Schlagwort-Archive: Großbritannien

„Almost Famous“ – Nie von den weiblichen Beatles gehört?


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Schwer zu sagen, was da genau vom wem in den frühen 1960er Jahren in Liverpool ins Trinkwasser gemischt wurde, das schließlich den Merseybeat-Sound und Hunderte von Gruppen mit schlussendlich recht unterschiedlichem Erfolg hervorbrachte. Die Beatles – klar. Biggest band in history. Doch etwas abseits von Lohn, Paul, George und Ringo überraschten vier Teenager die Szene und fanden, ebenso wie die allseits bekannten  Pilzköpfe, schnell auf Schritt und Tritt schreiende Fans vor. Sie hießen: Mary, Sylvia, Pam und Val.

Es war nicht nur ihr für die damalige Zeit recht typischer Beat-Sound, mit dem das Quartett mit Songs wie „Peanut Butter“ die Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie waren The Liverbirds, Großbritanniens erste rein weibliche Rock’n’Roll-Band. Wenn man heute den überlebenden Mitgliedern Mary McGlory und Sylvia Saunders gegenüber sitzt, würde man kaum vermuten, dass die beiden überaus charmanten Scouse (meint: sie kommen aus Liverpool) Matriarchen einst Bühnen mit den Rolling Stones rockten. Oder den Kinks ihre Instrumente liehen. Oder im damals sündig-verruchten Hamburg Joints für Jimi Hendrix rollten. Oder beinahe ebenso Big In Japan wie in Deutschland waren.

John Lennon höchstselbst sagte ihnen dereinst, dass Mädchen nicht Gitarre spielen. Nun, John, das taten sie aber – und wie! Man stelle sich das mal vor…

 

Die Mini-Doku-Reihe „Almost Famous“ der New York Times hat den „Other Fab Four“ einen durchaus interessanten, gut viertelstündigen Beitrag gewidmet:

(via YouTube schauen)

 

Im vergangenen Jahr wurde dem wegbereitenden All-Female-Rock’n’Roll-Quartett im heimatlichen Liverpool mit „Girls Don’t Play Guitar“ gar ein eigenes Musical gewidmet. Und auch ein Film über Pamela Birch, Valerie Gell (beide Gesang, Gitarre), Mary McGlory (Gesang, Bass) und Sylvia Saunders (Schlagzeug) soll in Planung sein. Tja, sieht ganz so aus, als hätte sich John Lennon mindestens einmal mächtig geirrt…

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Nikita Gill, britische Autorin, Dichterin, Illustratorin und Künstlerin)

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

‪Fun Fact: Das Gründungsthema der AfD war mal (meint: im Jahr 2013) der EU-Austritt Deutschlands. Ob die Partei gewordene Protestler-Realsatire ebenjenen angedachten „Dexit“ denn formvollendeter versaubeutelt hätte als aktuell „Brexit Boris“ und sein britisches Kreativteam? Man mag sich’s kaum ausmalen… Und, ja: Hach, was waren das für Zeiten – die damaligen AfD-Spitzen Bernd Lucke oder Frauke Petry erscheinen einem im Zerrspiegel der Rückbesinnung (damit kennt man sich ja bei den blauen Populisten recht gut aus) und gerade im Vergleich zu heutigen lachbefreiten Hetz-und-Hass-Granten wie Weidel, Gauland, Meuthen oder von Storch mittlerweile beinahe wie gleichsam possierliche wie sympathische Demokratie-Verfechter. Dass ich das mal schreiben würde? Eigentlich zartbittere Realsatire an sich.

Less funnier fact: Anno 2013 baute man bereits saftige sieben Lenze ebenso planlos wie finanziell freigiebig (bis zum heutigen 29. Oktober 2019 schlappe 5,5 Milliarden Euro) am ewigen Flughafen Berlin Brandenburg herum. Dem alternativlosen Faschist Björn „Bernd“ Höcke würde wohl an dieser Stelle das Argument auf der braunbefleckten Zunge liegen, dass man mit etwas mehr rechtem Verstand fürs Planerische selbst Autobahnen schonmal schneller durch deutsche Lande gezogen habe…

 

Rock and Roll.

