwörtliche Phönix aus der Asche also? Nun, die ersten Songs „Yellow Bike“ und „Model Homes“ versprechen in der Tat ein erstes unerwartetes Highlight im noch jungen Musikjahr 2019…

Nicht ganz unschuldig an der Reunion der Band aus dem US-amerikanischen Seattle, Washington dürfte ein Bandprojekt namens Lo Tom gewesen sein. Zu diesem gehör(t)en – freilich nebst Pedro-The-Lion-Frontmann David Bazan – auch Trey Many (Velour 100, Starflyer 59), Jason Martin (Starflyer 59) – und eben Pedro-The-Lion-Schlagzeuger TW Walsh. Gut möglich also, dass die gemeinsamen Jam-Sessions Jahre nach nach (vorübergehenden) Ende von Pedro The Lion 2006 zur Comeback-Idee beigetragen haben…

416lksbjncl._ss500Ein weiteres Indiz hierfür dürfte sein, dass die acht Songs des selbstgetitelten, im Juli 2017 veröffentlichen Debütalbums von Lo Tom so ganz anders als Vieles von dem klingen, was David Bazan auf den zahlreichen Solo-Werken seit der Pedro-The-Lion-Pause präsentierte: nicht selten ziellose Songwriter-Electronica-LoFi-Künstlichkeit vs. Bock auf Rock. So stellen bereits „Covered Wagon„, „Overboard“ und „Bubblegum„, die ersten drei Songs des Lo-Tom-Albums, klar, wohin die Reise geht: hin zum schnörkellos riffendem Indierock, manchmal garniert mit einer Prise handfestem Americana sowie Bazans recht oft ins Klagen neigendem, melancholischem Gesang. Klar, dass so eine Platte, die Gniedelgott-Bands wie Built To Spill oder Buffalo Tom im Geiste mit trägt, die Musikwelt kaum aus den Angeln heben würde (und 2017 etwas zu unrecht untergegangen ist). Aber allein die begründete Vermutung, dass aus Lo Tom nun die erfreuliche Rückkehr von Pedro The Lion erfolgt, macht jede der gerade einmal 29 Albumminuten zu einem Fest für Freunde des relaxt-tighten Fuzzpedal-Gitarrenrocks…

 

Hier gibt es das bereits erwähnte, sehr feine „Overboard“, welches wiederum mit Zeilen wie „It just takes a while / For me to un-feel a thing / And the opposite of what you think / For that bell to un-ring“ aufwartet – live performt von David Bazan und seinen drei Lo-Tom-Kumpels während einer Session für KEXP:

 

„You really messed me up
When you couldn’t see me
But I finally understood my place
In that sycamore tree

Don’t stop on account of me
I’m not living there anymore
Weak spot that I don’t need
But don’t let me go overboard

It just takes a while
For me to un-feel a thing
And the opposite of what you think
For that bell to un-ring

Don’t stop on account of me
I’m not living there anymore
Weak spot that I don’t need
But don’t let me go overboard

Sing that song at the top of your lungs
Don’t listen to the static, just listen to the drums

Don’t stop on account of me
I’m not living there anymore
Some weak shit that I don’t need
I don’t wanna go overboard“

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Posse – „Horse Blanket“


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„Aus, Ende, vorbei, bye bye Junimond: Die Band Posse aus Seattle hängt die Gitarren an den Nagel und löst sich im verflixten siebten Jahr nach Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums auf. Schade. Zum einen, weil das Trio durchaus sympathisch war mit seiner Mischung aus Lo-Fi und Indie-Pop, stets flirtend mit den Neunzigerjahren und doch aktuell wie eh und je. Zum anderen, weil Posse es in ihrer aktiven Zeit aus unerklärlichen Gründen nicht zu genau jener Aufmerksamkeit gebracht haben, die sie so wohlverdient hätten. Nun gehen die drei, wie sie auch gekommen sind: Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, noch immer und wahrscheinlich auch für immer als Geheimtipp.“

(Jennifer Depner – plattentests.de)

Schon mal etwas von Posse gehört? Nein? Ich auch nicht. Und ohne die Rezension von plattentests.de, aus der der obige Auszug stammt, wäre es auch sicherlich dabei geblieben…

Und es wäre noch nicht einmal verwunderlich, immerhin teilen so viele Bands und Künstler ebenjenes Schicksal, nahezu ungelauscht in den mal mehr, mal weniger digitalen Weiten unterzugehen – aus dem Klick, aus dem Sinn.

