Schlagwort-Archive: Grunge

Dave Grohl: Ein halbes Jahrhundert „Nicest Guy in Rock“


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Kaum zu glauben, aber wahr: David „Dave“ Eric Grohl, die wohl netteste Rampensau der (Rock-)Musikwelt, feiert heute seinen 50. Geburtstag.

Um zu verstehen, wieso niemand den ehemaligen Nirvana-Schlagwerker und – nun auch schon seit über zwanzig Lenzen – höchstpersönlichen Foo-Fighters-Vorsteher wirklich scheiße finden kann, sollte man etwa ins Auge fassen, dass Grohl von Schreiberlingen des „Rolling Stone“ (diese feiern das Wiegenfest mit „9 unvergesslichen Anekdoten aus dem Leben von Dave Grohl„) wie der „VISIONS“ (dort gibt’s gleich die komplette Woche über Grohls „Karriere in 50 Songs„) gleichsam in höchsten Tönen gelobt wird – do I smell Konsens-Rocker? Und auch ANEWFRIEND hatte vor einiger Zeit (genauer: zum damaligen 44. Geburtstag) bereits 10 Gründe an Bord, wieso Dave Grohl einfach der „nicest Guy in Rock“ sein muss

Deshalb, und ohne erneute Lorbeeren an dieses grundsympathische, in Rockhistorie gegossene Individuum: Happy Birthday, Mr. Dave Grohl – und gern auf 50 weitere Jahre!

 

 

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„Drawn & Recorded“ – Die Geschichte hinter Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ als animierter Kurzfilm


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Zwar sind sowohl der Song selbst als auch dessen amüsante Hintergrundgeschichte längst Rockhistorie, trotzdem hat es stolze 27 Jahre gedauert, bis jemand auf die Idee kam, all das als animierten Kurzfilm zu verarbeiten. Im Rahmen der Reihe „Drawn & Recorded“ erzählt uns Rocksänger Joseph Henry „T Bone“ Burnett zu handgezeichneten Bildern (welche wiederum an die nicht eben unumstrittene Doku „Montage Of Heck“ erinnern), welche Umstände im Jahr 1991 zur Entstehung von Nirvanas Grunge-Urschrei „Smells Like Teen Spirit“ führten:

Drawn & Recorded tells the stories that fell through the floorboards of music history and brings them to the light of day via unique, hand-drawn animation and the raspy, baritone voice of T Bone Burnett. Sometimes hilarious, occasionally tragic, always compelling – these anecdotes show a side of people behind the melodies that you may never have known.

Der gut zweiminütige Kurzfilm schlägt dabei einen interessanten Bogen von der Geschichte des hinlänglich bekannten Songs hin zur Anpassungsfähigkeit des Kapitalismus. Denn ohne dies beabsichtigt zu haben, kurbelte der Alles-Gegner Kurt Cobain mit diesem Welthit auch den Verkauf eines Produktes an…

Der Kurzfilm lief kürzlich beim „Sundance Film Festival“ im US-amerikanischen Park City. Vor dem Hintergrund der mitschwingenden Kapitalismuskritik scheint es dabei wiederum schon ein wenig amüsant, dass der Animationsfilm ausgerechnet von Spotify in Auftrag gegeben wurde. Er ist Teil der Reihe „Drawn & Recorded„, die wenig bekannte, aber spannende Geschichten aus der Musikwelt erzählt. Die anderen Folgen sind bis jetzt jedoch nur über Spotify zu sehen. Regie führte Drew Christie, der in diesem Interview über den Entstehungsprozess der Serie berichtet…

 

(gibt’s alternativ auch bei YouTube…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Pseutopia – „Seasons“


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Dave Abbruzzese, der zwischen 1991 und 1994 bei Pearl Jam hinterm Schlagzeug saß (und somit auch Teil der Album-Meilensteine „Vs.“ und „Vitalogy“ sowie des denkwürdigen „MTV Unplugged“-Auftrittes der Grunge-Urgesteine war), hat mit seiner aktuellen Band Pseutopia ein Cover des Chris Cornell-Songs „Seasons“ veröffentlicht – wie passend, wie nostalgisch, schließlich erschien das Original 1992 als Teil des Soundtracks zu Cameron Crowes Seattle-Grunge-Zeitgeist-Filmkomödie „Singles„.

Das dazugehörige Musikvideo zeigt die Musiker von Pseutopia bei den Aufnahmen zu ihrer Version des Songs, die im Vergleich zum balladesken Original um einiges härter rockend daher kommt. Und auch, wenn sich die Coverversion nicht allzu weit von Cornells Klassiker weg bewegt, ist Abbruzzese und seinen Bandmates damit ein durchaus würdevolles Tribute an den im Mai 2017 verstorbenen Kollegen gelungen…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Nicole Atkins feat. Mark Lanegan – „November Rain“


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Die Schöne und das Biest, reloaded: Nicole Atkins und Mark Lanegan haben „November Rain“ von Guns N‘ Roses gecovert. Mehr sogar: Die US-Singer/Songwriterin und der ehemalige Screaming Trees-Frontmann mit der unverwechselbar tiefen Crooner-Stimme machen aus dem pompösen Rock-Evergreen, welcher anno 1991 auf dem (bis heute weltweit 18 Millionen Mal verkauften) G’N’R-Erfolgsalbum „Use Your Illusion I“ erschien, ein zurückhaltendes, stilecht von Lap Steel und Akustikgitarren angetriebenes Country-Duett.

