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Song des Tages #2: Karen O – „Bullet With Butterfly Wings“


Field Trip Music and Arts Festival, Toronto, Canada - 03 Jun 2018

Nicht erst seit ihren Beiträgen zu Spike Jonzes Kinderbuchverfilmung „Wo die wilden Kerle wohnen“ (im Original: „Where The Wild Things Are„) weiß man: Karen O kann Soundtracks.

bullet-with-butterfly-wings-from-hannaNun hat sich die umtriebige Yeah Yeah Yeahs-Frontfrau, die erst vor wenigen Tagen ein gemeinsames Album mit Danger Mouse veröffentlicht hat, den Smashing Pumpkins-Smasher „Bullet With Butterfly Wings“ vorgenommen. Aus dem ebenso wuchtigen wie mitreißenden Alternative-Rock-Song, seinerzeit (meint: anno 1995) auf dem Pumpkins-Meilenstein „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ erschienen, macht Karen O eine düstere Industrial-Version, welche Teil des Soundtracks der im März gestarteten Amazon-Prime-Serie „Hanna“ ist (und bereits im dazugehörigen Trailer zu hören war).

Und siehe da: selbst die sonst so kritischen Smashing Pumpkins um Chef-Kürbis Billy Corgan nannten Os Version unlängst „ein wunderschönes Cover“

 

 

„The world is a vampire, sent to drain
Secret destroyers, hold you up to the flames
And what do I get, for my pain
Betrayed desires, and a piece of the game

Even though I know, I suppose I’ll show
All my cool and cold, like old job

Despite all my rage I am still just a rat in a cage
Despite all my rage I am still just a rat in a cage
Someone will say, ‚What is lost can never be saved‘
Despite all my rage I am still just a rat in a cage

Now I’m naked, nothing but an animal
But can you fake it, for just one more show
And what do you want, I want to change
And what have you got when you feel the same

Even though I know, I suppose I’ll show
All my cool and cold, like old job

Despite all my rage I am still just a rat in a cage
Despite all my rage I am still just a rat in a cage
Then someone will say, ‚What is lost can never be saved‘
Despite all my rage I am still just a rat in a cage

Tell me I’m the only one
Tell me there’s no other one
Jesus was an only son
Tell me I’m the chosen one
Jesus was an only son for you

Despite all my rage I am still just a rat in a cage
Despite all my rage I am still just a rat in a cage
Then someone will say, ‚What is lost can never be saved‘
Despite all my rage I am still just a rat in a cage

Despite all my rage I am still just a rat in a
Despite all my rage I am still just a rat in a
Despite all my rage I am still just a rat in a cage

Tell me I’m the only one
Tell me there’s no other one
Jesus was an only son for you

And I still believe that I cannot be saved…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Maximum Balloon – „Let It Grow“


MaximumBalloon

TV On The Radio-Produzent Dave Sitek teilte kürzlich den neuen Maximum Balloon-Song „Let It Grow“ mit der Netzgemeinde. Wie so oft hat das vielseitige Produktionsass das Stück jedoch nicht allein aufgenommen, sondern holte sich zur Unterstützung Yeah Yeah Yeahs-Frontfrau Karen O und seinen TV On The Radio-Kollegen Tunde Adebimpe ins Studio.

Der luftig-fluffige Sechsminüter, bei dem eine Akustikgitarre, Schlagzeug und Schichten aus wolkenweichen Soundsamples die Grundbasis legen, ist zugleich die erste musikalische Lebenszeichen von Siteks Maximum Balloon-Projekts seit dem selbstbetitelten Debüt, welches 2010 erschien. Da darf der Sommer in den kommenden Tagen gern wieder um’s Eck biegen…

Zu hören gibt es „Let It Grow“ hier:

 

