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Song des Tages: Dota Kehr – „Kompliziertes Innenleben“


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Foto: Promo / Annika Weinthal

Klare Sache, eigentlich: Dorothea „Dota“ Kehr scheut das Risiko nicht. Für die Berliner Musikerin, die seit über zehn Jahren vor allem wegen ihrer oft genug brillanten, vielschichtigen und lebendigen Texte gefeiert wird (so auch vor einigen Monden auf ANEWFRIEND), hat es schon eine gewisse Fallhöhe, wenn man diesen Bereich – erstmalig – mit Fremdschöpfungen abdeckt. Und auch nicht mit irgendwelchen: Die Texte auf ihrer neuen Platte „Kaléko„, dem Nachfolger zum 2018er Album „Die Freiheit„, welches seinerzeit immerhin Platz 11 der deutschen Album-Charts erreichte, stammen von der jüdischen Dichterin Mascha Kaléko – alle mit einer Hornbrille bestraften Schulstreber freuen sich nun sicherlich schon über Musik-, Deutsch- und Geschichtsstunden in einem, schließlich schuf die Schwester im Geiste eines Joachim Ringelnatz oder Erich Kästner in den 1920 und -30er Jahren in Berlin ihre innige, bisweilen ironische, oft herzblutig beseelte Großstadtlyrik, bevor sie als deutsche Jüdin in den Jahren vor Hitlers Machtergreifung nach New York emigrieren musste. Die verwendeten Texte, welche Kehr in einem Lyrik-Band, dem ihr vor einiger Zeit ein Konzertbesucher überließ, fand, sprühen tatsächlich vor Witz, sind manchmal nachdenklich, aber eigentlich immer eine Bejahung des Lebens und des jetzigen Moments. Dies packt die 40-jährige Liedermacherin mit ihrer Band dem damaligen Zeitgeist entsprechend in eine akustisch gewichtete Musik, die so tatsächlich oft einen Wink in Richtung Weimarer Republik und deren kulturellem Flair bietet. Ja, die schlichte Eleganz und zeitlose Strahlkraft von Kalékos Dichtkunst passt der Hauptstadt-Liedermacherin, welche einst als „Kleingeldprinzessin“ durch bundesdeutsche Fußgängerzonen tingelte, wie angegossen.

61gjjlNSfOL._SS500_Nur eines fällt dann doch auf: So charmant und beseelt Mascha Kalékos Texte auch sind – ein wenig eindimensional erscheinen sie – eventuell (auch) ihres Alters wegen – dann doch, wenn sie etwas platt und zu gewollt in Richtung Wortspiel schielen. Passagen wie „Eines Morgens wachst Du auf / Und bist nicht mehr am Leben“ oder „Die anderen sind das weite Meer / Du aber bist der Hafen“ mag zwar im ersten Moment eine gewisse Wucht innewohnen, doch sind sie auch eine Idee zu naheliegend und plakativ. Schlussendlich  ist „Kaléko“ jedoch ein Musikalbum, und so zählt auch die Kombination mit ebenjener (der Musik) – und da punktet die Platte in vielen Bereichen recht ordentlich. Denn Kehr hat eine Geheimwaffe im Köcher: ihre Gesangspartner, die eine Vielzahl der Songs mit Dota teilen. Der olle Bohemian Max Prosa gibt einen wunderbar beruhigenden Widerpart zu Dotas heller Stimme in „Für einen“ und vermittelt Gemütlichkeit, gar Geborgenheit auf wunderbar unaufgeregte Weise. Auch das fluffig dahin schunkelnde „Kein Kinderlied“ hat einen Schuss Extra-Witz, erhält aber auch dank der Kooperation mit Uta Koebernick gesangliche Harmonie.

Fest steht außerdem: Der kernig knisternde, von müder Lebenserfahrung geprägte Gesangspart Hannes Waders, der in diesem Jahr auch schon 78 Lenze jung wird, in „Auf eine Leierkastenmelodie“ ist ein emotionales Highlight. Die Gitarre tönt hier tatsächlich wie eine alte Drehorgel, Sehnsucht und die Vergeblichkeit derselben wachsen im Zusammenspiel der kontrastreichen Stimmen zu einer dicken Träne, die dem Hörer still die Wange hinunter kullert. „Kompliziertes Innenleben“ mit Konstantin Wecker, eher im abgedämpften Pathos unterwegs, verarztet mit seinem Text über Abschied, Nähe und die widersprüchliche Natur der Sehnsucht sowie durchaus angespannter Songstruktur erneut ein melancholisches Sehnen, das sich erstaunlich weich anschmiegt. Außerdem zu Duetten mit an Bord: Francesco Wilking (Die Höchste Eisenbahn), Karl die Große, Felix Meyer (wobei es ein weiterer Song mit ihm, das feine „Zum Trost„, eigenartigerweise nicht aufs Album geschafft hat) oder die befreundete Singer/Songwriterin Alin Coen (da gilt gleiches für „Gib mir deine kleine Hand„).

