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Song des Tages: Philip Bradatsch – „Kriege“


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Foto: Promo / Peter Reichhart

Nun isses raus: Die bundesdeutsche Antwort auf den oll-großen Bob Dylan (so es denn eine braucht) kommt nicht – Sorry, Wolfgang „BAP“ Niedecken! – aus der Domstadt Köln, sondern wohl aus Kaufbeuren, einer knapp 44.000 Einwohner zählenden Stadt am nordöstlichen Rand des bayerischen Allgäus. Liest sich komisch? So lausche man(n) doch einmal Philip Bradatsch

Gut, Bradatsch mag um ein Vielfaches unbekannter sein als Robert Allen Zimmerman, mag weder Folk-Evergreens wie „Blowin‘ In The Wind“, „Knockin‘ On Heaven’s Door“, „Like A Rolling Stone“ oder „Mr. Tambourine Man“ und einen Literatur-Nobelpreis in petto haben. Dennoch eint ihn vor allem eines mit dem weltbekannten Folk-Urgestein aus Duluth, Minnesota: die alternativlose Liebe zur Musik. Nach dem Abi und einer abgebrochenen Koch-Lehre traf Philip Bradatsch so (s)eine Entscheidung: Musik oder nix. Bekam er mal keine Gigs, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser – auch schon mal als HiWi eines Rohrreinigers. Heute kann er, auch wenn die Millionen freilich ein feuchter Indie-Traum bleiben werden, von und mit seiner Klampfe leben, spielt auch schonmal an die 150 Konzerte im Jahr auf ranzige Kellerbühnen, in schicken Indieläden, bei kleinen und größeren Festivals, in dutzenden von Pubs oder Raucherkneipen an zwielichtigen Ecken.

Und natürlich werden auf den bisherigen Alben von Bradatsch schnell die Vorbilder offensichtlich: Der meist spartanisch angelegte Bluegrass-meets-Folk-Sound des 2015er Debüts „When I’m Cruel“ träumt melancholische Südstaaten-Hobo-Episoden aus einer vergangenen Zeit (von der man im bayrischen Allgäu sicherlich nie gehört hat), der drei Jahre darauf erschienene Nachfolger „Ghost On A String“ zieht weiter ins Herz der US-Midlands hinein, sucht das melodische Gespür eines Tom Petty oder Springsteen, ergänzt alles aber noch um seine Liebe zu den (späten) Beatles und den Fuzz-Rock-Gitarren der späten Sechziger und frühen Siebziger – man höre etwa das feine „Radiator„. Nostalgielevel auf konstanter 11, klare Sache. Mit diesen beständig zwischen romantischer Gestrigkeit und lebensweise-rauer Tiefe changierenden Werken mag sich der Mittdreißiger zwar in den letzten Jahren seine Hörerschaft (die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ein „Rolling Stone“-Abo und eine gut sortierte Vinyl-Plattensammlung besitzt) und musikalische Nische erspielt haben, die Massen mag er trotz alledem kaum von den Öfen weg locken.

Wohlmöglich dürfte eine erneute Rückbesinnung auf das große Idol den Wendepunkt bedeutet haben: Im September 2018 veröffentlichte Philip Bradatsch über den YouTube-Kanal seines Labels Trikont einen Song titels „Der einsame Tod des Ben Ahmad„, der – wer ihn hört, dem wird der Groschen schnell fallen – eine ins Deutsche und die bajuwarische Ländlichkeit übertragene Version des Dylan-Klassikers „The Lonesome Death of Hattie Carroll“ darstellte, die mit ihrer ins Heute überführten Sozialkritik – und trotz des guten halben Jahrhunderts, die das Original bereits auf dem Buckel haben mag – alles andere als unzeitgemäß tönte. So merkte Philip Bradatsch: Hey, das Ganze funktioniert wohl auch prima in meiner Muttersprache!