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Video- und Songneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Conor Oberst – Hundreds Of Ways

conor oberst

Glaubt man dem eigenen (digitalen) Plattenschrank, so war es in letzter Zeit ruhig um Conor Oberst. Dabei war das einstige „Wunderkind des Folk“ keinesfalls untätig, immerhin hat Oberst neben seiner seit mehr als 15 Jahren betriebenen Stammband Bright Eyes auch Soloaktivitäten oder die Alt. Country-„Supergroup“ Monsters Of Folk, zu welcher auch My Morning Jacket-Frontmann Jim James, Singer/Songwriter M. Ward oder Langzeitproduzentenkumpel Mike Mogis zählen, fest im Auge. Zudem reaktivierte er im vergangenen Jahr seine Post-Hardcore-Indierocker Desaparecidos, um mit ihnen ein paar – freilich politisch höchst relevante – Singles zu veröffentlichen und karitative Konzerte zu spielen.

Nun jedoch soll es wieder Zeit für ein neues Soloalbum sein. „Upside Down Mountain“, der Nachfolger zum 2008 erschienenen selbstbetitelten Plattenalleingang, wird am 20. Mai via Nonesuch Records veröffentlicht, wurde vom auf archaisch große Folk-Traditionen spezialisierten Musikerbuddy Jonathan Wilson produziert und wird wohl den ein oder anderen Gastauftritt, wie den des schwedischen Folk-Schwesternpaares First Aid Kit, die sich damit wohl bei Oberst für dessen Gastspiel auf ihrem zwei Jahre zurückliegenden Album „The Lion’s Roar“ revanchieren, bereithalten. Schon jetzt gibt es mit „Hundreds Of Ways“ einen ersten Vorgeschmack aufs kommende Conor Oberst-Werk, und der weist mit seinen ebenso introspektiven wie melancholischen und weitsichtigen Textzeilen, seiner country’esken Stimmung und Obersts markanter Stimme durchaus Dylan’sche Qualitäten auf…

„What a thing to be a witness to the sunshine / What a dream to just be walking on the ground / What a time to live among the ash and remnants of our love / That came before and I’m still looking for that now…“

 

 

 

The Notwist – Kong 

the notwist

Wesentlich weniger Geduld müssen alle Freunde der deutschen Elektronik-Frickel-Indierocker The Notwist aufbringen, immerhin erscheint deren neues Album „Close To The Glass“ bereits in wenigen Tagen. Bevor Platte Nummer sieben ab dem 21. Februar in Gänze in die Regale wandert, stellt die international geschätzte Band aus dem beschaulichen oberbayrischen Weilheim, deren Album in den USA vom feinen Indie-Label Sub Pop Records vertrieben wird, mit „Kong“ einen der heimlichen Hits auf „Close To The Glass“ vor und schickt das Stück samt einem Animationsvideo von Regisseur Yu Sato ins Rennen. Das macht auch durchaus Sinn, erzählt der Song doch die Geschichte eines Superhelden namens „Kong“, der eine Familie aus dem Ausnahmezustand rettet und auf ein autobiografisches Erlebnis von Notwist-Sänger Markus Achter anspielt, der als Kind viele Comics las und sich während eines regnerischen Tages in Weilheim – als Hochwasser die Stadt bedrohte – vorstellte, dass ein Superheld kommen und ihn und seine Familie aus den bedrohlichen Fluten retten würde…

 

(Wer den Song als Live-Version hören mag, der kann sich hier einen Mitschnitt von „Kong“, den die Band während eines Konzerts in Düsseldorf im Kotober 2012 zum Besten gab, ansehen…)

 

 

Marcus Wiebusch – Konfetti

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Das hat aber gedauert, Herr Wiebusch! Immerhin ein Jahr Zeit hat sich der hauptberufliche Kettcar-Bandchef und (zu einem Drittel) Labeleigentümer des geschätzten Grand Hotel van Cleef nach der Veröffentlichung seines Drei-Song-Solo-EP „Hinfort ! Feindliche Macht“ gelassen, um mit dem längst versprochenen Soloalbum in die Pötte zu kommen. Dass nun sowohl das Cover als auch die Tracklist und ein Veröffentlichungsdatum (der 18. April) vom Marcus Wiebusch-Debüt „Konfetti“ stehen, ist umso erfreulicher. Und falls auch nur ein Teil der elf Stücke so großartig gerät wie „Nur einmal rächen“, im vergangenen Jahr bereits Bestandteil der EP, nun freilich auch auf dem Debüt vertreten und außerdem eine meiner persönlichen Lieblingssongs 2013, dann steht uns ein wahrlich famoses Album von einem der sympathischsten und gewieftesten bundesdeutschen Musik-Lyriker ins Haus…

„Wenn ich abends einschlafe oder morgens aufwache / Ein gutes, cooles Leben wird die beste Rache / Eure Welt programmieren, meine leichteste Sache / Ein gutes, cooles Leben ist die beste Rache….“

 

 

 

Brody Dalle – Meet The Foetus / Oh The Joy

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Rückblick 2003: Marcus Wiebuschs Hauptband Kettcar hatte damals unlängst ihr vielgelobtes und seitdem – sowohl in Punkto „Referenzwerk“ als auch als „Meilenstein“ – oft zitiertes Debütalbum „Du und wieviel von deinen Freunden“ in Label-Eigenregie in die Plattenregale gebracht, und auch aus den US of A vernahm man ein gewaltiges Brausen und Grollen. „All my friends are murder / Hey, all my bones no marrows in / All these fiends want teenage meat / All my friends are murderers“ zischte die damals 24-jährige Brody Dalle in „Drain The Blood„, der Leadsingle des dritten Albums „Coral Fang“ ihrer damaligen Band The Distillers, höchst pissed’n’angry in Mikro. Auch heute noch verursachen der Song und seine zehn Albumkumpane energetische Punkrock-Fallstricke in den Magengruben all jener, denen das Album in bester Rancid-Tradition (mit Tim Amstrong, dem Frontmann der kalifornischen Punktocker, war Dalle übrigens bis 2003 für ganze sechs Jahre verheiratet) damals in die Karten der adoleszenten Wirren spielte. Dann jedoch machten die Distillers unvermittelt Schluss, Dalle bandelte mit Queens Of The Stone Age-Mastermind Josh Homme an, heiratete ihn 2007 und zog sich als zweifache Mutter weitestgehend aus dem Musikgeschäft zurück – Windeln und Fläschchen statt Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Und obwohl der erneute Versuch der gebürtigen Australierin, im Jahr 2009 mit dem selbstbetitelten Debüt ihrer neuen Band Spinnerette an die alte Klasse anzuknüpfen, eher Alternative Rock-mäßig mau ausfiel, beweist etwa Caspers Textreferenz im Song „230409“ („Du warst nie Brody Dalle / Und ich war nie dein Wes Eisold“ – vom Album „XOXO“), dass die Dame auch heute noch als Inbegriff der „Bonnie & Clyde“-mäßig abgefuckten Erotik des Punkrock gilt…

Nun also wagt die mittlerweile 35-jährige Brody Dalle, die auch optisch kaum noch etwas mit dem kaputten Twentysomething-Ich ihrer Selbst gemein hat (blonde Mähne statt buntem Mohawk), einen erneuten Anlauf im Musikgeschäft. „Meet The Foetus / Oh The Joy“, der erste Song ihres kommenden Soloalbums, das von QOTSA-Intimus Alain Johannes produziert wurde, lässt dabei freilich all die Bissigkeit der Distillers vermissen und erinnert mit seinem verrockten Hall und den derben Riffs eher an Achtziger-Jahre-Darkwave-Heroen wie Bauhaus oder – natürlich – die Queens Of The Stone Age. Kein großes Ding also, und man hofft, dass Dalle mit dem Rest des Albums mehr überzeugen kann als mit diesen ersten fünf Minuten. Ein kleines Ausrufezeichen kommt jedoch aus dem Hintergrund, immerhin lotste die ehemals „sexiest woman in punkrock“ keine Geringeren als Emily Kokal (Warpaint) und Shirley Manson (Garbage) für die Backing Vocals ins Studio…

 

 

 