Im Falle des aus Seattle stammenden Trios Posse wäre es jedoch höchst schade, denn gerade ihr drittes – und leider auch letztes – Album „Horse Blanket„, welches Sacha Maxim, Paul Wittmann-Todd und Jon Salzman vor wenigen Tagen als kostenfreien Download ins weltweite Netz entlassen haben, präsentiert Posse als Drahtseilkünstler zwischen seligem, raumgreifenden Neunzigerjahre-Slacker-Rock und melancholischem Surf-Pop. Dass die sechs Songs in gerade einmal einer guten halben Stunde kein letztes Indierock-Feuerwerk abbrennen und es viel lieber vorziehen, still und leise zu verglühen, ist – bei aller Qualität, bei aller nüchternen Lyrik der Stücke – irgendwie schade, macht Maxim, Wittmann-Todd und Salzman jedoch auch sympathisch. “Have I given something away / And I just don’t know it?” sind die letzten Worte des gemächlichen Albumabschlusses „Trapped“, eine Antwort bleibt die Band schuldig. Forever slacker, forever Geheimtipp. Fare thee well, Posse.

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Via Bandcamp kann man das Abschiedswerk „Horse Blanket“ streamen und für lau aufs heimische Abspielgerät laden…

 

…und sich hier eine KEXP Session der Band aus dem Jahr 2014 (damals war gerade das zweite Album „Soft Opening“ erschienen) zu Gemüte führen:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: oh sleep – „Magazine“


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Einer der wohl größten Unterschiede zwischen der US-amerikanischen und der hiesigen Musikszene ist die zeitweise Nähe zum Glauben. Während bei uns ach so liberalen und aufgeklärten Festland-Europäern vermeintlich bibeltreue Aluhut-Prediger wie Xavier Naidoo und seine Söhne-Mannheims-Clique zumindest Stirnrunzeln hervorrufen, sind Musiker und Bands, die das eigene, persönliche Glaubensbekenntnis auch in ihren Texten offen zur Schau stellen, in den US of A gar nicht mal so selten. Man denke nur an Creed, Flyleaf, Lifehouse oder Paramore. Klar, nicht jeder hängt so abstrusen Theorien an wie Gaslight-Anthem-Frontmann Brian Fallon, dessen Glaube an den Kreationismus auf dieser Seite des Atlantiks freilich für Kopfschütteln sorgt. Und nicht jede Band versucht, aus den eigenen religiösen Ansichten heraus gleich eine U2’sche Pathos-Messe mit zigtausenden willigen Teilnehmern zu veranstalten. Dennoch sind die Grenzen zwischen Persönlichem und Öffentlichem in den USA – und das auch weit über Genregrenzen hinaus (in meiner knappen Aufzählung weiter oben habe ich mal lieber das gottesfürchtige Star-Spangeled-Banner-Genre Country außen vor gelassen) – deutlich schwimmender gezeichnet als in Europa…

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Wohl den wenigsten dürfte bekannt sein, dass auch Pedro The Lion einst als offensiv christliche Indierock-Band an den Start gingen. Gegründet von Frontmann David Bazan in Seattle Mitte der Neunziger, waren die Songs der zwischen 1998 und 2004 veröffentlichten vier Alben, welche sich stilistisch irgendwo zwischen Lo-Fi-Singer/Songwritertum und knarzigem Emo-Rock beweg(t)en, auch ein Vehikel zur –  teils kritischen – Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Dass Bazan, der nach der zwischenzeitlichen Auflösung der Band im Jahr 2006 gut eine Handvoll Solo-Alben in die Regale stellte (und vor ein paar Tagen bekannt gab, wieder Shows unter dem Pedro-The-Lion-Banner zu spielen), seinen Glauben eher subtil denn mit dem textlichen Vorschlaghammer zum Ausdruck brachte, passt dabei zum sonst eher liberalen, oftmals politisch links orientierten und straight edge gehaltenen Emo-Genre. Trotz alledem finden sich für all jene, die einen genaueren Blick auf die Texte der Pedro The Lion-Songs werfen, allerlei religiöse Hinweise.

control-2012Man nehme etwa das Stück „Magazine„, erschienen 2002 auf dem dritten Studiowerk „Control“ (welches wiederum gemeinhin als bestes der Band gilt). Vordergründig mag man Zeilen wie „Wouldn’t you love to be / On the cover of a magazine? / Healthy skin, perfect teeth / Designed to hide what lies beneath“ als Zeitgeist-Kritik an der Mediengeilheit mancher (semi-)prominenter Personen lesen, David Bazan hatte mit seinem Text jedoch wohl eher all jene im kritischen Blick, die meinen, ihren Glauben allen Mitmenschen überstülpen zu müssen („Oh, look you earned your wings / Are you an angel, now / Or a vulture / Constantly hovering over / Waiting for the big mistake“).

