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Song(s) des Tages: Ren – „Jenny’s Tale“ / „Screech’s Tale“


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Ren mag zwar bereits über 82.000 Facebook-Likes und mehrere Millionen YouTube-Streams vorweisen können, ich allerdings bin dieser Tage erst durch den Vorschlagsalgorithmus von zweiterer Plattform auf den jungen Künstler aus dem englischen Brighton gestoßen. Und zitiere denn gleich mal galant die Selbstbeschreibung auf Facebook:

„Sänger, Songschreiber, Produzent, Rapper, Multiinstrumentalist. Musik ist Rens Liebe. Als er noch ein Teenager war, erkrankte Ren an einer mysteriösen Krankheit, die ihm fünf Jahre seines Lebens kostete und ihm seinen Traum nahm. Nachdem bei ihm schließlich Borreliose diagnostiziert wurde, unterzog er sich einer Stammzelltransplantation, die ihn in die Welt der Lebenden zurückbrachte. In einer Zeit, in der er jahrelang in seinem Schlafzimmer feststeckte, wandte sich Ren dem Schreiben und Produzieren zu, was ihm nach seinen Worten ‚das Leben rettete‘. Er schrieb viel über Krankheit, Isolation und Depression, und seine Worte, verbunden mit markantem Gesang und einem einzigartigen Musikstil, fanden bei vielen Menschen auf der ganzen Welt großen Anklang. Seine schnell wachsende treue Fangemeinde spornte Ren dazu an, nicht nur seine rohe und echte Musik weiter zu verbreiten, sondern auch seine eigenen visuellen Inhalte zu konzipieren und mit Hilfe seines besten Freundes und einer Kamera zu inszenieren.“

af49b84936be605c7145793035f87b25.400x400x1Hat man erst einmal ein klein wenig Luft aus der Pathos-Blase gelassen, dann findet man unterm Strich einen recht talentierten jungen Musiker, der vor allem auf seiner im vergangenen Jahr erschienenen EP „The Tale of Jenny & Screech„, dem Nachfolger zum 2015 veröffentlichten, stellenweise sehr persönlichen Debütalbum „Freckled Angels„, Songs aufbietet, die den urbanen Lokalkolorit eines Mike „The Streets“ Skinner, die Akustikgitarren-Klampfereien von Jack Peñate und die theatralisch anmutenden „Dreigroschenoper“-Moritat-Erzählungen von Brecht und Weill in sich vereinen. Modernes Großstadtdrama mit einer Menge freibeuterischem Punk-Spirit, das erst gar nicht den Versuch unternimmt, sich an irgendein Genre zu ketten…

 

 

 

„It was a quiet, dark night on an empty street
Somewhere in London City
Jenny walked alone, she was dragging her feet
She was heading back home to sleep
Well, she knew this town, she knew this floor
Because she’d walked it about a thousand times before
She wanted to escape, can you blame?

Well on the very same night, in a different place
There walked a hooded young youth by the name of James
He was 14 years old and out of his brain
He’d been smoking ganja with the boys
James, he grew up to be a kid of the street
His mates called him Screech, he was quick on his feet
He was a liar, a thief at fourteen years old
The devil had set his sights on his soul

As Jenny walked home all alone, she felt scared
Usually she was alright
But it was like there was something in the air
A divine intervention telling her to beware?
Or maybe intuition bugging her and making her so scared?
Sirens sound in the distance to the beat of Jenny’s feet
A symphony of the night that echoes crime on London’s streets
Jenny turns a corner, their eyes, they meet
Our poor girl Jenny and a boy named Screech

‚Give me all your money bitch, give it to me
If you co-operate, then you’ll soon be free
I want your purse, your phone
Don’t fucking look at me
I mean it bitch, are you listening to me?‘
Jenny freezes, statue like, a lady shaped stalagmite
Fear like liquid nitrogen in the dark night
She tried to find strength to move
But stayed as still as a statue in high heeled shoes

‚What the hell you playing at? You playing games with me?
I swear to fucking god, I’ll slice the rosy off your cheeks
You think I don’t mean it girl? You don’t know me
The last thing you see will be a boy called-‚
Screech reached for the sheath of the blade with the teeth
That could bite through steel and slice concrete
And he swung possessed, with the devil in his chest
And the statue she was turned to, butter in a breath