81p0+A5FeGL._SS500_Also schrieb der Folk-Geschichtenerzähler mit dem in den kommenden Tagen erscheinenden „Jesus von Haidhausen“ zum ersten Mal ein komplettes Album auf deutsch. Freilich mag herzlich bezweifelt werden, dass hinter den neun neuen Stücken ein „neuer Rio Reiser“ oder ein „neuer Udo Lindenberg“ (wie plattentests.de-Autor Martin Makolies in seiner aktuellen Review meint) steckt. Vielmehr lassen einen die irgendwo im weiten Rund zwischen Holzfällerhemden-Folk-Rock, Roots’n’Americana und dylaneskem Country-Blues musizierenden Songs wie „Alte Gebäude“ oder „Rundfunkempfänger“ an deutsche Rock-Eminenzen wie Tom Liwa oder Element Of Crimes Sven Regener, an den eh großen Gisbert Zu Knyphausen, den (zu) oft vergessenen Niels Frevert oder den viel zu früh verstorbenen Nils Koppruch denken. Das  wunderschön karge „Kriege“ legt seine salzigen Finger in Wunden und Versehrtheiten, die aus dem Alltag ein Schlachtfeld machen, der Bäckerin im Café ums Eck jedoch lediglich ein mitleidiges Lächeln entlocken. Und wenn Philip Bradatsch am Ende „Nie irgendwas von irgendwem gewollt oder verlangt / Und ich werf‘ meine Waffen hin wenn’s denn irgendwas hilft / Ich komm‘ nach Haus'“ singt, dann scheint sogar der große Johnny Cash, der selbst einst „Wo ist zuhause, Mama?“ fragte, selig zu lächeln. Hier trifft die große weite Welt auf das piefig-miefige Hinterland, melancholische Alltagsnotizen von Allerweltsmenschen auf Spiegelmomente des Hässlichen, aber auch Schönen und Echten, ewiger Stillstand auf steten Wandel.

 

Philip Bradatsch ist wohl das Ungeheuerlichste, was die deutsche Indie-Szene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Einer mit Attitüde, einer, der Haltung einnimmt. Zwar sind ihm aktuelle Hörgewohnheiten oder Playlists mitnichten egal, nur bedienen will er sie eben nicht. Stattdessen führt er sie mit kryptischen, dylanesken Versatzstücken vor, erschafft einen Sog aus Bildern, Räumen und Stimmen. Und überquert auch mal unverfroren die Wohlfühlgrenze. Dann haut er sie raus, die verwerflichen Gefühle, die so wahrhaftig sind, dass niemand sie zugeben mag. Nicht mal vor der Arroganz hat er Angst, und schon gar nicht vor der deutschen Sprache, wie er nun auf seinem neuen Album ‚Jesus von Haidhausen‘ (Trikont, 20. März 2020) erstmalig eindrucksvoll unter Beweis stellt. Nach dem ersten Zusammenzucken denkt man, der traut sich was, aber sympathisches Understatement ist nicht Philip Bradatschs Sache. Hinterher ist man froh, mit manch unliebsamen Gefühl nicht alleine dazustehen. Und man ist beseelt von der musikalischen Fülle. Denn Philip Bradatsch wartet mit Überraschungen auf, seine Songs ziehen langsam herauf, beklemmen, bäumen sich wütend auf und lösen sich im nächsten Moment in wundervolle Harmonien auf. Zwischen düster-bedrohlichen Klangwelten plötzlich ein lakonischer Schmunzler, im dumpfen Weltschmerz auf einmal eine Zärtlichkeit, die einem warm ums Herz werden lässt. Und hinter ihm rumpeln, ächzen und rocken die fabelhaften Cola Rum Boys, dass es eine wahre Freude ist. Solo oder im Band-Kollektiv, am Ende ist Philip Bradatsch wohl das, was sich so lange niemand zu vermissen getraut hat: Rock’n’Roll.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Joseph – „Green Eyes“ (Live Session)


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Handgemachte, einfache, bodenständige Musik. Eigentlich. So könnte man den musikalischen Stil von Joseph umreißen, der Geschwister-Folkband aus Portland, Oregon.

Natalie Closner Schepman sowie ihre jüngeren Zwillingsschwestern Allison und Meegan Closner bilden gleichberechtigt Gesicht und Stimme(n) der Band, stehen – mal mit GitarreSchlagzeugBass bewaffnet, mal einträchtig-harmoniesingend vorm Mikro – gemeinsam auf der Bühne – und stellten im September mit „Good Luck, Kid“ schon ihren vierten Album-Langspieler seit 2014 in gut sortierte Plattenregale. Vergleiche zu der All-Female-Familenbande von Haim? Zunächst einmal angebracht, zunächst einmal berechtigt.

5400863014957Doch gerade als Musikhörer diesseits des Atlantiks, der normalerweise recht selten die Highways und Interstates zwischen Ost- und Westküste entlang rauscht und so edengleich selten in den mal zweifelhaft-trögen (da die Tendenz zum Einheitsbreieinerlei ja auch in den Vereinigten Staaten kaum Halt macht), mal unterhaltsamen Genuss größerer US-Formatradiostationen kommt, muss man beim Lauschen der dreizehn neuen Stücke der Closner-Sisters über kurz oder lang zugeben: „Einfach“ und „bodenständig“ wohnen meist lediglich einen Katzensprung weit entfernt von „gewöhnlich“ und „durchschnittlich“. Aus dem vierten Joseph-Longplayer ist ein unaufgeregtes, nettes Folkpop-Album geworden, es ist aber leider auch nicht mehr als: nett. Das Gros der Songs ist so klassisch geschrieben, wie es das Lehrbuch für biederen Radio-Folk vorgibt: Intro – Refrain – Strophe – Refrain – Bridge – Refrain. Locker, poppig, optimistisch. Mal dezent wuchtig, mal übertrieben auf Hymne getrimmt rauscht die knappe Dreiviertelstunde an den Gehörgängen vorbei. Da hilft es natürlich auch nicht wirklich, dass die Stücke oft unter drei Minuten und nie über vier Minuten kurz sind – und somit kaum Zeit haben, sich überhaupt zu entwickeln, irgendeine Form prägnanter Spannung aufzubauen. Nett, nett – aber auch nur die vierte Schwester von *gähn*.

Glücklicherweise – so fair sollte man sein – gibt es auf „Good Luck, Kid“ doch ein paar positive Ausnahmen: „Revolving Door“ ist eine gefällige Singer/Songwriter-Ballade, in der die drei Stimmen von Natalie, Allison und Meegan in der Tat wunderschön miteinander harmonieren. „Enough In Your Eyes“ fällt mit (s)einer federleichten Studio-Soundfläche aus dem Rahmen, in die man sich fallen lassen kann wie auf Watte. Und „Green Eyes“ zieht seine Kraft aus einem treibenden Sechsachteltakt – und entwickelt sich vor allem in der Live-Session-Variante zu einem feinen Ebbe-und-Flut-Rocksong. Davon hätten Joseph gern mehr aufs neue Album packen können…

 

The through-line of the album is this idea of moving into the driver’s seat of your own life—recognizing that you’re an adult now, and everything’s up to you from this moment on, […] You’re not completely sure of how to get where you need to go, and you don’t have any kind of a map to help you. It’s just the universe looking down on you like, ‘Good luck, kid.’

(Natalie Closner Schepman)

 

 

„Could’ve been the way
The moonlight hit the dashboard
Passenger window rolled down
That got me thinking
There’s something we should talk about
It’s not worth waiting out

I can give you space if you need it
You can walk away, I’m not leaving

There’s pride in my mouth
I got used to the taste
But I’ll swallow it now
And I’ll be first to say

Those green eyes are my green light
Giving up on control
You see red lights
I see me blowing straight through to you
If we’re headed for the cliffside
I’m ready for the fall
If you know me at all
You know I don’t need lights to decide
I’m not changing my mind

We could both play the pretender
Circling round this parking lot
While one of us still remembers
We’re lucky to have what we’ve got