Dass man den Song auch anders – und relativ frei von jenem religionskritischen Kontext – betrachten kann, beweist Florian Sczesny alias oh sleep. Der Bonner Indie-Musiker, welchen ANEWFRIEND in diesem Jahr bereits „Auf dem Radar“ hatte, nahm sich „Magazine“ für seine aktuelle „trio ep“ vor und unterzog das Stück aus der Feder seines Lieblings-Singer/Songwriters David Bazan einer Neuinterpretation, die nun weitaus weniger rockig ausfällt als noch das Pedro The Lion’sche Original. Anhand des nun veröffentlichten – und, wie ich finde, richtig guten – Musikvideos wird deutlich, dass sich Sczesny weitaus weniger aufs Religiöse konzentriert als Bazan und vielmehr die Mediengeilheit der heutigen Gesellschaft ins Auge fasst. Das hätten wir sie wieder, die unterschiedlichen Herangehensweisen in Europa und den USA…

 

 

 

Hier zum Vergleich „Magazine“ in einer Bazan’schen Live-Session-Variante von 2013:

 

„This line is metaphysical
And on the one side, on the one side
The bad half live in wickedness
And on the other side, on the other side
The good half live in arrogance
And there’s a steep slope
With a short rope
This line is metaphysical
And there’s a steady flow
Moving to and fro

Oh, look you earned your wings
Are you an angel, now
Or a vulture
Constantly hovering over
Waiting for the big mistake

Oh, my God, what have I done?
Oh, my God, what have I done?

Wouldn’t you love to be
On the cover of a magazine?
Healthy skin, perfect teeth
Designed to hide what lies beneath

I feel the darkness growing stronger
As you cram light down my throat
How does that work out for you
In your holy quest to be above reproach?“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Margaret Glaspy – „You And I“


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„Oh, tonight I’m a little too turned on to talk about us / And tomorrow I’ll be too turned off and won’t give a fuck / About you and I“  – Lass mal nicht reden heute. Lass mal lieber Liebe machen. Nee, und morgen hab‘ ich wohl auch keinen Bock, über die Scherben unserer Beziehung zu sprechen…

MGlasby_EmotionsMath_72_1500-670x670Es sind schon deftige Themen, die Margaret Glaspy auf ihrem Debütwerk „Emotions And Math“ anpackt – zwölf Songs, von denen keiner die Dreieinhalbminuten-Marke überschreitet und welche in Gänze eine emotionale Nabelschau bieten, die sich meist schonungslos auf die 27-Jährige selbst richtet. Wenn man so will, so stellt die gebürtige Kalifornierin und Wahl-New-Yorkerin so etwas wie die Antithese zu all den Beyoncés und Rihannas der Jetzt-Zeit dar. Das zeigt sich sich übrigens und vor allem auch im Sound, in welchen sie ihre Worte packt: oft kratzbürstiger Indierock mit feinem Gespür fürs Songwriterische, welcher jedoch auch mal an Soul, schwerem Blues oder Post-Wave schnuppern darf. Ja, in der guten halben Stunde von „Emotions And Math“ klingt viel Nineties Spirit an, wehen sanfte Erinnerungen herüber von Zeiten, als junge Künstlerinnen wie Liz Phair oder Sheryl Crow noch als große Versprechen galten (übrigens von Ersterer lang nichts mehr gehört). Da wundert es kaum, dass sie eine ganze stilistische Palette von Künstlern und Bands, welche von Elliott Smith, Joni Mitchell, Bill Withers und Weezer bis hin zu Rage Against The Machine reicht, zu ihren Einflüssen zählt. Und: Ja, vor allem die Beatle’eske Melodieseligkeit und zerschossene Romantik von Elliott Smith und der introspektive, sonnengegerbte Songwriting-Folk von Joni Mitchell klingen an vielen Stellen von Glaspys puristisch produziertem Debüt an, anderswo mag man eine auf Trotz getrimmte Leslie Feist ums Eck huschen hören.