It was a quiet dark night on an empty street
Somewhere in London city
Jenny laid still on the cold concrete
She’s found somewhere to sleep
Well, she knew this town, she knew this floor
Because she’d walked it about a thousand times before
I guess that she escaped, it’s such a shame“

 

 

„A story, it starts
Right at the end of the life of poor Jenny
Clocked out like Big Ben
This Screech, dear boy, where did he go
He melted into the black night, just like snow

*Knocking on wooden door*

Patrick, man, let me in, please open the door
I think I fucked up, Patrick, really fucked up, man, I’m not sure
I got crazy, left a lady laying still on the floor
I think I killed her, Patrick, come on man, I can’t knock no more

But Screech kept on knocking, ‚till his knuckles became sore
But there’s no sign of Patrick, down at number 54
No refuge for our villain, for the bitter hands of faith
Have something far more sinister in mind, that does await

*Phone ringing*

[Spoken: Woman & Screech]
Hello?
Hi babe, you in?
Nah, nothing really, I’m just a bit tired
Listen, can I swing around yours for a few minutes?
I just really miss you, babe
What the fuck you mean you’re busy?
You fucking bitch, for fucks sake

Sirens sound approaching like a Banshee in the night
The shrill cry of justice cutting like the sharpest knife
But Screech was never one to run, not one to miss a fight
One hand upon his blade, he turned to face the blue light

Come on then, you fucking cunts, lets fucking have you then
I am Screech, I’m the boss here, I’m the ender of man
You think that uniform you’re wearing means that you own these streets
Well these are my fucking streets and they call me fucking Screech

Richard was an officer, who stood at 6 foot 3
Working London on the night shift, what he didn’t think he’d see
Was a boy running at him, like an animal possessed
With no time to hesitate, he fired four bullets at Screech’s chest

A story it ends, right at the start
Young Screech and poor Jenny, lying one street apart
An officer shaken, by the boy that he claimed
Two body’s lay lifeless, and it’s such a shame
It’s such a shame“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Moses Pelham – „Juli“


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Moses Pelham war noch nie besonders bekannt dafür, mit seiner Musik leicht verdauliche Radiokost zu liefern – und so mag sich vielleicht der eine oder die andere vor einigen Tagen verwundert die Augen gerieben gerieben haben. „Juli“? Der Titel der neusten Single des Frankfurter Rappers deutet ja erstmal eher auf einen luftig-leichten (und mit Erscheinen im März dezent fehlplatzierten) Sommerhit hin…

86720729_10158432283201800_3881397159832059904_oAber weit gefehlt: In dem melancholischen Stück – getragen von Pianotönen und einem erstmals ein komplettes Stück singenden Pelham – geht es nicht um den Sommermonat, sondern um eine Protagonistin gleichen Namens. Und um ihre Gefühls- und Gedankenwelt, in der mal so gar kein eitel Sonnenschein herrscht. Ein behutsamer und bittersüßer Song über das Aufstehen, das Zubettgehen und wie schwer einem das Dazwischen manchmal fallen kann – Momente tiefster Traurigkeit, die, wenn man ehrlich ist, jeder von uns kennt.

Und neben dem durchgehenden Gesang gibt es noch eine weitere Premiere, schließlich stellt das Stück, bei welchem ihm einmal mehr sein langjähriger Kreativpartner Martin Haas unter die Arme griff, die erste Coverversion dar, die auf einem Album Pelhams landen wird (wenngleich sich der Rapper bereits vor knapp drei Jahren recht erfolgreich eine Fremdkomposition vorgenommen hatte). Ursprünglich stammt die nachdenkliche Nummer aus der Feder des Berliner Musikers und „TV Noir“-Begründers Tex, den der ehemalige „Rödelheim Hartreim Projekt“-HipHopper und erfolgreiche Musikproduzent (u.a. Sabrina Setlur, Xavier Naidoo, GLASHAUS) als einen der größten Autoren unseres Landes bezeichnet. (Langjährige Leser von ANEWFRIEND dürften den Song ohnehin bereits kennen…)

„Juli“ ist nach “Notaufnahme” , “Weiße Fahne” und “Wunder” bereits die vierte Auskopplung aus Moses Pelhams in dieser Woche erscheinendem neuen Album „EMUNA“ und reiht sich fast nahtlos in die Programmatik des 49-jährigen Musikers mit introspektivem Fokus zwischen Sinn des Lebens und eigenem Glauben und erfreulicherweise fernab von jeglichem tumbem „Bling-Bling“ und klischeehaftem Schwanzvergleich ein.

