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Song des Tages: Sharon Van Etten – „(What’s So Funny ‘Bout) Peace, Love And Understanding?“ (feat. Josh Homme)


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US-Indierock-Singer/Songwriterin Sharon Van Etten hat sich mit Queens Of The Stone Age-Frontmann Josh Homme zusammengetan, um eine gemeinsame Duett-Version des Evergreens „(What’s So Funny ‚Bout) Peace, Love And Understanding?“ aufzunehmen. Sonderlich kreativ mag diese Idee im ersten Moment zwar nicht sein, schließlich wurde der 1974 von Nick Lowe komponierte und vier Jahre darauf von Elvis Costello & The Attractions zum Hit gemachte Song über die Jahrzehnte hinweg von so einigen Bands und Künstlern von Bruce Springsteen über Curtis Stigers bis hin zu A Perfect Circle gecovert, unter den Händen von Van Etten und Homme bekommt die vertonte Friedenshoffung jedoch ein paar recht interessante folkloristische Alt.Country-Anstriche verliehen.

sharon-van-etten-josh-hommePassend zur aktuellen Zeit, in der nichts so richtig sicher scheint, gibt Sharon Van Ettens Stimme schon zu Beginn den zwischen Melancholie und Düsternis schwankenden Grundton vor, bevor Josh Homme, begleitet von zurückhaltender Percussion, einem Piano und twangy tönenden Gitarrennoten, zur zweiten Strophe dazu stößt. Während des ganzen Stücks tanzen die Stimmen der Indie-Musikerin aus New York City und des Bandleaders aus Palm Desert, Kalifornien einen zwar bewusst reduzierten, jedoch in jedem Fall fesselnden Balladen-Walzer, der dem Nick-Lowe-Klassiker einen ganz neuen Twist verleiht.

Dass diese Version gelingt, ist für Kenner der beiden Musiker keineswegs ein Zufall, sind beide doch in Kollaborationen mit anderen Künstlern geübt – so veröffentlichte Van Etten mit „Seventeen“ unlängst ein Duett mit Norah Jones, während Homme im vergangenen Oktober die Teile 11 und 12 seiner legendären „Desert Sessions“ in die Regale stellte (und auch sonst als Kollaborator und Produzent mit Künstlern von Iggy Pop über die Arctic Monkeys bis hin zu Them Crooked Vultures und den Eagles Of Death Metal bestens beschäftigt ist)…

 

 

„As I walk through
This wicked world
Searchin‘ for light in the darkness of insanity.
I ask myself
Is all hope lost?
Is there only pain and hatred, and misery?

And each time I feel like this inside
There’s one thing I wanna know
What’s so funny ‚bout peace love & understanding?
What’s so funny ‚bout peace love & understanding?

And as I walk on
Through troubled times
My spirit gets so downhearted sometimes
So where are the strong
And who are the trusted?
And where is the harmony?
Sweet harmony

‚Cause each time I feel it slippin‘ away, just makes me wanna cry
What’s so funny ‚bout peace love & understanding?

So where are the strong?
And who are the trusted?
And where is the harmony?
Sweet harmony

‚Cause each time I feel it slippin‘ away, just makes me wanna cry
What’s so funny ‚bout peace love & understanding?“

 

Rock and Roll.

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Iggy Pop: Der „Godfather of Punk“ feiert seinen 70. Geburtstag


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Eigentlich müsste James Newell „Jim“ Osterberg Jr. längst tot sein. So wie sein Buddy David Bowie, der im Januar 2016 verstarb. So wie seine ehemaligen Stooges-Bandmates Scott († 2014) und Ron Ashton († 2009), Dave Alexander († 1975) und Steve Mackay († 2015). Doch ähnlich wie Keith Richards (of Rolling Stones fame) ist Iggy Pop in all den Jahrzehnten, die der „Godfather of Punk“ nun schon die Bühnen der Welt zerlegt, zwar merklich älter geworden und trägt seine ledrig-sehnigen, durchtrainierten Runzeln im 21. Jahrhundert etwas gemächlicher spazieren, aber: he’s still standing. Und das ist ob des Rock-and-Roll-Lebenstils, den der „Rock Iguana“ seit den Sechzigern teilweise exzessiv-ausgeprägt gepflegt hat – massig Sex, noch mehr Drogen und allzeit Punkrock gehörten da freilich dazu-, schon erstaunlich.