Und auch Glaspys Werdegang spricht eher die Sprache der Neunziger als die des 21. Jahrhunderts, in welchem Jeder und Jede innerhalb von vier Youtube-Minuten zu 15 Minuten Klickruhm kommen kann: Vom sonnigen Red Bluff, Kalifornien verschlug es Margaret Glaspy, die eine klassische Violinen-Ausbildung genoss, Posaune in einer Marching-Band spielte und erst später zur E-Gitarre fand, nach ihrem Highschool-Abschluss nach Boston, wo sie sich am Berklee College of Music einschrieb. Als sie sich nach einem Semester das Studium nicht mehr finanzieren konnte, hangelte sie sich von einem obskuren Nebenjob zum nächsten und übernahm, bereits nach New York City übergesiedelt und lose in dem ein oder anderen Bandprojekt aktiv, ihre musikalische Weiterbildung notgedrungen selbst. Die entbehrungsreichen Jahre, die Traurigkeit, ja stille Wut ob der Zukunftsaussichten, den unbedingten Willen, gegen äußere Umstände anzukämpfen und die eigene musikalische Vision unbeirrt weiterzuverfolgen, die emotionalen Schieflagen, die noch nicht ganz zusammengekehrten Scherben einer Beziehung – all das hört man „Emotions And Math“ an, das zeigt, dass man mit einem Gefühl des Aus-der-Zeit-gefallen-seins auch der Zeit voraus sein kann.

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Hier bekommt man das Musikvideo zu „You And I“…

 

…und eine Mitte Juli aufgenommene „KEXP Live Session“ für Auge und Ohr:

 

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Noah Gundersen – Ledges (2014)

artworks-000067556058-9hz8ux-crop-erschienen bei Dualtone/Rough Trade-

Es gibt Quellen, denen sollte, denen kann man einfach vertrauen, wenn man von ihnen den ein oder anderen (musikalischen) Tipp bekommt. In meinem Fall wäre das zum Beispiel Heather Browne. Nicht nur schreibt die US-Bloggerin, die beneidenswerterweise aus der sonnigen San Francisco Bay Area stammt und nun ihre Zelte in Colorado aufgeschlagen hat, seit fast zehn Jahren von, für und über ihre Lieblingskünstler und -bands. Nein, sie tut das in einer derart herzlichen und abstandsfreien Art und Weise, dass man am Ende ihrer Postings wohl gar nicht anders kann, als den soeben empfohlenen Künstlern – schnelllebige Zeiten wie diese hin oder her – wenigstens einen kurzen Probelauf durch die eigenen Gehörgänge zu gönnen. (Dass Browne ihren Blog „I Am Fuel, You Are Friends“ nach einer Zeile aus einem der besten Pearl Jam-Songs – „Leash“ – vom bis heute wohl besten Pearl Jam-Album – „Vs.“ – benannt hat, macht sie in meinen Augen dann auch kaum unsympathischer… aber das nur als Anekdote am Rande.) Und Browne, die gut und gern als Expertin für Neunziger-Jahre-Alternativerock der Güteklasse „Sub Pop“ gelten darf, sich über die Jahre, in denen ich stets Stammleser war, zu einer Kennerin (meist zu unrecht) minder beachteter Americana-Perlen entwickelt hat, war es auch, die mir vor einiger Zeit den Namen einer noch recht jungen Singer/Songerwriter-Hoffnung vorsetzte, die bislang kaum eine handvoll EP-Veröffentlichungen vorzuweisen hatte: Noah Gundersen. Doch auch wenn der junge Mann, der 1989 in Olympia, Washington im Nordwesten der USA das Licht der Welt erblickte, bis 2011 lediglich drei Miniatur-Alben vorzuweisen hatte, klang das, was er (damals noch mit schulterlangen Dreadlocks) so von sich gab, bereits höchst beachtlich und machte Lust auf mehr. Plus: Gundersen verbindet – speziell für mich – zwei heiß geliebte musikalische Pole, denn nicht nur bespielt der Musiker seit seinem 16. Lebensjahr als eine Art „Family Business“ die Bühnen kleiner US-Clubs (seine Schwester Abby zieht den Bogen über ihre Geige, sein Bruder Jonathan sitzt hinterm Schlagzeug, beide zeichnen sich zudem auch für den Backgroundgesang verantwortlich), Gundersen ruft als einer der ersten und einzigen ein Gefühl in mir hervor, das ich zuletzt hatte, als ich vor mehr als zehn Jahren zum ersten Mal Damien Rice‘ Debütalbum „O“ hören durfte… Und an diesem Punkt wird es zum ersten Mal in dieser Review vage, denn immerhin bin ich versucht, dieses Gefühl zu umschreiben. Also stürzen wir uns lieber mitten hinein in Noah Gundersens soeben erschienenes Debütalbum „Ledges„…