We’re taking a room for breathing
You can walk away, I’m not leaving

There’s pride in your mouth
You got used to the taste
Can you swallow it now
When you hear me say

Those green eyes are my green light
Giving up on control
You see red lights
I see me blowing straight through to you
If we’re headed for the cliffside
I’m ready for the fall
If you know me at all
You know I don’t need lights to decide
I’m not changing my mind

Thought I could read you
But I lost my place
Now we’re on different pages
I need you…

Those green eyes are my green light
I’m giving up on control
You see red lights
I see me blowing straight through to you
If we’re headed for the cliffside
I’m ready for the fall
If you know me at all
You know I don’t need lights to decide
I’m not changing my mind“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lissie – „Mother“


Lissie

Ich behaupte mal: Wer den Danzig-Gassenhauer „Mother“ nicht kennt, der (oder die) hat in seligen Jugendtagen wohl nie in irgendeiner gottverlassenen Indie-Disko versucht, das juvenil wallende Haupthaar im mit pubertären Schweiß benässten Heavy-Metal-Headbanger-Moshpit zu schütteln. Kennste einfach, den nun auch schon wieder mehr als drei stolze Jahrzehnte jungen Song – so man denn dem ein oder anderen mittelharten Saitenlaut nicht abgeneigt ist…

Danzig_-_Mother_single_coverSollte übrigens – etwa bei der nächsten Kneipenquiz-Runde oder bei spätabendlichen Musiknerd-Fachsimpeleien – ebenjenes „Mother“ zur Sprache kommen, so gebe ich euch hiermit ein, zwei Fakten rund um den nimmermüden Danzig-Hit mit an die Hand, mit welchen ihr im Zweifel glänzen könnt… Alrighty?

So nahm die US-Heavy-Metal-Band um Frontmann Glenn Danzig das Stück anno 1988 gemeinsam mit der heutigen Musikproduzenten-Koryphäe Rick Rubin (der sich damals viel für musikalische „Randphänomene“ wie Hip Hop oder Metal interessierte)  für deren im selben Jahr veröffentlichtes selbstbetiteltes Debütwerk auf – allerdings ohne die feste Absicht, damit einen Dekaden überdauernden Genre-Klassiker zu liefern. Glenn Danzig gab 1994 Folgendes über die Entstehung Preis: „I remember calling Rick Rubin in the middle of the night and telling him that I wrote an incredible song – probably the best song I’d ever written. It was the song I always wanted to write. The first time we played it, people went crazy. But I never wrote that song to make it a hit – I never wrote that way, and I still don’t. I write songs so that they say something and do something, and if people like them, great – and if they don’t, they don’t.“

Und: „Mother“ ist nicht etwa ein pommesgabelnes, düsteres Tribute an Glenn Allen „Danzig“ Anzalones werte Frau Mama, sondern tatsächlich Tipper Gore gewidmet. Diese – ihres Zeichens (damalige) Ehefrau des späteren demokratischen US-Vize-Präsidenten Al Gore – sorgte, ausgelöst in einem Moment elterlich-konservativer Erschrockenheit, als sie ihre Tochter dabei „erwischte“, als diese den Prince-Song „Darling Nikki“ hörte, Mitte der Achtziger dafür, dass bestimmte Alben und Singles, die Songs mit (nach ihrem Verständnis) explizit nicht jugendfreien Inhalten enthielten, mit dem berüchtigten „Parental Advisory„-Sticker „gebrandmarkt“ wurden. Dass sich ebenjene „Auszeichnung“ (mit „Preisträgern“, deren Liste nicht nur bereits erwähnten Prince, sondern wenig später auch Frank Zappa, Mötley Crüe, Madonna, AC/DC, Black Sabbath oder gar Cyndi Lauper umfasste) im Laufe der Zeit zu einem zusätzlichen Kaufanreiz gerade unter Heranwachsenden entwickelte? War wohl von Tipper Gore und dem unter anderem von ihr zum „Schutz“ der Jugend ins Leben gerufenen „Parents Music Resource Center“ kaum so beabsichtigt – aber wohl auch abzusehen, schließlich tönen verbotene Früchte schon immer besonders verlockend… Wenig verwunderlich war ebenso, dass sich Al Gore und seine Frau mit diesem Versuch, der US-Musikkultur ihren Spießer-Stempel aufzudrücken, nicht eben beliebt beim lärmenden Heavy-Metal-Lederkuttenträger Glenn Danzig machten. So erzählte dieser Jahre später in einem Interview„Al Gore wanted to tell people what they could listen to and what they couldn’t…it was basically coming down to the idea that he wouldn’t let anybody record any music that he didn’t think you should be doing. There was going to be an organization that would tell you what you could and couldn’t record. And certainly if you couldn’t record it, you couldn’t put it out. It was really fascist.“

