Schlagwort-Archive: James Graham

Song des Tages: The Twilight Sad – „I/m Not Here [missing face]“


The-Twilight-Sad-810x507

Lange nichts mehr gehört von The Twilight Sad, oder? Immerhin liegt die Veröffentlichung des letzten, sehr guten Albums „Nobody Wants To Be Here & Nobody Wants To Leave“, eine persönliche, emotionale und teilweise verzweifelte Platte voller Schwermut und Schmerz, bereits ganze vier Jahre zurück…

Gut also, dass sich die (zumindest im Studio) mittlerweile zum Duo geschrumpfte schottische Düster-Band um James Graham und Andy MacFarlane nach einigen – passenderweise – mit den kaum fröhlicher drein blickenden The Cure gespielten Shows – und pünktlich zur Ankündigung einiger Konzerte in Deutschland und Österreich im Herbst – nun mit einer neuen Single zurück meldet.

Natürlich wirkt ein Song wie „I/m Not Here [missing face]“ an schwül-heißen Sommertagen wie der an Stellen wie diesen so oft bemühte Schneemann an der Copacabana. Dennoch ist man sofort wieder drin im schwirrenden Gefühlskosmos der Glasgower Band, denn schließlich ist alles da: die druckvollen Gitarrenwände, die flirrenden Keyboards, das mit Hall davon preschende Schlagzeug – und freilich James Grahams breiter schottischer Akzent, bei dem man wohl maximal die Hälfte des Textes wirklich auf Anhieb versteht (so denn überhaupt). Außerdem kommt „I/m Not Here [missing face]“ mit einem wahnsinnig eingängigen Refrain daher.

Ob dem neuen Song (der übrigens hier aufs Schönste in Kürze seziert wurde) schon baldigst – und am besten natürlich im Herbst – ein neues Album folgt? Warten wir’s ab…

 

Die Tourdaten…

11.11.2018 – Wiesbaden – Schlachthof
12.11.2018 – München – Ampere
13.11.2018 – Wien – Chelsea
15.11.2018 – Berlin – Musik & Frieden
16.11.2018 – Hamburg – Molotow

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , ,

Symphony’n’Shoegaze – The Twilight Sad verschenken einen besonderen Konzertmitschnitt…


the twilight sad

Knapp zwei Jahre sind nun seit „No One Can Ever Know„, dem letzten Album von The Twilight Sad, vergangen. In der Zwischenzeit war das schottische Shoegazing-Indierock-Trio jedoch keinesfalls untätig. Den Beweis hierfür tritt die Band nun – auch in freudiger Erwartung des Rereleases ihres ursprünglich 2007 erschienenen Debüts „Fourteen Autumns & Fifteen Winters“ anlässlich des Record Store Days am 19. April – mit dem Mitschnitt jenes Konzertes an, das The Twilight Sad beim Spree Festival 2013 in der Paisley Abbey, einem gut 800 Jahre alten ehemaligen Kloster etwa elf Kilometer westlich von Glasgow, spielten. Der besondere Reiz für Fans wie Neulinge der Band besteht wohl darin, dass James Graham (Gesang), Andy MacFarlane (Gitarre) und Mark Devine (Schlagzeug) den Auftritt nicht allein absolvierten, sondern sich bei einigen der neun Songs vom Royal Scottish National Orchestra unterstützen ließen. Und das Beste: Die Band bietet den 43-minütigen Mitschnitt allen Neugierigen und Interessierten hier komplett kostenlos – und nur im Austausch gegen eine E-Mail-Adresse – zum Download aufs heimische digitale Abspielgerät an!

Die Setlist des Abends liest sich wie folgt:
1.  The Wrong Car (mit dem Royal Scottish National Orchestra)
2.  I Became A Prostitute
3.  Sick (mit dem Royal Scottish National Orchestra)
4.  Mapped By What Surrounded Them
5.  Alphabet
6.  The Room (mit dem Royal Scottish National Orchestra)
7.  That Summer at Home I Had Become the Invisible Boy
8.  And She Would Darken The Memory
9.  Cold Days From The Birdhouse (mit dem Royal Scottish National Orchestra)

 

Frontmann James Graham fand rückblickend – via The Line Of Best Fit – übrigens folgende Worte zum Auftritt:

“If I’m honest playing with an Orchestra was something we never thought would happen with this band. I thought things like that only ever happened to bands like Metallica. So when we were asked if we’d like to perform our songs with The Royal Scottish National Orchestra we felt that opportunities like this don’t come around everyday so we said “yes” straight away.