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Willkommene Einwürfe sind die zwei jazzig angehauchten Instrumentals, welche sich vom recht klassischen Aufbau der eigentlichen Songs entfernen. Hier findet man auch mal jene aus der Reihe tanzenden Verrücktheiten und Spleens, die dem Rest der Platte bei aller sorgsamen Behandlung ein wenig abhanden gekommen sind und bei Dota früher noch recht häufig anzutreffen waren. Ein weiterer Wermutstropfen von „Kaléko” ist auch die Kürze der einzelnen Stücke. Die meisten pendeln sich bei knapp zwei Minuten ein, wodurch der Fokus natürlich verstärkt auf den Texten liegt, obwohl bei einigen Nummern auch deutlich mehr Raum für instrumentale Ausflüge gewesen wäre, denn schließlich gibt es einige Songs auf dem Album, denen genau das gelingt: Gerade einmal sieben Zeilen braucht Kaléko in ihrem Gedicht „Für Chemjo zu Pessach 1944“, um ein Gefühl auf den Punkt zu bringen, über das andere ganze Bücher schreiben. Demnach braucht auch Dota Kehr nicht einmal eine Minute, um den Text, begleitet von zurückhaltender Gitarre und Tastenklängen mit ihrer unaufgeregten Stimme, zu vertonen. Was darauf folgt, sind fast zwei Minuten schönstes Blechbläser-Solo, dessen Melodiebögen und Phrasierungen denen Dotas in nichts nachstehen. Das Stück wirkt wie ein Dialog zwischen den beiden Liebenden, der sich nach dem Gedicht ereignen könnte, und geht erfreulicherweise einen Schritt weiter, als lediglich bloße Vertonung zu sein. Eine Ausnahme? Ja, aber eine gute! Schlussendlich ist „Kaléko“ ein liebevoll ausgearbeitetes Album, welches sich an mancher Stelle jedoch zu voreilig – und eventuell ein wenig zu ehrfürchtig – mit gängigen Strukturen zufrieden gibt. Und so manchmal eben doch das Risiko scheut.

 

„Es ist mir eine ganz besondere Freude, dass Konstantin Wecker bei diesem Lied mitsingt. Wir haben uns in Dresden getroffen und im Backstage-Raum aufgenommen. Das war sehr konzentriert.“ (Dorothea „Dota“ Kehr über die Entstehung des Songs „Kompliziertes Innenleben“)

 

 

(Übrigens: Ein recht gut zur aktuellen Weltlage passendes Reicht aus der Feder von Mascha Kaléko fand sich unlängst am „Gesuche“-Brett eines Leipziger Supermarktes wieder…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Philip Bradatsch – „Kriege“


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Foto: Promo / Peter Reichhart

Nun isses raus: Die bundesdeutsche Antwort auf den oll-großen Bob Dylan (so es denn eine braucht) kommt nicht – Sorry, Wolfgang „BAP“ Niedecken! – aus der Domstadt Köln, sondern wohl aus Kaufbeuren, einer knapp 44.000 Einwohner zählenden Stadt am nordöstlichen Rand des bayerischen Allgäus. Liest sich komisch? So lausche man(n) doch einmal Philip Bradatsch

Gut, Bradatsch mag um ein Vielfaches unbekannter sein als Robert Allen Zimmerman, mag weder Folk-Evergreens wie „Blowin‘ In The Wind“, „Knockin‘ On Heaven’s Door“, „Like A Rolling Stone“ oder „Mr. Tambourine Man“ und einen Literatur-Nobelpreis in petto haben. Dennoch eint ihn vor allem eines mit dem weltbekannten Folk-Urgestein aus Duluth, Minnesota: die alternativlose Liebe zur Musik. Nach dem Abi und einer abgebrochenen Koch-Lehre traf Philip Bradatsch so (s)eine Entscheidung: Musik oder nix. Bekam er mal keine Gigs, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser – auch schon mal als HiWi eines Rohrreinigers. Heute kann er, auch wenn die Millionen freilich ein feuchter Indie-Traum bleiben werden, von und mit seiner Klampfe leben, spielt auch schonmal an die 150 Konzerte im Jahr auf ranzige Kellerbühnen, in schicken Indieläden, bei kleinen und größeren Festivals, in dutzenden von Pubs oder Raucherkneipen an zwielichtigen Ecken.