Die Idee dazu kam Atkins im Traum: „Einmal träumte ich, dass ich den Guns-N‘-Roses-Song ‚November Rain‘ in einem alten Turm als 60er-Jahre-Country-Duett singe, und es klang großartig. Nachdem ich aufwachte, sang ich es direkt in mein Telefon.“ Nach kurzer Überlegung habe ihr Duett-Partner festgestanden: „Ich wusste erst nicht, wer es mit mir singen sollte und dann fragte ich mich: ‚Wer ist der beste Liebessänger?‘ Für mich ist das Mark Lanegan.“ Auch Lanegan für seinen Teil zeigte sich von der Zusammenarbeit begeistert: „Diesen Song aufzunehmen war toll. Er kombiniert zwei meiner liebsten Dinge: Nicoles wunderschöne Stimme und Guns N‘ Roses.“

Scheint fast so, als habe Mark Lanegan, der zwischen 2006 und 2010 drei stilistisch nicht ganz unähnliche Alben mit der schottischen Indiepop-Sirene Isobel Campbell aufnahm, nun eine neue potentielle Langzeit-Duett-Partnerin gefunden…

 

(Gibt’s wahlweise auch via YouTube im Stream…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Moaning Lisa – „Carrie (I Want A Girl)“


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Moaning Lisa… Moaning Lisa… Da war doch was… Stimmt, (bisher) sogar zweierlei: einerseits ist dies der Titel der sechsten Folge der „Simpsons“, andererseits ein Song vom ersten, 2015 erschienenen Album der britischen Indierocker Wolf Alice (der Exaktheit halber sei jedoch erwähnt, dass erwähnter Song noch ein „…Smile“ hintenan trägt). Und nun auch: eine junge, vierköpfige Newcomer-Band aus dem australischen Canberra.

Ob Charlie (Gesang, Bass, Gitarre), Hayley (Gitarre, Bass, Gesang), Ellen (Leadgitarre) und Hayden (Schlagzeug), die seit 2016 gemeinsam Musik machen, eher den neurotisch-intelligenten Part von Matt Groenings gelber Zeichentrick-Familie aus Springfield oder den UK-Indierock der Band, die in diesem Jahr etwas überraschend mit dem renommierten „Mercury Prize“ ausgezeichnet wurde, als Inspiration heran gezogen haben? Wer weiß – eventuell ja beides?

a0164896072_16Die Songs des Vierers aus der Down-Under-Hauptstadt fühlen sich im Spannungsfeld zwischen Grunge, Shoegaze und Alternative Rock der späten Neunziger am wohlsten, lassen hier und da jedoch auch starke Frühneunziger-Riot-Grrrl-Tendenzen erklingen. Auf ihrer kürzlich (in Europa mangels Vertrieb bislang lediglich digital) erschienenen Mini-Konzept-EP „Do You Know Enough?“ erzählen Moaning Lisa in fünf Song-Akten die Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach der Liebe. Und der Opener „Carrie (I Want A Girl)“ ist gleich eine amtliche, waschechte Queer-Hymne, in der Charlie und Co. euphorisch namedroppend singen: „Give me a Kim Deal, a Courtney Barnett! / A Florence Welch, an Annie Clark! / Give me an Ellen Page, an Ellen DeGeneres! / Give me, give me, give me a Carrie Brownstein!“ Die Titel danach verhandeln Liebeskummer, gebrochene Herzen und die Krux, wieder auf die Beine zu kommen. Mit ihrem Sound kitzeln Moaning Lisa ebenso Fans der Pixies wie von Slowdive, Sleater-Kinney, Hole oder Sonic Youth (nebst den bereits erwähnten potentiellen Namensgebern von Wolf Alice, freilich) – die „SZ“ möchte beim noch recht jungen Indierock-Quartett gar „eine feministische Version von Coldplay“ ausgemacht haben. Trügerische Dreampop-Klangwolken wie in „Lily“ werden alsbald von bauschigen Fuzz-Bässen weggeblasen, verspielte Gitarrenleads dominieren das feine „Good„. Und wer meint, „Comfortable“ perfekt versteckt in einer Liz-Phair-Playlist unterbringen zu können, bekommt zum Schluss des Songs (s)einen kräftig lärmenden Grunge-Kick in den Allerwertesten. Für lediglich fünf EP-Songs bereits ein recht wilder Ritt, der beweist, dass man Moaning Lisa im Auge (und Ohr) behalten sollte…

 

 

„I want a Kim, I want a Courtney
I want a Florence, I want an Annie
I want a Syd, I want an Ellen
I want an Ellen and a Carrie

I want a girl who’s serious
I want a girl who’s an activist
I want a girl who eats cereal
I want a girl, I want a girl

I want a girl who takes no time
I want a girl who is all mine
I want a girl who’s seen the whole world
I want a girl, I want a girl

I want a girl to take my hand!
I want a girl who sticks it to the man!
I want a girl with big big dreams!
I want a girl more like me

I want a girl who doesn’t use me
I want a girl who plays the tambourine
A girl who knows her sexuality
I want a girl, I want a girl

I want a girl, unlike you who wants a boy with dumb tattoos,
low self esteem and untied shoes,
and greasy hair and won’t sing to you

I want a Kim! I want a Courtney!
I want a Florence! I want an Annie!
I want a Syd! I want an Ellen!
I want an Ellen and a Carrie!