Klar, in den letzten Jahren hat Pop die Frequenz an energetischen Studioalben und furiosen Liveshows merklich zurückgefahren (und es vor nicht allzu langer Zeit gar einen halbwegs gelungenen Flirt mit dem Chanson gewagt), aber gerade das letzte Studiowerk „Post Pop Depression„, welches Osterberg gemeinsam mit Queens-Of-The-Stone-Age-Mastermind Josh Homme in dessen „Rancho De La Luna“-Studio irgendwo im Nirgendwo in der kalifornischen Wüste aufnahm, beweist, dass der Mann auch jenseits aller Jugendlichkeit noch eine „Raw Power“ besitzt, bei der selbst manch anderer Musiker im besten Schaffensalter schlapp machen würde (obwohl man zugeben muss, dass es schon eines gleichgesinnten Kreativpartners wie Homme bedurfte, um diese Energien aus Pop heraus zu kitzeln).

Klar, früher konnte der US-amerikanische Musiker gar nicht genug von Opium, Kokain, Heroin und all den anderen Rauschmitteln kriegen (alles Klischees, die ja irgendwoher kommen müssen), doch inzwischen rührt Iggy Pop laut eigenen Aussagen keine Drogen mehr an. Nicht einmal Zigaretten. „Ein paar Wochen vor dem neuen Millennium machte ich reinen Tisch. Ich hörte auf zu rauchen und habe seitdem nie mehr irgendeine Droge angerührt. Seit dem Beginn des Jahrtausends bin ich clean“, sagte er im September 2016 im „Zeit Magazin“. Insofern dürfte einer wie Ian „Lemmy“ Kilmister, der 2015 verstorbene Frontmann von Motörhead, mit seinem Lebensstil auf ewig ein medizinisches Kuriosum bleiben („Ihr Blut ist giftig. Sie haben kein menschliches Blut mehr in sich, ihr Blut würde einen normalen Menschen töten,“ wie ein Arzt diesem einst bestätigte – nachzulesen in dessen übrigens höchst amüsanter Autobiographie).

Klar, auch einer wie Iggy Pop war nicht immer und bei jedem Song geschmackssicher (gerade in den schrecklichen Achtzigern tut sich, wie bei so vielen anderen Musikern und Bands auch, eine recht einschneidende qualitative Talsohle auf, als Osterberg zu sehr versuchte, sich mit Keybaords und Hardrock an der damaligen Zeitgeist anzubiedern). Aber der Erfolg, den die lebende Legende, die 2010 in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde, gerade bei den Konzerten seiner (vorerst) letzten Tournee im vergangenen Jahr hatte (nachzuhören und -schauen Live-Album-Package „Post Pop Depression – Live at the Royal Albert Hall„), beweist, dass Stücke wie „I Wanna Be Your Dog“, „No Fun“, „Gimme Danger“, „Nightclubbing“ und natürlich „Lust For Life“, „China Girl“ (gemeinsam mit David Bowie geschrieben) oder „The Passenger“ einfach zeitlos sind und bleiben. Wie der Punkrock sich ohne Iggy Pop und seine Stooges heute anhören würde? Ob er überhaupt existieren würde? Man möchte es sich nicht einmal ausmalen…

Heute wird Jim Osterberg, der 1947 in Muskegon, Michigan zur Welt kam, stolze 70 Lenze alt. Und wäre das nicht schon erstaunlich genug, so würde man dem Mann, bei dem dem geneigten Rock-Fan freilich zuerst seine energiegeladenen Live-Shows mit freiem Oberkörper in den Sinn kommen, wohl noch 70 weitere Jahre zutrauen. Wie sagte Bill Clinton vor nicht allzu langer Zeit: „Keith Richards ist, außer Kakerlaken, die einzige Lebensform, die einen Atomkrieg überleben kann.“ Dass er dabei den „Godfather of Punk“ nicht auf der Rechnung hatte, mag man dem ehemaligen US-Präsidenten verzeihen. Da mag sich die Phrase noch so pathetisch anhören, da mag man noch so sehr genötigt werden, flugs ein, zwei Scheine ins Phrasenschwein einzuzahlen: So einer wie Iggy Pop wird heutzutage nicht mehr gebaut. Isso. Umso schöner, ihn noch auf dieser Seite der Welt zu wissen. Allet, allet Jute zum Jeburtstach, Iggy Pop!