 

Das Musikvideo ist passend zum Inhalt des Songs in Schwarz-Weiß-Optik gehalten und zeigt ausschließlich die Schauspielerin Cansu Tosun.

 

“Und Juli sagt vor Jahren war ein Wunder
War gut und warm und leider bald passé 
Das Leben ist ein Krokus, etwas Sonne, etwas Schnee
Und ein viel zu schneller LKW…”

 

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Rock and Roll.

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Song des Tages: Chefket – „Wir“ (Akustik Session)


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Wenn man so mag, war Chefket zu Zeiten der Veröffentlichung seines Major-Label-Debüts „Nachtmensch“ im Jahr 2015 so etwas wie der wohl älteste Newcomer im Deutschrap. Mit heute 38 Lenzen ist der aus dem schwäbischen Heidenheim an der Brenz stammende Deutschtürke beispielsweise knappe zehn Jahre älter als sein Essener Kollege 3Plusss. Şevket Dirican nach nunmehr vier Studioalben, einer ganzen Reihe von EPs und Mixtapes, Support-Shows für deutlich bekanntere Hip-Hop-Größen wie Marteria, Samy Deluxe oder Jan Delay sowie seinen zahlreichen Beiträgen zu Alben und Songs prominenter Kollegen tatsächlich noch als „Newcomer“ zu bezeichnen, ist indes reichlich fresh… ähm: frech. Auch mit seinem gesellschaftlichen Engagement, etwa für die Linksjugend, hat sich der Wahlberliner einen Namen als „größter Zeigefinger Deutschlands“ gemacht. Warum zum Geier ist der Typ also kein Star? (Und – Spoiler, Spoiler! – leider auch mit seiner vierten Platte „Nachtmensch“ keiner geworden?)

R-7350475-1439540313-9285In „Rap & Soul“, Vorab-Appetizer und gleichzeitig Opener von Chefkets jüngstem Werk (zu dem auch ein Remix mit Promi-Features von Joy Denalane, Max Herre und Xatar existiert),  erklärt der Wahlhauptstädter seine augenzwinkernde und durchaus nachvollziehbare musikalische Prämisse: Rap allein macht auch nicht glücklich. Jetzt aber einen weiteren huttragenden Flummi im Textmarker-Outfit à la Jan Delay zu erwarten, wäre nicht nur reichlich öde, sondern schlichtweg bescheuert. So geht „Nachtmensch“, welches in Zusammenarbeit mit Beat-Bastler Farhot („Chabos wissen wer der Babo ist.“) entstand, im Gros herrlich unaufgeregt mit seinen Neo-Soul-Einflüssen à la Gnarls Barkley um. Wenn hier einmal die Trompete gezückt wird, dann nicht um feurige Fanfaren zu blasen, sondern um der Stimmung weitere – jawollja! – Deepness einzuhauchen. Und so gelingt dem Rapper gleich zu Beginn von „Nachtmensch“ ein Tiefschlag gegen das Profane: Mit Hammond-Orgel, pendelnd zwischen Single- und Double-Time, zeichnet Chefket auf, was er vor hat, zitiert einige seiner Lieblingskünstler und erklärt die Runde für eröffnet, ohne dabei gleich zum ultimativ-lachhaften Bling-Bling-Schwanzvergleich zu fordern: „Ich bin Rap, ich bin Soul, ich bin Jazz, Rock ’n‘ Roll / Ich bin cool, easy, Chef, du bist high, denn ich bin dope.“

