Schlagwort-Archive: Grunge

Song des Tages: Warm Blue – „Every Castle“


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Foto: Promo / Flo Ehlich

Münster scheint nicht erst seit gestern ein recht gutes (Start)Pflaster für Bands aus dem Indie’n’Punk Rock, Emo- und Post Hardcore-Umfeld zu sein – man denke nur an Kapellen wie die Donots, Muff Potter, Messer oder Long Distance Calling, man denke nur ans „Gleis 22„, welches bereits seit den Achtzigern als einer der beliebtesten Indie-Clubs der Bundesrepublik gilt.

105894619_738906070194703_3907301730159260491_oAus der westfälischen 300.000-Einwohner-Universitätsstadt zwischen Dortmund und Osnabrück kommen auch Warm Blue. Gegründet hat sich die aus Sänger und Bassist Jan Rüther, den Gitarristen Jan Becker und Max Roling sowie Schlagzeuger Tim Löffeler bestehende Band erst im vergangenen Jahr. Frischlinge scheinen jedoch alle vier keineswegs zu sein, denn immerhin haben sie innerhalb der kurzen Zeit nicht nur eine gemeinsame Bandchemie gefunden, sondern mit Thies Neu in der Berliner Tonbrauerei sogar ihre Debüt-EP „To Draw A Face“ aufgenommen, welche zwar vorerst nur digital erscheinen soll, mit der die Münsteraner aber noch auf Label-Suche sind. Warm Blue selbst verorten sich zwischen melancholischem Post Rock, Emo und grungy Indie Rock à la Basement, Superheaven oder Pianos Become The Teeth – dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen. Mit „Every Castle“ gibt’s bereits einen ersten Song, am 17. Juli soll mit „Sighs“ eine zweite Hörprobe folgen… Die Band dürfen Genre-Freunde also gern auf dem Schirm behalten.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Pearl Jam – „Jeremy“ (uncensored version)


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Foto: Redferns, Paul Bergen. All rights reserved.

Der erste Freitag im Juni ist in den US of A als „National Gun Violence Awareness Day“ bekannt, und Pearl Jam nutzten den diesjährigen Tag, der auf den 5. Juni fiel, um die unzensierte Version ihres Musikvideos zum bandinternen Setlist-Klassiker „Jeremy“ zu veröffentlichen. Als ebenjenes Video am Freitag publik wurde, war schnell klar: Dass das Original auf Grund von TV-Zensurgesetzen – und obendrein in einer Zeit, als Musikfernsehen noch als relevantestes Medium galt – zuvor verboten worden war, hat(te) durchaus seinen Grund…

R-367600-1246343879Das Musikvideo, bei welchem seinerzeit Mark Pellington Regie führte, wurde erstmals im August 1992, etwa ein Jahr nach dem dazugehörigen Debütalbum „Ten„, veröffentlicht und basiert auf der wahren Geschichte von Jeremy Wade Delle, welcher 1991 im Alter von 15 Jahren Selbstmord vor seinen Klassenkameraden beging, indem er sich im Klassenzimmer erschoss. (Und wer das nicht schon schockierend genug findet, der beschäftige sich einmal mit der kaum weniger tragischen Lebensgeschichte des „Jeremy“-Darstellers Trevor Wilson…)

In der bisher bekannten Version des Musikvideos, welches eine ebenso radikale wie künstlerisch wertvolle Umsetzung des Songtextes von Frontmann Eddie Vedder darstellt, zoomt die Kamera an den Kopf des Jungen heran, sodass nicht zu sehen war, wie er sich die Waffe in den Mund steckt und abdrückt. In der neu veröffentlichten, unzensierten Variante ist jedoch genau dies zu sehen.

„Die Zunahme der Waffengewalt seit dem Debüt von ‚Jeremy‘ ist erschütternd“, teilten Pearl Jam auf Twitter mit. Die seit eh und je sozial engagierte und auch politisch keineswegs um klare Statements verlegene Band aus Seattle, deren jüngstes Album „Gigaton“ am 27. März erschien, verkündete in einem Folge-Tweet außerdem, dass es darüber hinaus auch eine neue Version des bekannten „Choices“-T-Shirts gibt und dass man alle Einnahmen aus dessen Verkauf an Organisationen spenden werde, die sich für die Verhinderung von Waffengewalt einsetzen.

„Wir können Tod durch Schusswaffen verhindern, ob es sich nun um Massen-Erschießungen, Todesfälle aus Verzweiflung, Strafverfolgung oder Umfälle handelt“, betonen die Grunge-Rock-Veternanen.