Und natürlich werden auf den bisherigen Alben von Bradatsch schnell die Vorbilder offensichtlich: Der meist spartanisch angelegte Bluegrass-meets-Folk-Sound des 2015er Debüts „When I’m Cruel“ träumt melancholische Südstaaten-Hobo-Episoden aus einer vergangenen Zeit (von der man im bayrischen Allgäu sicherlich nie gehört hat), der drei Jahre darauf erschienene Nachfolger „Ghost On A String“ zieht weiter ins Herz der US-Midlands hinein, sucht das melodische Gespür eines Tom Petty oder Springsteen, ergänzt alles aber noch um seine Liebe zu den (späten) Beatles und den Fuzz-Rock-Gitarren der späten Sechziger und frühen Siebziger – man höre etwa das feine „Radiator„. Nostalgielevel auf konstanter 11, klare Sache. Mit diesen beständig zwischen romantischer Gestrigkeit und lebensweise-rauer Tiefe changierenden Werken mag sich der Mittdreißiger zwar in den letzten Jahren seine Hörerschaft (die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ein „Rolling Stone“-Abo und eine gut sortierte Vinyl-Plattensammlung besitzt) und musikalische Nische erspielt haben, die Massen mag er trotz alledem kaum von den Öfen weg locken.

Wohlmöglich dürfte eine erneute Rückbesinnung auf das große Idol den Wendepunkt bedeutet haben: Im September 2018 veröffentlichte Philip Bradatsch über den YouTube-Kanal seines Labels Trikont einen Song titels „Der einsame Tod des Ben Ahmad„, der – wer ihn hört, dem wird der Groschen schnell fallen – eine ins Deutsche und die bajuwarische Ländlichkeit übertragene Version des Dylan-Klassikers „The Lonesome Death of Hattie Carroll“ darstellte, die mit ihrer ins Heute überführten Sozialkritik – und trotz des guten halben Jahrhunderts, die das Original bereits auf dem Buckel haben mag – alles andere als unzeitgemäß tönte. So merkte Philip Bradatsch: Hey, das Ganze funktioniert wohl auch prima in meiner Muttersprache!

81p0+A5FeGL._SS500_Also schrieb der Folk-Geschichtenerzähler mit dem in den kommenden Tagen erscheinenden „Jesus von Haidhausen“ zum ersten Mal ein komplettes Album auf deutsch. Freilich mag herzlich bezweifelt werden, dass hinter den neun neuen Stücken ein „neuer Rio Reiser“ oder ein „neuer Udo Lindenberg“ (wie plattentests.de-Autor Martin Makolies in seiner aktuellen Review meint) steckt. Vielmehr lassen einen die irgendwo im weiten Rund zwischen Holzfällerhemden-Folk-Rock, Roots’n’Americana und dylaneskem Country-Blues musizierenden Songs wie „Alte Gebäude“ oder „Rundfunkempfänger“ an deutsche Rock-Eminenzen wie Tom Liwa oder Element Of Crimes Sven Regener, an den eh großen Gisbert Zu Knyphausen, den (zu) oft vergessenen Niels Frevert oder den viel zu früh verstorbenen Nils Koppruch denken. Das  wunderschön karge „Kriege“ legt seine salzigen Finger in Wunden und Versehrtheiten, die aus dem Alltag ein Schlachtfeld machen, der Bäckerin im Café ums Eck jedoch lediglich ein mitleidiges Lächeln entlocken. Und wenn Philip Bradatsch am Ende „Nie irgendwas von irgendwem gewollt oder verlangt / Und ich werf‘ meine Waffen hin wenn’s denn irgendwas hilft / Ich komm‘ nach Haus'“ singt, dann scheint sogar der große Johnny Cash, der selbst einst „Wo ist zuhause, Mama?“ fragte, selig zu lächeln. Hier trifft die große weite Welt auf das piefig-miefige Hinterland, melancholische Alltagsnotizen von Allerweltsmenschen auf Spiegelmomente des Hässlichen, aber auch Schönen und Echten, ewiger Stillstand auf steten Wandel.

