Schlagwort-Archive: Folk

Moment! Aufnahme.


(gefunden bei Facebook)

An alternate take from ‚The ‚Freewheelin‘ Bob Dylan‚ album cover shoot, featuring Bob with Suze Rotolo photographed on West 4th Street in New York City in February 1963. Photo by Don Hunstein.

„It was the first time I’d shot him,“ explains Hunstein. „I asked him to walk away about fifty feet from me, turn around and walk to me. Because it was cold we didn’t take terribly much time, but we were lucky to get what we got.“

Rock and Roll.

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Song des Tages: Patrick Wolf – „Enter The Day“


Der britische Musiker Patrick Wolf hat gestern mit „Enter The Dark“ seinen ersten neuen Song seit dem 2012 erschienenen Doppelalbum „Sundark And Riverlight“ – beziehungsweise das erste musikalische Lebenszeichen seit der „Archive EP #3“ von 2017 – veröffentlicht. Außerdem kündigte er für nächstes Jahr eine neue EP an.

Der Tag des recht unerwarteten Comebacks des 39-jährigen Sängers, Multiinstrumentalisten und Komponisten ist hierbei nicht zufällig gewählt, im Gegenteil: Genau zwanzig Jahre zuvor erschien mit der „The Patrick Wolf E.P.“ das Debüt-Werk des britischen Singer/Songwriters.

Die neue, an Großtaten wie das zweite Album „Wind In The Wires“ erinnernde Single „Enter The Day“ beginnt nun mit einer sehr bewegenden, melancholischen Klaviermelodie, welche direkt zu Beginn die Atmosphäre des Songs eröffnet: nachdenklich, düster und dennoch hoffnungsvoll und groß – als würde das viereinhalbminütige Stück, eine wunderschön gestaltete Meditation über das Leben und seine unvermeidlichen Wechselfälle, eine neue Ära einläuten.

Dies spiegelt sich nicht nur in Wolfs reichhaltiger, so unverkennbar tiefer und doch irgendwie androgyner Stimme, sondern auch im Text wider, in welchem es darum geht, alle Altlasten der Vergangenheit hinter sich zu lassen und voller Euphorie in einen neuen Tag – symbolisch für einen neuen Lebensabschnitt – zu starten. Mit Worten wie „And somewhere deep in your disorder / Is a sleeping symmetry” spendet Patrick Wolf Hoffnung – auch an sich selbst, denn der Song ist in Gedenken an die verstorbene Mutter des Sängers entstanden.

„Eine Kohlezeichnung eines Sperbers war das letzte Werk, das meine Mutter anfertigte, bevor sie starb. Und als ich meinen ersten Spaziergang machte, um das Land rund um mein neues Zuhause zu erkunden, als ich damals umzog, um am Meer zu leben, schwebte ein Sperber in der Stille an der Mündung der Bucht über mir“, erzählt Wolf über die Entstehung des Songs. „An diesem Nachmittag ging ich nach Hause an mein Klavier und begann, diesen Song zu schreiben, der schließlich zum Epilog wurde, was ich auf ‚The Night Safari EP‘ erzählen möchte. Ich habe diesen Song so konzipiert, dass er eine Art Brücke darstellt, zwischen meiner letzten Produktion ‚Sundark & Riverlight‘ und der neuen EP, die den Hörer auf eine Safari mitnimmt.“

Der angedachte Brückenschlag zu seinem letzten, zehn Jahre zurückliegenden Longplayer „Sundark And Riverlight“, der überwiegend neue Versionen existierender Songs enthielt, gelingt ihm mit einem starken Klavierpart, dessen vorherrschende Melodie, wie auch alle anderen Instrumente des Arrangements, von dem Multiinstrumentalisten selbst eingespielt wurden. Darunter befindet sich auch eine sogenannte gebogene Psalter: Ein trapezförmiges Streichinstrument, mit dem Patrick Denis Apps, so der bürgerliche Name des Musikers, um den es in den letzten Jahren merklich still geworden war, auf dem Cover seiner neuen Single am Strand vor einem Meer abgebildet ist.