(Ein schönes Portrait von, für und über Iggy Pop findet man übrigens bei den Schreiberlingen des deutschen „Rolling Stone“…)

  

  

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Rock and Roll.

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Song des Tages: Queens Of The Stone Age vs Adele – „No One Knows When The Sky Falls“ (Mash-up)


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Etwaigen Charterfolgen zum Trotz sind die Kritiken zu Sam Smiths Bond-Song „Writing’s On The Wall“, sagen wir, eher durchwachsen. Und wenn ihr mich fragt, dann dürften die Macher hinter der nun schon seit mehr als fünfzig Jahren über die globalen Leinwände flimmernden Agenten-Reihe gern mal etwas mehr Mut beweisen. Mein Vorschlag: Daniel Craig nach dem kommenden „Spectre“ als Bond in den Ruhestand schicken, Idris „Luther“ Elba als ersten schwarzen „Geheimagenten ihrer Majestät“ geschüttelte Martinis bestellen, schöne Frauen verführen und hinterlistige Verbrecher jagen lassen. Und wenn man schon einmal dabei ist, dann dürfte ein Künstler des Schlages Benjamin Clementine gern den offiziellen Bond-Song übernehmen.

Bis die Verantwortlichen genug Arsch im Höschen für Schritte wie diesen haben, muss eben das Internet in Punkto „besserer Filmsong“ aushelfen: Der YouTube-User DJ Poulpi liefert (s)eine Alternative für die musikalischen Untermalung des Agententhrillers: Ein Mash-Up aus Adeles Oscar-prämierten „Skyfall“ und Queen Of The Stone Ages inzwischen auch schon 13 Jahre jungem Klassiker „No One Knows„.

Dabei gelang DJ Poulpi ein brilliantes Arrangement dieser zwei eigentlich grundverschiedenen Stücke. Die pompöse, theatralische Orchestrierung von „Skyfall“ wurde mit der Gesangslinie von QOTSA-Fronter Josh Homme aus „No One Knows“ unterlegt. Das Ergebnis ist überraschend gut gelungen und lässt Zweifel anklingen, ob dies nicht eventuell die Originalversion des QOTSA-Klassikers ist, die wir da hören. Und besser als der Smiths furchtbar weinerlicher Bond-Beitrag ist das Mash-up allemal.

 

DJ Poulpis gelungenes Mash-up-Ergebnis kann man sich wahlweise via YouTube…

 

…oder Soundcloud zu Gemüte führen (und hier auch gleich aufs heimische Abspielgerät laden):

 

Rock and Roll.

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Das lange Warten auf die Biester – das neue Afghan Whigs-Album „Do To The Beast“ im Stream


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Bereits im Februar gab es auf ANEWFRIEND – im Zuge des Veröffentlichung des Musikvideos zu „Algiers“ – folgende Zeilen zu lesen:

1998… scheinbar ewig her ist das. Damals standen die Twin Towers des World Trade Centers im “Big Apple” noch, Bill Clinton war noch Präsident der US of A (und mitten im Straucheln der “Lewinsky-Affäre” begriffen) und Gerhard “Gert” Schröder hatte soeben Helmut Kohl, die bundesrheinische Wiedervereinigungsverdienst”birne”, im Amt des Bundeskanzlers abgelöst. Und: 1998 war auch das Jahr, in dem Greg Dulli und seine Afghan Whigs ihr bislang letztes Album “1965” veröffentlichten. Drei Jahre später ließ die Band aus Cincinnati, Ohio – nach 15 gemeinsamen Jahren – offiziell ihre Auflösung “auf Zeit” verlauten, um sich ihren Familien oder anderen Dingen widmen zu können. Danach war es vor allem Reibeisenstimme Greg Dulli, der solo oder – vor allem – in anderen Formationen und Konstellationen für gespitzte Ohren sorgte. So knüpften ebenso die fünf bislang erschienenen Alben seiner neuen Stammband, den Twilight Singers, mit ihren schummrig-schönen Southern Soul Alternativrockern da an, wo die Afghan Whigs offene Enden hinterließen, wie sein Zusammenschluss mit Lieblingsbuddy Mark Lanegan als The Gutter Twins. Dass man den Afghan Whigs bei all den Dulli’schen Aktivitäten trotzdem ein klein wenig nachtrauerte, dürfte wohl nur für deren einstige Qualitäten sprechen…

Das Schöne: Alle jene, die 2006 nach Meldungen über vereinzelte Aufnahmesessions (etwa für zwei neue Songs als Beitrag zur Best Of-Retrospektive “Unbreakable: A Retrospective 1990–2006“) und Konzerte gehofft haben, dass Greg Dulli und seine sechs Afghan Whigs-Kumpel doch noch einmal mit einem komplett neuen Album um die Ecke biegen würden, haben seit einigen Wochen Gewissheit: “Do To The Beast“, seines Zeichens Album Nummer sieben und das erste seit – eben! – ganzen 16 Jahren, wird am 16. April beim ehrwürdigen Indielabel Sub Pop Records erscheinen. Und wie immer wird auch zu den neusten Ergüssen aus Greg Dullis bislang verlässlich qualitativ hochwertigen Klangfeder seitens der Presstexte kaum mit großen Zitaten gespart: “Viele Alben die ich gemacht habe, stammten von epochalen Erlebnissen in meinem Leben – und diesmal habe ich sie alle benutzt”, so Dulli. “Diese neuen Songs sind sehr visuell für mich. Sie kommen aus den Nachbarschaften meines Verstands. Es ist wie Rashomon, wobei die Geschichte aus verschiedenen Winkeln des Gedächtnisses erzählt wird.” Kryptische Worte, die – zumindest klanglich – bald aufgelöst werden…

Nun, das „Bald“ dürfte, ebenso wie die 16-jährige Wartezeit auf ein neues Album der Afghan Whigs, hiermit der Vergangenheit angehören, denn hier kann man sich die zehn Songs von „Do To The Beast“, das zu Großteilen im Studio von Queens Of The Stone Age-Kopf Josh Homme aufgenommen wurde, in voller Länge anhören.

 

 

 

Und wer im Februar noch mit den Langzeitwirkungen (s)eines Winterschlafs zu kämpfen hatte, der kann sich hier (noch einmal) das von Langzeit-Afghan Whigs-Kollaborateur Phil Harder in Szene gesetzte Musikvideo zu „Algiers“ zu Gemüte führen:

 

(Just in case: einen Alternativlink zum Musikvideo auf Vimeo gibt’s hier…)

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Video- und Songneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Conor Oberst – Hundreds Of Ways

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Glaubt man dem eigenen (digitalen) Plattenschrank, so war es in letzter Zeit ruhig um Conor Oberst. Dabei war das einstige „Wunderkind des Folk“ keinesfalls untätig, immerhin hat Oberst neben seiner seit mehr als 15 Jahren betriebenen Stammband Bright Eyes auch Soloaktivitäten oder die Alt. Country-„Supergroup“ Monsters Of Folk, zu welcher auch My Morning Jacket-Frontmann Jim James, Singer/Songwriter M. Ward oder Langzeitproduzentenkumpel Mike Mogis zählen, fest im Auge. Zudem reaktivierte er im vergangenen Jahr seine Post-Hardcore-Indierocker Desaparecidos, um mit ihnen ein paar – freilich politisch höchst relevante – Singles zu veröffentlichen und karitative Konzerte zu spielen.

