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Song des Tages: Red Hot Chili Peppers – „Torture Me“ (John Frusciante Version)


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Was heutzutage alles möglich ist…

Vor ein paar Tagen bin ich auf YouTube auf Versionen von Red Hot Chili Peppers-Songs gestoßen, in denen – wahlweise – nur bestimmte Tonspuren des jeweiligen Stückes zu hören sind. Also etwa nur die Instrumental-Version plus die Gesangsspuren von (Ex-)Gitarrist John Frusciante. Wer weiß, wie sehr ich auch heute noch diesen Mann vergöttere (und umso trauriger war, als der heute 47-Jährige vor einiger Zeit zuerst die Chili Peppers verließ, und danach gar gänzlich die Saiten in die Ecke stellte um sich fortan elektronisch-experimenteller Musik zu widmen), der kann sich mein Entzücken über diese Entdeckung vorstellen.

Ich habe zwar keine Ahnung, wie die Person(en), die diese Audio-Videos via YouTube ins weltweite Netz entlassen haben (in diesem Fall ist es ein gewisser „IIIIMoogIIII„, der sich wohl mit allem, was Frusciante musikalisch betrifft, beschäftigt), zu ihrem Endergebnis kommen (Tonspuren editieren? Oder entfernen? Vielleicht sind diese Musik-Geeks über Umwege an die Masterbänder der Aufnahmen gekommen?), jedoch ist gerade im Fall des Songs „Torture Me“, seines Zeichens von John Frusciantes 2006 erschienenem Abschiedsalbum mit den Chili Peppers, „Stadium Arcadium„, das Ergebnis derart großartig, dass man die editierte Version des Stückes ohne Umschweife auf eines von Frusciantes tollen Solo-Alben (meint: bis zu „The Empyrean“ von 2009, mit Abstrichen auch „Enclosure“ von 2014) packen könnte – und das mag was heißen…

 

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Neulich im Paralleluniversum…


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Ein halbes Jahrhundert mit Zylinder, Wuschelkopf, Kippe und Gitarre – Slash wird fünfzig


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Einst spielte er in der „gefährlichsten Band der Welt“ (für alle zu spät Geborenen: diese Band nannte sich Guns N’Roses und hat mit dem, was sich heute ab und an auf die Konzertbühnen schleppt, nur noch im Entferntesten zu tun), über 20 Jahre später ist er zumindest einer der besten und bekanntesten Gitarristen der Welt, den man sogar an seiner Silhouette erkennen würde. Zylinder, Wuschelhaar, Kippe im Mundwinkel und Gitarre im Anschlag – alles längst ikonisch und „typisch Slash“. Und auch wenn er mittlerweile die Finger vom harten Zeug und eigentlich allen potentiell schädlichen Substanzen lässt, so ist er – neben Keith Richards und Lemmy Kilmister vielleicht – einer der letzten ewig coolen Saitenschwinger im Musikzirkus. Obendrein hätte er, den seine Hippie-Eltern in den Siebzigern vom englisch-grauen Stoke-on-Trent in die sonnige LA-Künstlerkolonie Laurel Canyon verfrachteten, sicherlich massig Stoff für eine amtlich-spanende Musikbiografie zu bieten – Sex, Drogen und ausreichend vorzüglichen Rock’n’Roll inklusive… Heute wird Saul „Slash“ Hudson 50 Jahre alt. Happy Birthday, ich ziehe meinen Hut!

slash quote

Übrigens: In diesem aktuellen Interview, das „Spiegel Online“ mit dem längst legendären Musiker führte, erfährt man noch die ein oder andere Sache aus Slashs Leben…

 

 

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Rock and Roll.

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Zitat des Tages


Foto: Mattia Zoppellaro

Foto: Mattia Zoppellaro

 

„Rock’n’Roll ist ja generell vom Erdball verschwunden. In der Musikwelt geht überhaupt nichts mehr voran. Die Charts werden bestimmt von Tänzern, die zwar wunderbar singen können, aber nichts zu sagen haben. Der heutige Popstar ist wie seine Musik: geht ins eine Ohr rein und zum anderen wieder hinaus. Ohne Spuren zu hinterlassen. „

(Noel Thomas David Gallagher, * 1967, britischer Rockmusiker und ehemaliger Oasis-Gitarrist, in einem Interview mit den „Musikexpress“, 03/15)

 

In diesem Sinne:

Rock and Roll.