Wie bereits erwähnt soll „Enter The Dark“ zudem den ersten Vorgeschmack auf seine 2023 erscheinende EP „The Night Safari“ bilden – es bleibt also zur Freude der Fans vergangener Electronica-Folk-Großtaten wohl nicht bei nur einem Song. Schön, endlich wieder Neues von einem der talentiertesten und eigenwilligsten Musiker der Generation zu hören. Welcome back, Mr. Wolf!

Rock and Roll.

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Song des Tages: Gregor McEwan – „Halloween Costume“


Im Jahr 1723 stellte ein gewisser Antonio Vivaldi seine „Vier Jahreszeiten“ fertig, aber die durchaus naheliegende Idee, den Wechsel und die Eigenheiten der Jahreszeiten künstlerisch zu verarbeiten, dürfte natürlich noch viel älter sein. Insofern sind Gregor McEwans „Four Seasons“ nun – klar, klar, klar – keine weltbewegende Neuerung, was der Qualität der Sammlung von vier während der Corona-Zeit zwischen 2020 und 2022 entstandenen EPs selbstverständlich keinen Abbruch tut. Angesichts der drei sehr gelungenen Alben, die der in Berlin beheimatete Singer/Songwriter im Lauf des vergangenen Jahrzehnts bereits veröffentlicht hat, war aber auch nichts anderes zu erwarten.

Ebenso wenig weltneuheitnochniegehörtultimativinnovativ ist, dass die vier Songs jeder EP größtenteils dem bewährten Jahreszeiten-Prinzip folgen: Der Frühling klingt nach Aufbruch (gerne auch trotzig wie im tollen „Fwd: Spring“), im Sommer ist zumindest vordergründig alles ebenso locker-leicht wie entspannt und der Winter ist die Zeit für Rückschau, Einkehr („Winter Sleep“) und neue Pläne („New Year’s Resolutions“). Bleibt der Herbst, der nicht nur für viele die wohlmöglich schönste Jahreszeit ist, sondern auch den Höhepunkt der „Four Seasons“ markiert (für den übrigens niemand Geringeres als Love A-Frontmann Jörkk Mechenbier den Pressetext verfasst hat). Mit „Autumn Falls“ gibt es die obligatorische Ballade mit einer extragroßen Schaufel Melancholie und großem Finale, dazu mit dem zum Teil aus Metallicas „One“ zusammengenähten „Halloween Costume“ das unbestrittene Meisterstück der in der LP-Version auch optisch sehr ansprechenden, schlussendlich ganze 17 Songs starken Platte, welche McEwan bereits im Februar diesen Jahres gebündelt veröffentlichte.

Und da für den heutigen Tag kaum ein Song ein besseres Tagesstück abgeben könnte (gut, spontan fällt mir gerade noch Phoebe Bridgers‘ feines „Halloween“ ins Ohr), gibt’s nachfolgend das soeben erwähnte „Halloween Costume“ auf Aug‘ und Ohr, denn auch das dazugehörige Musikvideo, in welchem der 39-jährige Musiker, der gebürtig aus Haltern am See stammt, lauter Superheld*innen und Superschurken aus dem DC- und Marvel-Kosmos auftreten lässt, macht einiges her. Und wer von Gregor McEwan einen (weiteren) lieblich-melancholischen Folk-Song erwartet, der darf sich hier auf einen gleichsam überraschenden wie wirklich grandiosen Schlussschocker gefasst machen. Aber: auch das passt wie die Schminke aufs Auge (oder meinetwegen das Süßzeug in die Sammeltüte) am heutigen All Hallows‘ Eve

„Candles burn and brighten up this evening
You’re like a rushing wind, oh darling please breathe in
History is all that I believe in
As every season changes the seasoning
I have had my fill of beet and pumpkin soup
Highlighted a rimshot of this drumming loop
My life’s not really thrilling that’s what I assume
Since I wear this villain halloween costume
Soon
There will be love
There will be us
They will be loved
It’s morn‘ and all the candles burned out long before
You’re all I have been searching and been longing for
Sing along with every song they call folklore
As long as you don’t clap your hands to call for an encore
Somewhere in my mind I met that certain girl
It took a bit of time so let’s get personal
You get the pitch right and I sing out of tune
Just open melodyne or even autotune Soon
There will be love
There will be us
They will be loved
Soon
There will be love (There will be love)
There will be us (There will be us)
They will be loved
The music biz which is so darn deceitful
Will soon be loved
The songs I sing I’ve stolen from The Beatles
Will soon be loved
Jar Jar Binks, the Gungans and the prequels
Will soon be loved
Even Free Jazz and hurt people who hurt people
Will soon be loved
There will be love
Soon
There will be love“

Rock and Roll.

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Song des Tages: William Fitzsimmons – „Love Will Tear Us Apart“


Fans des bärtigen Akustikgitarrenklampfers wissen es ja längst: William Fitzsimmons verwebt in seinem musikalischen Schaffen wie kaum ein anderer seiner Gilde seelische Kompromisslosigkeit und autobiographische Ehrlichkeit mit einfühlsamen Klängen zu einem scheinbar nahtlosen, bis ins Mark bewegenden Ganzen. Seine Songs sind sorgfältig konzipiert, von Familiengeschichten, intimen Offenbarungen und mutigen, fast schon tagebuchähnlichen Bekenntnissen geprägt und liefern so eine facettenreiche Folk-durchs-Schlüsselloch-Melange, die in ihrer Vielfalt mal akustisch und schnörkellos, aber auch gewaltig und elektronisch geraten kann.

Zur Musik kam der 44-jährige US-Singer/Songwriter durch den Einfluss der Eltern, die das Zuhause seiner Kindheit mit unzähligen Instrumenten, Gesangsabenden und musiktheoretischem Unterricht füllten. Über eine bloße Freizeitbeschäftigung hinaus aber diente die Musik als essentielle Kommunikation zwischen William Fitzsimmons und seinen Eltern, denn beide waren blind.

Mittlerweile hat der gelernte psychologische Berater und Therapeut aus Springfield, Illinois fast ein Dutzend von Fans wie Kritikern wohlwollend aufgenommene Alben und EPs veröffentlicht. Während er auf seinem 2018 veröffentlichten Langspieler „Mission Bell“ noch die schmerzhafte Trennung von seiner damaligen Frau und die damit verbundenen emotionalen und seelischen Konflikte verarbeitete, stellte seines jüngstes, im Juni 2021 erschienenes Album „Ready The Astronaut“ nun fast so etwas wie ein Zwischenfazit über sein bisheriges Leben dar: An manchen Ecken und Enden mag noch etwas Traurigkeit zu spüren sein, vielleicht auch Wut, Empörung und sanfte Resignation, jedoch ebenso Silberstreifen der Hoffnung (welche wohl darin begründet liegen, dass Fitzsimmons mittlerweile neu verheiratet und zum dritten Mal Vater geworden ist). Und auch seiner musikalischen Linie ist der Singer/Songwriter treu geblieben, verarbeitete neue musikalische Einflüsse, ohne dass die emotionale Eindringlichkeit seiner Songs dadurch in irgendeiner Form vermindert wurde.

Dass William Fitzsimmons jedoch nicht nur herzzerreißend-balladeske eigene Songs im Repertoire hat, sondern sich auch recht hervorragend aufs Neuinterpretieren von Stücken anderer Künstler*innen versteht, bewies der Musiker bereits in der Vergangenheit (man höre etwa seine Version von Katy Perrys „I Kissed A Girl“). Nun hat sich der Mann dem wohlmöglich größten Herzeleid-Song ever (ever ever ever) gewidmet: „Love Will Tear Us Apart“ von Joy Division – eine (vor allem für ihn) zwar recht offensichtliche, aber dennoch auch konsequente Wahl.