 

Philip Bradatsch ist wohl das Ungeheuerlichste, was die deutsche Indie-Szene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Einer mit Attitüde, einer, der Haltung einnimmt. Zwar sind ihm aktuelle Hörgewohnheiten oder Playlists mitnichten egal, nur bedienen will er sie eben nicht. Stattdessen führt er sie mit kryptischen, dylanesken Versatzstücken vor, erschafft einen Sog aus Bildern, Räumen und Stimmen. Und überquert auch mal unverfroren die Wohlfühlgrenze. Dann haut er sie raus, die verwerflichen Gefühle, die so wahrhaftig sind, dass niemand sie zugeben mag. Nicht mal vor der Arroganz hat er Angst, und schon gar nicht vor der deutschen Sprache, wie er nun auf seinem neuen Album ‚Jesus von Haidhausen‘ (Trikont, 20. März 2020) erstmalig eindrucksvoll unter Beweis stellt. Nach dem ersten Zusammenzucken denkt man, der traut sich was, aber sympathisches Understatement ist nicht Philip Bradatschs Sache. Hinterher ist man froh, mit manch unliebsamen Gefühl nicht alleine dazustehen. Und man ist beseelt von der musikalischen Fülle. Denn Philip Bradatsch wartet mit Überraschungen auf, seine Songs ziehen langsam herauf, beklemmen, bäumen sich wütend auf und lösen sich im nächsten Moment in wundervolle Harmonien auf. Zwischen düster-bedrohlichen Klangwelten plötzlich ein lakonischer Schmunzler, im dumpfen Weltschmerz auf einmal eine Zärtlichkeit, die einem warm ums Herz werden lässt. Und hinter ihm rumpeln, ächzen und rocken die fabelhaften Cola Rum Boys, dass es eine wahre Freude ist. Solo oder im Band-Kollektiv, am Ende ist Philip Bradatsch wohl das, was sich so lange niemand zu vermissen getraut hat: Rock’n’Roll.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Levi Robin – „No Other“


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Eines steht fest: Levi Robin ist ein Suchender – und das definitiv nicht nur in musikalischem Sinne. Dem Nachspüren neuer Klänge ist der in einem jüdischen Haushalt im kalifornischen Huntington Beach aufgewachsene Singer/Songwriter jedoch bereits früh verfallen, wie der heute 28-Jährige vor knapp zwei Jahren in einem Interview erzählte. Im Alter von 13 Jahren bekam er seine erste Gitarre geschenkt, auf der der talentierte Autodidakt sich schnell den ein oder anderen Akkord beibrachte, eine Band gründete und mit dieser erste Bühnengehversuche in kleinen Clubs rund um Hollywood und Venice Beach wagte. Wohl zum Ausgleich zur oberflächlich schönen (Schein)Fassade der „Traumfabrik“ begann Yaakov Levi Robin außerdem, immer tiefer in die verschiedensten Strömungen des Judentums einzutauchen, entdeckte den Chassidismus und die Chabad-Philosophie für sich, studierte viele Schriftwerke und beschloss nach dem Tod seines Vaters, regelmäßig die Synagoge zu besuchen und an der Jeschiwa, einer jüdischen Hochschule, zu studieren.

Die religiöse Frömmigkeit hielt Robin jedoch keineswegs davon ab, weiterhin musikalisch kreativ zu sein. So erschien 2013 seine selbstbetitelte Debüt-EP, auf die recht schnell auch ein gewisser Matisyahu stieß. Der vor allem in den USA sowie in der jüdischen Popkultur enorm erfolgreiche Reggae-Beatbox-Musiker lud Robin nicht nur als Opening Act zu sich auf die größeren Bühnen ein, sondern auch ins heimische New York City, wo der Newcomer dank „Matis“ schnell weitere Kontakte knüpfen konnte.

1583577057_folderUnd auch seinen Musikstil weiter formte. Denn wo die sechs Songs seiner Debüt-EP noch mit seiner Akustischen und mal ein paar Streichern, mal einem Tambourine vornehmlich spartanisch ums Americana-Folker-Eck lugten, klingen nun auf dem vor wenigen Tagen erschienenen Debütalbum „Where Night Meets Day“ deutlich vielfältigere, deutlich ausladendere Klangwelten an. Im Zentrum der zwölf Stücke steht freilich Robins mal an andere meist stille Folk-Troubadoure wie Scott Matthew, Ray Lamontagne, Keaton Henson oder Sam „Iron & Wine“ Beam gemahnende, mal ähnlich markdurchdringend wie weiland Jeff Buckley vor Emphase nur so zitternde Stimme, sodass man sich diese ganz Ton gewordenen spirituellen Zwiegespräche mit höheren Mächten nur allzu gut bei einem andächtigen Konzert in einem Gotteshaus vorstellen kann.

Dass sich alles viel weltferner lesen mag als es schlussendlich klingt, beweisen etwa die Single-Auskopplung „No Other“ sowie das dazugehörige animierte Musikvideo. Für selbiges zeichnen sich die Künstlerin Abbey Luck sowie Produzent Brian Savelson verantwortlich, die in ihren Bildern die Reise eines alten, von der Zeit gezeichneten Mannes schildern, der, ähnlich wie Levi Robin, auf der Suche nach einem Sinn, nach Antworten ist. Während dieser Reise wird der Greis von einer Oase der Eitelkeiten und des Genusses angelockt, entscheidet sich jedoch stattdessen dafür, einen tieferen Sinn in seinem Leben zu finden.