Nun jedoch soll es wieder Zeit für ein neues Soloalbum sein. „Upside Down Mountain“, der Nachfolger zum 2008 erschienenen selbstbetitelten Plattenalleingang, wird am 20. Mai via Nonesuch Records veröffentlicht, wurde vom auf archaisch große Folk-Traditionen spezialisierten Musikerbuddy Jonathan Wilson produziert und wird wohl den ein oder anderen Gastauftritt, wie den des schwedischen Folk-Schwesternpaares First Aid Kit, die sich damit wohl bei Oberst für dessen Gastspiel auf ihrem zwei Jahre zurückliegenden Album „The Lion’s Roar“ revanchieren, bereithalten. Schon jetzt gibt es mit „Hundreds Of Ways“ einen ersten Vorgeschmack aufs kommende Conor Oberst-Werk, und der weist mit seinen ebenso introspektiven wie melancholischen und weitsichtigen Textzeilen, seiner country’esken Stimmung und Obersts markanter Stimme durchaus Dylan’sche Qualitäten auf…

„What a thing to be a witness to the sunshine / What a dream to just be walking on the ground / What a time to live among the ash and remnants of our love / That came before and I’m still looking for that now…“

 

 

 

The Notwist – Kong 

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Wesentlich weniger Geduld müssen alle Freunde der deutschen Elektronik-Frickel-Indierocker The Notwist aufbringen, immerhin erscheint deren neues Album „Close To The Glass“ bereits in wenigen Tagen. Bevor Platte Nummer sieben ab dem 21. Februar in Gänze in die Regale wandert, stellt die international geschätzte Band aus dem beschaulichen oberbayrischen Weilheim, deren Album in den USA vom feinen Indie-Label Sub Pop Records vertrieben wird, mit „Kong“ einen der heimlichen Hits auf „Close To The Glass“ vor und schickt das Stück samt einem Animationsvideo von Regisseur Yu Sato ins Rennen. Das macht auch durchaus Sinn, erzählt der Song doch die Geschichte eines Superhelden namens „Kong“, der eine Familie aus dem Ausnahmezustand rettet und auf ein autobiografisches Erlebnis von Notwist-Sänger Markus Achter anspielt, der als Kind viele Comics las und sich während eines regnerischen Tages in Weilheim – als Hochwasser die Stadt bedrohte – vorstellte, dass ein Superheld kommen und ihn und seine Familie aus den bedrohlichen Fluten retten würde…

 

(Wer den Song als Live-Version hören mag, der kann sich hier einen Mitschnitt von „Kong“, den die Band während eines Konzerts in Düsseldorf im Kotober 2012 zum Besten gab, ansehen…)

 

 

Marcus Wiebusch – Konfetti

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Das hat aber gedauert, Herr Wiebusch! Immerhin ein Jahr Zeit hat sich der hauptberufliche Kettcar-Bandchef und (zu einem Drittel) Labeleigentümer des geschätzten Grand Hotel van Cleef nach der Veröffentlichung seines Drei-Song-Solo-EP „Hinfort ! Feindliche Macht“ gelassen, um mit dem längst versprochenen Soloalbum in die Pötte zu kommen. Dass nun sowohl das Cover als auch die Tracklist und ein Veröffentlichungsdatum (der 18. April) vom Marcus Wiebusch-Debüt „Konfetti“ stehen, ist umso erfreulicher. Und falls auch nur ein Teil der elf Stücke so großartig gerät wie „Nur einmal rächen“, im vergangenen Jahr bereits Bestandteil der EP, nun freilich auch auf dem Debüt vertreten und außerdem eine meiner persönlichen Lieblingssongs 2013, dann steht uns ein wahrlich famoses Album von einem der sympathischsten und gewieftesten bundesdeutschen Musik-Lyriker ins Haus…

„Wenn ich abends einschlafe oder morgens aufwache / Ein gutes, cooles Leben wird die beste Rache / Eure Welt programmieren, meine leichteste Sache / Ein gutes, cooles Leben ist die beste Rache….“

 

 

 

