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Auf dem Radar: St. Paul & The Broken Bones


St. Paul & The Broken Bones

„Can I get an ‚Amen‘, brothers and sisters?“ – „Aaaaaamen!“

So in etwa könnte man sich wohl die Eröffnung eines Konzertabends vorstellen, bei dem das aus Birmingham, Alabama stammende Septett St. Paul & The Broken Bones auf den Bühnenbrettern steht. Dabei sieht der Haufen junger Männer mehr nach Studienkolleg oder einem Interessenzirkel adrett zurecht gemachter Jazz Nerds aus. Wenn dann jedoch die Gitarren den Funk bringen, sich Rhythm- mit Blueslicks paaren, die Bläsersektion den Schmelz für die Soulgrundierung besonders smooth schmiert und Frontmann Paul Janeway, der allen Vorurteilen mit seinem pausbäckigen Muttersöhnchenäußeren noch die Krone der vermeintlichen Harmlosigkeit aufzusetzen vermag, mit seiner Stimme, deren soulful gecroonte Urgewalt klingt, als hätten Forscher zielgerichtet die klangliche Schnittmenge aus Al Green, James Brown und Otis Redding klonen wollen, zum überwältigenden Rundumschlag ausholt, dann sieht man als ungläubig Dreinschauender schnell drei Buchstaben vor dem inneren Auge aufblitzen: Wtf?!? Keine Frage, die erdige gespielten Songs von St. Paul & The Broken Bones, deren Albumdebüt „Half The City“ vor einigen Wochen (im Februar) in den USA erschien und in Deutschland am 9. Mai seine Veröffentlichung feiern wird, klingen kaum, als würde sich da gerade ein Haufen Weißbrote eingrooven, ja: einswingen. Dabei haben die zwölf Songs der zweiten Veröffentlichung der Band (die Debüt-EP „Greetings From…“ erschien 2012) eine Menge zeitloser Trademarks in petto, denn die Jungs aus dem US-amerikanischen Süden bedienen sich ebenso bei der soulful energy des Gospel wie beim traditionellen Rhythm & Blues oder beim Motown Soul und Funk der Sechziger und Siebziger, um all das dann mit einem kleinen angejazzten Spritzer freigeistiger Zeitmäßigkeit zu versetzen. Das Ganze macht auf „Konserve“ schon so sehr Laune, das man sich wünscht, dass St. Paul & The Broken Bones es in Zukunft irgendwann mal über den „großen Teich“ schaffen, um auch in Europa – ganz in „Blues Brothers“-Manier – ein amtliches „Aaaaaaaamen!“ vom Konzertpublikum einzufordern…

St. Paul & The Broken Bones

 

 

Hier kann man sich die 2012 erschienene Debüt-EP „Greetings From…“ in Gänze anhören…

(Kleiner Tipp am Rande: Auf NoiseTrade kann man sich diese aktuell auch komplett kostenfrei aufs heimische Abspielgerät laden…)

 

…und sich anhand des Musikvideos der tollen ersten Single „Call Me“…

 

…und einiger weiterer Live Sessions-Mitschnitte einen ersten Eindruck von den durchaus beeindruckenden Bühnenqualitäten von St. Paul & The Broken Bones machen:

 

 

Rock and Roll.

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