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Das erste Highlight des nicht eben an (weiteren) Highlights armen Debütwerks verschleudert der Mittzwanziger bereits großzügig in der Eröffnungsnummer „Poor Man’s Son“, in dessen A cappella-Anfang zuerst Gundersen selbst, dann auch seine Geschwister in den Song einsteigen: „Stone cold broke in the middle of the winter / Oh, like a poor man’s son / My father is a hard earned worker / My mother has a heart of gold / I was never much younger but I feel twice as old“ – besonders letztere Zeile sagt – und das wird im weiteren Albumverlauf noch mehrmals unterbewusst deutlich – bereits viel über den Singer/Songwriter aus. Dass Gundersen „Poor Man’s Son“ mit seiner sacht angeschlagenen Gitarre, einer Verquickung zum ewig großen Gospel-Traditional „Down To The River To Pray“ (besonders durch die Version von Alison Krauss aus dem Coen-Brothers-Film „O Brother Where Art Thou“ bekannt) veredelt und seiner stimmlichen Emphase bereits nach knappen fünf Albumminuten freien Lauf lässt, ebenso. Keine Frage – hier hat jemand Großes im Sinn…
In Song Nummer zwei, „Boathouse“, lässt Gundersen in mal Ryan Adams’scher, mal David Gray’scher Stimmlage (und das ist ausdrücklich positiv gemeint) erstmals der Fiddle seiner Schwester Abby den nötigen Spielraum, während er sehnsüchtige Americana-Zeilen hervorzaubert: „Caroline, I’ve been wondering / Why you didn’t pick a better man? / Caroline, my Mona Lisa still can’t match your smile / So go on, wave goodbye“. Für das folgende „Isaiah“ mag zwar ein biblischer Prophet titelgebend Pate gestanden haben, in Textzeilen wie „Crawl into my skin / I’ll crawl into yours / Teach each other what our bodies are for / Learn how to sink, and you learn how to swim / Learn how to lose, and you learn how to win“ erzählt der 24-Jährige jedoch vom anfangs unschuldigen Für und Wider der ersten Liebe, während Streicher und weiblicher Backgroundgesang (wohl erneut seine Schwester Abby) erstmals an Großtaten von Damien Rice bereits erwähntem Debütalbum „O“ denken lassen. Wem das alles bis hierhin zu gefallen wusste, den werden auch die nächsten Stücke kaum enttäuschen, weder das beschwörerische „Seperator“, der ebenso poppige wie selbstkritisch zu Werke gehende Titelsong „Ledges“ („I drink a little too much / It makes me nervous / I’ve got my grandfather’s blood / And I take a little too much / Without giving back / If blessed are the meek, then I’m cursed / Here, I stand on the edge of the ledges I’ve made / Looking for a steady hand / Here, I stand in the land full of rocks and the valleys / Trying to be a better man / For you / I want to learn how to love / Not just the feeling / Bear all the consequences / I want to learn how to love / And give it all back / Forgive me all that I’ve done“), die besinnliche ‚9 to 5‘-Nabelschau „Poison Vine“ noch das auf wahrlich herzzerreißende Weise von Liebe erzählende „First Defeat“, bei welchem ein Piano für tiefe Untertöne sorgt. Noch weiter in sanfte Americana-Gefilde wagt sich Gundersen darauf gar in „Cigarettes“ oder „Liberator“, wenn zu Akustischer und Mundharmonika wohl unweigerlich Ray Lamontagne oder die puristischen Solo-Anfangsgroßtaten eines Ryan Adams (etwa „Heartbreaker“ oder „Gold“) hell im Hinterkopf aufleuchten, und man sich hinter die Ohren schreibt, diese Scheiben doch mal wieder hervor zu graben – und Gundersen, der könnte mit Stücken wie „Cigarettes“ und Textzeilen wie „Once you had me / You don’t have me anymore / I don’t crave you in the morning / Or at the company store / I don’t use you to escape / In my fingers out the door / Once you had me / You don’t have me anymore / But the truth is that you do / Not the way you used to / But there’s something after you / ‚Cause honey, you’re smooth“, bei denen das „smooth“ in Adams’scher Manier betont langgezogen über die Zunge rutscht, wohl selbst schnell in jener goldenen „Klassiker“-Schublade landen. Im weltweisen „Dying Now“ ruft er seine Schwester nach all den bestandenen Backgroundchor-Proben dann in den Fiddle-Pausen zum Duett ans Studiomikro, bevor „Times Moves Quickly“ das Album und seine zehn Vorgänger mit Pianountermalung, Streichern und des Singer/Songwriters zitternder Stimme nach Hause bringt: „Time moves quickly / With or without me / You go fast, and I’ll go slow / You stick with me / You never even kissed me / But I can’t let you go“. Uff.