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Wie bereits erwähnt ziehen die Stücke von Robins erstem Album ihre Inspirationen vor allem aus seinem jüdischen Glauben und seiner Erziehung, was es als Ganzes wohl noch fragiler, noch einzigartiger strahlen lässt. „Ein Großteil des Albums ist von meiner Faszination und meiner Hingabe zu den kabbalistischen Lehren der Thora beeinflusst, auch wenn es vielleicht nicht so rübergebracht wird, wie es der Hörer erwartet oder dass er es gleich erkennt. Zum einen ist fast alles in Parabeln geschrieben. Außerdem könnte man erwarten, dass Spiritualität mit einer Art losgelöster Erleuchtung, himmlischer Zufriedenheit und grenzenlosem Idealismus einhergeht, und das wäre wahr, wenn die Seele sich gerade in einer himmlischen Welt befände, aber in Wahrheit sind wir Seelen, die in einer materiellen Welt gefangen und dort Herausforderungen und Unoffensichtlichkeiten, Prüfungen und Drangsalen ausgesetzt sind.“

Ganz gleich, auf welcher Seite des Tages – am juvenilen Anfang, am weidwunden Ende – oder spirituellen Ufers man selbst gerade stehen mag, ganz gleich, welche Musik man sonst mögen mag – Levi Robin möchte, dass der Hörer sich mit seiner Musik auf eine Weise identifiziert, in der es sich beinahe anfühlt, als würde sie, die Musik, tief aus dem eigenen Innersten kommen. „Es gibt mehr als nur den Sound, den ich versuche, zu vermitteln“, sagt er. „Diese Schwingungen tragen eine Botschaft nur für dich mit sich. Wenn du diese Lieder hörst, dann hoffe ich, dass du sie nicht als die meinigen hörst. Ich hoffe, du hörst sie als deine eigenen.“

Und ganz gleich, wie sehr man sich seine irgendwo zwischen das Experiment wagendem Singer/Songwritertum, spirituellem Folk und feingliedriger Americana tönenden Songs wirklich einverleibt – Levi Robin hat auf „Where Night Meets Day“ Musik geschaffen, die mal somnambul stillstehen mag, mal im hellsten Sonnenlicht zu erstrahlen scheint. Und einen bestenfalls ein stückweit auf dem Weg der eigenen Suche begleitet. Wasauchimmer man am Ende suchen mag…

 

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Flora Cash


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Es waren einmal eine Schwedin und ein US-Amerikaner, die beide mit Leidenschaft Musik machten. Sie teilten ihre Songs über Soundcloud und stießen irgendwann – dem Word Wide Web sei Dank – auch auf die kreativen Ergüsse des jeweils anderen. Aus gegenseitiger Bewunderung wurde ein loser Kontakt und dann ein erstes Treffen, gemeinsame Musik und ein Jahr später gar eine Hochzeit. Was sich lesen mag wie ein modernes Internet-Märchen, bei dem sich ein findiges Soap-Opera-Team mit Schlafmangel und Koffeinüberschuss wild ausgetobt hat, ist tatsächlich die gemeinsame Geschichte von Shpresa Lleshaj und Cole Randall, die seit 2012 Partner sind – sowohl musikalisch als auch romantisch. Als Duo wählen die Dame aus Stockholm und der Herr aus Minneapolis den zwar kryptischen, jedoch dennoch stylish-vielsagenden Namen Flora Cash und veröffentlichen noch im selben Jahr eine erste gemeinsame EP titels „Mighty Fine“ – eine Fusion aus Folk, Country und Singer/Songwriter-Pop auf drei durchaus ansprechenden Songs. Dabei überzeugen Shpresa und Cole jeweils mit starken Einzelstimmen, die sich in bester Fleetwood Mac-Manier (Stevie Nicks! Lindsey Buckingham!) abwechseln oder im Duett übereinander legen. Neu mag diese Idee mit all ihren weiteren Beispielen von The Civil Wars über Angus & Julia Stone, Isobel Campbell und Mark Lanegan oder jüngst Lola Marsh zwar kaum sein, jedoch seit Jahr und Tag recht erfolgreich.