Gleich anschließend zeigt er auf, was der vorherige Track schon anklingen ließ, und positioniert sich als „Glücklichster Rapper„: „Alle prahlen die ganze Zeit und sagen, sie hätten viel Geld / Aber Chefket ist der glücklichste Rapper der Welt“ lautet die Quintessenz seiner Zeilen über dem dissonanten Gummi-Beat, die klarstellen, wie sehr der Rapper auf den Fame (leider) artverwandter Sonnenbräune-und-Protzkarren-Besitzer scheißt – und das kauft man diesem Typen – Deutschtürken-Klischee hin oder her – nur allzu gern ab. Im Soul-Titel „Fliegen“ indes, genau wie im argwöhnischen „Nachtmensch“ und im depressiven „Kater“, gibt sich Chefket weitaus nachdenklicher, spricht von der Sehnsucht nach dem High-Sein, der Schlaflosigkeit und dem Katzenjammer im Nachgang. Mit dem leicht pathetischen „Träume“ (das mit einem Melody Gardot-Sample aufwartet) berappelt er sich und formuliert sein eigenes kleines „Die Gedanken sind frei„, um sich anschließend ins Getümmel zu stürzen und sich selbst zu sagen: „Lass gehn'“. Mit Handclaps und schwungvollem Rhythmus bringt er ein Schippchen Jackson Five ins Geschehen ein, denn für eine Nacht wird mit zufälligen Club-Bekanntschaften getanzt und nicht länger übers Grüblerische nachgedacht. Auf dem Fuße folgt der urbanen Party jedoch wieder die große Infragestellung, bis sich schließlich das hörenswerte „Wir“ zeitlos (leider) wichtigen Themen wie Vorurteilen, Integration, Identität und Rassismus widmet (und damit dem verwandten, anno 2018 deutlich zu kurz gekommenem Eko Fresh-Song „Aber“ recht nahe steht) und „Immer mehr“ erklärt, wie es sich eben so verhält mit dem Leben: Streben, fallen, weitermachen.

So liefert Chefket ein Album voller Schwankungen, welches dennoch zur kurzweilig-runden, stellenweise dezent melancholischen Sache wird, indem es sich mit dem Gang der Dinge anfreundet und seine Kraft aus der Bipolarität zieht, während über allem die Aussage vom Anfang steht: Glücklichsein ist umstandsunabhängig. Dass Chefket damit einmal mehr nicht der große (kommerzielle) Durchbruch gelang und er mit „Nachtmensch“ eben nicht den Charts-Mainstream enterte, mag zwar zunächst für ein wenig Kopfschütteln sorgen – wenn man jedoch auch nur kurz ein, zwei Ohren bei unsäglichen Autotone-Kaspern wie Capital Bra und Co. riskiert, ist schnell alles klar… Dann doch lieber ein durch und durch exzellenter, mit einem feinen Flow gesegneter Rapper wie Chefket, der sich auch für seinen Soul-Stimme keineswegs verstecken muss, und dessen jüngste Auseinandersetzung mit der (zumindest nach außen) ach so weltoffenenFridays For Future“-Clique oder seine eigenen Erfahrungen mit (potentiellem) Alltags-Rassismus ihn nicht unbedingt weniger sympathisch erscheinen lassen. Guter Mann.

 

Sehr zu empfehlen: Chefkets 2016er „Nachtmensch (Akustik EP)„, auf der er fünf Stücke aus „Nachtmensch“, nur von Klavier, Geige und einer Background-Sängerin begleitet, im reduzierten Gewand in den Berliner Red Bull Studios neu interpretierte (und wer weiterlesen mag, dem sei dieses im Zuge von „Nachtmensch“ auf tagespiegel.de erschienene Porträt nahegelegt):

 

Wenn du wissen willst wie Deutsche leben, geh‘ und frag‘ sie
Und wenn du mal mit ihnen streitest, nenn‘ sie nicht einfach ‚Nazi‘
Ja, es gab sie, es gibt sie und es wird sie immer geben
Steiger‘ dich nicht rein, denn die meisten sind dagegen
Wenn du wissen willst wie Türken leben, geh‘ und frag‘ sie
Aber nicht in ’nem Dönerladen oder im Taxi…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Stanley Odd – „It’s All Gone To Fuck“