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Den 46 Minuten von „Ledges“ wohnt als Ganzes etwas Spirituelles, Heilsames und Reinigendes inne, bei dem sich Noah Gundersen zwar so allerlei biblischer Bilder bedient, diese jedoch dann auf eine emotionale und weltoffene Ebene hinaus deutet, dessen emotionaler (Strahl)Kraft sich wohl auch der überzeugteste Atheist kaum entziehen kann. Der Singer/Songwriter erzählt vom Lieben, Leben und Scheitern, vom Aufstehen und Weitermachen, vom Glauben, Hoffen und davon, auch im Zweifel das Vertrauen (an sich selbst und andere) nicht zu verlieren. Was seine ersten EP-Veröffentlichungen an Qualität bereits erahnen ließen (die erste EP, „Brand New World„, erschein 2008, ein Jahr später folgte die „Saints & Liars EP„, 2011 die tolle „Family EP„), setzt „Ledges“ nun in größerem Maße – und wenn auch in ähnlich leisen Tönen – fort, was dem ein oder anderen von Gundersens Songs bereits zu Playlist-Plätzen in nicht eben unerfolgreichen US-Serine wie „Vampire’s Diary“ oder „Sons of Anarchy“ verhalf. Die VISIONS schrieb kürzlich in ihrer 10-von-12-Punkte-Review zu „Ledges“: „Conor Oberst hat mit 24 Jahren ‚I’m Wide Awake It’s Morning‘ aufgenommen, Bob Dylan ‚Highway 61 Revisited‘. Wenn es nur halbwegs richtig läuft, steht Noah Gundersen Großes bevor.“. Und Damien Rice? Der brauchte immerhin 29 Lebensjahre, bevor er 2002 sein Opus Magnum „O“ veröffentlichen konnte… Fragt mich nicht wieso, aber ich habe das gute Gefühl, dass sich „Ledges“ ähnlich dauerhaft tief ins Hörerherz spielen kann – und nicht nur in meins. Danke, Heather. Manchen Tippgebern kann man einfach blind vertrauen…

 

 

Auf seiner Bandcamp-Seite kann man sich Noah Gundersens letzte beiden EPs in Gänze zu Gemüte führen (oder käuflich erwerben)…

 

…und sich mit dem Musikvideo zum Titelstück vom Albumdebüt „Ledges“…

 

…sowie einigen Live Sessions-Variationen Eindrücke von Gundersens Live-Qualitäten verschaffen:

 

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Daughter – If You Leave (2013)

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Keine Frage, der Winter war lang. Zu lang, zu grau – und das nach einem Sommer, welcher ohnehin schon wenig Sonne bot. Umso mehr begrüßt man momentan jeden Strahl, der einem derzeit – beinahe ganz ungewohnt – die Nasenspitze kitzelt. Und trotzdem kann man sich einer Sache sicher sein: sollte der kommende Sommer auch noch so wolkenverhangen, noch so trübe, noch so regnerisch sein, die reichlich sinnfreien Mitgröhl-Gute-Laune-Sommerhits, sie werden uns auch in diesem Jahr nicht verschonen! Ich zumindest bräuchte für die fiesen Ohrwürmer, die mich wohl schon demnächst ungefragt und hinterrücks anfallen werden, dann bitte doch noch einen Moment Ruhe…

Daughter #1

Und all jenen, die ebenso immer ein offenes Ohr für anspruchsvolle Melancholie der Marke „The xx“ haben, sei hiermit noch einmal dringlichst geraten, sich „If You Leave„, das Debütalbum des Londoner Trios Daughter (die Band fand bereits hier auf ANEWFRIEND Erwähnung), zu Gemüte zu führen. Wobei: Daughter – ein Trio? Vielmehr tuen sich bei diesem Bandnamen ganz andere Assoziationstüren vorm inneren Auge auf. Etwa die der Tochter eines Seemanns, welche von ihrem weit gereisten Vater stets neue Geschichten über die große weite Welt, über all ihre grausamen wie anbetungswürdigen Geschöpfe, über all ihre Gefahren und Offenbarungen, mit neugierigen Ohren und offenem Mund empfängt. Oder das Bild einer jungen Frau, das gerade erst lernt, die Welt für sich zu entdecken. Und so falsch sind all diese Bilder nicht, denn Daughter-Frontfrau Elena Tonra begann 2010 in der Tat solo (und machte durch die Qualität erster Demoaufnahmen schnell von sich reden). Die beiden weiteren Bandmitglieder – den schweizer Gitarristen Igor Haefeli und den aus Frankreich stammenden Perkussionisten Remi Aguilella – lernte sie während ihres Studiums am Londoner Institute Of Contemporary Music Performance kennen. Doch wer anhand dieses in der Tat akademischen Faktes – Tonra und Haefeli sind diplomierte Songwriter (gibt’s tatsächlich!), Aguilella hat (s)einen Anschluss als Schlagzeuger in der Tasche – nun kaltes, berechnendes Hitkalkül hinter den Stücken des Dreiergespanns erwartet, den straften bereits die vorangegangenen EPs („His Young Heart“ und „The Wild Youth“ betitelt) Lügen. Nein, trotz aller Vorschusslorbeeren, trotz der Nennung in der „Sound Of 2013“-Liste der BBC, trotz ausgezeichnet besuchter Konzerte bei großen ausländischen Festivals wie dem Roskilde oder dem South By Southwest (bei ersterem konnte ich mich übrigens selbst von Daughters Bühnenqualitäten überzeugen) sind Daughter ganz organisch und Stück für Stück gewachsen. Und obwohl die Band relativ schnell einen Plattenvertrag mit dem englischen Indie-Traditionslabel 4AD unterschrieb, ließ man sich für das Debüt alle Zeit der Welt…

