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Willkommen in 2022 – und alles Gute zum Zehnten, ANEWFRIEND!


Zunächst einmal: Herzlich willkommen in 2022! Wollen wir trotzdem einen letzten kurzen Blick zurück werfen? Denn obwohl die vergangenen zwölf Monate – gefühlt, gefühlt – recht schnell an einem vorbei gezogen waren, war doch einiges los: Das zweite Jahr einer weltweiten Pandemie, während derer die meisten von uns sich längst ans Maskentragen, Abstandhalten, an Nachrichtenberichterstattungen über Inzidenzwerte und Neuinfektionen, an Beschränkungen bei vermeintlichen Alltäglichkeiten wie dem Einkaufen, bei Restaurant-, Fitnesscenter oder Kinobesuchen, an immer neue Virusmutationen und Corona-Wellen gewöhnt haben. Noch immer sterben Menschen in gewaltsamen Konflikten, im Mittelmeer oder an Landesgrenzen – oder werden schlichtweg – und von einem Tag auf den nächsten – in Ländern wie dem Irak im Stich gelassen und ihrem Schicksal überlassen. Fast scheint es, als würden „wir“ privilegierten Erdbewohner wohl nie gänzlich begreifen, dass kein Mensch nirgendwo je illegal sein darf und jeder, der anderen ohne Feindschaft und Argwohn entgegen tritt, auch ein Recht auf ein Leben in Freiheit und Würde verdient hat… Noch immer brennen anderswo – und mal mehr, mal weniger weit weg in Australien, den US of A, Südamerika oder Griechenland – ganze Landstriche, wüten Naturkatastrophen – und werden plötzlich auch für „uns“ im oft so beschaulichen Deutschland spürbarer, wenn sich im Ahrtal (welches sich gar nicht mal so weit weg von mir befindet) über Nacht sonst so kleine Flüsschen zu reißenden Strömen entwickeln und ganze Dörfer wegspülen. Kontraste zwischen Arm und Reich, zwischen den privilegierten Industrienationen und der Dritten Welt, werden immer krasser, Scheren gehen immer weiter auseinander – während sich gleichzeitig eine Handvoll Milliardäre darum streiten, wer den Wettlauf um den ersten stinkreichen Arsch im Weltall gewinnt. Ja, Positivem musste man auch in 2021 oft mit der Lupe nachspüren, und Nachrichten waren auch in den letzten zwölf Monaten vor allem dann, wenn der Sprecher oder die Sprecherin einem einen „Guten Abend“ wünschte und im Anschluss sein (oder ihr) Bestes tat um zu beweisen, dass vor der eigenen Haustür gar nicht mal so viel „gut“ war… „Die Welt ist grässlich und wunderschön„, wie der große Gisbert zu Knyphausen einst sang. Diese treffliche Einschätzung kann man auch für 2021 unterschreiben – und sich trotzdem bemühen, den Kopf stets oben zu behalten und trotz alledem die Hoffnung nie so ganz an den Nagel des Zynismus zu hängen.

Was’n los, ANEWFRIEND – liegt da etwa Melancholie zwischen den Zeilen? Ja, könnte durchaus sein, und auch aus berechtigtem Grund, schließlich feiert dieser mein bescheidener Blog just heute seinen 10. Geburtstag. ZEHN Jahre. Da mache ich doch – bei aller Bescheidenheit – glatt einen anerkennenden Knicks vor mir selbst, anerkennend, dass ich’s tatsächlich eine komplette Dekade geschafft habe, am digitalen, schreibenden Ball zu bleiben – was nicht immer ganz einfach war und auch den ein oder anderen aufraffenden Arschtritt meinerseits erforderte. Zudem blicke ich beinahe zwangsläufig zurück auf das, was abseits aller „Songs des Tages“, aller „Alben der Woche“, aller „Moment! Aufnahmen.“ auch bei mir so passiert ist: fünf Umzüge und ebensoviele Jobwechsel, ich habe ein Haus gekauft und wieder verkauft, durfte mich einige Zeit als „Ziehvater“ eines kleinen Mädchens „ausprobieren“, habe mich ver-, wieder entliebt und neu verliebt, neue Sprachen gelernt, im Ausland gelebt, mich oft genug trotzig dem alten Arschloch namens „Depression“ gestellt, meine Plattensammlung zig Male in massig Kisten verpackt und wieder ausgepackt… Ja, Scheiße noch eins – war einiges los in den letzten zehn Jahren.

Was uns wieder zurück zum 1. Januar 2022 bringt. Natürlich hätte dem voraussehbaren Anlass auch Gisbert zu Knyphausens „Neues Jahr“ ausgezeichnet zu Gesicht gestanden. Oder Death Cab For Cuties ewiggrüner Jahresanfangseinläutungssong „The New Year„, welcher hier schon des öfteren die folgenden zwölf Monate einläuten durfte. Oder Dylans „Forever Young“, welches vor zwei Jahren 2020 einläuten durfte – freilich nichtsahnend, was da noch kommen würde…

Mit all der rückblickenden Melancholie im Knopfloch habe ich mich jedoch für einen ganz anderen Song entschieden: „New Year’s Eve“ vom großen, ewig tollen Grantler Tom Waits. In dem Stück vom 2011 erschienenen Album „Bad As Me“ inszenieren Waits und seine Frau und Songwriting-Partnerin Kathleen Brennan in medias res die zwar recht lakonische, aber dennoch ebenso vielfältige Szenerie einer Familienfeier, die längst aus dem Ruder gelaufen ist.

„Jeder von uns war doch schon einmal bei einem dieser Treffen, bei dem alles schief gelaufen ist, bei dem wir alle singen, obwohl das Feuerwerk den Hund erschreckt hat und er seit zwei Stunden verschwunden ist, jemand das Sofa angezündet hat, Marge eine Lebensmittelvergiftung bekam und Bill O’Neal die Polizei rief“, beschrieb der US-Musiker den Song damals typisch augenzwinkernd in einem Interview.

Der Refrain des Stückes baut zudem einen Song im Song auf, wenn die Charaktere inmitten des Trubels und Durcheinanders beginnen, alte Traditionen zu wahren und „Auld Lang Syne“ zu singen. „Der Song brauchte einen Refrain und hatte noch keinen. Also sagten Kathleen und ich uns: ‚Komm‘ schon, wir reden über Silvester, lass‘ es uns einfach machen!“, so Waits. Während der knapp fünf Minuten passiert gleichzeitig so viel und doch irgendwie auch gar nichts, alles scheint still zu stehen, während die Welt doch immer schneller rast – das passt durchaus zu einem Jahr wie 2021.

In diesem Sinne: Einen ganz uneitlen Toast auf ANEWFRIENDs 10. digitales Wiegenfest! Und auf uns. Und, natürlich: auf euch. Passt auf euch auf, bleibt gesund sowie ganz ihr selbst – und schaut ab und an mal hier vorbei… Merci vielmals.

„The door was open, I was seething
Your mother burst in, it was freezing
She said it looks like it’s trying to rain
I was lost, I felt sea sick
You convinced me that he’d left
You said ‚Keep talking but don’t use any names‘
I scolded your driver and your brother
We are old enough to know how long you’ve been hooked
And we’ve all been through the war
And each time you score
Someone gets hauled and handcuffed and booked

It felt like four in the morning
What sounded like fire works
Turned out to be just what it was
The stars looked like diamonds
Then came the sirens
And everyone started to cuss

All the noise was disturbing
And I couldn’t find Irving
It was like two stations on at the same time
And then I hid your car keys
And I made black coffee
And I dumped out the rest of the rum

Nick and Socorro broke up
And Candice wouldn’t shut up
Fin, he recorded the whole thing
Ray, he said ‚Damn you‘
And someone broke my camera
And it was New Years
And we all started to sing

Should auld acquaintance be forgot and never brought to mind
Should auld acquaintance be forgot for the sake of auld lang syne

I was leaving in the morning with Charles for Las Vegas
And I didn’t have a plan to come back
I had only a few things
Two hundred dollars
And my records in a brown paper sack

I ran out on Sheila
Everything’s in storage
Calvin’s right, I should go back to driving truck

Should auld acquaintance be forgot and never brought to mind
Should auld acquaintance be forgot for the sake of auld lang syne“

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


(Bob Dylan, eigentlich Robert Allen Zimmerman, *24. Mai 1941, US-amerikanischer Singer/Songwriter und Lyriker sowie einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts, der heute seinen 80. Geburtstag feiern darf)

Rock and Roll.