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Der Wahlerfolg von Boris Johnsons konservativen Tories bei den britischen Parlamentswahlen vor zwei Tagen mag kein allzu prächtiges Ergebnis für internationale Demokratie (und ganz sicher keines für die Verbesserung sozialen Verhältnisse im Vereinigten Königreich) sein. Oder wie „Spiegel“-Redakteur Jörg Schindler sehr treffend in (s)einem Kommentar schrieb: „Die eigentlichen Verlierer sind Anstand, Aufrichtigkeit und Integrität.“ Vermutlich hatte ein Großteil der Briten einfach genug vom nun schon jahrelangen Brexit-Chaos dies- wie jenseits des Ärmelkanals, und hat nun den populistischen Blondschopf, ehemaligen Bürgermeister von London sowie Außenminister im britischen Kabinett, der im Juli die reichlich glücklose Theresa May im Amt des Premierministers beerbte, mit einer fast schon beängstigend großen Machtfülle ausgestattet. Wieso sollten die politischen Aussichten auch anderswo rosiger aussehen als bei uns mit den rechtskonservativen Spaltungshasspredigern der AfD oder in den US of A, wo ein dummdreister Reality-Show-Geschäftsmann seit nunmehr fast drei Jahren vom Weißen Haus aus die Geschicke seines Landes bestimmt… Dark times ahead? Hellyeah!

Gut denkbar also, dass die Schotten die britische Parlamentswahl als erneuten Anreiz sehen werden, ein weiteres Referendum hin zur Unabhängigkeit von London und vom United Kingdom anzustreben – das letzte im Jahr 2014 fiel ja bereits recht knapp aus.

Damals, vor vier Jahren, gab es einige schottische Bands und Künstler, die sich im Zuge ebenjener Bevölkerungsabstimmung politisch stark machten (etwa bei Konzertreihen wie „A Night for Scotland“). Neben international erfolgreichen Indierock-Bands wie Franz Ferdinand oder Frightened Rabbit, den Glasgower Postrock-Paten Mogwai, der Folk-Ikone Eddi Reader oder der Schauspielerin und Comedian Elaine C Smith zählten dazu auch Stanley Odd.

418459115095-500Für das seit nunmehr zehn Jahren bestehende, vielköpfige Alternative-HipHop-Kollektiv mit Mitgliedern aus Schottland, Norwegen oder Deutschland zählen politisches Engagement und eine klare Meinungskante ebenso zu den einenden Grundpfeilern wie ihr musikalisches Konstrukt aus Live-Instrumenten, Beats, Gesang und den Rhymes von Frontmann Solareye (aka. Dave Hook) im breitesten Edinburghian Scot-Akzent. Wer also mit alledem kein (Verständnis)Problem habe sollte, dem sei etwa die tolle Gänsehautnummer „Son I Voted Yes„, anno 2014 auf dem bisher letzten, fünften Longplayer „A Thing Brand New“ erschienen, welches sich thematisch Schottlands jüngstem Unabhängigkeitsreferendum widmet, ans HipHop-affine Hörerherz gelegt. Oder eben, aus gegebenem aktuellen Anlass, das 2016, eine Woche, nachdem die Bevölkerung des UK für den Brexit stimmte, veröffentlichte „It’s All Gone To Fuck“. *micdrop*

 

“It is amazing to see the country at its most politicised and engaged in generations. The number of people inspired by the debate and the possibilities for positive change that an independent Scotland offers is something that should be celebrated. This referendum is a chance to look at new models and ask questions of how our political system operates; to address issues of poverty and social inequality; and to recognise the importance of public services like the Post Office and the NHS.“

(Dave „Solareye“ Hook zum schottischen 2014er Unabhängigkeitsreferendum)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Fayzen – „Von ganz allein“ (feat. Clueso)


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Ganz schön was passiert im Leben von Farsad „Fayzen“ Zoroofchi, seit 2017 sein letztes, zweites Album „Gerne allein“ (dessen Songs ANEWFRIEND hier seinerzeit ein paar Zeilen widmete) erschien, oder?

Neben zig persönlichen Veränderungen entschied sich der Hamburger Pop-Singer/Songwriter mit Hang zu HipHop-ismen á la Max Herre oder Curse vor einigen Monaten explizit gegen ein Künstlerleben in engen Majorlabel-Tretmühlen und für mehr künstlerische Freiheiten. Meint: Der 36-jährige Musiker sagte seinem Label-Deal adé und startete via Startnext (s)eine eigene Crowdfunding-Kampagne, um seine nächsten kreativen Projekte direkt von seiner Fanbase finanzieren zu lassen, die im Gegenzug nicht nur sein neues Album (welches – laut Aussage – weder im Handel noch auf irgendwelchen Streaming-Plattformen zu finden sein wird), sondern auch exklusive Goodies von ihm direkt bekommen sollte – ein Weg, für den sich immer mehr kleine wie große Künstler von Amanda Palmer über Hannes „Spaceman Spiff“ Wittmer bis hin zu unlängst Ex-Wir sind Helden-Frontfrau Judith Holofernes entscheiden…