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„My Chancellorette“ – Tracey Ullman parodiert Angela Merkel


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Sicher, „wir“ mögen der amtierende Fussball-Weltmeister, mittlerweile wieder Export-Weltmeister und irgendwann einmal Pabst gewesen sein. Für unseren schallenden Humor sind „wir Deutsche“ allerdings nicht sonderlich berühmt. Mal ehrlich: Mario Barth, Atze Schröder, Cindy aus Marzahn, Carolin Kebekus, Bülent Ceylan, Olaf Schubert, Dieter Nuhr, Michael Mittermeier, Kaya Yanar? Euer Ernst? (Und vergebt mir, wenn ich da eure marginalen Favoriten nicht mit hinein geschmuggelt habe, das Lachen habe ich selbst mir bei meinen Landsleuten weitestgehend abgewöhnt.) Da wünscht man sich fast schon die seligen Zeiten zurück, als bei Altvorderen wie Loriot, Otto Waalkes, Hape Kerkeling, Mike Krüger oder Helge Schneider noch über Unschuldig-witziges gegrinst werden durfte. Geben wir’s zu: Wenn es um distinguierten, pointierten Humor mit Tiefgang geht, ist Deutschland längst drittklassig…

Wer auf dieser Seite des Atlantiks Besseres zur Lachmuskelmassage sucht (und ein wenig Fremdsprache nicht scheut), wird längst in Großbritannien – und da vor allem bei der altehrwürdigen BBC – fündig. „Mr. Bean„? Klar, ein sicherer Klassiker – quasi Londons Antwort auf Otto Waalkes. „The Office“ – die originale Steilvorlage für das, was wir Deutsche weniger später mit „Stromberg“ zweitverwertet haben (und das – auch dank Christoph Maria Herbst – zugegebenermaßen gar nicht mal sooo übel). „Little Britain“ – trotz seiner leider nur drei Staffeln immer noch genial.

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Aktuell dürfte Tracey Ullman wohl die beste und lustigste Comedy-Waffe sein, die die BBC zu bieten hat. Eine Newcomerin ist sie jedoch keineswegs, schließlich weist ihre Vita in den Achtzigern den ein oder anderen Erfolg als Sängerin auf (etwa mit den Songs „They Don’t Know About Us„, „Move Over Darling“ oder „Breakaway„), bevor sie ihrem späteren Ehemann, dem Produzenten Allan McKeown, in die USA folgte und dort mit der „Tracey Ullman Show“ und ihrem zweiten – und noch weitaus erfolgreicheren – Standbein, der Comedy, für Furore sorgte (und dafür etwa 1988 mit einem Golden Globe Award, mehrfachen Emmy- sowie American Comedy Award-Auszeichungen belohnt wurde).

Und mit ebenjener „Tracey Ullman Show“ (beziehungsweise, leicht abgewandelt in „Tracey Ullman’s Show“ und „Tracey Breaks the News“) ist Ullman nun seit 2016 – und nach 30 Jahren Abstinenz – wieder zurück bei der BBC. Darin verkörpert die mittlerweile 57-Jährige unter anderem Prominente wie Judi DenchCamilla Parker-Bowles oder Renée Zellweger und nimmt diese herrlich pointiert aufs Korn.

Ihre Paraderolle hat Tracey Ullman jedoch auf der anderen Seite des Ärmelkanals und im piefig-deutschen Bundeskanzleramt gefunden. Denn wie die Engländerin – im beigefarbenen Jackett und mit nahezu identischer Mimik – Angela Merkel nachahmt und zu Comedyzwecken noch ruppig-deutsches Verhalten und Seitenhiebe auf politische Weggefährten hinzufügt, sucht aktuell seinesgleichen. Stets begleitet von ihrer Assistentin Birgit (oder „Börgit“), welche das deutsche Regierungsoberhaupt immerzu mit „my Chancellorette“, „Angela, you are a true total hottie Frau“ oder „She is the white Beyoncé“ umschmeichelt, geraten Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Skype-Meetings mit US-Präsident Donald Trump oder Scharmützel mit ihrer schottischen Möchtegern-Doppelgängerin zu echten Attacken auf die Lachmuskeln. Selbst – oder gerade – für uns Sauerkrauts