Bis zur nächsten EP „Can Summer Love Last Forever?“ lässt man sich immerhin vier Jahre Zeit, in denen die beiden mit weiteren Singles an der richtigen Indie-Pop-Melange feilen. Dafür geht es dann Schlag auf Schlag: 2017 erscheint das Debütalbum „Nothing Lasts Forever (And It’s Fine)“. Bereits der Titel legt schon nahe: Flora Cash beschäftigen sich eingehend mit zwischenmenschlichen Beziehungen, ganz besonders natürlich mit romantischen. Dieser Themenkosmos wird mal mit gezupften akustischen Gitarren vertont, die man – ja klar – vor dem Folk-Background der beiden erwarten kann, aber auch für große Dramatik- und Pathos-Bühne mit Streichern und schallenden Drums haben Flora Cash ein Faible – Lana Del Rey und ihre bittersüß-sepiafarbenen Californian Sixties’n’Seventies lassen nett grüßen…

Man höre etwa…

Gerade in der heutigen – vor allem im Musikgeschäft – oft schnelllebigen Zeit, welche selbst aktuell (Jung-)Stars wie Billie Eilish im Zweifel schnell fressen wird, als man „kontemporäre Eintagsfliege“ buchstabieren kann, könnte man meinen, dass Flora Cash mit jenen ersten Veröffentlichungen bereits den persönlichen Stil-Zenit erreicht hätten, aber ihre größten Hits landet das Duo danach, vor allem nach Aufritten in James Cordens „The Late Late Show“ (im Jahr 2018) sowie mit der im letzten Jahr erschienenen, fünf Songs starken „Press EP“. Mit den schweren Klavierakkorden von „I Wasted You“ und „They Own This Town“ gibt es einmal mehr Melancholie und Dramatik im Pop-Gewand, doch vor allem „You‘re Somebody Else“ ist dann der Song, der so richtig einschlägt. Der Folk-Blueprint trifft auf Rhythmen aus der Drum-Machine, während Cole sich mit seiner Kopfstimme an Justin „Bon Iver“ Vernon orientiert und eine Person besingt, die er nicht wiedererkennt. Das Video zum Song sammelt fleißig Millionen von Klicks auf YouTube und trotzdem geht das Duo für diesen Erfolg keine musikalischen Kompromisse ein, im Gegenteil: In der Bridge stottert Coles Stimme rückwärts und beweist einiges an Experimentierfreude.

Obendrein funktioniert der Song auch in reduzierter Form:

Auch danach geht es für Flora Cash im großen Format weiter: Mit „Missing Home“ wünscht man sich von den Tourbühnen in die heimischen vier Wände und landet einen weiteren (Mini-)Hit, mit „Born In The Slumber“ platziert man einen Song auf dem Soundtrack für das erfolgreiche Blockbuster-Konsolen-Spiel „Death Stranding“. Gerade letzteres Stück deutet an, was auch die Single „You Love Me“ bestätigt: Die gemeinsame Reise geht weiter in Richtung gefühligen Synthesizer-Pop.

81BKOfbofaL._SY355_Das Tasteninstrument kommt auf den Neulingen von Flora Cash mehr denn je zur Geltung und leiten „You Love Me“ dröhnend ein. Zu den Synthie-Klängen passt auch der verschleppte, gewichtige Schlagzeug-Rhythmus, der an den Dream-Pop von Bands wie Beach House erinnert. Inhaltlich verhandelt das schwedisch-amerikanische Paar ein komplexes romantisches Thema: Man fühlt sich nicht gut genug für die andere Person, wünscht ihr etwas Besseres, aber die Liebe ist zu stark, um loszulassen. Die beiden Strophen zeigen auf spannende Weise, wie verschieden die Stimmen von Cole und Shpresa sind, nur um dann in der Hookline trotzdem wieder mit gemeinsamen Harmonien aufeinander zu treffen. Mit „Born In The Slumber“, „You Love Me“ oder dem wunderbar aufs Nötigste reduzierten Pop-Song „Honey Go Home“ haben Flora Cash ihren – vermeintlich – bisher wohl größten musikalischen Sprung gewagt, nun bleibt abzuwarten, ob es mit dem dieser Tage erscheinenden zweiten Langspieler „Baby, It’s Okay“ weiter in diese elektronische Richtung oder zurück zum Folk-Sound geht…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Any Other – „Lost Cause“


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Auf Bühnenbrettern mag das mit Gitarre, Wurlitzer, Bratsche, Cello, Flügelhorn und Saxophon ausgestattete „Any Other Sextet“ – obgleich immer noch über alle Maßen in melancholischen Traumgefilden unterwegs – wohl stellenweise eindrucksvoll tönen. Wer’s nicht in die italienische Heimat des Mailänder Kollektivs schaffen sollte, um einer Show von Frontfrau Adele Nigro sowie Laura Agnusdei, Federica Furlani, Eleuteria Arena, Paola Fecarotta und Marco Giudici beizuwohnen, dem sei etwa das zweite, 2018 erschienene Album „Two, Geography“ wärmstens ans Hörerherz gelegt – gerade, wenn man sonntags ein wenig den sinngrüblerischen Gedanken nachhängen mag.