81t1VULK1JL._SS500_Wie jeder waschechte Evergreen wurde „Mother“ im Laufe der Jahre natürlich auch von zig Künstlern und Bands aus ebenso vielen Genres gecovert – die Liste reicht von Sleater-Kinney über Ryan Adams, Tim McIlrath (Rise Against), Coheed and Cambria, Motionless In White, Umphrey’s McGee, Wye Oak, Kristofer Åström, Brass Against oder die deutschen Spaß-Metaller von J.B.O. (die unter dem Decknamen „Glenn Leipzig“ mit „Mudder“ 2005 eine semi-witzige sächsische Variante veröffentlichten) bis hin zu Elisabeth Corrin „Lissie“ Maurus. Die US-Indie-Folkrockerin, die davor mit Coverversionen von Metallicas „Nothing Else Matters“ oder Lady Gagas „Bad Romance“ ja bereits hörbar unter Beweis gestellt hatte, dass ein Landei aus dem US-amerikanischen Mittleren Westen durchaus etwas davon versteht, ordentlich zu rrrrrocken, nahm 2014 für ihre (zweite) Coversong-EP „Cryin‘ To You“ ebenfalls eine zwar recht am Danzig’schen Original gehaltene, jedoch durchaus amtlich saitenschwingende Variante von „Mother“ auf…

 

 

„Mother
Tell your children not to walk my way
Tell your children not to hear my words
What they mean
What they say

Mother
Mother
Can you keep them in the dark for life
Can you hide them from the waiting world

Oh mother
Father
Gonna take you daughter out tonight
Gonna show her my world

Oh father
Not about to see your light
But if you wanna find hell with me
I can show you what it’s like
Till your bleeding
Not about to see your light
And if you wanna find hell with me

I can show you what it’s
Mother
Tell your children not to hold my hand
Tell your children not to understand

Oh mother
Father
Do you wanna bang heads with me
Do you wanna feel everything

Oh father
Not about to see your light
And if you wanna find hell with me
I can show you what it’s like
Till your bleeding
Not about to see your light
And if you wanna find hell with me
I can show you what it’s

Yeah
Not about to see your light
But if you wanna find hell with me
I can show you what it’s like
Till your bleeding
Not about to see your light
And if you wanna find hell with me
I can show you what it’s like
Mother
Yeah…“

 

Rock and Roll.

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Songs des Tages: The Lumineers – „Donna“, „Life In The City“ & „Gloria“


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Sieben Lenze nach ihrem (doch auch heute noch recht angenehm ohrwurmigen) Überraschungs-Hit „Ho Hey“ und drei Jahre nach dem Album „Cleopatra“ melden sich The Lumineers mit den ersten Vorboten ihres sehr persönlichen kommenden Werkes „III“, welches im Herbst erscheinen wird, zurück.

Für die Arbeit am neuen Album holten die beiden Co-Songwriter Wesley Schultz und Jeremiah Fraites, die bereits seit 2005 gemeinsam Musik machen, einmal mehr ihren Kollegen Simone Felice (The Felice Brothers) an ihre Seite. Außerdem war auch Geigerin Lauren Jacobson wieder mit dabei, die mittlerweile ebenso festes Mitglied der Live-Band ist wie Stelth Ulvang (Klavier), Byron Isaacs (Bass, Hintergrundgesang) und Multiinstrumentalist Brandon Miller. Cellistin und Sängerin Neyla Pekarek verließ die Band im vergangenen Jahr und widmet sich seither ihrer Solokarriere.