Wie er selbst schrieb:

„Liebe Freunde, es wäre unglaublich, wenn ihr mich dabei unterstützen würdet mein neues Album selber zu veröffentlichen. Auf direktem Wege – ohne ein Major Label dazwischen. Mein Traum ist es, die beste und echteste Musik zu machen, zu der ich fähig bin. Ungefiltert und ohne kommerzielle Zwänge. Falls wir hier erfolgreich werden, könnte ich mein neues Album, dank Eurer Hilfe, unabhängig von einem Großkonzern aufnehmen und veröffentlichen.“

Natürlich ist es für Fayzen selbstverständlich, dass er dem finanziellen Vertrauensvorschuss seiner über die Jahre erarbeiteten Hörerschaft (immerhin kamen per Crowdfunding stolze 37.134 Euro zusammen) auch Ergebnis-Taten folgen ließ: Zunächst erschien im Oktober mit „Dennis aus Marseille„, einer flotten Spoken-Word-und-Akustikgitarren-Nummer, in der Fayzen über einen alten Schulfreund und dessen Lebensweg erzählt, ein erster Höreindruck, dieser Tage stellte der labelbefreite Musiker den ersten Bestellern sein neues Album „1000 Geschenke“, welches wiederum nach dem – auch auf dem Cover abgebildeten – kleinen Geschäft meiner Eltern in Hamburg benannt ist, in Aussicht (und wer Interesse hat, der kann’s hier noch bestellen).

FAYZEN-feat-CLUESO-Von-ganz-alleinUnd auch der nächste Auszug aus Fayzens dritten Langspieler tönt recht formidabel: Für „Von ganz allein“ hat sich der Hamburger sogar prominente Feature-Unterstützung in Persona von Clueso ins musikalische Boot geholt. Im gemeinsamen Song erzählen beide von der Kindheit, dem schleichenden Verlust der Unschuld (und wie schwer es manchmal ist, sich diese zu bewahren), von Freiheitsgefühlen damals wie heute, aber auch von Alltagsdepressionen – während im Musikvideo, welches einmal mehr ebenfalls via Crowdfunding finanziert wurde, bekannte Gesichter wie Rapper Kool Savas, Youtuber Simon Will, Indie-Musiker Romano oder Kunst-Freigeist Fynn Kliemann auftauchen (nebst Fayzen und Clueso, freilich).  Mit dem Stück beweist Fayzen einmal mehr, dass seine Art, Geschichten aus dem Leben in eine Melange aus Pop-Liedermachertum und lose gedachten HipHop zu verpacken, selbst in der an talentierten Indie-Musikern nicht eben armen deutschen Musiklandschaft recht einzigartig ist.

Manchmal sollte man eben loslassen, um neu anzukommen… 👍

 

 

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Rock and Roll.

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Die 9 Elemente des Hip-Hop


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(gefunden bei Facebook / Hannes Richert Cartoons)

 

Yo, Digger. Isso.

 

Passend dazu denn auch Thees Uhlmanns neuste Auskopplung aus seinem kommende Woche erscheinenden Album „Junkies und Scientologen„, welche auf den griffig-knappen Titel „Ich bin der Fahrer, der die Frauen nach HipHop Videodrehs nach Hause fährt“ hört (die beiden vorherigen Songs, „Fünf Jahre nicht gesungen“ und „Avicii„, waren ja bereits kürzlich hier auf diesen Seiten zu hören). Und obwohl in den fünfeinhalb Minuten ungefähr so viel Hippe-Di-Hopp-Flavour drin steckt wie in einer Polit-Talk-Runde mit Annegret „The AKK“ Kramp-Karrenbauer, Philipp „The Eternal Bubiface“ Amthor und Alexander „The Hunter“ Gauland, trifft Uhlo auch bei diesem Song viel Wahres mit dem ihm eigenen Witz auf den Kopf. Guter Typ, sowieso – und ich erwarte mit Vorfreude ein gelungenes drittes Solo-Werk…

 

 

Rock and Roll.

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