Daughter #2

Und all die Arbeit und Mühe, die in die zehn Songs des Erstlings gesteckt wurde, hört man „If You Leave“ denn auch an. Wer in den letzten Monaten bereits den EPs und Live Sessions der Band gelauscht hat, dem werden nun zwar sowohl der ein oder andere Song (etwa „Youth“) bekannt vorkommen, und auch der mittlerweile eingeschlagene klangliche Weg wird kein unbekannter sein, aber auch für diese Hörer bietet „If You Leave“ noch massig Neues… Jedoch haben all jene den Vorteil, auf Elena Tonras nicht eben himmelhoch jauchzenden Texte vorbereitet zu sein. Denn in der Tat kann einen die lyrische Schwere, die nahezu jedem Moment der zehn Stücke innewohnt, schon gefühlig zu Boden drücken. Bereits im verheißungsvoll „Winter“ betitelten Opener gibt Tonra zu verschleppten Rhythmen, in die sich nach und nach sanfte Gitarrenakkorde und spärliche Percussion mischen, die textliche Marschrichtung vor: „Drifting apart like two sheets of ice, my love / Frozen hearts growing colder with time“. Eiseskälte, soweit das Auge blickt. Gefühle als Hülsen, die einen nur deshalb vor dem Erfrieren retten, um all das Leiden noch zu verlängern. Festgefahren, kalt, leer. Rien ne va plus. Und auch das darauf folgende „Smother“ (die erste Single des Albums) weiß nichts Besseres zu berichten, erzählt von der Vergeblichkeit der Liebe, vom Trümmerfeld und dem Scherbenhaufen, den die ehemals Liebenden der Nachwelt hinterlassen: „I sometimes wish I’d stayed inside my mother / Never to come out“. Brrr! Da sieht man förmlich den blumigen Kopfschmuck all der kleinen Hippiemädchen verdorren… „Youth“ mischt fragile Gitarren mit kraftvollen Schlagzeugschlägen, während Tonra vom jähen Ende jugendlicher Unschuld berichtet: „And if you’re still breathing, you’re the lucky ones / ‚Cause most of us are heaving through corrupted lungs / Setting fire to our insides for fun / Collecting names of the lovers that went wrong“ – und sich selbst dabei nicht ausnimmt: „And if you’re in love, then you are the lucky one / ‚Cause most of us are bitter over someone / Setting fire to our insides for fun / To distract our hearts from ever missing them / But I’m forever missing him“. Das Doppel aus „Still“ und „Lifeforms“ bietet zum Gitarren-und-Percussion-Klangkostüm zusätzlich unheimlich hintergründiges Dröhnen in bester postrock’scher Tradition, wobei Tonras Stimme bei zweiterem beinahe nieder gedrückt wird, und sich erst gegen Ende wieder frei schwimmt: „Clean up the dead you leave behind“. In „Tomorrow“ besingt Elena Tonra, deren Stimme nicht selten an Chan Marshall (aka. Cat Power) erinnert, in wunderschönen Bildern die eigene Vergänglichkeit („By tomorow we’ll be swimming with the fishes / Leave out troubles on the side / And when the sun comes out / We’ll be nothing but dust / Just the outlines of our house / By tomorrow we’ll be lost amongst the leaves / In a wind that chills the skelletons of trees / And when the moon, it shines, I will leave two lines / Find my love, then find me“) und wünscht sich, aller bösen Vorahnungen zum Trotz, nichts mehr, als auf ewig im Jetzt verweilen zu können („Don’t bring tomorrow / ‚Cause I already know / I’ll lose you“). Der beschwingteste Moment des Albums findet sich wohl in „Human“, welches mit seinem schnurstracks vorwärts marschierendem – und dabei umso mehr an die Isländer von Sigur Rós erinnerndem – Schlagzeugrhythmus – beinahe – Hoffnungsschimmer durchs Wintergrau schickt. Und doch wählt die Frontfrau auch hier martialische Thematiken: „Woken up like an animal / Teeth ready for sinking /…/ Underneath the skin there’s a human / Buried deep within there’s a human / And despite everything I’m still human / But I think I’m dying here“ – die wilde, unbarmherzige Natur und das feingliedrige Individuum, das in ihr zugrunde geht. In „Touch“ verliert sich die Sängerin zu zarter Elektronik und hallenden Stimmen aus dem Off in Nachtfantasien, welche in „Amsterdam“, zu Akustikgitarrenbegleitung, in morgendlichen Träumereien gipfeln, davon, alles stehen und liegen und hinter sich zu lassen, all den Gefühlsunrat über Bord zu schmeißen und sich mit dem Liebsten aus dem Staub zu machen: „By the morning I will have grown back / I’ll escape with him / Show him all my skin / Then I’ll go / I’ll go home / Amsterdam /…/ I used to dream of / Adventure / When I was younger / With lungs miniature / Good night with killing / Our brain cells / Is this called living / Or something else?“. Der Schlussakt „Shallows“ fasst alle aktuellen Qualitäten von Daughter noch einmal auf gewaltigen sieben Minuten Länge zusammen: die in sich ruhenden Gitarren, die gekonnt umspielende Rhythmusbegleitung, das Dröhnen im Hintergrund, das Anschwellen der Emotionen, die Tiefe ebenjener, und der Zerfluss in der Endlichkeit der Brandung. Elena Tonra gibt dazu noch einmal die herrlich müde, jedoch umso lebenweisere Erzählerin und spinnt ihr feingliedriges Poesienetz: „Let the water rise / Let the ground crack / Let me fall inside / Lying on my back / Dry your smoke-stung eyes / So you can see the light / Staring at the sky / Watching stars collide / If you leave / When I go / You’ll find me / In the shallows“.