0602577576331Der schlichte Titel „III“ verweist nicht nur darauf, dass es sich um das – ja klar – dritte Album der fünfköpfigen US-Folk-Rock-Band aus Denver, Colorado handelt. Die Wahl ist auch deshalb auf diesen simplen Titel gefallen, weil es insgesamt zehn Songs enthalten wird (nebst drei weiteren als Bonus Tracks, die ebenfalls während der Aufnahmen entstanden), die The Lumineers – Konzeptalbum, Konzeptalbum! – in drei Kapitel unterteilt haben, wobei jedes Drittel einem der drei Protagonisten Gloria, Junior und Jimmy Sparks gewidmet ist (und daher so etwas wie eine kleine, vertonte Familiensaga über Generationen hinweg darstellen dürfte).

Und um das neue Album auch optisch abzurunden, bilden die drei Kapitel außerdem den Rahmen für eine ineinandergreifende Serie von Musikvideos zu den neuen Stücken, die allesamt unter der Regie von Kevin Phillips („Super Dark Times“) entstanden sind.

Teil 1 bis 3 – also „Donna“, „Life In The City“ und Gloria“, die Songs des ersten Teils – kann man sich bereits jetzt als Vorgeschmack aufs neue Lumineers-Werk in Bild und Ton zu Gemüte führen.

„Gloria ist eine Süchtige. Ihre Figur wurde von einem Familienmitglied von mir inspiriert. Und weder viel Liebe oder Engagement konnte sie retten“, so Leadsänger Wesley Schultz.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jon and Roy – „Runner“


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Jon and Roy, vermeintlich ein Duo, sind zu dritt. Leicht verwirrend? Ist halt so. Und während die drei sehr entspannt, wenn auch aufs Spielen konzentriert, auf einer LKW-Ladefläche durch kanadische Wälder gefahren werden, rennt ein vierter Mann im neuen Video zur aktuellen Single „Runner“ mit. Und rennt. Und rennt. Und rennt.

4086666Ganz anders als die Musik von Jon (Middleton) and Roy (Vizer). Auf ihrem neuen, nun erschienenen Album mit dem hoffnungsvollen Namen „The Road Ahead Is Golden“ (es ist ihr bereits siebentes seit 2005) liefert die vor 14 Jahren im kanadischen Victoria, British Columbia gegründete Band – damals als Duo! da haben wir’s! ha! – einen Longplayer mit verspielten Details, versteckten Botschaften und glasklarem Flow. Es könnte der perfekte Soundtrack zur Entschleunigung und strengstens verordneten Auszeit sein, die wir alle manchmal benötigen, wenn wir so, wie der „Runner“ hier im Video, durch unsere Leben hetzen.

Worin liegt das Geheimnis einer so warmen, soulig-erdigen Platte mit so jazzig-entspannter Grundstimmung? Laut Percussionist Roy Vizer bereits bei den Aufnahmen. „Die Songs nahmen sich gefühlt wie von selbst auf“, erzählt er. Auch Neuzugang und Bassist Louis Sadava ist einer der Gründe, weshalb der Longplayer mit einer solch unerwarteten Leichtigkeit, die manchmal an einen wie Will Oldham (aka. Bonnie ‚Prince‘ Billy) gemahnt, Gestalt annahm. Die elegante Schlichtheit der Musik, die die Band in der Vergangenheit bereits in Werbespots von Volkswagen, Starbucks, der Scotia Bank oder Ralph Lauren unterbringen konnte (und damit potentiell gute Nebeneinnahmen generieren durfte), schafft es, dass die Folk’n’Rootsrock-Songs von Jon and Roy – der Musikexpress nennt’s gleich salopp Jogginghosen-Folk – oft mühelos und unbeschwert klingen.

 

 

Rock and Roll.