Give me a Kim Deal, a Courtney Barnett!
A Florence Welch, an Annie Clark!
Give me an Ellen page, an Ellen Degeneres!
Give me, give me, give me a Carrie Brownstein!“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Dave Grohl – „Play“


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Ein Mann und seine stetige Furcht vor der kreativen Langeweile: Noch während sich seine Foo Fighters und er auf ausgedehnter „Concrete And Gold“-Tournee befinden, hat Dave Grohl mal eben im Quasi-Alleingang ein 23-minütiges Instrumentalstück aufgenommen. Den Prozess dokumentiert er im nun veröffentlichten halbstündigen Film „Play“ (bei dem Grohl immerhin Mark Monroe die Regie überließ), wo der geneigte Zuschauer zunächst etwas über die Idee hinter dem Projekt erfährt und dem Foo-Fighters-Frontmann dann in siebenfacher Ausführung bei der Performance zusehen darf – obendrein mit der Möglichkeit, interaktiv auch nur einzelne Spuren auszuwählen…

Play“ beginnt mit einem Interview-Segment, in dem Dave Grohl über seine Motivation hinter dem Projekt spricht. „Für jeden Musiker, egal ob jung oder alt, ist ein schönes Studio voller Instrumente wie ein Spielplatz“, sagt der nimmermüde 49-jährige hauptberufliche Musikfan im Voice-Over. „Ich fühle mich hier wie ein Kind im Süßwarengeschäft.“ Ein Kind, das immer weiter nach Herausforderungen sucht. Genau diese Kids würden ihn wiederum sehr inspirieren, wenn er unter anderem auch seinen eigenen Sprösslingen dabei zusieht, wie sie Instrumente lernen und konstant ihre Grenzen ausloten (und dass der Grohl’sche Nachwuchs durchaus Talent besitzt, bewies etwa Tochter Violet unlängst).

Zeit also, etwas zu tun, was selbst der Foo Fighters-Frontmann und legendäre Nirvana-Schlagzeuger so noch nie gemacht hat: „Diese Vorstellung, hier [in dieses Studio] zu kommen und nicht einfach nur irgendeinen Song selbst aufzunehmen, sondern gleich ein 23-minütiges Instrumental mit mehreren Instrumenten, bei denen ich von einem zum nächsten renne – das klang einfach wie etwas, das ich noch nie zuvor gemacht hatte. Und ganz ehrlich: Ich wusste auch nicht, ob ich es kann.“

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Er kann, wie das Endergebnis beweist: Ab der 8. Minute des (Kurz)Films folgt das von ihm zuvor stolz viral angeteaserte Musikstück in ganzer Länge, und es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, es klanglich und visuell zu verarbeiten. Auf der Webseite zum Film „Play“ kann man sich entweder den fertig zusammengeschnittenen Dreißigminüter ansehen, in dem die sieben parallel spielenden Grohls auch parallel zu sehen sind. Oder man kann sich für einzelne Audio- und Bildspuren entscheiden, denen man über das Instrumental hinweg folgen will.

s874716394253175725_p298_i1_w440So ist es zum Beispiel über die „Percussion“-Spur möglich, Grohl 23 Minuten lang dabei zuzusehen, wie er konzentriert vor Vibraphon und Schlagwerk steht, die passende Lücke sucht, zwischendurch untätig den restlichen Spuren auf seinem Kopfhörer lauscht und dabei sichtlich erfreut abrockt. Ähnlich interessant ist sein Verhalten am Synthesizer – die anderen Instrumente beherrscht er blind, aber hier sieht man besonders gut, wie selbst der Multiinstrumentalist ihn herausforderndes Neuland betritt. Die dazugehörige Audiospur gibt es wahlweise isoliert oder im Master mit dem Rest zu hören, außerdem stehen auf der Seite Partituren zum Download bereit.

Und Grohl wäre wohl kaum er selbst, hätte nicht selbst diese potentiell schnellschlüssige Schnapsidee einen ernsthaften Hintergedanken: So veröffentlicht der Musiker, der mit „Sound City“ oder der Musik-Doku-Reihe „Sonic Highways“ ebenfalls bereits Regie-Erfahrungen vorzuweisen hat, neben „Play“ eine Spendenliste von Organisationen, die den musikalischen Werdegang von Kindern und Erwachsenen fördern. Aus Deutschland sind unter anderem der Verband deutscher Musikschulen und der Verein Ruby Tuesday dabei.

 

 

Rock and Roll.

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