We always want to push ourselves and try new things and this gave us a perfect opportunity to do just that. We’ve been performing as a three-piece playing a stripped back sets for most of the year and felt that performing in a similar way with an orchestra would make a lot more sense.

Paisley Abbey was a perfect venue for the gig as its pretty spectacular and the gig sold out in a couple of hours which was cool. It’s probably the most nervous I’ve been before a show because of our surroundings and the occasion itself (I was also relatively sober as well for once). All in all I think the gig went well, the crowd were great and I’m proud that we put ourselves out there and tried something new.”

Twilight-Sad-featured

 

Hier kann man sich die gemeinsam mit dem Royal Scottish National Orchestra zum Besten gegebenen Songs „The Wrong Car“, „Sick“, „The Room“ und „Cold Days From The Birdhouse“ als gut 21-minütigen audiovisuellen Konzertzusammenschnitt zu Gemüte führen:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Mit besten Grüßen aus Dröhnland – The Twilight Sad verschenken einen bislang unveröffentlichten Song…


The Twilight Sad

Das schottische Shoegaze-/Postrock-Trio The Twilight Sad mag sich zwar gerade auf US-Tour befinden. Das hält die Band um Sänger James Graham jedoch nicht davon ab, den Song „Tell Me When We’re Having Fun“, welcher von den Aufnahmesessions zum letzten, 2012 erschienenen Album „No One Can Ever Know“ stammt, an die treue Hörerschaft ihrer tendenziell schlecht gelaunten Kleinode for free weiterzureichen…

Der Song kann über die Facebook-Seite der Band aus heimische Abspielgerät geladen und hier probegehört werden:

 

Und da wir gerade bei den Twilight Sad-Miesepetern aus dem Umland von Glasgow sind, reichen wir doch gleich noch das Video zu „Dead City“, welches zumindest mir bislang unbekannt war, nach:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Das Album der Woche


The Twilight Sad – No One Can Ever Know (2012)

-erschienen bei FatCat Records / Rough Trade-

Der Abschied ist ein zweischneidiges Schwert. Spätestens jetzt kann nun auch die zum Trio geschrumpfte schottische Band The Twilight Sad das eine oder andere Lied zu diesem Sprichwort beitragen. Ihr Bassist Craig Orzel, seit der Gründung 2003 für die tiefen Töne verantwortlich, verließ die Band 2010 „aus privaten Gründen“. Eventuell mag das ja die Initialzündung für den Entschluss gewesen sein, dem gewohnten Bandsound einen neuen Anstrich zu verpassen… So verabschiedete sich die Band nach ihrem Bassisten auch von der bisher so charakteristischen „Wall of Sound“, begab sich in die Hände von Produzent Andrew Weatherall (u.a. Beth Orten, Primal Scream) und hieß – und dies ist der „Verdienst“ von eben jenem Weatherall und seinen Vorlieben – ein bisher für sie ungewohntes Instrument in ihrer Mitte willkommen: den Synthesizer. Das bei den Aufnahmen, welche Anfang 2011 in London stattfanden, herausgekommene und nun erscheinende dritte Album „No One Can Ever Know“ ist vor allem eins: mutig. Mutig, einen Beinahe-Neuanfang zu wagen, mutig, zu riskieren, dass man die Sympathien und Aufmerksamkeit einiger Anhänger verspielt. Doch etwas anderes stand laut Gitarrist Andy MacFarlane nie zur Debatte: „We never want to remake the same record just because it pleased some people.“ Man fühlt sich an einigen Stellen an eine englische Band erinnert, die vor nicht all zu langer Zeit mit ihrem ebenfalls dritten Album einen ähnlichen Richtungswechsel vornahm: die Editors