Im Grunde steckt hinter Any Other jedoch nur Adele Nigro. Dass die junge Indie-Musikerin denn auch im Alleingang zu überzeugen weiß, beweist die Italienerin mit ihrer Coverversion des ohnehin ewig tollen Beck’schen Drüsendrückers „Lost Cause“ (vom wunderschönen, mittlerweile fast 18 Lenze jungen Herzschmerz-Werk „Sea Change„), welche sie, wie seinerzeit auch Mr. Hansen, in reduziert-rohem Singer/Songwriter-Gewand präsentiert… *hach*

 

 

„Your sorry eyes cut through the bone
They make it hard to leave you alone
Leave you here wearing your wounds
Waving your guns at somebody new

Baby you’re lost
Baby you’re lost
Baby you’re a lost cause

There’s too many people you used to know
They see you coming they see you go
They know your secrets and you know theirs
This town is crazy; nobody cares

Baby you’re lost
Baby you’re lost
Baby you’re a lost cause

I’m tired of fighting
I’m tired of fighting
Fighting for a lost cause

There’s a place where you are going
You ain’t never been before
No one left to watch your back now
No one standing at your door
That’s what you thought love was for

Baby you’re lost
Baby you’re lost
Baby you’re a lost cause

I’m tired of fighting
I’m tired of fighting
Fighting for a lost cause…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Matt McGinn & Ciara O’Neill – „Bubblegum“


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„WAR! Huh, yeah! What is it good for? Absolutely NOTHING!“

So sang Edwin Starr damals im Jahr 1970… Der US-Soulman traf mit dieser Anti-Vietnam-Kampfansage, welche im Nachhinein auch von Größen wie Bruce Springsteen in deren Live-Repertoire übernommen wurde, damals genau den kriegsmüden, spät-hippie’esken Nerv der Zeit, und rang der scheinbar grenzenlos abgründigen Fähigkeit des Menschen, seinen Mitmenschen immer neue, immer unvorstellbarere Grausamkeiten zuzufügen, zumindest eine ikonische Melodie ab. Starrs seelenvolle Kriegsklage ist dabei zweifellos eines der wenigen Protestlieder, die berechtigterweise auch heute noch von sich behaupten können, „funky“ zu sein.

Die Beschreibung „funky“ dürfte Matt McGinn in der Tat keinesfalls für sich verbuchen. Macht auch nichts, schließlich stammt der Mann nicht Motown-like aus Detroit, sondern aus dem nordirischen Hilltown. Dafür würde der Singer/Songwriter-Bart-Barde Edwin Starrs Kernaussage wohl ohne viel nachzudenken unterschreiben, schließlich kann auch er – leider und aus eigenem Erleben – das das ein oder andere Lied vom Krieg singen – und tut das nun auch…

Matt-McGinn-300x300Down ist eine der sechs historischen Grafschaften (Countys) Nordirlands – und blieb über Jahre hinweg – vom Ende der Sechziger bis tief in die Neunziger – wie große Teile des Landes nicht von den Unruhen des Nordirlandskonflikts verschont. Matt McGinn, der ebenda, in Hilltown, einem kleinen Dorf in den Mourne Mountains aufwuchs, erfuhr all die gewalttätigen, schlussendlich freilich sinnfreien Konflikte zwischen englisch- und schottischstämmigen, unionistischen Protestanten und überwiegend irisch-nationalistischen Katholiken somit aus erster Hand. Und macht nun das Beste aus den weniger schönen Seiten seiner Biografie: er vertont sie. Mehr sogar noch: „Lessons Of War„, sein neues, viertes Album, untersucht, wie Krieg nicht nur die Bewohner in seiner nordirischen Heimat, sondern auch die von Konflikten betroffenen Menschen auf der ganzen Welt verändert, beeinflusst hat. Die Idee zu etwas Größerem, Ausführlicherem begann mit dem fixen Gedanken, einen Song über die Sinnlosigkeit des Krieges aufzunehmen. Eines führte zum anderen, und über die Zeit der letzten drei Jahre führte ein Stück zu ebenjenem Album, gar einer Dokumentation und der Zusammenarbeit mit einer großen Zahl anderer Musiker.

Laut Matt McGinn „wollte ich kein Album mit Anti-Kriegs-Liedern schreiben, es ist einfach irgendwie passiert. Als ich zum ersten Mal das Bild des jungen Flüchtlings sah, der an die Küste gespült wurde, löste es etwas in mir aus. Ich hatte das Gefühl, etwas tun zu müssen, und das Schreiben war alles, was ich tun konnte.“ (Wer allen Nachrichten aus dem Weg geht: McGinn meint die Geschichte über den syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi.)

artworks-000619360387-i7cywm-t500x500Große, gute Ideen? Natürlich. Doch nichts davon würde eine Rolle spielen, wenn die dazugehörige Musik nicht etwas wirklich Besonderes wäre. Bereits die erste, vordergründig wunderschön wie weiland Damien Rice und seine Muse Lisa Hannigan tönende Single „Bubblegum“ ist von den Unruhen Nordirlands inspiriert. Dabei tritt McGinn, der den Song gemeinsam mit dem befreundeten Singer/Songwriter-Kollegen Mick Flannery schrieb, zurück und erlaubt Ciara O’Neill, die stimmliche Hauptrolle in diesem Stück zu übernehmen, welches vom Tagebuch eines Teenager-Mädchens namens Bronagh McAtasney inspiriert ist, dessen Achtzigerjahre-Alltagsrealität sich eng mit den Schrecken des Krieges verknüpft. Balladesk gebettet in Gitarre und Klavier beschreibt O’Neill eine Welt, in der sie zum ersten Mal Kaugummi (also „Bubblegum“) probiert, während ihr Vater vor der Sperrstunde nach Hause kommt, und später singt: “Daddy pinned up Bobby Sands for me right next to my Madness poster / In our house in the middle of the street / They blew up another bar last night / Heard the soldiers searching / Johnny says they might call off school…” – Diese beiden gegensätzlichen Welten – das Kindlich-Heranwachsende, die sinnentleerten Konflikte der Erwachsenen – bildeten über Generationen hinweg eine nordirische Realität.

Doch anstatt den Kriegsgegner-Moralapostel zu geben, singt McGinn aus (s)einem Blickwinkel, den er so tatsächlich gesehen und gefühlt hat. Den mahnend-salzenen Zeigerfinger muss er im Grunde auch gar nicht in zwischenmenschliche Wunden drücken, schließlich sprechen die Textzeilen von so unverblümt vertonten Stücken wie „Writing On The Wall“ quasi eine klare Sprache. Der Vergleich verschiedener Zeitabschnitte macht deutlich, dass im Grunde, im Krieg niemand unschuldig ist – eine Welt voller Ungerechtigkeiten, überall, wohin man schaut. Wir alle schauen irgendwann, irgendwo weg, stumpfen ab. Wir alle haben Blut an unseren Händen.

Dabei hat die Musik selbst nichts Schwerfälliges an sich. Sie macht sich federleicht, wenn es denn sein soll, und lässt den liedermachenden Folk-Muskel spielen, wenn es nötig ist (jedoch ohne überheblich oder allzu plakativ zu wirken). Das titelgebende „Lessons Of War“ ist dabei vielleicht das beeindruckendste Stück des Albums, arbeitete Matt McGinn doch mit den Stimmen des Citizens of the World Choir, einem in London ansässigen Chor, der sich aus Flüchtlingen aus Kriegsgebieten zusammensetzt, sowie mit Anthony Seydu aus Sierra Leone (Gesang und den Perkussion) zusammen. An anderer Stelle trugen etwa der aus Derry stammende Musiker und „Children In Crossfire„-Gründer Richard Moore, der im Alter von elf Jahren durch eine Plastikgeschoss erblindete, der Belfaster Bandmanager und Ingenieur Mark Kelly, der im Alter von 18 Jahren bei einem Bombenangriff seine Beine verlor, oder der virtuose Flamenco-Gitarrist Yazan Ibrahim von den umkämpften Golan-Höhen ihren musikalischen Teil zum Ganzen bei. Sie alle mögen aus verschiedensten (kreativen) Ecken der Welt stammen, die Botschaft eint sie jedoch.

Ganz klar: Gleich, ob es sich nun um einen ganzen Chor oder nur um einen Mann und seine Gitarre handeln mag, die Leidenschaft, die Absicht von „Lessons Of War“ lässt sich nicht leugnen. Matt McGinns Song-Sammlung verdient es, immer wieder gehört zu werden, bis wir endlich die Lektion, unsere Lektion lernen und beginnen, neue, gewaltfreie Wege zur Lösung unserer Probleme zu finden, mit denen wir alle – wenn auch in recht unterschiedlichem Maße – konfrontiert sind. Bis sich Geschichte eben nicht (mehr) wiederholt. Denn schon Edwin Starr wusste: Krieg ist zu nichts nutze. Oder, wie McGinn zum Ende des Albums, in „When Will We Learn“, singt: „Every man has a choice if their fists or their voice will lead them on their way…“

 

 

Rock and Roll.

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