 

Hier kann man sich die unzensierte Version des Clips zu „Jeremy“ anschauen…

 

…und sich mit der gänsehautwürdigen Variante der legendären „MTV Unplugged“-Show den Rest geben:

 

„At home drawin‘ pictures of mountain tops
With him on top, lemon yellow sun
Arms raised in a ‚V‘

And the dead lay in pools of maroon belowDaddy didn’t give attention
Oh, to the fact that mommy didn’t care

King Jeremy, the wicked
Oh, ruled his world

Jeremy spoke in class today
Jeremy spoke in class today

Clearly, I remember picking on the boy
Seemed a harmless little fuck

Ooh, but we unleashed a lion
Gnashed his teeth and bit the recess lady’s breast
How could I forget? And he hit me with a surprise left
My jaw left hurting
, ooh, dropped wide open

Just like the day, oh, like the day I heard

Daddy didn’t give affection, no
And the boy was something that mommy wouldn’t wear
King Jeremy, the wicked
Oh, ruled his world

Jeremy spoke in class today
Jeremy spoke in class today
Jeremy spoke in class today
Try to forget this (Try to forget this)
Try to erase this (Try to erase this)
From the blackboard…

Jeremy spoke in class today
Jeremy spoke in class today
Jeremy spoke in, spoke in
Jeremy spoke in, spoke in
Jeremy spoke in class today

(Spoke in, spoke in)
(Spoke in, Spoke in, spoke in, spoke in…)
(Spoke in, spoke in)
Ooh oh, oh, oh, oh oh oh, oh oh oh, oh oh oh, oh oh oh oh
Ooh oh, oh (Spoke in…)“

 

Rock and Roll.

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„Stay Inside!“ – Dieses Nirvana-Cover bewirbt sich als Quarantäne-Hymne


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Na? Bleibt ihr auch alle schön zuhause, haltet – ganz „Social Distancing“-konform – eineinhalb Meter Abstand zu euren Mitmenschen und kippt euch ausgiebig Desinfektionsmittel über die Patschehändchen? Das Coronavirus zwingt uns alle zu Änderungen unseres gewohnten Alltags, die Umstände sind gerade – sowohl beruflich als auch privat – alles andere als leicht. Aber für diese harten, unsicheren Zeiten gibt es nun zumindest die nahezu perfekte Quarantäne-Hymne. Diese hat der aus dem US-amerikanischen Burlington, Vermont stammende Musiker Urian Hackney, der ansonsten Teil der recht unbekannten Punk-Garagerocker Rough Francis ist, vor zwei Tagen auf seinem Bandcamp– und YouTube-Kanal hochgeladen: (s)eine dem Zeitgeist angepasste Version von Nirvanas „Stay Away“ – nur, dass bei ihm das Stück, dessen Original anno 1991 auf dem wegweisenden Nirvana-Langspieler „Nevermind“ erschien, nun „Stay Inside!“ heißt…

a0325575094_16Und nicht nur Titel und Refrain sind in Hackneys Variante umgemodelt. Auch der restliche Text wurde von dem Indie-Musiker an COVID-19 und die derzeit weltweit allumfassend um sich greifende Corona-Krise angepasst. Er imitiert Kurt Cobains knurrige Stimme und singt: „Wische jede Oberfläche sauber, ich desinfiziere! Stocke Reis und Bohnen auf, ich desinfiziere!“. In dem selbst gefilmten Clip dazu sieht man ihn – „Social Distancing“, Baby! – allein mal am Mikrofon, mal am Schlagzeug, am Bass und an der Gitarre – CobainGrohlNovoselic in notgedrungener Personalunion, wenn man so mag. Zwischendrin putzt er aber auch, mit gelben Gummihandschuhen bewaffnet, einen Türgriff. Eine zeitgeistige voll auf die Zwölf rockende Nummer, die zeigt, dass es sich lohnt, selbst die größte Scheißsituation mit ein wenig Humor zu nehmen…

 

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

Am heutigen 20. Februar wäre Kurt Donald Cobain 53 Jahre alt geworden. It’s better to burn out than to fade away…

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

Flashback Friday to Woodstock ’99.

 

Gigaton„, die erste Pearl Jam-Platte seit „Lightning Bolt“ von 2013, erscheint am 27. März. Mit dem dieser Tage veröffentlichten Album-Appetizer „Dance Of The Clairvoyants„, der mit einem groovenden Bass, dezent zappeligem Schlagzeug sowie flackernden Synthie-Tönen aufwartet und das Stück in die für die altgedienten Grunge-Rocker recht untypische Indie-Disco-Ecke zieht, haben Eddie Vedder und Co. schonmal für gespaltene Meinungen unter ihrer Hörerschaft gesorgt… Ergo: Der geneigte Fan darf gespannt sein auf Album Nummer elf.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Greet Death – „You’re Gonna Hate What You’ve Done“


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„Long days leave me weak and strange…“

Jahreszeiten wie Herbst und Winter können einem mit ihren immer kürzer werdenden trüben Tagen und ihrem nasskalten Sauwetter schon mächtig aufs Gemüt schlagen, keine Frage. Wohl dem, der alledem wenigstens den passenden Soundtrack entgegen setzen kann. Seit drei Dekaden da die nahezu perfekte Wahl: „Disintergration“ von The Cure. Und wer Robert Smith und seinen Düsterjungs doch einmal eine Pause gönnen mag, für den hat ANEWFRIEND einen (noch) echten Geheimtipp in petto: Great Death.