Arbeitete die Band auf den tollen Vorgängern „Fourteen Autumns & Fifteen Winters“ (2007) und vor allem „Forget The Night Ahead“ (2009) noch gewinnbringend und beeindruckend mit der Laut-Leise-Dynamik aus Gitarre, Schlagzeug und Bass und stapelte Spuren zur bereits erwähnten „Wall of Sound“ auf, thronen nun analoge Synthesizer nach bester New Wave- / Syth-Pop-Manier über allen neun Songs. Das mag der Band eventuell einige neue Zuhörer aus dem „dunklen Lager“ und ein deutliches Plus in Sachen Tanzbarkeit bescheren, alle anderen jedoch, die bisher mit The Twilight Sad vertraut waren, lässt die knapp 45 Minuten währende Geisterbahnfahrt eher ratlos fröstelnd zurück. Natürlich bleiben noch die markante Stimme und der breite schottische Akzent von Sänger James Graham, um sich daran festzuhalten. Natürlich geht es in seinen Texten erneut um die mal mehr, mal weniger morbiden Seiten von Liebe, Sex und Zärtlichkeit (ein ‚Sonnenscheinchen‘ wird Graham in diesem Leben wohl kaum mehr). Doch der Rest in – beinahe – komplett ungewohnt. Bei einigen Songs, wie der Vorabsingle „Sick“, düster-schönen „Not Sleeping“ oder dem sakral beginnenden „Nil“, geht das Experiment vollends auf, in vielen anderen Songs jedoch singt Graham regelrecht gegen die Sythie-Flächen an. Konnte man sich bei den Vorgängern noch, aller Lautstärke zum Trotz, in die atmosphärischen Gitarrenspuren von McFarlane schmiegen, fühlt man sich bei all der analogen Kälte (exemplarisch ist hierfür der Albumabschluss „Kill It In The Morning“), welche Vorbildern wie Magazine, Autechre, Cabaret Voltaire oder Joy Division gefährlich nahe kommt, von der Musik abgestoßen. Die Band zieht vom gemütlichen, miefig-sympathischen Pub in die Kellergewölbe des angesagten, neuen, Eighties-mäßigen Elektro-Clubs und lässt einen an Tresen sitzen…

Dass „No One Can Ever Know“ trotzdem ANEWFRIENDs Album der Woche ist, ist ihrem Mut und ihrer Rücksichtslosigkeit in Sachen Veränderung zu verdanken (und ein wenig wohl auch den von den Vorgängern eingeheimsten Restsympathien). So wird das dritte Album von The Twilight Sad zwar nicht als Totalausfall oder als ihr – zumindest für mich – bestes, eventuell jedoch als ihr mutigstes in die Bandhistorie eingehen. Wer die „gewohnten“ Klänge des Trios aus dem schottischen Kilsyth hören möchte, der muss wohl momentan auf die B-Seiten schielen (die Demo-Version des Songs „Untitled #67“ als B-Seite von „Sick“ ist in seiner berührenden Reduktion in Verbindung mit Grahams Stimme und Text da ein positives Beispiel), und hoffen, dass der Band beim nächsten Album wieder nach einer Veränderung ist…

Wer mag, kann sich „No One Can Ever Know“ weiterhin hier in Gänze im Stream anhören.

Hier noch einmal das Video zu „Another Bed“, welches die morbide Grundstimmung der Texte sehr gut veranschaulicht…

 

…und einen vor wenigen Tagen veröffentlichten Auftritt der Band in der tollen „A Take Away Show“-Reihe von La Blogothèque:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,

„No One Can Ever Know“ von The Twilight Sad – das komplette Album im Stream


Bevor „No One Can Ever Know“, das dritte Album der schottischen Band The Twilight Sad, am 6. Februar via FatCat Records erscheint, kann man sich die Platte über DIY im Stream komplett zu Gemüte führen. Dazu bietet die Seite auch Track-By-Track-Erleuterungen von Frontmann James Graham.

Nachdem auf ANEWFRIEND bereits das Video zu „Another Bed“ zu bestaunen war, hier nun bewegte Bilder zu „The Wrong Car“, einem meiner Lieblingssongs der Band…

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: