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Song des Tages: Nancy – „I Wanna Be Your Dog“


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Freddie Dickson, den ANEWFRIEND unlängst erst durch sein jüngstes Album „Blood Street“ auf dem Schirm hatte, scheint ein recht unruhiger kreativer Geist zu sein. Denn als wäre ihm seine eigene Solo-Karriere nicht genug, scheint der britische Singer/Songwriter auch großen Spaß an Kollaborationen zu haben. Ja denn: Vorhang auf für Nancy.

Das Duo, bei welchem sich Dickson in den Hintergrund verzieht und Sängerin Natalia den Gesang überlässt, scheint nach folgendem Motto entstanden zu sein: Man stecke zwei dezent desillusionierte, temporär frustrierte Künstler für eine gemeinsame Session in einen Raum – das zumindest war der Zeitpunkt, an dem Nancy 2018 entstanden. Im Herzen der Shabby Road Studios, der Wohnung im Norden Londons, in der sie ihre ersten Home-Demos aufnahmen, stießen die beiden recht schnell auf etwas, von dem sie gar nicht wussten, dass sie es suchten: „Wir hatten nie die Absicht, eine Band zu sein, aber die Songs entstanden so natürlich und schnell. Wir fühlten sofort eine besondere Verbindung zu der Musik und wussten, dass sie eine eigene Welt geschaffen hatte.“

three-birdsNach den rohen, gefühlsbetonten Live-Aufnahmen ihres „Three Birds EP„, welches 2018 erschien, und einer kurzen Pause (die Dickson für die Arbeit an „Blood Street“ nutzte), begann das Newcomer-Duo, zwischen London (Natalia derzeitiger Wohnort sowie Freddies Heimatstadt) und Berlin (wo der Singer/Songwriter aktuell und normalerweise seine kreativen Zelte wiederfindet) hin und her zu schreiben. Sobald man ein paar Handvoll Songs beisammen hatte, begannen Nancy damit, sich in den Bars der deutschen Hauptstadt-Metropole sowie in der beständig wandelnden Berliner Musikszene eine Namen zu machen und auch auf kleinen Bühnen versierter zu werden.

Wie’s klingt? Davon darf man sich etwa anhand der neusten Single „It’s Just You“ überzeugen, bei welcher dem Zweiergespann Produzent Noah Booth (Ratboy) zur Seite stand: Die geradezu herzzerreißende Traum-Pop-Ballade überzeugt mit delikaten Mazzy Star-Vibes, die sich auf warmen, organischen Instrumenten aufbauen und den perfekten Hintergrund für Natalias gleichsam eisig-hypnotischen, dennoch sinnlichen Gesang bilden. Cat Power meets The Velvet Underground, if you may like. Der Song soll der Vorbote einer in Kürze erscheinenden neuen EP sein.

 

„Take over, step in to my place
The spotlights on all of my mistakes
You know how that feels
I know you don’t mean no harm
Don’t want to be healed
Just hold me in your arms…“

 

Besonders toll: Nancys leicht gespenstische Coverversion des Iggy Pop & The Stooges-Dauerbrenners „I Wanna Be Your Dog“ (von der „Three Birds EP“), bei der sich Freddies hallende E-Gitarre und Natalias einnehmende Stimme in prickelnder Home-Demo-Atmosphäre umschmeicheln:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Freddie Dickson -„Hideout“ (Mahogany Session)


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Sollte man vor die Wahl gestellt werden, in diesen verregneten Herbsttagen lediglich einem einzigen neuen Musiker-Talent sein Ohr zu leihen, so würde ich euch Freddie Dickson ans Hörerherz legen…

Der britische Singer/Songwriter aus London wuchs, wie viele seiner Kollegen auch, mit der Musik von Songwriter-Ikonen wie Bob Dylan, Neil Young und weiteren Legenden auf – und auch bei ihm hatten diese spürbaren Einfluss auf seine musikalische Ausrichtung.

61zbb0vO3EL._SS500_Mit seiner 2013 erschienen Debüt-EP „Shut Us Down, bestehend aus einer Sammlung von trip-hop-igem, sinnlich-sinistrem Synth-Pop, erschien Dickson zum ersten Mal auf dem Radar und wurde bald darauf – und aufgrund vieler positiver Resonanzen – von Columbia Records unter Vertrag genommen. Nach zwei Jahren beendete Freddie Dickson 2016 diese Zusammenarbeit, da er sich in der schnelllebigen Major-Industrie zunehmend verloren fühlte und seine bisherigen Veröffentlichungen (und wohl auch der ein oder andere Major-Label-„Berater“) einen kommerziellen Pop-Sound verlangten, wodurch sich der Newcomer von seinem ursprünglich dunklen und stimmungsvollen Klang immer mehr entfernte. Die Konsequenz: der Wechsel zum kleinen Indie-Label Shakey Records.

Im Jahre 2017 erschien ebenda sein introspektiv-stimmungsvoller Debüt-Langspieler „Panic Town, welcher ihm ikonische Klang-Referenzen von Sharon Van Etten über The National bis hin zu Nick Cave einbrachte. Mit diesem Album fand Freddie Dickson auch zurück zu seinem musikalischen Ursprung, den man als eine Kombination aus klassischem Singer/Songwriter-Stil mit einem dunklen, mystischen Sound beschreiben kann.

Als langjähriger Teil der Londoner Musikszene begann Freddie Dickson sich jedoch von der Neun-Millionen-Einwohner-Stadt erschöpft zu fühlen und hegte den Wunsch nach Veränderung und Anonymität (letzteres in einer Metropole zu vermissen, mag schon ein wenig ironisch erscheinen). Seine oberste Priorität war einen Ort zu finden, wo er sich vollends seiner Musik widmen kann, um seine noch junge Karriere weiter voran zu treiben. Für jenen Schritt entschied sich Freddie Dickson nach Berlin zu ziehen, um weiter an seinem neuen Album, das schließlich „Blood Street“ heißen sollte,  zu arbeiten. Produziert und aufgenommen wurden die Songs in seinem Apartment in Nord-London, wobei seine Freunde von Oh Sister und der Musiker Amber Lane-Mcivor aus Manchester mitwirkten. Inspiriert von seiner Liebe zu Portishead und den Klängen von Neil Young, war Dickson endlich bei “seinem eigenen Sound” angekommen: “Ich wollte, dass die Songs in ihrem Gerüst aus E-Gitarre und weiblichen Gesängen herausstechen. Dann fügte ich einen für mich am natürlichsten wirkenden Produktionssound hinzu und entwickelte die Songs zu einem fertigen Album.”

91dyNHlIPhL._SS500_Nachdem der Drummer Alex Reeves (Elbow, Bat for Lashes) an den finalen Versionen der Aufnahmen arbeitete, zog Dickson im September 2018 nach Berlin. Im Folgejahr wurde sein Album mit der Hilfe seines Produzenten John Davies, mit dem er schon seit einiger Zeit zusammenarbeitet, vollständig gemixt und gemastert.

Blood Street„, diese neue Sammlung von zehn tiefgründigen, persönlichen Titeln, die von Liebe und Herzschmerz erzählen und in denen Nick Caves schwarzromantische Dystopien ebenso ihren Platz finden wie Jeff Buckleys Melancholie und beinahe unnachahmliches Gespür für Gospel ’n‘ Blues, spiegelt Dicksons Beziehung mit seiner Heimatstadt wider. Aber auch das Verlangen, seiner Musik stets dahin zu folgen, wo sie ihn hinführt. Und die Unsicherheiten, die während dieser Reise aufkommen. „Blood Street“ ist der perfekte Begleiter durch einen trüben Herbsttag von einem, den man definitiv auf dem Schirm haben sollte.

 

 

Ebenfalls Teil von Freddie Dicksons 2015 aufgenommener Mahogany Session: diese feine Version von „Shut Is Down“ (im Original von seiner 2013er Debüt-EP selben Titels)…

 

Rock and Roll.

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