„Here comes the sun
Here comes the shit again
I don’t get off
I just get broken
Here comes the dark
To cut me open and
Collect my heart
And crush it slowly…“

a1955014042_16Relativ schnell wird offensichtlich, dass das Trio aus Flint, Michigan sich wohl einen regelrechten Spaß daraus macht, seine Hörer mit allerlei falschen Finten an der Vorurteilsnase herum zu führen, denn nicht ohne Grund benannten Logan Gaval, Sam Boyhtari und Jim Versluis ihr 2017 erschienenes Debütwerk „Dixieland„. Doch höre da: ebenjenes hatte so viel mit New Orleans-Jazz und Ragtime am musikalischen Hut wie Great Death – Bandname hin (diesen haben die drei wohl einem Stück der Post-Rock-Größen Explosions In The Sky entliehen), Bilder vorm geistigen Auge her – mit sinistrem skandinavischem Black Metal. Vielmehr vermengt das junge Dreiergespann aus der ehemaligen „Vehicle City“ der US of A in seinen Songs Musikstile wie Sadcore, Shoegaze, Grunge, Emo, Sludge, Doom, Indie Rock, Post Hardcore oder Americana (was ja an sich bereits ein feines Wagnis darstellen dürfte) zu einem faszinierenden, meist ausladenden Ganzen. Und was Great Death mit ihrem Debütwerk vor zwei Jahren bereits ein paar wohlwollende Szene-Kopfnicker einbrachte, dürfte sich nun, mit dem kürzlich veröffentlichten zweiten Album „New Hell“ (allein der Titel sowie das dazugehörige Coverartwork – noch so ein paar herrliche, potentiell falsche Finten!), zu einem späten Kandidaten für alle „Album des Jahres“-Listen entwickeln…

„I think I might go for a swim
Under the lake, where the cold lives
And shiver while the factory flames
Dance like specters by the highway…“

a1499276749_16Denn die neun Songs des neuen Langspielers machen nicht nur genau dort weiter, wo viele der Stücke von „Dixieland“ Versprechungen auf Großes hinterlegten, sie übertreffen sie teilweise sogar. Man nehme etwa „Do You Feel Nothing?“ oder „Entertainment„, welche tönen wie die besten Momente vergangener Smashing Punpkins-Großtaten oder der letzten beiden Pianos Become The Teeth-Werke „Keep You“ und „Wait For Love“ (und wer weiß, wie sehr gerade ich diese mittlerweile ins schwermütige Herzchen geschlossen habe, dürfte erahnen, dass ich da nicht leichtfertig Komplimente wie dieses verteile). Oder „Let It Die„, das sich mit einer Akustischen bewaffnet einen melancholischen Moment wie weiland Mark Kozelek und seine seligen Red House Pointers gönnt. Oder Songs wie „Strange Days“ und „Strain„, die das Wechselspiel aus Laut und Leise, Indie Rock-, Shoegaze- und Doom Metal-Passagen mit am besten auf den Punkt bringen. Zweifellos das größte Highlight auf „New Hell“ dürfte jedoch der kathartische Neunminüter „You’re Gonna Hate What You’ve Done“ sein, bei dem sich Logan Gaval und Sam Boyhtari die Gesangscredits teilen (Marke: Brian Molko meets Morrissey), während sich der Song so langsam aber sicher von einer schwermütigen Sadcore-Nummer in einen wahren Rock-Rausch steigert, welcher selbst vor einem ausladenden Gitarrensolo nicht Halt macht.

„Embracing the final glimpse of a blood-red moon
Well, lately I’ve been treating with the devil in blue
Well, maybe if he cuts me loose I’ll get my days in hell back too
Maybe I’ll keep dreaming if I’m dreaming of you…“

Obwohl „New Hell“, Great Deaths so unerwartet wie unverhofft grandios mit schwerem Herzen daher rockender zweiter Albumstreich, stellenweise recht introspektiv und keineswegs leichter Tobak ist, wurde schöner länger nicht mehr in aschfahl schimmernden Herbstdepressionsgewässern gebadet. Sollte man gehört haben! 🖤

 

 

Rock and Roll.

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