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Der „Panikrocker der Nation“ wird 75…


Eigentlich sind für diesen Mann alle, wirklich alle Kränze geflochten. Zig Ehrungen hat er im Laufe seiner langen Karriere bereits bekommen – die branchenüblichen wie den „Echo“, die verfassungspatriotischen wie das Verdienstkreuz… Davon abgesehen, dass er zu deren Hochzeiten nie eine eigenen „Goldenen Otto“ der Bravo in den Händen halten durfte, hat er die formvollendet-maximale Ernte eines verdammt erfolgreichen Musikerlebens einfahren dürfen.

Er wird am heutigen Montag satte 75 Jahre alt – aber was heißt das schon: „alt“? Ihn verbindet etwa mit dem Frankfurter Politiker Daniel Cohn-Bendit, der jüngst das 76. Lebensjahr vollendete, dass gewisse Leute aus ihrer Generation immer noch vermeintlich mehr „Pep“ und „Good Spirit“ in ihren von den Jahren mutmaßlich unübersehbar gegerbten Allerwertesten haben als die ganze ebenso verweichlichte wie beliebig austauschbare timbendzkohafte Nachhut, die niemals in die Schuhe der Älteren hineinpassen (wird). Also auch nicht – schon gar nicht – in die von Udo Lindenberg.

Bezeichnend ist da schon, wer ihn alles für sich beansprucht, sich mit ihm schmücken mag. Obwohl er nicht einmal gebürtiger Hamburger ist, jedoch seit Jahr und Tag am liebsten im berüchtigten Hotel „Atlantic“ wohnt und dort das gleichermaßen coole wie glamouröse Leben liebt, wird „Uns Udo“ so gern wie längst als Hamburger Jung gesehen. Und passend zum heutigen Jubelfest hat Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gleich die nächste Urkunde angekündigt: Ehrenbürger soll Lindenberg werden, sobald es die Pandemielage erlaubt: „Er hat Hamburg geprägt und Hamburg ihn.“

Einem Publikum außerhalb der Jazz- und Rockszene der frühen 1970er-Jahre wurde Lindenberg, seit den Sechzigern schon Underground-Musiker, bekannt, als er es mit einem seiner Lieder seinerzeit sogar in die Deutsche Schlagerparade schaffte: „Hoch im Norden“ sang er; ein verschluffter Rocksong mit melancholischem Grundsound, irgendwie passend zu jener Zeit, als Stadtteile wie Wilhelmsburg oder die Veddel noch nicht Gossenviertel jenseits der Caffé-Latte-Orte waren, sondern eben dies: Orte, in denen auch gelebt wurde. Lindenberg und sein Lied, sie passten zu Filmen wie Hark Bohms „Nordsee ist Mordsee“ oder Roland Klicks „Supermarkt“: Geschichten über junge Menschen, die sich gegen jede Verwahrlosung entscheiden und es doch nicht so recht schaffen.

Foto: Promo / Tine Acke

Lindenberg hat im Übrigen die coole Sprache des gepflegten, schnoddrig-verspulten Kneipenspruchs zur Verallgemeinerung gebracht: „Alles klar / auf der Andrea Doria“, oder, gemünzt auf die politischen Verhältnisse hierzulande: „Bunte Republik Deutschland“. Lindenberg, der Udo, war einer der ersten Künstler aus dem Underground, die für alternative Wahllisten Reklame machten, für die Grünen sowieso, aber schon 1978 für deren Vorläufer der „Bunten Liste/Wehrt Euch“ in Hamburg. In den Achtzigern verspottete er Kanzler Kohl („Oh Helmut, oh wie wohl, mein Sexidol“), schwärmte viel lieber vom „Mädchen aus Ostberlin„, nahm den „Sonderzug nach Pankow“, wetterte gegen das Machtstreben der Amerikaner („Bananenrepublik“) und gegen die bornierte Angst vor den Sowjets („In 15 Minuten sind die Russen auf dem Kurfürstendamm“). 1983 rockte er mit seinem Panikorchester im Ost-Berliner Palast der Republik bei „Rock für den Frieden“ vor einem gleichsam ausgesuchten wie dennoch ehrlich begeisterten FDJ-Publikum, schenkte DDR-Staatschef Erich Honecker vier Jahre später sogar eine Lederjacke. Provokation war Lindenbergs Geschäft, ätzend-bissige Texte eine seiner größten Stärken. Doch bei so viel Popularität wie Charme konnten am Ende nicht einmal die „Oberindianer“ hinter dem Eisernen Vorhang widerstehen…

Klare Sache: Heutzutage ist er längst nicht mehr dissident, wenn auch gegen völkische Schabracken (auch klar). Inzwischen ist er einer fürs ausverkaufte Stadionkonzert, für den Mehrgenerationen-Mainstream und meinetwegen Lieschen und Hans Jedermann. Ein deutsches Kulturgut schlechthin, einer, der gefühlt schon immer da war, den man zum deutschen Weltkulturerbe zählen könnte, gäbe es dieses in persönlicher Form. Dafür auch ausgezeichnet wie kaum ein bundesdeutscher Popmusiker sonst, angebetet und literarisch verewigt von Benjamin von Stuckrad-Barre.

Das war ihm gewiss nicht vorgezeichnet, als Udo Gerhard Lindenberg anno dazumal 1946 im westfälischen Gronau zur Welt kam. Beinahe vergessen ist heute sein Spitzname aus früheren, aus wahnwitzigen Zeiten: „Udo Nervenberg“. So bizarr es klingen mag, genau so nannten sie früher auch den anderen berühmten Udo, den Jürgens (der wiederum war Österreicher, was seiner Popularität hierzulande jedoch keinen Abbruch tat). Auch der trank sich als mitteljunger Mann seine Seele blank und drohte, in Rausch und Ruhm zu ertrinken. Und so sang der übrig gebliebene Udo, der dem Alkohol der alternden Gesundheit zuliebe vor einigen Jahren abgeschworen hat, dem vorausgegangenen traurig hinterher. Als Udo Jürgens 2014 starb, machte Lindenberg seinem Kollegen beim „Echo“ die Aufwartung, zusammen mit Grönemeyer (noch so ein gesamtdeutsches Kulturgut), und interpretierte Jürgens‘ Lied „Ich weiß, was ich will“. Mit solcher Würde, dass man Jürgens‘ Kinder Jenny und John im Publikum staunen und weinen sah: „Udo war ein selbstbestimmter Mann. Das einte uns, dieses Freistilleben, dieses immer auf dem Sprung sein“, sagte Udo L. wenig später. Beide wachten am liebsten allein auf, liebten die freie Damenwahl und waren latent beziehungsunfähig. Lindenbergs Liebe zu seiner aktuellen Freundin, der Fotografin Tine Acke, „ist mehr so ’ne Komplizenschaft mit der Herzensdame. Sie ist nicht meine Spielerfrau, sie steht für sich selber.“

Nicht nur seiner Eigenwilligkeit und Unverwechselbarkeit wegen genießt der Mann mit Hut und Sonnenbrille – so heißt’s zumindest – einen ausgesprochen guten Ruf unter Musikerkolleg*innen, er behandelt alle gleich nett, und die danken es ihm auch, denn in der Entourage von Lindenberg soll es so zugehen wie in einer echt leicht dauerverpäkten WG, in der er Ende der Sechziger-, in den frühen Siebzigerjahren so lebte – alternativ und kommunardig.

Er ist das Personenkult gewordene Panikorchester der Republik (wie man unlängst einmal mehr bei der ProSieben-Show „Free ESC“ erleben durfte), er hat auf seine höchst spezielle Weise dazu beigetragen, dass deutsche Kultur erheblich cooler werden konnte: vor allem als Sänger, als Musiker, als Maler seiner Likörelle, als Inspirator – und als er selbst. Herzlichen Glückwunsch, Udo!

(Sehenswert ist auch die NDR-Dokumentation „Keine Panik und immer mittendrin„…)

Rock and Roll.

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(gefunden bei Facebook)

(Oprah Gail Winfrey, * 29. Januar 1954, US-amerikanische Moderatorin, Schauspielerin und erfolgreiche Unternehmerin, die vor allem durch ihre wöchentliche Talkshow „The Oprah Winfrey Show“ bekannt wurde)

Rock and Roll.

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(gefunden bei Facebook)

Heute feiert US-Folk-Ikone Joan Baez ihren 80. Geburtstag – und kann auf ein durchaus ereignisreiches Leben zurückblicken… Happy Birthday, Mrs. Baez!

Rock and Roll.

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(gefunden bei Facebook)

Mord und Missbrauch, Irrsinn und Intrige – in der Prosa und den Stücken Friedrich Dürrenmatts ging es oft genug heftig zu. Heute vor 100 Jahren wurde der Schriftsteller, Dramatiker und Maler geboren.

Rock and Roll.

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