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Zur kurz gekommen… – Teil 10


Dave Navarro – Trust No One (2001)

Trust No One (Cover)-erschienen bei Capital/EMI-

Dave Navarro – bei diesem Namen kommen dem kundigen Alternative Rock-Degustinato natürlich zuerst einmal zwei Bands in den Sinn: Jane’s Addiction und die Red Hot Chili Peppers. Erstere hob der 1967 in Santa Monica, Kalifornien geborene Gitarrist im Jahr 1985 mit aus der musikalischen Taufe, bei Zweiterer half er für ganze drei Jahre – beziehungsweise ein Album („One Hot Minute„) – als würdiger John Frusciante-„Ersatz“ aus. Außerdem teilte Navarro mit Größen wie den Nine Inch Nails, Marilyn Manson, Billy Corgan (Smashing Pumpkins), Gene Simmons (Kiss), Michael und Janet Jackson oder Christina Aguilera Bühnen und Tonstudios, lehnte seinerzeit den durch den Ausstieg von Slash freigewordenen Leadgitarristenposten bei Guns N‘ Roses ab, ehelichte 2003 medienwirksam die Ex-Baywatch-Strandnixe Carmen Electra (beide ließen in der MTV-Serie „Til Death Do Us Part“ ein Millionenpublikum an ihrem Privatleben teilhaben), engagierte sich für PETA und die Rechte von Tieren, versuchte sich erfolgreich als Produzent von „Erwachsenenfilmen“, als Buchautor oder als „Penthouse“-Kolumnist. Ganz nebenbei sieht der beinahe Ganzkörpertätowierte auch noch blendend aus. Ein Rockstar also, wie er im Buche steht? Ein Musiker, der dies- wie jenseits der Bühne seit Jugendtagen ein Leben auf der hedonistischen Überholspur lebt, von dem jeder „Normalo“ nur träumen kann? Es scheint fast so…