Brody Dalle – Meet The Foetus / Oh The Joy

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Rückblick 2003: Marcus Wiebuschs Hauptband Kettcar hatte damals unlängst ihr vielgelobtes und seitdem – sowohl in Punkto „Referenzwerk“ als auch als „Meilenstein“ – oft zitiertes Debütalbum „Du und wieviel von deinen Freunden“ in Label-Eigenregie in die Plattenregale gebracht, und auch aus den US of A vernahm man ein gewaltiges Brausen und Grollen. „All my friends are murder / Hey, all my bones no marrows in / All these fiends want teenage meat / All my friends are murderers“ zischte die damals 24-jährige Brody Dalle in „Drain The Blood„, der Leadsingle des dritten Albums „Coral Fang“ ihrer damaligen Band The Distillers, höchst pissed’n’angry in Mikro. Auch heute noch verursachen der Song und seine zehn Albumkumpane energetische Punkrock-Fallstricke in den Magengruben all jener, denen das Album in bester Rancid-Tradition (mit Tim Amstrong, dem Frontmann der kalifornischen Punktocker, war Dalle übrigens bis 2003 für ganze sechs Jahre verheiratet) damals in die Karten der adoleszenten Wirren spielte. Dann jedoch machten die Distillers unvermittelt Schluss, Dalle bandelte mit Queens Of The Stone Age-Mastermind Josh Homme an, heiratete ihn 2007 und zog sich als zweifache Mutter weitestgehend aus dem Musikgeschäft zurück – Windeln und Fläschchen statt Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Und obwohl der erneute Versuch der gebürtigen Australierin, im Jahr 2009 mit dem selbstbetitelten Debüt ihrer neuen Band Spinnerette an die alte Klasse anzuknüpfen, eher Alternative Rock-mäßig mau ausfiel, beweist etwa Caspers Textreferenz im Song „230409“ („Du warst nie Brody Dalle / Und ich war nie dein Wes Eisold“ – vom Album „XOXO“), dass die Dame auch heute noch als Inbegriff der „Bonnie & Clyde“-mäßig abgefuckten Erotik des Punkrock gilt…

Nun also wagt die mittlerweile 35-jährige Brody Dalle, die auch optisch kaum noch etwas mit dem kaputten Twentysomething-Ich ihrer Selbst gemein hat (blonde Mähne statt buntem Mohawk), einen erneuten Anlauf im Musikgeschäft. „Meet The Foetus / Oh The Joy“, der erste Song ihres kommenden Soloalbums, das von QOTSA-Intimus Alain Johannes produziert wurde, lässt dabei freilich all die Bissigkeit der Distillers vermissen und erinnert mit seinem verrockten Hall und den derben Riffs eher an Achtziger-Jahre-Darkwave-Heroen wie Bauhaus oder – natürlich – die Queens Of The Stone Age. Kein großes Ding also, und man hofft, dass Dalle mit dem Rest des Albums mehr überzeugen kann als mit diesen ersten fünf Minuten. Ein kleines Ausrufezeichen kommt jedoch aus dem Hintergrund, immerhin lotste die ehemals „sexiest woman in punkrock“ keine Geringeren als Emily Kokal (Warpaint) und Shirley Manson (Garbage) für die Backing Vocals ins Studio…

 

 

 

Karen O – The Moon Song

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Ein nicht eben unähnlicher Ruf eilt auch Karen O voraus. Seit dem elf Jahre zurückliegenden Debütalbum ihrer Band, den Yeah Yeah Yeahs, gilt die 35-jährige New Yorkerin als feministische Stil-Ikone, die mit ihren Outfits mal Trends setzt, mal aneckt und mit ihrer Musik kaum bis keinerlei Anbiederei oder Kompromisse an den Zeitgeist zulässt, sondern diesen schlichtweg selbst mitdefiniert. Dass dieser Weg durchaus von Erfolg gekrönt sein kann, zeigen einerseits die vielfachen Grammy-Nominerungen des Yeah Yeah Yeahs, andererseits jedoch auch, dass Karen O für „The Moon Song“, ihren Beitrag zum – im Übrigen sehr zu empfehlenden – neuen Film „Her“ von Kultregisseur Spike Jonze, nun für den Oscar als „bestes Titelstück“ nominiert wurde.

Wer das bezaubernde „The Moon Song“, im Film selbst von den beiden Hauptdarstellern Joaquin Phoenix und Scarlett Johansson gesungen, noch nicht kennt, der sollte dies schleunigst nachholen. In dieser Version gab Karen O den Song gemeinsam mit Regisseur Spike Jonze und Produktdesigner KK Barrett bei der Online-Radioshow von KCRW „Morning Becomes Electric“ zum Besten:

 

 

20140210-her-x600-1392073735Außerdem nahm Karen O „The Moon Song“ noch im Duett mit Vampire Weekend-Frontmann Ezra Koenig auf – in eben der Variante, die der Sängerin im Grunde von Anfang an vorschwebte: „It’s wild because ‚The Moon Song‘ was written and recorded in the most humble of circumstances; at my dining room table, a few paces away from the couch I read the script for Her for the first time“, wie Karen O dem Rolling Stone erzählte. „I was really excited at the prospect of getting to record it with a male vocalist. Ezra was super cool and open, he slipped into character like a champ and damn he’s got the goods.“

 

 

The National – I Need My Girl + Live from the Sydney Opera House

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Und allwöchentlich grüßen The National… Nachdem die US-Band in der vergangenen Woche noch zum Cover-Contest ihres Songs aufrief (das Rennen machte am Ende übrigens jene Multiinstrumental-Version von Kai Keefe), präsentierten die Mannen um Frontstimme Matt Berninger am Freitag – und damit passend zur Feier des Valentinstags – das Musikvideo zur Ballade „I Need My Girl“, in welchem die Kamera vor einem komplett in schwarz getauchten Hintergrund um zum Tanz aufgestellte Paare kreist, die sich vertraut in die Augen blicken und aneinander schmiegen. Romantik pur – und das von den wohl größten Indierock-Melancholikern unserer Zeit…

 

 

Und als ob das noch nicht genug wäre, bietet die Band all denen, die es bis dato noch nicht zu einer Show von The National geschafft haben (so wie ich, leider) oder diese intensiven Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen wollen, den kompletten zweitstündigen Auftritt im ebenso berühmten wie ehrwürdigen Opernhaus von Sydney, Australien, welcher jüngst am 8. Februar stattfand und bei dem The National ganze 26 Songs zum Besten gab, im Stream an:

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Dave Grohl, Josh Homme & Trent Reznor – „Mantra“


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Heute bin ich im Zuge meines Resümees des in wenigen Tagen zu Ende gehenden Musikjahres 2013 wieder auf diesen Song gestoßen: „Mantra“ – dieses Monster, eingelegt in Rock und Groove… Klar, wenn man einmal die Summe seiner Teile nimmt – Dave Groll (Foo Fighters, Nirvana), Josh Homme (Queens Of The Stone Age, Kyuss) und Trent Reznor (Nine Inch Nails) -, dann dürfte relativ schnell klar werden: da kann ja gar nichts schief gehen, da sind ja Kenner des Fachs am Werk! Und so ist es denn auch. Das Stück, als solches der Abschluss des Soundtracks zu Grohls Filmregieerstling „Sound City„, in welchem er die Geschichte des legendären Los Angeles-Tonstudios „Sound City Studios“ (profaner Name, dafür umso mehr Historie!) aufarbeitet, erspielt sich während seiner Länge von gerade einmal knapp acht Minuten sämtliche Aufmerksamkeit. Groß und vereinnahmend? Genau das!

Wer also Dave Grohls fabelhafte Filmdokumentation und deren – natürlich hochkarätig besetzte – Begleitmusik noch nicht kennt, der sollte bei Gelegenheit dafür sorgen, dass diese Lücke geschlossen wird. Oder dem Rock abschwören.

 

Hier gibts das Video zum Song, in welchem Grohl, Homme und Reznor nicht eben lange fackeln und dafür ein umso größeres Rockfeuerwerk abbrennen…

 

…und ein kurzes Making Of aus der Dokumentation „Sound City“:

 

Sound City

 

Rock and Roll.

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