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Song des Tages: Eve Owen – „So Still For You“


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Foto: Promo / Jen Long

Mit dem neuen Song „So Still For You“ kündigt Singer/Songwriterin Eve Owen ihr Debütalbum „Don’t Let The Ink Dry“ an, das am 8. Mai veröffentlicht wird. Das Stück ist eine zurückgenommene Songwriter-Nummer mit dezenten Streichern, welche man gut und gern irgendwo zwischen den Qualitäten einer Phoebe Bridgers und den melancholischen Anwandlungen von Conor Obersts Bright Eyes verorten darf. Die zweite Nummer nach dem im vergangenen November erschienenen „She Says“ lässt die durchaus eindrucksvolle Stimme der britischen Newcomerin derart strahlen, dass man schon ein klein wenig froh sein darf, dass Owen (bislang) nicht denselben Weg ins kreative Fach wie ihr Vater eingeschlagen hat – schließlich ist der niemand Geringeres als Hollywood-Schauspieler Clive Owen („Children Of Men“, „Shoot ‚Em Up“). Und das Kreative scheint den Owens in die Wiege gelegt, denn die Regie zum Musikvideo von „So Still For You“ führte wiederum ihre Schwester Hannah.

artwork-440x440„‚So Still For You’ is about how fleeting love can be, but how permanent words are“, erklärt Eve Owen. „By sharing my love in a song, it lasts forever.“ Über das Video sagt Ihre Schwester Hannah Owen: „We had a clear idea of what the song meant to us but we were equally really in love with the idea of seeing what came naturally once a camera was put in front of Eve. It’s so lovely to work as a two-person team. Every idea is valid and a strong contender – we can just play and follow whatever feels fun. The song is led by a delicate balance of vulnerability and wild power. I think for the video we just wanted to explore both themes honestly and see where it led us visually.“

So ganz grün und neu im Musikgeschäft ist Eve Owen übrigens – trotz aktuell gerade einmal knapp 200 Facebook-Likes – gar nicht, schließlich trat die 20-jährige Londonerin in jüngster Zeit bereits mehrfach mit The National auf (unter anderem bei ‚Jimmy Kimmel Live‘) und ist als Gastsängerin im Stück „Where Is Her Head“ auch auf dem jüngsten The National-Album „I Am Easy To Find“ zu hören.

Ihr Debüt-Langspieler „Don’t Let The Ink Dry“ ist laut eigener Aussage ein Werk von großer Sensibilität und Fantasie, für das sich Owen ganze drei Jahre Zeit nahm. Während dieser Periode verbrachte die aufstrebende Singer/Songwriterin ihre Sommerferien mit The National-Gitarrist und Produzent Aaron Dessner in New York, wo sie mit ihm fleißig schrieb und Songs aufnahm. Dieser kreative Prozess stellte für Owen eine willkommene Zuflucht vor ihrem stressigen Schulalltag dar. Die Sängerin entdeckte ein neues Gefühl von Freiheit und Zugehörigkeit und entwickelte einen ganz eigenen Sound: wild aber doch zart, unruhig aber differenziert genug, um auch die flüchtigsten Gefühle einzufangen.

Produziert wurde „Don‘t Let The Ink Dry“ von Dessner schließlich im Long Pond Studio, einer umgebauten Scheune und altem Bauernhaus tief im Hudson Valley. Passend zum Ambiente gibt Owen sich stellenweise der Folk-Musik hin, die sie allerdings mit elektronischen Experimenten anreichert. Mit Hilfe von Musikern wie dem Multi-Instrumentalisten Rob Moose (Bon Iver, Perfume Genius, John Legend) und dem Pianisten Thomas Bartlett (alias Doveman, der unter anderem bereits mit David Byrne, St. Vincent und Father John Misty) gespielt hat) gelang es ihr und Dessner, einen detailverliebten, experimentellen und eigenwilligen Sound zu entwickeln.

„What I enjoyed most was that there were no rules“, erklärt Owen. „I could say or do whatever I wanted without feeling judged, which is the most wonderful feeling when you’re working creatively with someone.“ Aaron Dessner fügt hinzu: „We ultimately recorded more than 40 songs over three years, and this first album feels like a collection of them. I enjoyed the process immensely. We felt free to imagine and chase whatever sounds or arrangements inspired us. In the middle of that time, she helped me make a National song called ‚Where Is Her Head,’ which she fearlessly sang lead on. There’s so much Eve is capable of and I’m grateful to know her.“

Auf den Albumtitel kam Eve Owen übrigens während eines Siebdruckkurses: „It’s got to do with impermanence versus permanence”, erklärt sie. „I really like the idea that you can go through all these different changes in your life, but the root of who you are will always stay the same.”

„Don’t Let The Ink Dry“ behandelt intensiv Owens juvenilen Kampf mit Angst, Entfremdung, Verletzlichkeit und Selbsterhaltung. „I’ve always trusted people immediately with no question, but when you do come across the bullies, it reminds you that not everyone should have all that knowledge and insight into your insecurities”, stellt die junge Frau fest. „The odd thing about Hudson was that it was the first place I felt I could be honest and protected. I would love it if people listened to this album and ended up feeling the same sort of comfort in their own vulnerability.”

 

— Die Tracklist von „Don’t Let The Ink Dry“ —

01. „Tudor“29545
02. „Lover Not Today“
03. „Mother“
04. „After The Love“
05. „For Redemption“
06. „Bluebird“
07. „She Says“
08. „I Used To Dream In Color“
09. „So Still For You“
10. „Blue Moon“
11. „29 Daisy Sweetheart“
12. „A Lone Swan“

 

 

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

‪Fun Fact: Das Gründungsthema der AfD war mal (meint: im Jahr 2013) der EU-Austritt Deutschlands. Ob die Partei gewordene Protestler-Realsatire ebenjenen angedachten „Dexit“ denn formvollendeter versaubeutelt hätte als aktuell „Brexit Boris“ und sein britisches Kreativteam? Man mag sich’s kaum ausmalen… Und, ja: Hach, was waren das für Zeiten – die damaligen AfD-Spitzen Bernd Lucke oder Frauke Petry erscheinen einem im Zerrspiegel der Rückbesinnung (damit kennt man sich ja bei den blauen Populisten recht gut aus) und gerade im Vergleich zu heutigen lachbefreiten Hetz-und-Hass-Granten wie Weidel, Gauland, Meuthen oder von Storch mittlerweile beinahe wie gleichsam possierliche wie sympathische Demokratie-Verfechter. Dass ich das mal schreiben würde? Eigentlich zartbittere Realsatire an sich.

Less funnier fact: Anno 2013 baute man bereits saftige sieben Lenze ebenso planlos wie finanziell freigiebig (bis zum heutigen 29. Oktober 2019 schlappe 5,5 Milliarden Euro) am ewigen Flughafen Berlin Brandenburg herum. Dem alternativlosen Faschist Björn „Bernd“ Höcke würde wohl an dieser Stelle das Argument auf der braunbefleckten Zunge liegen, dass man mit etwas mehr rechtem Verstand fürs Planerische selbst Autobahnen schonmal schneller durch deutsche Lande gezogen habe…

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


 

(Stephen William Hawking, 1942 – 2018, britischer theoretischer Physiker und Astrophysiker)

 

Mehr weitsichtige Zitate des bekannten, im vergangenen Jahr verstorbenen Genies findet man hier. Ein Hoch auf alle stillen Beobachter!

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Video- und Songneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Brandon Flowers, Father John Misty & Local Natives – Johnny Cash-Tribute auf  „La Blogothèque“

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Zur Feier der Erscheinens des „neuen“ Johnny Cash-Albums „Out Among The Stars„, welches Fertigstellungen von zwölf Songs beinhaltet, die die Country-Legende Anfang der Achtziger gemeinsam mit Produzent Billy Sherrill in Nashville, Tennessee und Los Angeles, Kalifornien aufnahm (ANEWFRIEND berichtete bereits), hat die französischsprachige Musikseite La Blogothèque die LA-Indierocker Local Natives, Ex-Fleet Foxes-Schlagzeuger Father John Misty (aka. Josh Tillman) und Killers-Frontbirne Brandon Flowers zur gemeinsamen Tribute-Jam-Session in die staubige Wüste geladen. Herausgekommen ist ein gut 15-minütiger Kurzfilm, in dem die Künstler Stücke aus dem „neuen“ Cash-Album zum Besten geben und sich so auf ihre Weise vor der Musikikone geneigen…

 

 

 

Jimi Goodwin – Oh! Whiskey

Jimi Goodwin

Keine Frage: Nach dem Erscheinen ihres letzten Albums „Kingdom Of Rust“ im Jahr 2009 und der – beinahe obligatorischen – Best Of-Sammlung „The Places Between: The Best Of“  ist es ein klein wenig still um die drei Britrocker der Doves geworden. Dass zumindest Frontmann Jimi Goodwin recht fleißig im heimischen Studio gewerkelt hat, belegt sein Solodebüt „Odludek„, das nach langer Ankündigung nun endlich erscheint. Und obwohl der Musiker für seinen Erstling das polnische Wort für „Einsiedler“ als Titel wählte, war er beim ersten offiziellen Alleingang wohl kaum so oft einsam im Studio, immerhin schaute sein Kumpel und „fellow Mancunian“ Guy Garvey – seines Zeichens auch Herz und Stimme von Elbow – ab und an vorbei, um beim ein oder anderen Song von „Odludek“ mitzuwirken. Freilich stehen einige der zehn neuen Stücke nicht so fern vom Bandsound der Doves weg (was freilich auch an Goodwins markantem Gesangsorgan liegt), andererseits hätte Jimi Goodwin elektronische Sperenzchen, Gameshow-Jingles („Man v Dingo“) oder gar Manchester Rave-Anleihen (wie im Song „Live Like A River“), mit denen die Spannbreite des Singer/Songwriter-Indierocks deutlich verbreitert wird, wohl schlecht ins Dove’sche Bandkonstrukt integrieren können. Interessant ist’s allemal – auch, da Jimi Goodwin seine Buddies von Elbow – als Konzert-Eröffnungsact – auf deren Tour zum neuen Album „The Take Off And Landing Of Everything“ begleiten wird…

 

 

 

Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen

M. Wiebusch

Ich werde nicht müde zu betonen, dass Marcus Wiebusch seit etlichen Jahren einer der größten und – oft genug und stets gewollt – unbequemsten Lyriker der deutschen Musiklandschaft ist. Ob nun mit den 1999 ad acta gelegten Politpunks von …But Alive, mit seiner Stammband Kettcar oder – aktuell – auf Solo-Pfaden – Wiebusch legt die salzigen Finger in persönliche wie gesellschaftliche Wunden und findet Worte für Gefühle, die jeder kennt und den aufmerksamen Hörer trotz aller Allgemeingültigkeit stets ins Mark treffen.

Nach dem großen „Nur einmal rächen„, welches im vergangenen Jahr Teil der Drei-Song-Solo-EP „Hinfort ! Feindliche Macht“ war, lässt der Hamburger Labelgründer nun mit „Der Tag wird kommen“ einen weiteren Song seines in knapp drei Wochen – endlich! – erscheinenden Soloalbums „Konfetti“ hören. Darin nimmt sich Wiebusch erneut einem Thema an, das aufgrund seiner Aktualität und Brisanz – nicht zuletzt seit dem unlängst erfolgten Outing des Ex-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger – die Gesellschaft spaltet: Homosexualität und Homophobie im Profifussball. Dass der erklärte Freizeit-Kicker und Fan der Millerntor-„Chaoten“ des FC St. Pauli dabei nicht eben auf einen populistischen Zug aufspringt, sondern dem Song durch die Freundschaft zu einem homosexuellen Fussballprofi, der, um seine Profi-Karriere nicht zu gefährden, seine Sexualität verleugnen muss, autobiografische Züge zurechnet, wird im Text klar: „Es war uns vollkommen egal, ob er straight oder schwul war / Wir spielten zusammen seit der F-Jugend Fußball“. Im Refrain – und überhaupt dem ganzen siebenminütigen Stück, das von basslastigen Beats bis zu einem Piano-Zwischenteil Einiges parat hält – fiebert Wiebusch kämpferisch sprechsingend dem Tag entgegen, an dem Homosexualität – auch und vor allem in den Machologen des Profifussballs – endlich als etwas völlig Normales gilt, gibt dann jedoch auch seinem alten Fußballfreund eine resignierte Stimme: „Du bist dann der Erste, der Homo, der Freak/ Es gibt dann keinen, der in dir nur den Fußballer sieht / Aber ja, es wird besser und der Tag ist in Sicht / Einer wird es schaffen, aber ich bin es nicht“

Ganz klar: zeitgeistiger als bei Marcus Wiebusch geht es 2014 kaum. Weitere Hörproben von „Konfetti“ deuten außerdem auf eine Abkehr vom rockigen Bandsound seiner Stammband und hin zu elektronischeren Gefilden. Mein Ohr hat der Mann auf jeden Fall.

 

 

 

Die Coverversionen der Woche…

london grammar

…stammen diesmal von London Grammar und Furns.

Ersteres Trio (Bild oben), bestehend aus Sängerin Hannah Reid, Gitarrist Dan Rothman und Keyboarder Dominic Major, gilt spätestens seit dem Erscheinen des Debütalbums „If You Wait“ im vergangenen November als eine der gelungensten Alternativen zu den minimalistischen Elektro-Atmosphäre-Indierockern von The xx. Nun haben sich London Grammar den Song „Devil Inside“, dessen 1988 erschienenes Original von der australischen Band INXS stammt, vorgenommen, um das Stück perfekt in ihren melancholischen Klangkosmos einzuweben. Freunde der Mittelalter-Spektakel-Serie „Game Of Thrones“ wird der Song übrigens bekannt vorkommen, immerhin war er kürzlich in einem Trailer zur kommenden Staffel zu hören…

 

Ganz ähnlich geht das dänische Duo Furns bei ihrer Coverversion des Kashmir-Songs „Ether“ zu Werke: Rocksound wird in minimale Sythesizer-Elektrobegleitung umgewandelt, über welche sich eine sphärische weibliche Stimme legt. Und so ist das Stück ihrer Landsleute von Kashmir, das 2005 als Teil des Albums „No Balance Palace“ erschien, am Ende kaum wiederzukennen…

 

 

Rock and Roll.

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Die Kraft des Wortes


The Power of Words

Zum Sonntag mal etwas Philosophisches: dieser Clip einer britischen Online-Werbeagentur beweist eindrucksvoll, wieviel bereits die Wahl der richtigen Worte ausmacht. Und auch wenn der Zweiminüter lediglich von einem 2007 entstanden mexikanischen Kurzfilm mit dem Titel „Historia de un letrero“ (engl. „The Story of a Sign“) abkupfert, so regt dieser doch zum Nachdenken an…

Also: Choose your words wisely!

 

Hier „The Power of Words“, das etwa drei Jahre alte Video des Regisseurs Seth Gardner…

 

…und das Original des mexikanischen Filmemachers Alonso Alvarez Barreda:

 

Rock and Roll.

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