Schlagwort-Archive: Hit

Song des Tages: Robin Thicke – „Blurred Lines“ (feat. Pharrell Williams & T.I.)


Robin-Thicke-TI-Pharrell-Blurred-Lines

Hier mal die (beinahe) garantierte Rezeptur für den eigenen No.1-Hit: man krame die Telefonnummer von Pharrell Williams, den man kürzlich erst wieder auf einer dieser verrucht-berüchtigten L.A.-Parties getroffen hat, hervor, rufe ihn an und bittet ihn, doch mal fix ’nen besonders derben und freshen Beat aufzulegen, weil man gleich mal mit dem Lamborghini in seinem Tonstudio vorbei kommen mag, um eben – jawoll! – den nächsten Summer-Smasher einzuspielen. „Super!“, meint da Pharrell, „mein Kumpel T.I. wollte eh mal wieder lang schauen – der macht dann auch gleich mit!“ Easy? Easy! Zumindest wenn man Robin Thicke heißt, die Nummer von Pharrell noch irgendwo rumliegen hat und der Lamborghini vor der Villa geparkt ist. Dann könnte durchaus ein Song wie „Blurred Lines“, der bestenfalls an Williams’sche Großtaten aus frühen N*E*R*D-Tagen erinnert (remember „Lapdance“?), dabei heraus kommen…

Und damit auch ja nichts schief geht, packt das Dreiergespann beim optischen Pendant – sprich: dem Musikvideo – noch eins drauf und spendiert diesem obendrein ein paar dezent skandalöse nackte Tatsachen – hat hier schon jemand „Lapdance“ erwähnt? Bei solchen Videos kommt mir übrigens sofort ein Begriff (m)eines ehemaligen Gemeinschaftskundelehrers in den Sinn, der gern von „Tittitainment“ sprach – wie wahr, wie wahr…

Wie dem auch sei – gute Nummer, unterhaltsames Video. Und auch der Erfolg gibt dem gelernten Hollywood-Schönling recht: seit seinem Erscheinen im März diesen Jahres hat es der Song in zig Ländern bis auf den Spitzenplatz der Charts geschafft… Da kann man sich dann ruhig auch mal die ein oder andere größenwahnsinnig-ironische Albernheit erlauben.

Robin-Thicke-Blurred-Lines-Video-01

 

 

Und alle, die Song und Musikvideo des 2001 erschienenen N*E*R*D-Klassikers „Lapdance“ noch nicht kennen, können hier diese kleine musikalische Wissenslücke füllen:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Der Tanz des Regimekritikers… Oppan Ai Weiwei Style!


Wohl kaum einer versteht den Text, und doch marschiert „Gangnam Style„, der K-Pop-Song des südkoreanischen „Rappers“ Psy, Rekorde brechend um den Erdball: das bisher beliebteste Video in der Geschichte Youtubes (sprich: die meisten „Like“-Klicks), zahlreiche Nummer Eins-Plazierungen, sogar Video-Nominierungen (wie etwa bei den kommenden MTV Europe Music Awards 2012) hat der Song, der ursprünglich eine möglichst lächerliche Parodie des protzigen und verschwenderischen Lebensstils der Bewohner des Stadtteils Gangnam in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul darstellen sollte, bereits eingeheimst. Fünfhundertdreißig (!) Millionen Klicks sprechen für sich. Und doch nur für den Moment…

Nun ist sogar der chinesische Künstler Ai Weiwei auf den „Gangnam Style“-Zug aufgesprungen und präsentiert seine Video-Parodie: bekleidet mit pinkem Shirt und schwarzem Sakko tanzen er sowie seine Angestellten, Kollegen und Freunde ausgelassen in einem Innenhof ihre Version des Tanzes, welche sie passend dadaistisch „Gras-Sumpf-Pferd“ nennen. Zwischendrin werden immer wieder kurze Szenen des Originalvideos hineingeschnitten, und gegen Ende lässt sich Ai Weiwei sogar in Handschellen legen. – Das war wohl zu viel des Guten für die chinesische Regierung und ihren berühmt-berüchtigten Zensurdrang, denn bereits binnen kürzester Zeit war der Clip innerhalb Chinas gesperrt und ist nun für Ai Weiweis Landsleute nur noch in kommentierten Ausschnitten verfügbar… Da der 55-jährige Künstler für Peking beileibe kein Unbekannter ist – er ist als Regierungskritiker bekannt, wegen Pornographie und Steuerhinterziehung angeklagt (wobei in einem Land wie China in diesem Fall wohl mit einem anderen Maß gemessen wird) und wurde 80 Tage an einem unbekannten Ort festgehalten – darf man davon ausgehen, dass seine „Gangnam Style“-Version mehr Gesellschaftskritik mit politischem Hintergrund als Tribut an den Zeitgeist darstellen soll. Lustig anzuschauen ist’s allemal.

Glücklicherweise darf ich aus einem weit freieren Teil der Welt schreiben, deshalb gibt’s hier Ai Weiweis Video:

 

Und der regimekritische Chinese ist keinesfalls der einzige, der sich dieser Tage im Glanz der amüsanten popkulturellen Eintagsfliege sonnt, wie man anhand dieses Videos, das den UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bei einem Treffen mit dem für den globalen Hit verantwortlichen Künstler Psy zeigt…

 

Als meinen eigenen Tribut an den Zeitgeist habe ich hier für die zwei Menschen auf der Welt, denen das Original – mutmaßlich – noch fremd sein dürfte, das Video. Und als ganz besonderen Service: die deutsche Übersetzung des Textes als Untertitel!

„Oppan Gangnam Style!“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: