Schlagwort-Archive: Iggy Pop

Weihnachten im Hause Iggy Pop…


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(gefunden bei Facebook / Zeichnung von Mark Parisi)

 

Na denn: Schöne Bescherung!

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Starcrawler – „Chicken Woman“ (Live Session)


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Mein erster Gedanke: Die gruselige dürre Horror-Uschi vom Dachboden des ersten „[REC]“-Streifens (und hiermit sei bitte explizit das spanische Original gemeint!) hat’s nach draußen geschafft und im sonnigen L.A. eine tieftönende Glamrock-Band gegründet…

coverIst natürlich Quatsch. Dennoch mag einen die groß gewachsene, mit „schlaksig“ noch mild umschriebene Statur von Frontdame Arrow De Wilde gut und gern das Fürchten lehren. Und die Musik, die die Tochter von Star- und Szene-Musikfotografin Autumn De Wilde (die in der Vergangenheit unter anderem Größen von Beck, Fiona Apple, die White Stripes, Wilco, die Raconteurs bis hin zu Elliott Smith vor die Linse bekam) mit ihrer Band Starcrawler auf dem selbstbetitelten, im vergangenen Jahr erschienenen Debütwerk durch die Lautsprecherboxen jagt? Klingt, „als hätten die Cramps mit Joan Jett im Schlepptau die B-52’s im Proberaum überfallen“ (meint etwa der „Musikexpress„). Oder wie ein zwischen somnambul und Sonnenstich pendelnder Mix aus Ozzy Osbourne, den Runways, Misfits, Yeah Yeah Yeahs und Patti Smith. Klar wäre das Quartett aus dem Los-Angeles-Viertel Echo Park, wo Arrow De Wilde ihre drei milchbübigen Mitstreiter einst auf dem Schulpausenhof rekrutierte, gern so manisch, bissig und gefährlich wie einst Iggy Pop und seine Stooges, oder meinetwegen – um auch ein weibliches Role Model ins Feld zu führen – wie Brody Dalle und ihre seligen Distillers. Dafür baden die zehn Glam’n’Punk’n’Roll-Songs des Debütalbums, welches übrigens von einem gewissen Ryan Adams mit reichlich fachmännischem Retro-Chic produziert wurde, jedoch zu genüsslich im Pop. Da können de Wilde und Band-Nesthäkchen-Gitarrist Henry Cash noch so sehr ihre Liebe zu Oralsex und der Stadt der Engel besingen, pausbäckigen Hass ausspeien, juvenile Tränen vergießen und verkünden: „I don’t wanna be anything but me. I don’t wanna be cause I will do what I want.“ Da kann man noch so viele prominente Fans und Fürsprecher von Dave Grohl (Foo Fighters) über Shirley Manson (Garbage) bis hin zu Elton John vorweisen und auf der Bühne manische an das „Der Exorzist“-Mädchen (oder eben „[REC]“) gemahnende Posen und Verrenkungen aufs Parkett legen. Es bleibt düster scheppernder Pop. Der jedoch? Unterhält.

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: alt-J – „In Cold Blood“


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alt-J, Englands wohl verspulteste erfolgreiche Indierock-Band, haben im Zuge ihres in Kürze erscheinenden dritten Albums „RELAXER“ ein neues Video gedreht (oder: drehen lassen), und das ist, wie schon der Vorgängerclip zu „3WW„, kein gewöhnliches Musikvideo: Der Kurzfilm zu ihrem Song „In Cold Blood“ erzählt vom gefährlichen Leben einer Waldmaus, und als Sprecher konnte das Trio, welches bereits 2012 mit seinem Debütalbum „An Awesome Wave“ den in Großbritannien so renommierten „Mercury Prize“ einheimsen konnte und 2015 gar für einen Grammy nominiert war (fürs Zweitwerk „This Is All Yours„), niemand Geringeren als Iggy Pop himself gewinnen. Regie führte der dänische Regisseur und Fotograf Casper Balsley, gefilmt wurde das Ganze im Wald Hareskoven nahe Kopenhagen.

Das Video begleitet die kleine, namenlose Maus auf ihrer Wanderung über Stock, Stein und Gebüsch. Sie wird argwöhnisch von einer Schlange beobachtet, pausiert neben einer Schnecke, putzt sich, genießt die Aussicht, springt dem Tod von der Schippe, entdeckt schließlich Leichenteile, Blut und Bargeld – und macht sich erst einmal über die Fritten der Verblichenen her. Den Rest des (spätestens) von dort an völlig arty-absurden Musikvideos, dessen Titel „In Cold Blood“ nun mal so richtig Programm ist, schaut ihr euch lieber selbst an…

 

 

Und wie hört sich der Song bitte live an? Diese Frage dürfte wohl der folgende Mitschnitt beantworten, der alt-J bei einem Gastspiel in Jimmy Fallons „The Tonight Show“ zeigt – inklusive der Haus-und-Hof-Band The Roots:

 

Rock and Roll.

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Iggy Pop: Der „Godfather of Punk“ feiert seinen 70. Geburtstag


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Eigentlich müsste James Newell „Jim“ Osterberg Jr. längst tot sein. So wie sein Buddy David Bowie, der im Januar 2016 verstarb. So wie seine ehemaligen Stooges-Bandmates Scott († 2014) und Ron Ashton († 2009), Dave Alexander († 1975) und Steve Mackay († 2015). Doch ähnlich wie Keith Richards (of Rolling Stones fame) ist Iggy Pop in all den Jahrzehnten, die der „Godfather of Punk“ nun schon die Bühnen der Welt zerlegt, zwar merklich älter geworden und trägt seine ledrig-sehnigen, durchtrainierten Runzeln im 21. Jahrhundert etwas gemächlicher spazieren, aber: he’s still standing. Und das ist ob des Rock-and-Roll-Lebenstils, den der „Rock Iguana“ seit den Sechzigern teilweise exzessiv-ausgeprägt gepflegt hat – massig Sex, noch mehr Drogen und allzeit Punkrock gehörten da freilich dazu-, schon erstaunlich.

Klar, in den letzten Jahren hat Pop die Frequenz an energetischen Studioalben und furiosen Liveshows merklich zurückgefahren (und es vor nicht allzu langer Zeit gar einen halbwegs gelungenen Flirt mit dem Chanson gewagt), aber gerade das letzte Studiowerk „Post Pop Depression„, welches Osterberg gemeinsam mit Queens-Of-The-Stone-Age-Mastermind Josh Homme in dessen „Rancho De La Luna“-Studio irgendwo im Nirgendwo in der kalifornischen Wüste aufnahm, beweist, dass der Mann auch jenseits aller Jugendlichkeit noch eine „Raw Power“ besitzt, bei der selbst manch anderer Musiker im besten Schaffensalter schlapp machen würde (obwohl man zugeben muss, dass es schon eines gleichgesinnten Kreativpartners wie Homme bedurfte, um diese Energien aus Pop heraus zu kitzeln).

Klar, früher konnte der US-amerikanische Musiker gar nicht genug von Opium, Kokain, Heroin und all den anderen Rauschmitteln kriegen (alles Klischees, die ja irgendwoher kommen müssen), doch inzwischen rührt Iggy Pop laut eigenen Aussagen keine Drogen mehr an. Nicht einmal Zigaretten. „Ein paar Wochen vor dem neuen Millennium machte ich reinen Tisch. Ich hörte auf zu rauchen und habe seitdem nie mehr irgendeine Droge angerührt. Seit dem Beginn des Jahrtausends bin ich clean“, sagte er im September 2016 im „Zeit Magazin“. Insofern dürfte einer wie Ian „Lemmy“ Kilmister, der 2015 verstorbene Frontmann von Motörhead, mit seinem Lebensstil auf ewig ein medizinisches Kuriosum bleiben („Ihr Blut ist giftig. Sie haben kein menschliches Blut mehr in sich, ihr Blut würde einen normalen Menschen töten,“ wie ein Arzt diesem einst bestätigte – nachzulesen in dessen übrigens höchst amüsanter Autobiographie).

Klar, auch einer wie Iggy Pop war nicht immer und bei jedem Song geschmackssicher (gerade in den schrecklichen Achtzigern tut sich, wie bei so vielen anderen Musikern und Bands auch, eine recht einschneidende qualitative Talsohle auf, als Osterberg zu sehr versuchte, sich mit Keybaords und Hardrock an der damaligen Zeitgeist anzubiedern). Aber der Erfolg, den die lebende Legende, die 2010 in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde, gerade bei den Konzerten seiner (vorerst) letzten Tournee im vergangenen Jahr hatte (nachzuhören und -schauen Live-Album-Package „Post Pop Depression – Live at the Royal Albert Hall„), beweist, dass Stücke wie „I Wanna Be Your Dog“, „No Fun“, „Gimme Danger“, „Nightclubbing“ und natürlich „Lust For Life“, „China Girl“ (gemeinsam mit David Bowie geschrieben) oder „The Passenger“ einfach zeitlos sind und bleiben. Wie der Punkrock sich ohne Iggy Pop und seine Stooges heute anhören würde? Ob er überhaupt existieren würde? Man möchte es sich nicht einmal ausmalen…

Heute wird Jim Osterberg, der 1947 in Muskegon, Michigan zur Welt kam, stolze 70 Lenze alt. Und wäre das nicht schon erstaunlich genug, so würde man dem Mann, bei dem dem geneigten Rock-Fan freilich zuerst seine energiegeladenen Live-Shows mit freiem Oberkörper in den Sinn kommen, wohl noch 70 weitere Jahre zutrauen. Wie sagte Bill Clinton vor nicht allzu langer Zeit: „Keith Richards ist, außer Kakerlaken, die einzige Lebensform, die einen Atomkrieg überleben kann.“ Dass er dabei den „Godfather of Punk“ nicht auf der Rechnung hatte, mag man dem ehemaligen US-Präsidenten verzeihen. Da mag sich die Phrase noch so pathetisch anhören, da mag man noch so sehr genötigt werden, flugs ein, zwei Scheine ins Phrasenschwein einzuzahlen: So einer wie Iggy Pop wird heutzutage nicht mehr gebaut. Isso. Umso schöner, ihn noch auf dieser Seite der Welt zu wissen. Allet, allet Jute zum Jeburtstach, Iggy Pop!

(Ein schönes Portrait von, für und über Iggy Pop findet man übrigens bei den Schreiberlingen des deutschen „Rolling Stone“…)

  

  

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Rock and Roll.

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Das Chamäleon, das zur Erde fiel – David Bowie ist tot.


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„Look up here, I’m in heaven
I’ve got scars that can’t be seen
I’ve got drama, can’t be stolen
Everybody knows me now

Look up here, man, I’m in danger
I’ve got nothing left to lose
I’m so high, it makes my brain whirl
Dropped my cellphone down below

Ain’t that just like me?!

By the time I got to New York
I was living like a king
Then I used up all my money
I was looking for your ass

This way or no way
You know I’ll be free
Just like that bluebird
Now, ain’t that just like me?

Oh, I’ll be free
Just like that bluebird
Oh, I’ll be free
Ain’t that just like me?“

(„Lazarus“ vom Album „Blackstar“)

 

 

Als ich heute früh in die Küche komme, fragt mich meine Freundin: „Du, kann es sein, dass David Bowie gestorben ist?“ Ich stocke kurz, stutze, denn mir steckt der Tod von Motörheads Lemmy Kilmister noch immer ein wenig in den Knochen. „Nee“, entgegne ich, „der hat doch noch vor drei Tagen ein neues Album rausgebracht. Muss wohl ’ne Falschmeldung sein, oder du hast da irgendetwas falsch verstanden. Dem geht’s schon gut.“ Der letzte Satz war wohl mehr an mich selbst als an meine Freundin gerichtet. Trotzdem klappe ich schnell mein MacBook auf, checke das erstbeste Nachrichtenportal. Da die Eilmeldung: „David Bowie ist tot.“ Mir läuft ein Schauer beunruhigend eiskalt den Rücken herunter. Darauf wechsle ich zu Facebook, zu Twitter. Innerhalb von Minuten hat sich da bereits alles mit R.I.P.-seligen Beileidsbekundungen gefüllt, kaum etwas anderes scheint der Welt an diesem frühen Montagmorgen (mitteleuropäischer Zeit) wichtig. Links zu Lieblingssongs machen die Runde, Persönliches wie Ausführliches und Offensichtliches. Die digitale Welt nimmt Anteil, steht für viele lange Atemzüge unter Schock.

Überhaupt: „David Bowie ist tot.“ – wie irrwitzig, wie unrealistisch sich dieser Satz liest, wie unwahr er klingt. Als würde eine Gazette titeln: „Gott ist tot.“ Alles möglich zwar – es kommt nur auf den Standpunkt an -, dennoch darf man berechtigte Zweifel hegen. Und der fannah-popmusikalisch Geschulte darf gern Blasphemie unterstellen.

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Warum? Weil David Bowie im Grunde immer schon da war. Seit den späten Sechzigern, als er im Swingin‘ London seine ersten (Folk-)Gehversuche unternahm. Und: ja, alles, was darauf folgte, ist popkulturelle Geschichte. Er war Major Tom (der Klassiker „Space Oddity“ von 1969), war die Glamrock-Kunstfigur Ziggy Stardust, war der koksende Soulvampir, der als „Thin White Duke“ bekannt wurde, ging Ende der Siebziger für kurze Zeit nach Westberlin, um im Stadtteil Schöneberg in einer WG mit einem gewissen Iggy Pop zu wohnen und während dieser Zeit in den nahe gelegenen Hansa-Studios mit der Album-Trilogie aus „Low„, „Heroes“ und „Lodger“ Meilensteine aufzunehmen (und mit „Helden“ einen seiner Klassiker sogar auf deutsch zu intonieren), widmete sich in den Achtzigern mehr dem New Wave und der widerspenstig-abseitigen Seite des Pop („Let’s Dance„), nur um in den Neunzigern erneut eine Transformation zu durchleben – die zum Elder Statesman, der mahnend über allem schwebte und schützend seine künstlerische Hand über jene Adjutanten legte, die seiner inspirierenden Ader nachhingen (und das waren nicht wenige). Alben veröffentlichte der 1947 als David Robert Jones im Londoner Stadtteil Brixton zur Welt gekommene Kosmopolit bis 2003 beinahe stetig im Zweijahrestakt, bis „Reality“ in ebenjenem Jahr sollten es ganze Dreiundzwanzig werden. Und als ob das noch nicht genug wäre, spielte das kulturell höchst wandelbare Chamäleon noch gute Rollen in einem Dutzend Filme, von welchen vor allem „The Man Who Fell From Earth“, „Labyrinth“, „Christinane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ oder „The Prestige“ in Erinnerung bleiben werden (ebenso wie Gastrollen in „Twin Peaks“).

Dann jedoch kam 2004, als Bowie nach einem Auftritt beim „Hurricane“-Festival im norddeutschen Scheeßel mit Verdacht auf Herzinfarkt in ein Hamburger Krankenhaus eingeliefert und dort notoperiert wurde. Die 14 Termine – und damit auch jener beim „Hurricane“-Schwersternfestival „Southside“, wo ich ihn live gesehen hätte – wurden abgesagt, und David Bowie sollte – von einem kurzen Gastauftritt an der Seite von Norah Jones bei einer New Yorker Charity-Veranstaltung 2006 – von da an nie wieder auf einer Bühne auftreten. Mehr noch: ebenjener Künstler, der fast vier Dekaden lang die Pop- und Rockmusik mit all ihren Facetten geprägt hatte, zog sich von da an fast gänzlich ins Private, in seine vier Wände nach New York City zurück.

Umso überraschender kam Bowie 2013 – und damit ganze zehn Jahre nach „Reality“ – mit einem neuen Album, „The Next Day„, ums Eck, auf dem er unerwartet konventionell die Vergangenheit feiert. Trotzdem war es schön zu hören, dass der Mann auch nach (s)einer langen Pause sein Gespür fürs Musikalische nicht gänzlich verloren hatte. Mit dem am vergangenen Freitag, den 8. Januar – Bowies 69. Geburtstag – veröffentlichten 25. Studiowerk „Blackstar“ ging der visionäre Musiker mit seinem Stammproduzenten Toni Visconti sogar noch ein paar Schritte weiter, heuerte einige der besten Jazzmusiker New York Citys an und nahm Stücke wie das großartige „Lazarus“ auf – irgendwie Jazz, irgendwie Fusion, viel Improvisation. Man durfte nur erwarten, dass man ein Album wie dieses nicht (mehr) von Bowie erwartet hätte. Aber so war er eben.

War? Ja, leider. Am gestrigen 10. Januar erlag Bowie – zwei Tage (Lemmy lässt schön grüßen) nach seinem 69. Geburtstag, zwei Tage nach Veröffentlichung von „Blackstar“ – in New York (s)einem Krebsleiden, dessen Diagnose er 2014 bekam. Will heißen: er wusste, dass sein 25. Studiowerk sein ganz persönliches Abschiedsgeschenk an die Musikwelt werden würde, und arbeite mit diesem Wissen an seinen letzten Songs. Mit dieser Ahnung dröhnt „Blackstar“ noch um Einiges dunkler, abgründiger, verheißungsvoll nach Lebewohl.

screen-shot-2016-01-11-at-7-13-22-amErst vor wenigen Tagen hatte ich mit meinem Vater eine kurze Unterhaltung darüber, dass all seine – und auch einige von meinen – musikalischen Heroen, die man gefühlt schon immer um sich wusste, wohl in absehbarer Zeit das Zeitliche segnen werden, und wie eigenartig sich dieses Gefühl im Grunde anfühlt. Und obwohl weder mein Vater noch ich große Bowie-Fans waren, so fühlt sich die Nachricht vom Tod David Bowies exakt so an: eigenartig. Denn ohne David Bowie wäre die Musikwelt – egal, ob im Pop-, im Rock-, im Elektro-, im Jazz-, Soul-, Blues- oder Wasweißichauchimmerbereich – heute nicht die, die sie ist. Und nicht nur Musiker, auch Modemacher, Filmemacher (Bowies Sohn aus erster Ehe, Duncan Jones, ist selbst Regisseur) oder Maler ließen sich über die Jahrzehnte von ihm inspirieren. Er kollaborierte über all die Jahre mit zig Künstlern und Bands aus verschiedensten Genres (Queen, Pet Shop Boys, Iggy Pop, Nine Inch Nails, Placebo, Massive Attack, Lou Reed, TV On The Radio, Arcade Fire…), und jeder, den er mit einem seiner raren Gastauftritte die Ehre erwies, konnte sich a) glücklich schätzen und b) kein schlechtes Wort über den gebildeten gebürtigen Briten und Wahl-New-Yorker verlieren. Denn selbst für all jene, die im Laufe seiner Karriere nicht zu Fans mutierten, war Bowie etwas Besonderes, ein Chamäleon, das mit seinen einerseits visionären wie ebenso absolut zeitgeistigen Ideen allen Freaks und Intellektuellen, allen Abgehobenen wie Auf-dem-Boden-gebliebenen eine Stimme verlieh. David Bowie war der Außenseiter im inneren Zirkel, der Mann, der zur Erde fiel, und am Ende doch wohl ganz in sich ruhte. Die menschliche Seite an Bowie mag nur allzu sterblich gewesen sein, eine Legende, der man nie so ganz habhaft werden konnte, jedoch war der Mann bereits zu Lebzeiten. Und genau das ist es doch, was Popmusik so schön, so interessant macht: der kleine Rest Mysterium am Ende des Kaffeesatzes… Mach’s gut, Thin White Duke.

 

„This is Major Tom to Ground Control
I’m stepping through the door
And I’m floating in a most peculiar way
And the stars look very different today… for here.“

(„Space Oddity“ vom gleichnamigen Album)

 

(Obwohl ich heute im Laufe des Tages vor allem die tolle Queen-Kollaboration „Under Pressure“ und den Danny-Lohner-Mix von „Bring Me The Disco King“ im Kopf hatte…)

 

Rock and Roll.

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„No fun“ – Scott Asheton ist tot.


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Heaven’s got another drummer boy now… Gestern ist Scott Asheton, seines Zeichens Schlagzeuger und Gründungsmitglied von Iggy Pops wahnwitziger Garagerock-Band The Stooges, im Alter von 64 Jahren verstorben. Dies gab Iggy Pop auf seiner Facebook-Seite bekannt:

Mein lieber Freund Scott Asheton ist letzte Nacht verstorben.

Scott war ein großartiger Künstler, ich habe niemanden gehört, der mit mehr Bedeutung Schlagzeug gespielt hat als Scott Asheton. Er war wie mein Bruder. Er und Ron haben der Welt ein Riesenerbe hinterlassen. Die Ashetons waren immer wie eine zweite Familie für mich, und werden das immer sein.

Meine Gedanken sind bei seiner Schwester Kathy, seiner Frau Liz und seiner Tochter Leanna, die das Licht seines Lebens war“.

 

Anstatt zu zitieren, will ich auch hier andere mit ihrem Nachruf zu Wort kommen lassen – etwa die Schreiberlinge von spiegel.de.

 

 

 

 

Rock and Roll.

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