Daughter #3

„If You Leave“ nimmt allen, die hinter dem Empfehlungsraunen, welches Daughter in den letzten Monaten umgab, die nächste schale „Hype“-Hülse vermuteten, mit 46 Minuten gleichbleibend hoher Songqualität jeglichen argumentativen Wind aus den Segeln und bewegt sich dabei in einem ähnlichen emotionalen Fahrwasser wie etwa The xx (kein Wunder, immerhin saß bei einem Großteil der Stücke The xx-Produzent Rodaidh McDonald an den Reglern). Doch wo die Doppel-X-Landleute sich vorm nahenden Beziehungsende noch einmal – gefühlt – gemeinsam in die Daunen begeben, lehnen Daughter melancholisch am Türrahmen und sehen dem tristen nächtlichen Treiben als beteiligter Beobachter mit traurigen Augen zu. Klar ist all diese immense Gefühlsschwere, sind diese schonungslos aufrichtigen Weltsichten nicht für jeden etwas. Und doch muss man sich um die psychische Gesundheit von Elena Tonra wohl keine Sorgen machen, immerhin ist sie keinesfalls das broken-hearted little girl, das man hinter ihren Texten vermutet, und mittlerweile in festen Händen (übrigens in denen von Daughter-Gitarrist Haefeli). Vielmehr dienen ihr die Songs als Katalysator zum Austreiben der eigenen kleinen, fiesen Angstgespenster. Und auch, wenn durch den Folkrock von „If You Leave“, welchen das Trio mit mächtigen Postrock- und zarten Elektronik-Einschlägen anreichert, nur wenig Sonnenstrahlen brechen mögen, so weiß man doch, dass auch auf den längsten Wintertag irgendwann ein Sommer folgen wird. Bis dahin möchte man dem Schnee beim Tauen zusehen, dabei, wie sich zarte Pflänzchen hoffnungsvoll ihren Weg zur Sonne bahnen. Bis dahin braucht man nur zwei Dinge: ein Goethe’sches Faust-Zitat der Marke „Zum Augenblicke dürft’ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!“ – und Daughters „If You Leave“. Lasst die Tränen trocknen, der wohlige Schauer kommt von allein…

Daughter - title

 

Hier kann man sich Daughters vorausgegangene „His Young Heart EP“ anhören…

…und hier das ebenso stimmungsvoll melancholische wie absolut zum Stück passende Video zu „Still“…

 

…und die komplette KEXP Session der Band, welche im Oktober 2012 aufgenommen wurde, anschauen:

 

Und noch ein kleiner Hinweis: in den kommenden Tagen befinden sich Daughter für einige Konzerttermine in Deutschland…

08.04.2013 – Köln, Gebäude 9

09.04.2013 – Berlin, Festsaal Kreuzberg

15.04.2013 – Hamburg, Knust

16.04.2013 – Frankfurt, Zoom

 

Rock and Roll.

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