Carmen Electra & Dave Navarro Hugging NakedUmso befremdlicher klingt jedoch Dave Navarros 2001 erschienenes Solo-Debüt „Trust No One„. Denn wenngleich der damals 43-Jährige rein musikalisch seinem Stamminstrument, der Gitarre, huldigt, zieht er in den Texten blank und kehrt die Narben seiner Vergangenheit sowie die Schattenseiten des Lebens als Rockstar nach Außen – weinerlicher Seelenstriptease oder überfällige Vergangenheitsbewältigung? Eher Zweiteres. Denn Navarro schleppte in der Tat dunkle familiäre Lasten mit sich herum: Seine Eltern ließen sich scheiden, als Dave gerade einmal sieben Jahre alt war, seine Mutter, ein ehemaliges Model, wurde von ihrem damaligen Freund 1983 umgebracht – Navarro wurde im Alter von 15 Jahren auf tragische Art zum Halbwaisen, hat bis heute drei gescheiterte Ehen (selbst die Liason mit Electra ging 2006 in die Brüche) vorzuweisen. Wenn man die zehn Songs auf „Trust No One“ mit diesem Wissen hört, eröffnen sich neue Wege in die Psyche des Gitarristen. Denn zwischen den mal straight forward, mal effektvoll produzierten Alternative Rock-Stücken gesteht Navarro sich Unzulänglichkeiten ein („I never really even loved you / I’m just really insecure / I never really even cared / Never tasted that pure / I don’t think I ever liked you / I just had some time / I don’t think I’d be that sorry“ – „Avoiding The Angel“), betrauert seine verstorbene Mutter („She gave herself to me / She’s gone away from me / Where is the heartbeat coming from? / Lost is the heartbeat where I come from“ – „Mourning Son“), rechnet diebisch augenzwinkernd mit ehemaligen musikalischen Wegbegleitern wie Billy Corgan oder Marilyn Manson („I met some friends of mine / I used to call them friends / One of them was not so hairy / One of them was not so scary“ – „Sunny Day“) oder der sich nach und nach einschleichenden Inhaltsleere der 00281729_lgschnelllebigen Musikgeschäfts ab („There is no love left in your eyes /There is love between your thighs / Roll over say goodnight / I’ve had enough of feeling sick / You’ve had enough of feeling sick / The sugar never helps / I hate my life I hate my life / Never want another wife / I want the life you think I have“ – „Rexall“). Am erfreulichsten hierbei ist vor allem, dass die 45 Minuten nicht zum muckertümlichen Leistungsnachweis geraten und Navarro, der einen Großteil der Instrumente zwar selbst einspielte, sich im Studio jedoch auch von Freunden wie dem Studioass Jon Brion, Schlagzeuger Matt Chamberlain oder Marilyn Mansons Bass-Sidekick Twiggy Ramirez aushelfen ließ, die Songs trotz aller hervorragend akzentuierten Gitarrensolos (man höre hier etwas nur einmal „Rexall“ oder „Mourning Son“!) höchst unterschiedlich gestaltet. So erinnert etwa „Everything“ mit seinen wirren Rhythmen unweigerlich an „Starfuckers, Inc.“ von den Nine Inch Nails, leiht sich „Not For Nothing“ mal eben ein paar Industrial-Verweise á la Marilyn Manson aus, wird mit der Coverversion von „Venus In Furs“ Velvet Underground in würdiger Art und Weise Tribut gezollt (und der Fakt, dass Lou Reed himself Navarros Version als beste des Stückes überhaupt adelte, darf einiges heißen!) und mit der Akustiknummer „Slow Motion Sickness“ das Album zum Abschluss gebracht. Alles, was „Trust No One“ lediglich zu damals größerem Erfolg fehlte, war wohl ein veritabler Hit. Denn obwohl die beiden Singles „Rexall“ und „Hungry“ für den Einen zwar durchaus berechtigtes Potential zum Alternative Rock-Ohrwurm besitzen mögen, blieben diese Stücke doch zu effektvoll für die breite Masse…

Dave Navarro

Für mich persönlich ist „Trust No One“ auch zwölf Jahre nach Erscheinen noch immer eines meiner All Time-Faves, denn Navarros musikalische Nabelschau gerät trotz dem flächendenkend druckvollen Spiel mit Gitarren- und Klangeffekten zum berührenden Statement von innerer Ausgebranntheit und Schwäche, welches auf diesem Niveau seinesgleichen sucht (und wohl nur in den Solo-Werken eines gewissen John Frusciante Gleichberechtigung findet). Das Coverartwork macht es dann noch einmal überdeutlich: „Trust No One“ ist Navarros persönlicher Offenbarungseid – ein Break, eine Auszeit, eine Zäsur. Dave Navarro tritt für 45 Minuten aus seinem Schattendasein als Leadgitarrist in der zweiten Reihe heraus und beweist dabei auch seine stimmlichen Qualitäten. Es mag nicht alles falsch sein am Mythos von „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“, doch auch – und vor allem – in diesem Geschäft läuft man schnell Gefahr, auszubrennen und abzustützen. Die Einsamkeit von Hotelzimmern, falsche Freunde, falsche Gefühle, ausweglose Lieben, leere Leben, dem Morgen nach dem Exzess und den Schatten der Vergangenheit – davon handelt „Trust No One“. Ein kleiner, derbst riffender Klassiker aus der zweiten Reihe, in dem eine arschcoole Rocksau zwischen den Akkorden tief in die Seele blicken lässt – man höre und staune.

 

Hier gibt’s das Musikvideo-Doppel aus „Rexall“, das nach dem Laden in Los Angeles, in welchem sich seine Eltern kenn lernten, benannt ist…

 

…und „Hungry“, in welchem seine damalige Verlobte Carmen Electra mitspielt, zu sehen…

 

…sowie einen Ausschnitt aus der Tattoo-Serie „LA Ink“, in welchem sich Navarro von keiner Geringeren als Star-Tätowiererin Kat Von D „beackern“ lässt:

 

Rock and Roll.

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