Karen O – The Moon Song

the moon song

Ein nicht eben unähnlicher Ruf eilt auch Karen O voraus. Seit dem elf Jahre zurückliegenden Debütalbum ihrer Band, den Yeah Yeah Yeahs, gilt die 35-jährige New Yorkerin als feministische Stil-Ikone, die mit ihren Outfits mal Trends setzt, mal aneckt und mit ihrer Musik kaum bis keinerlei Anbiederei oder Kompromisse an den Zeitgeist zulässt, sondern diesen schlichtweg selbst mitdefiniert. Dass dieser Weg durchaus von Erfolg gekrönt sein kann, zeigen einerseits die vielfachen Grammy-Nominerungen des Yeah Yeah Yeahs, andererseits jedoch auch, dass Karen O für „The Moon Song“, ihren Beitrag zum – im Übrigen sehr zu empfehlenden – neuen Film „Her“ von Kultregisseur Spike Jonze, nun für den Oscar als „bestes Titelstück“ nominiert wurde.

Wer das bezaubernde „The Moon Song“, im Film selbst von den beiden Hauptdarstellern Joaquin Phoenix und Scarlett Johansson gesungen, noch nicht kennt, der sollte dies schleunigst nachholen. In dieser Version gab Karen O den Song gemeinsam mit Regisseur Spike Jonze und Produktdesigner KK Barrett bei der Online-Radioshow von KCRW „Morning Becomes Electric“ zum Besten:

 

 

20140210-her-x600-1392073735Außerdem nahm Karen O „The Moon Song“ noch im Duett mit Vampire Weekend-Frontmann Ezra Koenig auf – in eben der Variante, die der Sängerin im Grunde von Anfang an vorschwebte: „It’s wild because ‚The Moon Song‘ was written and recorded in the most humble of circumstances; at my dining room table, a few paces away from the couch I read the script for Her for the first time“, wie Karen O dem Rolling Stone erzählte. „I was really excited at the prospect of getting to record it with a male vocalist. Ezra was super cool and open, he slipped into character like a champ and damn he’s got the goods.“

 

 

The National – I Need My Girl + Live from the Sydney Opera House

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Und allwöchentlich grüßen The National… Nachdem die US-Band in der vergangenen Woche noch zum Cover-Contest ihres Songs aufrief (das Rennen machte am Ende übrigens jene Multiinstrumental-Version von Kai Keefe), präsentierten die Mannen um Frontstimme Matt Berninger am Freitag – und damit passend zur Feier des Valentinstags – das Musikvideo zur Ballade „I Need My Girl“, in welchem die Kamera vor einem komplett in schwarz getauchten Hintergrund um zum Tanz aufgestellte Paare kreist, die sich vertraut in die Augen blicken und aneinander schmiegen. Romantik pur – und das von den wohl größten Indierock-Melancholikern unserer Zeit…

 

 

Und als ob das noch nicht genug wäre, bietet die Band all denen, die es bis dato noch nicht zu einer Show von The National geschafft haben (so wie ich, leider) oder diese intensiven Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen wollen, den kompletten zweitstündigen Auftritt im ebenso berühmten wie ehrwürdigen Opernhaus von Sydney, Australien, welcher jüngst am 8. Februar stattfand und bei dem The National ganze 26 Songs zum Besten gab, im Stream an:

 

 

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Videoneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Nine Inch Nails – Came Back Haunted

came back haunted

„Came Back Haunted“, der erste Song aus dem am 3. September erscheinenden neunen Nine Inch Nails-Album „Hesitation Marks“ hat nun auch ein amtliches Musikvideo bekommen. Und Regie führte hier kein Geringerer als David Lynch, mit dem NIN-Frontmann Trent Reznor bereits seit den Neunzigern befreundet ist. Kein Wunder also, dass man bei den verstörenden Bildern an selige „Lost Highway“- oder „Twin Peaks“-Zeiten denken muss…

 

 

 

Yeah Yeah Yeahs – Despair

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Einmal ein Musikvideo auf dem des Empire State Building drehen – davon träumen wohl viele Künstler… Für Karen O, Nick Zinner und Brian Chase, unter dem Bandnamen Yeah Yeah Yeahs seit Jahren wohl eine der musikalischen New Yorker Vertonungsinstitutionen, wurde dieser Traum – übrigens als erste Band überhaupt – nun Wirklichkeit. Im Video zu „Despair“, der nächsten Single des aktuellen Albums „Mosquito„, folgt Regisseur Patrick Daughters der Band vom der diskokugelbeschienenen Club über Subwayfahrten bis aufs Dach des Empire State Buildings, wo die Yeah Yeah Yeahs ihrem melancholischen Song den euphorisch betanzten Ausklang geben. Schöne Bilder, schöner Song.