„Ich habe Joy Divisions ‚Love Will Tear Us Apart‘ immer für einen der elegantesten Songs über den schlimmen Schmerz gehalten, der nur davon kommen kann, wenn man dabei zuschaut, wie eine wunderbare Beziehung distanziert und kalt wird“, so der Musiker. „Musikalisch mag der Song sehr einfach gehalten sein, aber er hat eine der sofort erkennbarsten Melodien, die je geschrieben wurden. Du hörst die ersten paar Noten und erkennst den Song direkt! Ich dachte, es wäre sehr interessant, einen ’schönen Spin‘ auf die Rohheit des Originals zu legen. Er war immer einer meiner liebsten Songs, die ich meist für mich allein gespielt habe. Nun dachte ich, dass es an der Zeit wäre, meine Version mit der Welt zu teilen…“

William Fitzsimmons startet dieser Tage seine Europa-Tour, die ihn auch nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen wird:

19.04.22 – Köln, Kulturkirche
22.04.22 – Darmstadt, Centralstation
23.04.22 – Bielefeld, Rudolf-Oetker-Halle
02.05.22 – München, Freiheitshalle
03.05.22 – Wien (Österreich), Theater Akzent
05.05.22 – Graz (Österreich), Dom im Berg
09.05.22 – Zürich (Schweiz), Bogen F
13.05.22 – Berlin, Heimathafen

Tickets für die Auftritte gibt es hier.

Rock and Roll.

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Song des Tages: Billy Bragg – „The Wolf Covers Its Tracks“


Von Stephen William „Billy“ Bragg gäbe es sicherlich massig passende Songs, die das Zeitgeschehen der letzten vier Jahrzehnte mit klugem Blick und einem großen, manchmal wohlmöglich auch zu idealistischen Herzen fürs wortwörtlich menschliche Miteinander vertont haben – das hat der 64-jährige Musiker, welchen ich an anderer Stelle bereits als Englands „gute intellektuelle Seele des nationalen Liedermachertums“ gelobt habe, jüngst auf seinem im vergangenen Jahr erschienenen, einmal mehr verdammt hörenswerten Album „The Million Things That Never Happened“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt. (Nicht, dass er auch nur irgendjemandem – außer sich selbst vielleicht – noch etwas beweisen müsste, aber: er hat’s getan.)

Dass Billy Braggs Stücke auch einen gewissen zeitlosen Charakter besitzen, wissen Freunde seiner Musik natürlich längst. Und im Fall von „The Wolf Covers Its Tracks“ sollte man ein „leider“ hinzufügen. Der Song erschien anno 2003 auf der „War Child“-Charity-Compilation „HOPE„, um Spenden für die Opfer des Irak-Kriegs zu sammeln – und hat auch beinahe zwanzig Jahre später – sowie im Angesicht eines erneuten großen Krieges vor unserer Haustür – leider recht wenig von seiner resignativen Aktualität und bissigen Botschaft eingebüßt. Man darf sich denken, dass wohl auch Bragg selbst nichts lieber wäre, als wenn man hier vom Gegenteil schreiben könnte. Die Menschheitsgeschichte, im Grunde ein einziges Trauerspiel…

„My name it ain’t nothing, my age it means less
I’m far from my home, flying o’er the Midwest
And as I look down on some far city lights
I ask God to watch over my family tonight

I’m tired of hearing that God’s on the side
Of suicide bombers and jet planes that fly
To drop bombs on civilians to even the score
Where’s the god of the children in the rubble that forms?

I believe the self-martyrs at least have a choice
And the vengeful warmongers have the loudest voice
But the innocent victims have no place to hide
When death comes without warning with God on its side

The butcher bird sings, an eye for an eye
And echoes the words the wolf howls to the sky
When they call on their god to justify their attacks
The butcher bird smiles; the wolf covers its tracks“

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(Joni Mitchell, *1943 als Roberta Joan Anderson, kanadische Musikerin, Komponistin und Malerin)

Rock and Roll.

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