(Wer mehr über Tracey Ullman wissen mag, dem sei dieser Artikel der „Welt“ aus dem vergangenen Jahr empfohlen.)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Frightened Rabbit – „Fields Of Wheat“


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Die Frage, wo Frightened Rabbit politisch anzusiedeln sind, dürfte nicht schwer zu beantworten sein, immerhin stammt die Band aus der schottischen Arbeiterklasse. Von daher dürften Scott Hutchison und Co. nicht eben die größten Anhänger der britischen (Noch-)Premierministerin Theresa May sein…

Kaum verwunderlich ist auch, dass der Fünfer aus dem schottischen Selkirk, dessen aktuelles Album „Painting Of A Panic Attack“ im April letzten Jahres erschien, mit einem neuen Song (s)einen ganz eigenen Kommentar zur Großbritannien-Wahl vor ein paar Tagen abgibt, getagged mit #fuckthetories.

Der Titel des neuen Stücks, welches Frontmann Hutchison größtenteils allein an der Akustischen zum Besten gibt, hat die Band einer der vielen heuchlerischen Äußerungen Mays entnommen, welche diese in den Tagen vor der Wahl in die britischen Mikrofone palaverte: „Well, nobody is ever perfectly behaved, are they? I mean, you know, there are times when… I have to confess, when me and my friend, sort of, used to run through the fields of wheat. The farmers weren’t too pleased about that.“

Frightened Rabbit selbst gaben „Fields Of Wheat“ vor wenigen Tagen, als sie den Song via SoundCloud ins weltweite Netz stellten, folgende Worte mit auf den Weg:

„We made this today. It felt like the song should go out now, because it’s about what’s happening now, it’s about where we live and if we waited too long the sentiment could go stale. We don’t want to be too descriptive or conclusive here, our only hope is that you listen, enjoy and share it.

Thank you
FR“

 

 

 

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Rock and Roll.

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Song des Tages: Ten Fé – „Born Slippy .NUXX“


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Born Slippy“ von Underworld – schlappe 22 Jahre alt und doch ebenso zeitgeistig wie zeitlos wie die Szenen aus jenem Film, der den Song und Sound der britischen Elektro-House-Pioniere berühmt gemacht hat (oder war’s doch andersherum?): „Trainspotting„. Ach, was waren das doch für Zeiten! Musik aus „Cool Britannia“ war – von Oasis über Blur, The Verve und wenhastenochnichgehört – in aller Ohren, Kunst und Mode aus London, Manchester oder Liverpool waren der heißeste Scheiß ever und Tony Blair noch kein Kriegstreiber, Heuchler und Arschkriecher, sondern ein (scheinbar) cooler Typ, der sich mit den Spice Girls fotografieren ließ und die (Rock)Stars von morgen bereits heute in der Downing Street hofierte. Längst vorbei, das alles…

Und trotzdem passt es doch nur zu gut, dass Mark „Rent Boy“ Renton, „Spud“ Murphy, Begbie und „Sick Boy“ kürzlich mit „T2 Trainspotting“ ihre Leinwandrückkehr feierten. Erneut von Kultregisseur Danny Boyle in Szene gesetzt, ist die ehemalige Heroin-Gang aus dem schottischen Edinburgh zwar etwas grauhaariger und mehr in der Lebensmitte angekommen als noch im ersten Teil (zu dem ein gewisser Irvine Welsh 1993 die Romanvorlage lieferte), doch mindestens noch genauso neben der Spur.

Was also würde zu diesem Revival besser passen als eine Coverversion von „Born Slippy“? Okay, okay – braucht kein Mensch. Das Londoner Duo Ten Fé hat’s trotzdem getan. Und kommen mit ihrer Idee, die geradezu ikonische Synthiemelodie mit beinahe romantischen Gitarrenrifflinien zu ersetzen, in einer Kulisse an, in der New Order mit den Killers vereint werden. Außerdem kann die Tatsache, dass Ben Moorhouse und Leo Duncan ihr Debütalbum „Hit The Light“ just am gleichen Tag, an dem „T2 Trainspotting“ seine UK-Premiere feierte, veröffentlicht haben (es war der 3. Februar diesen Jahres), kein Zufall sein, oder?

 

 

Rock and Roll.

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