 

 

 

Stars – Hold On When You Get Love And Let Go When You Give It 

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Nicht weniger Lebensfreude dürfte auch der neuste Videobeitrag der kanadischen Indiepopper Stars versprühen. In „Hold On When You Get Love And Let Go When You Give It“, welches vom im vergangenen Oktober erschienenen Album „The North“ stammt, ist eine Menge Dragqueens bei den Vorbereitungen für eine Modenschau zu sehen. I’m easy like Sunday morning…

 

 

 

Dear Reader – Took Them Away

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Südafrika stand ja in den vergangenen Tagen und Wochen mehr als einmal im Fokus der medialen Weltöffentlichkeit – Stichwort: Oscar Pistorius, Stichwort: Nelson Mandela, Stichwort: Staatsbesuch von Barack Obama. Wer mehr über die Geschichte und das Lebensgefühl des Landes am südlichen Ende des afrikanischen Kontinents erfahren möchte, der sollte sich „Rivonia„, das aktuelle Album von Dear Reader, zu Gemüte führen. Darin spürt Frontfrau Cherilyn MacNeil, welche wiederum seit Jahren in Berlin lebt, den Geschichten und Traditionen ihrer südafrikanischen Heimat nach – und das hört und fühlt man auf dem durchaus tollen und faszinierenden Album dann auch, im besten Sinne…

Zu „Took Them Away“, laut MacNeil der Schlüsselsong auf „Rivonia“, lässt sich seit wenigen nun auch ein Musikvideo im weltweiten Netz finden. Regisseur Rob Savage wird dazu wie folgt zitiert: “The video tells the story of a young girl who misinterprets something she sees and inadvertently causes tragedy to ensue. We wanted the visuals to have a theatrical quality, taking place in a black void representing her over-dramatized view of the events, almost as though the action was taking place on an empty stage.”

 

 

 

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Yeah Yeah Yeahs – Mosquito (2013)

Yeah Yeah Yeahs - Mosquito (Cover)-erschienen bei Polydor/Universal-

Niemand kann behaupten, nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein…