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Warten auf Haim – und der Auftritt beim Glastonbury Festival 2013 als kostenloser Mitschnitt im Netz…


Bild: Ian Gavan/Getty Images Europe

Bild: Ian Gavan/Getty Images Europe

Ach, eigentlich können Haim jetzt nur noch verlieren, oder?

Denn die Erwartungen, die mittlerweile auf dem Schwestertrio aus dem sonnigen Kalifornien ruhen, dürften immens sein: Vorschusslorbeeren in Form einer Topplatzierung bei der „BBC’s Sound of 2013“-Umfrage, höchstes Lob vom britischen NME, oder dem deutschen Musikexpress und Rolling Stone, das gleiche Management wie „Hova“ Jay-Z, gemeinsame Touren mit Mumford & Sons, Florence and the Machine oder Jenny Lewis. Dazu posen die drei Mittzwanzigerinnen Este, Danielle und Alana Haim aktuell vom Cover jedes Indie-Musikmagazins, das etwas von sich hält (und sei es nur, dass man rechtzeitig auf Hype-Züge aufspringt), absolvierten kürzlich sogar einen umjubelten Auftritt beim altehrwürdig englischen Glastonbury Festival (bei dem in diesem Jahr keine Geringeren als die Rolling Stones den Headliner gaben). Keine Frage: die Fanbase in den digitalen und Printmedien, in den Blogs im weltweiten Netz (auf ANEWFRIEND etwa fanden Haim bereits im vergangenen Dezember Erwähnung), unter Hörern wie beinahe kritiklosen Kritikern, sie wächst stetig. Dass sich die Schwestern dabei ausgerechnet mit ihrem Debütalbum so viel Zeit lassen – man mag ihnen einen Hang zur Perfektion unterstellen, oder gar ein wenig Muffensausen davor, die (über)hohen Erwartungen zu enttäuschen… Die bisher erschienenen drei Singles „Forever“, „Don’t Save Me“ und „Falling“ gaben nichtsdestotrotz bisher ein paar kleine Anhaltspunkte über die musikalische Ausrichtung von Album Nummer eins: Folkrock mit heftiger Schlagseite Richtung peinlichkeitsfreiem Achtziger-Jahre-Pop und R&B, Melodien, die sofort ins Ohr hüpfen, sich dort häuslich einrichten, Harmonien, die strahlen wie das haimatliche (sic!) San Fernando Valley…

Haim

Und während Haim in ihrer cleanen Konservenversion vor allem zum Tanzen anregen, beweisen Este, Danielle und Alana auf der Bühne, dass sie – ihrem jungen Alter zum Trotz (oder gerade deshalb?) – keinesfalls kleine, zarte Eintagspoppüppchen sind. Ordentlich Wumms, derbe Gitarrenlicks, stramme Akkorde, laute Gitarrensolos, ausgedehnte Trommeljams – begleitet von ihrem Schlagzeuger Dash Hutton wird aus dem Schwesterntrio live so etwas wie Fleetwood Mac 2.0, mit ausreichend jugendlichem Leichtsinn, roher Energie und Indie-Kredibilität.

Nachprüfen kann man all diese Lorbeeren meinerseits aktuell auf dem feinen Musikblog The Steam Engine, auf welchem ihr einen Mitschnitt des gut 40-minütigen Auftritts von Haim auf dem Glastonbury Festival 2013 zum Download findet – kostenlos und in bester Audio-Qualität, selbstverständlich.

Nun sollten Haim aber endlich mit ihrem Debütalbum um die Ecke biegen.. – denn welche Songs könnten bitteschön besser in den Sommer passen als die der drei Schwestern aus Los Angeles? Haim haben vielleicht viel zu verlieren, aber diese sonnigen Tage ohne die Musik von Este, Danielle und Alana? Für mich: undenkbar, definitiv.

 

Hier kann man sich – anhand der Liveversion der letzten Single „Falling“ – einen kurzen Einblick von Haims Livequalitäten verschaffen:

 

Rock and Roll.

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