Immerhin feiern die Yeah Yeah Yeahs, jenes sehr New York’sche Trio um Frontfrau Karen O, in diesem Jahr das dreizehnte Jubiläum ihres Bestehens. Und was war das damals, Anfang des neuen Jahrtausends, für ein Getöse um all diese jungen, aufstrebenden Bands aus den Künstlervierteln des „Big Apple“: The Strokes, TV On The Radio, The Hold Steady – all diese hippen, frischen, aufregenden Bands drohten England, dem Mutterland von Pop’n’Rock, plötzlich den Rang abzulaufen (ein im Grunde unnötig angeheizter Wettstreit, der jedoch dem ständigen Neuerungsgedanken der Musikszene nur dienlich sein konnte). Wer angesagt und dabei sein wollte, den zog es in den kommenden Jahren konsequent nach Brooklyn oder Williamsburg, wo fortan Mieten und neue Proberäume fröhlich hochgezogen wurden. Gitarrist Nick Zinner, Schlagzeuger Brian Chase und ihre charismatische Frontchanteuse Karen O waren als – mindestens – Langzeit-New Yorker natürlich mittendrin im Geschehen. Und die drei hätten zu dieser Zeit auch kaum einen besseren Startplatz finden können, schließlich stießen bereits ihre ersten, 2001 beziehungsweise 2002 veröffentlichten EPs (die „Yeah Yeah Yeahs“ EP und die „Machine“ EP) auf dermaßen neugierige Ohren, dass ihr 2003 auf den dürstenden Musikmarkt geworfenes, von TV On The Radio-Chefsoundtüftler David Andrew Sitek produziertes Debüt „Fever To Tell“ quasi nur ein indie-öffentlichkeitswirksamer Start-Ziel-Siegeszug werden konnte. Zu recht? Nun, allein Songs wie „Date With The Night“, „Cold Light“ oder „Y Control“, in denen die Yeah Yeah Yeahs den Punkrock mit all seinem Schweiß, Dreck und Rotz von den schäbigen Miefclubs und Garagenproberäumen direkt auf die mittelgroßen Bühnen von Los Angeles, Berlin oder Tokyo transportierten, sollten für sich sprechen. Ganz nebenbei zeigte sich Miss O wie selbstverständlich auch von ihrer verletzlichen Seite – und brachte mit „Maps“ einen dieser großen Dreieinhalbminüter an den Start, deren zeitloser Intensität man wohl nie überdrüssig wird. Überhaupt: Karen O – er muss ihr wohl im halb koreanisch- (Mutter), halb polnischstämmigen (Vater) Blut liegen, dieser beinahe sekundenschnelle Wechsel von fauchendem Biest zu introvertiertem Liebchen. Und sollte man sich je fragen, wo der kreisende Stilzeiger der Yeah Yeah Yeahs gerade steht, so muss man sich nur den aktuellen Look der 35-Jährigen anschauen. Waren zum Debüt noch punk’sche Lederkluft, Schlabbershirt und zerrissene Jeans angesagt, so wurde Karen Os Look immer verspielter, schriller, mutiger – ja: selbstbewusster. Denn von Album zu Album wuchsen die innere wie äußere Sicherheit der Yeah Yeah Yeahs stetig, verwandelte sich Karen O von der rotzenden Rockröhre zur stilsicher den Trends vorauseilenden Indie-Ikone, die sich gern auch auf musikalischen Nebenschauplätzen abseits ihrer Hauptband betätigte (etwa beim Soundtrack zur Spike Jonze-Kinderbuchadaption „Where The Wild Things Are“ oder beim gemeinsamen Covern des LedZep-Klassikers „Immigrant Song“ mit Trent Reznor und Atticus Ross, welches auf dem Soundtrack zu „The Girl With The Dragon Tattoo“ zu finden ist). Und: ja, dies sollte erwähnt werden, denn mit diesem Wissen ergeben die Nachfolger zum weltweit mehr als eine Million Mal über die Ladentische gewanderten „Fever To Tell“ erst richtig Sinn… Schlich sich die Band mit dem 2007er Zweitwerk „Show Your Bones“ noch heimlich aus den Punkschuppen und öffnete ihren Stil langsam für mehr Eingängigkeit und Vielfalt, wurde bereits auf dem 2009 veröffentlichten „It’s Blitz!“ ausgiebig mit Synthesizern und großen, fiesen Diskokugelhymnen experimentiert. Dem bedauerlichen Fakt, dass dabei für einen Moment ebenso der Gitarrenvirtuose Nick Zinner wie auch Karen Os ohnehin beständig faszinierende Textkunst in den Hintergrund gedrängt wurden, darf man wohl zugute halten, dass sich die Yeah Yeah Yeahs stets auf die Bandfahnen geschrieben haben, Stillstand oder Wiederholungen tunlichst zu vermeiden. Löblich, allemal.

YYYs Promo #1

Und auch das neue, vierte Album „Mosquito„, bei dem neben den beiden Stammproduzenten Nick Launay und David Andrew Sitek erstmal Ex-LCD Soundsystem-Chef James Murphy hinter den Reglern saß, weicht nicht vom Kurs des stetigen Neuerungswillens von Karen O & Co. ab, denn auch hier steckt hinter beinahe allem noch ein zweiter, größerer Hintergrundgedanke. Das fängt bereits beim Coverartwork an, das wohl auch in der Endabrechnung 2013 zum gleichsam Hässlichsten wie Faszinierendsten zählen wird, was in diesem Jahr ein Plattencover „zieren“ durfte: die Grafik des südkoreanischen, in Los Angeles lebenden Künstlers Beomsik Shimbe Shim, kurz „Shimbe“ genannt, zeigt ein herzzerreißend schreibendes Baby, das gerade noch von einem grellgrünen Brei genascht hat, und dessen Fuß sich nun im Griff eines Moskitos befindet, der soeben zum fiesen Stich in den kleinkindlichen Allerwertesten ansetzt. Darunter der Schriftzug der Band, der nicht zufällig an den des Ekel-Kultfilms „Garbage Pail Kids“ erinnert. Von Karen O stammen die Ideen, Karen O beaufsichtigte die Ausführung, Karen O und ihre Jungs hatten das letzte Wort. Und so absurd dieses Frontgebilde anmuten mag, so herrlich muten die die 48 beiliegenden Musikminuten an. „Fallen for a guy, fell down from the sky / Halo round his head / Feathers in a bed / In our bed, in our bed / It’s sacrilege, sacrilege, sacrilege, you say“ – Knallt der Opener „Sacrilege“ dem Hörer noch unvermittelt sündige Textzeilen zu Indierockgitarren und einem mächtigen Gospelchor vor den Latz, hält das darauf folgende „Subway“ bereits direkt unter einer gotischen Kathedrale – schlurfende Beats und herrlich mulmige Melancholieschwälle inklusive. Doch auf Gitarrenwände sollte man sich auf „Mosquito“ nicht allzu sehr einschießen, denn auch hier setzen die Yeah Yeah Yeahs ihren unbedingten Willen zum Experiment fort, mischen mal gemäßigte („Always“), mal derbe Elektronikwände („Under The Earth“) in ihren Bandsound, oder bitten in „Buried Alive“ Rapper Kool Keith (oder dessen alter ego Dr. Octagon) ins Studio – ein Versuch, der leider nur mäßig gelungen ausfällt, und umso mehr an jene Rap-meets-Punk-Gehversuche der Neunziger Jahre erinnert. Dass die Yeah Yeah Yeahs tatsächlich noch Punk können, zeigt das von Gitarrist Zinners „Area 51“-Besuch inspirierte „Area 52“ (sic!), dass rotzfrech riffend aus dem Boden gestampft wird, und bei dem Karen O lautstark fleht: „I wanna be your passenger / Take me as your prisoner! / I wanna be an alien! / Take me please, oh alien“. Dass bei allen Gegenläufen manche Songs einfach nur richtig gut sein wollen (und können!), zeigt „Despair“. Und dass sich das Trio stets mindestens ein großes Stück fürs Ende aufhebt, beweist „Wedding Song“, welches in fünf Minuten flirrend leicht gen Himmel aufsteigt. „In flames I sleep soundly / With angels around me / I lay at your feet / You’re the breath that I breathe“ – Karen Os Stimme begleitet uns hinfort, bis von Fern nur noch das selige Läuten der Kirchenglocken zu vernehmen ist…

Yeah-Yeah-Yeahs-Pressebild-2013-5

Auch mit ihrem vierten Album „Mosquito“ gelingt es den Yeah Yeah Yeahs zwar nicht, ein zwingend kohärentes Album fertig zu stellen, jedoch fragt sich der Kenner der Vorgänger und Bandhistorie berechtigtermaßen, ob dies je die Absicht des Trios war. Denn wie schon in der Vergangenheit machen Karen O, Nick Zinner und Brian Chase nichts anderes, als ein Potpourri aus Stilen und Einflüssen zu einem großen Ganzen zusammenzufassen. Und auch wenn „Mosquito“ beileibe kein zeitloses Album sein mag, so ist es doch umso zeitgemäßer, selbstbewusster und unterhaltsamer. Die Yeah Yeah Yeahs schaffen damit etwas, was New York-Rockwellen-Zeitgenossen wie den Strokes mittlerweile abhanden gekommen scheint: sie bleiben als Band stilsicher zeitgemäß, ohne sich in Retro-Schleifen zu wiederholen (beim neuen Album von Julian Casablancas & Co. mag zwar irgendwo eine Band anwesend sein, sie tritt jedoch reichlich seelenlos auf). „Mosquito“ ist schlussendlich wie ein spätsommerlich schwüler Abend in New York: brodelnd, faszinierend, anziehend, abseitig und gefährlich. Mit Hochhäusern und Türmen und Schluchten und fiesen, kleinen Moskitos. Nicht jeder Song sticht hier – aber wenn, dann tut’s so schön höllisch weh. Niemand kann behaupten, nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein…

 

Szene aus "Sacrilege"

Da einem großen Song meist auch ein großes Video nicht schaden kann, darf Schauspielerin Lily Cole in den bewegten (respektive: bewegenden) Bildern zu „Sacrilege“ als äußerlich unschuldige femme fatale allen (!) Bewohnern einer bigotten US-Kleinstadt den Kopf verdrehen. Prädikat: großartig.

 

Für alle, die tiefer in den Klangkosmos und Backkatalog der Yeah Yeah Yeahs eintauchen möchten, hat ANEWFRIEND einen bewusst subjektive, knapp zweistündige Werkschau der besten Stücke von 2002 bis 2013 zusammengestellt, welche ihr euch anhand der nachfolgenden Tracklist gern nachbasteln dürft:

YYYCD 1

1.  Maps

2.  Y Control

3.  Modern Romance

4.  Sacrilege

5.  Down Boy

6.  Heads Will Roll

7.  Isis

8.  Sealings

9.  Sheena Is A Punk Rocker

10. Subway

11. Machine

12. Cold Light

13. Miles Away (John Peel Session)

14. Date With The Night

15. Despair

16. Countdown

17. Gold Lion

18. Cheated Hearts

19. 10×10

20. Runaway

21. Wedding Song

 

YYY #2CD 2

1.  Little Shadow

2.  Turn Into

3.  Tick (live session version)

4.  Let Me Know (demo)

5.  Hyperballad (live)

6.  Diamond Sea (iTunes Live Session)

7.  Hysteric (acoustic version)

8.  Cheated Hearts (iTunes Live Session)

9.  Runaway (iTunes Originals version)

10. Maps (iTunes Originals version)

 

Song 11 (CD 1) – von der „Machine“ single (2002)

Songs 1-3, 12, 14 (CD 1) – von „Fever To Tell“ (2003)

Songs 13, 16 (CD 1) – von der „Maps“ single (2003)

Songs 17, 18 (CD 1) + 2 (CD 2) – von „Show Your Bones“ (2006)

Songs 6, 20 (CD 1) + 1 (CD 2) – von „It’s Blitz!“ (2009)

Songs 5, 7, 19 (CD 1) – von der „Is Is EP“ (2007)

Song 8 (CD 1) – vom „Spiderman 3“ Soundtrack (2007)

Song 7 (CD 2) – von der Deluxe Edition von „It’s Blitz!“ (2009)

Songs 4, 10, 15, 21 (CD 1) – von „Mosquito“ (2013)

Song 4 (CD 2) – von der „Gold Lion“ single (2006)

Songs 6, 8 (CD 2) – von der „iTunes Live Session“ (2006)

Songs 9, 10 (CD 2) – von der „iTunes Originals“ Session (2009)

 

 

Und da wohl jeder Artikel über die Yeah Yeah Yeahs ohne das tränenreich tolle Video zum Evergreen „Maps“ unvollständig erscheinen würde, gibt’s hier das Video…

(Hintergrundgeschichte: Karen Os damaliger Freund Angus Andrew sollte beim Videodreh anwesend sein. Als dieser jedoch nicht erschien und die Band das Video in dessen Abwesenheit drehen musste, brach die Sängerin vor laufender Kamera – songdienlich – in Tränen aus… „Wait… they don’t love you like I love you“)

 

…sowie die nicht minder feinen Kamerawerke zu den Singles „Heads Will Roll“…

 

…und „Y Control“:

 

Rock and Roll.

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